bossel hat geschrieben:
Die Schweiz ist nicht China, auch nicht in Davos
Suedostschweiz.ch.
"Und auch im Ausnahmezustand muss gelten: Schweizer Behörden erklären nicht einfach von heute auf morgen Legales für unerwünscht, Schweizer Behörden verbieten nicht, was nicht von Schweizer Gesetzen verboten ist. Schweizer Behörden werden nicht plötzlich zu chinesischen Behörden. Auch nicht bei Besuch aus China."
Natürlich fürchtet die Schweiz um ihre Wirtschaftsinteressen, die Schweiz ist ein kleines Land und somit erpressbarer. Und mit Jian Zemin haben sie ja schon mal einen Eklat erlebt.
Allerdings bestehen die Vertreter der chinesischen Regierung immer darauf, dass China nun mal nicht der Westen sei und man es deswegen nicht mit dem Westen vergleichen könne, sondern vielmehr seine Eigenarten zu respektieren habe.
Da sage ich: Dann könnten die chinesischen Regierungsvertreter doch mal vormachen, wie das geht, und akzeptieren, dass man im Westen einem Menschen die Meinung sagen darf, auch wenn er Politiker ist. Und dass die Regierung sicher stellen muss, dass alle Menschen das dürfen, anstatt "Stärke" zu zeigen und diese Menschen mundtot zu machen (Jiang warf der Schweizer Regierung "mangelnde Führungsstärke" oder "mangelnde Führungsqualitäten" vor).
bossel hat geschrieben:
Ein Besuch zwischen Unmut und gutem Willen
Tagesschau. Eigentlich nicht weiterwähnenswert, wenn da nicht dieser Unterpunkt wäre:
"Exil-Chinesen die Sat-Verbindung gekappt"
& diese Aussage:
"Wir äußern uns zu den Menschenrechten als Freunde des chinesischen Volkes."
Der Wen will bestimmt keine Freunde des chinesischen Volkes, sondern nur der KPCh. (Ach, halt: die KP ist das Volk! Oder war das: Die KP ist China. Oder vielleicht: China ist die KP. Umpf! Bin etwas verwirrt.)
Verwirrt? Also pass auf: Zwischen dem chinesischen Volk und der KPCh besteht vollkommene Interessengleichheit. Der Unterschied zwischen beiden liegt nur darin, dass die KP ein bisschen besser weiß, wo's lang geht und auf dem Weg der Entwicklung und des Aufbaus schon etwas weiter fortgeschritten ist. Die KP besteht aus mehreren Ebenen: Parteitag - ZK (mit ständigem Ausschuss) - Politbüro (mit ständigem Ausschuss). Für die nächsthöhere Ebene werden jeweils die fähigsten Mitglieder ausgewählt. Sie verkörpern also am reinsten und entschlossensten die Interessen des Volkes.
Deswegen lässt sich sagen: Wer etwas gegen die Partei, und vor allem ihre höchsten Vertreter, sagt, wendet sich damit gegen den Willen und die Entwicklungsrichtung des chinesischen Vokes. Und da der Partei die Aufgabe obliegt, das Volk zu schützen, kann so etwas natürlich in keinster Weise geduldet werden. Alles klar?
Mal ernsthaft über ein etwas anderes Thema: Auch wenn es sich vielleicht nicht "juristisch" beweisen lässt, ist es doch ziemlich klar, dass NTDTV ziemlich eng mit Falun Gong verknüpft ist (ebenso wie die EpochTimes und Divine Performing Arts).
Ich persönlich kenne zwar NTDTV nicht aus eigenem Ansehen, wohl aber die EpochTimes und auch die Texte und Websitesvon Falun Gong. Und da frage ich mich schon: Was wollen die eigentlich? Und vor allem: Von wem werden die finanziert?
Denn der Grundtenor aller ihrer Publikationen ist die Gegnerschaft (fast könnte man sagen: der Hass) zur kommunistischen Partei und der chinesischen Regierung. Nun bin ich auch kein großer Bewunderer dieser beider Institutionen, jedoch muss man doch fragen, was diese "Berufs-Schlechtmacher" tatsächlich bewirken wollen. Irgendwie ist das nicht so ganz klar. Mal loben sie die (autokratischen) chinesischen Kaiser hoch, mal fordern sie Demokratie für China. Und die USA gelten meist als mustergültig in Sachen Demokratie und Menschenrechte...
Das Thema "Wanderarbeiter" ist ein weites Feld. In jedem Entwicklungs- oder Schwellenland gibt es sie, und sie arbeiten wirklich sehr hart. Und die chinesischen haben oft keinerlei soziale Absicherung und nicht einmal Arbeitsverträge (von einer Aufenthaltsgenehmigung in der entsprechenden Stadt ganz zu schweigen).
Jedoch muss man sagen, dass sich die chinesische Regierung diese Leute kümmert. Oder es zumindest versucht. Wohl schon aus Eigeninteresse, weil, wie der Text sagt, diese Gruppe ziemlichen sozialen Sprengstoff liefern kann. Trotzdem muss man sagen, dass die chinesische Regierung in sozialen Dingen recht umsichtig ist, verglichen mit manch anderen Regierungen von Schwellenländern. OK, China hat nicht das gleiche Sozialsystem wie wir. Aber damit eine Versicherung funktionieren kann, muss sie erst mal Kapital angespart haben. Die Sozialversicherungen in China werden wohl erst aufgelegt.
Aber vielleicht übersehe ich da etwas, man kann mich gern korrigieren.....