ich lernte 2006 während eines Studienpraktikums in der Provinz Jiangsu meine chinesische Freundin kennen. Sie war berufstätig (studierte Englischlehrerin für Kindergärten) und ich beschäftigt mit meinem Praxissemester, so dass wir uns oftmals nur an den Wochenenden sehen konnten. Gegen Ende hin (Januar 2007) stellte sie mir auch ihren Eltern vor, die mich nach einer anfänglichen Skepsis schnell akzeptieren lernten, mich mehrmals zum Essen einluden und sogar mich bei ihr schlafen haben lassen. Mein Chinesisch war zu dieser Zeit nur auf die Basics beschränkt und ich war stets der Dinner-Clown bei diversen Banketts, der freundlich abnicken, seinen Baijiu schlürfen und xiexie kommunizieren konnte (erster Ausländer im Hause der Familiendynastie). Durch diese Aktivitäten erbrachte ich mir die allgemeine Sympathie, der Abschied in Pudong war extrem hart...
Per Skype und SMS behielten wir Kontakt und über diverse Tricks konnte ich sie (noch als Student) verpflichtungserklärend im Sommer 07 zu mir nach Deutschland einladen, wir verbrachten wundervolle drei Wochen miteinander, meine Familie schätzte sie ebenfalls. Dämliche Blicke von Passanten konnte ich spielend ignorieren, ihr gefiel es überragend (erster Mensch der Familiendynastie im Ausland)...
Zum Neujahrsfest 2008 war ich während meiner Semesterferien wiederum für 2 Wochen in China. Der Zauber, der mich beim ersten Chinaaufenthalt mitriß, blieb dieses Mal aus, da das "Abenteuer" ausblieb ("schon mal dagewesen") und ich mich in der kurzen Zeit an die Eigenarten (Drängeln, Spucken, Dreck) nicht gewöhnen konnte. Anyway, ich war ja wegen ihr da, klappte super.
Kurz vor Fertigstellung meiner Diplomarbeit kam sie mich im Sommer 08 ein zweites Mal besuchen, es lief alles noch einmal besser.
So - nun zum eigentlichen Thema: Wir wollen den Fernbeziehungsstatus nicht mehr akzeptieren und planen im Frühjahr in China zu heiraten und abschließend zusammen in Deutschland zu leben. Der Heiratsprozess ist mir bekannt und mir ist bewusst dass spezifische Probleme auftreten können. Mittlerweile (ich 26 Jahre, sie 28 Jahre) bin ich als Ingenieur in einer großen deutschen Firma mit einem guten Einkommen angestellt. Sie schmiss ihren Job und absolviert momentan den A1-Kurs, den sie aufgrund ihres hohen Sprachtalents spielend schaffen wird. Das einzige Bedenken das ich habe ist die Tatsache der fehlenden Zusammenlebens-Praxis über einen längeren Zeitraum, was allerdings ohne Heirat wohl kaum zu realisieren ist. Sie ist aufgrund ihres für Chinesinnen relativ hohen Alters jedoch natürlich zu 100% heiratswillig
1. Welche Verpflichtungen gehe ich mit einem unterschriebenen Heiratsvertrag ein? (Ich hörte von einer Heirat mit einer Hongkong-Chinesin, bei welcher der deutsche Ehemann die ärztliche Behandlung seiner kranken Schwiegermutter aufgrund des Ehevertrags vollständig bezahlen musste.) Wie sieht es dann mit den Besitzverhältnissen aus? Wird dies analog zu einer deutsch-deutschen Ehe nach der Legalisation geregelt?
2. Nach der Heirat: Wie lange benötigt die dt. Botschaft ca., ihr ein Visum auszustellen? Und für welchen Zeitraum? Muss jenes erneuert werden und wie?
3. Kann die dt. Botschaft ihr trotz der Heirat ein Visum verwehren?
4. Gibt es irgendwelche gravierenden Knackpunkte, die gehäuft auftreten?
5. Abschließend: Führt ihr schon längere Ehen? Kommt eure chinesische Frau mit der unterschiedlichen Kultur in Deutschland auf Dauer klar?
Ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr mir bei meinen Fragestellungen helfen könntet!
Vielen Dank im Voraus!
Mit freundlichen Grüßen
Chris



