Yeap.da hai hat geschrieben:Stupides Auswendiglernen halte ich auch für ziemlich fraglich - etwas das in der Uni in D leider auch viel zu oft der Fall ist. In der Diskussion hier wurde ja die freie Meinungsäußerung als positiver Aspekt des deutschen Bildungssystems angeführt. Bei all der durchaus berechtigten Kritik am Auswendiglernen wird aber m.E. ein wichtiger Aspekt übersehen. Um eine sinnvolle Diskussion zu führen, um eine SINNVOLLE Meinung zu äußern bedarf es eines gewissen Hintergrundwissens. Und genau dieses eignet man sich durch Lernen an.
In Deutschland mag ja viel und gern diskutiert werden, aber was nützt es sich in ellenlangen Diskussionen zu suhlen, wenn es letztlich am Wissen fehlt. Das sind Erfahrungen die meine Frau beim Studium in Deutschland zum Vergleich mit China gemacht hat. Sie hatte das Gefühl, dass die Leute einfach nur diskutieren wollten (oder sollte man sagen sich gern selbst reden hören?), aber eben auch so viel unglaublichen Mist erzählt haben, weil sie irgendetwas irgendwo gelesen, gehört oder sonst wo aufgenommen haben, aber letztlich von der Materie überhaupt gar keine Ahnung hatten, weil ihnen das Hintergrundwissen fehlte (Ich muss dazu anmerken das sie vorher schon in China fertig studiert hatte). Vor allem drehte man sich letztlich immer wieder im Kreis - es wurden immer wieder die ewig gleichen Argumente laut, so dass bei den Diskussionen überhaupt kein neuer Input mehr dazukam.
Andererseits muss ich meinen Vorrednern recht geben, was das Problembewusstsein und den Umgang mit neuen Problemen angeht. Ich glaube, dass der Umgang mit Selbigen in Deutschland wesentlich ausgeprägter ist als in China, dass zeigt sich m.E. auch schön an der "Meinungsäußerung" von Shenzhou. Er hat es überhaupt nicht gelernt sich argumentativ irgendwie zu äußern. Sein einziges Hilfsmittel sind irgendwelche Tabellen ohne diese überhaupt zu hinterfragen.
Wichtig finde ich aber trotzdem, dass bei uns auch wieder wesentlich mehr Wert auf die Vermittlung von Hintergrundwissen insbesondere in den Naturwissenschaften gelegt wird und Schüler diesbezüglich wesentlich mehr gefordert werden. Denn was nützt einem letztlich eine Schar von Dummschwätzern. Und das Förderung von Diskussion und freier Meinungsäußerung in der Schule nicht immer dazu führt, dass ein Problembewusstsein entsteht bzw. Situationen hinterfragt werden, zeigt sich m. E. ja schön an der Auseinandersetzung mit China vor und während der Olympischen Spiele.
PS: Meine Frau ist nicht besonders gut in Mathe.
Für Dein Statement gibt es von mir ein
UNTERSCHREIB
PS.: Mathe ist bei meiner Frau auch nicht wirklich "1-Verdächtig" aber fürs Alltagsleben reichts allemal
Ein Lieblingssatz von ihr lautet: "Mein Geld ist mein Geld - und Dein Geld ist auch MEIN Geld"


