chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
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ingo_001
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von ingo_001 »

da hai hat geschrieben:Stupides Auswendiglernen halte ich auch für ziemlich fraglich - etwas das in der Uni in D leider auch viel zu oft der Fall ist. In der Diskussion hier wurde ja die freie Meinungsäußerung als positiver Aspekt des deutschen Bildungssystems angeführt. Bei all der durchaus berechtigten Kritik am Auswendiglernen wird aber m.E. ein wichtiger Aspekt übersehen. Um eine sinnvolle Diskussion zu führen, um eine SINNVOLLE Meinung zu äußern bedarf es eines gewissen Hintergrundwissens. Und genau dieses eignet man sich durch Lernen an.

In Deutschland mag ja viel und gern diskutiert werden, aber was nützt es sich in ellenlangen Diskussionen zu suhlen, wenn es letztlich am Wissen fehlt. Das sind Erfahrungen die meine Frau beim Studium in Deutschland zum Vergleich mit China gemacht hat. Sie hatte das Gefühl, dass die Leute einfach nur diskutieren wollten (oder sollte man sagen sich gern selbst reden hören?), aber eben auch so viel unglaublichen Mist erzählt haben, weil sie irgendetwas irgendwo gelesen, gehört oder sonst wo aufgenommen haben, aber letztlich von der Materie überhaupt gar keine Ahnung hatten, weil ihnen das Hintergrundwissen fehlte (Ich muss dazu anmerken das sie vorher schon in China fertig studiert hatte). Vor allem drehte man sich letztlich immer wieder im Kreis - es wurden immer wieder die ewig gleichen Argumente laut, so dass bei den Diskussionen überhaupt kein neuer Input mehr dazukam.

Andererseits muss ich meinen Vorrednern recht geben, was das Problembewusstsein und den Umgang mit neuen Problemen angeht. Ich glaube, dass der Umgang mit Selbigen in Deutschland wesentlich ausgeprägter ist als in China, dass zeigt sich m.E. auch schön an der "Meinungsäußerung" von Shenzhou. Er hat es überhaupt nicht gelernt sich argumentativ irgendwie zu äußern. Sein einziges Hilfsmittel sind irgendwelche Tabellen ohne diese überhaupt zu hinterfragen.

Wichtig finde ich aber trotzdem, dass bei uns auch wieder wesentlich mehr Wert auf die Vermittlung von Hintergrundwissen insbesondere in den Naturwissenschaften gelegt wird und Schüler diesbezüglich wesentlich mehr gefordert werden. Denn was nützt einem letztlich eine Schar von Dummschwätzern. Und das Förderung von Diskussion und freier Meinungsäußerung in der Schule nicht immer dazu führt, dass ein Problembewusstsein entsteht bzw. Situationen hinterfragt werden, zeigt sich m. E. ja schön an der Auseinandersetzung mit China vor und während der Olympischen Spiele.

PS: Meine Frau ist nicht besonders gut in Mathe :-).
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PS.: Mathe ist bei meiner Frau auch nicht wirklich "1-Verdächtig" aber fürs Alltagsleben reichts allemal :)
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Yingxiong »

ingo_001 hat geschrieben: Ein Lieblingssatz von ihr lautet: "Mein Geld ist mein Geld - und Dein Geld ist auch MEIN Geld" :mrgreen:
Ach! Bei deiner Frau auch?
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von ingo_001 »

Ja :mrgreen:

Und um das noch hinzuzufügen: Manchmal zeigt sie dazu noch demonstrativ ihren Ehering und sagt: " Keine Garantie" (Umtausch ausgeschlossen) :mrgreen:
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Shenzhou »

belrain hat geschrieben:Bloss weil China in Beijing die meisten Goldmedaillen geholt hat heisst es nicht, dass sie das beste Sportförderungsprogramm haben sondern lediglich, dass sie beim Dopen besser waren als andere. :wink:

Das deutsche Schulsystem bringt Menschen mit solcher Argumentationslogik hervor! Respekt!

Ich habe nicht mal lust dich deshalb auseinanderzunehmen, weil es zu naiv wird. Ein gewisses Niveau muss ich doch behalten.


Was sagt Fokus: Fakten, Fakten, Fakten, wir brauchen Fakten!


Wenn zwei Leute/Systeme unterschiedlich augumentieren und jeder hält sich für besser, dann helfen nur objektive Fakten und keine subjektive Meinungen.

In den deutschen Schulen lernt man wie man mit pro und contra argumentiert. Beste Beispiele sind die "Grünen"

In China lernt man, wie man eine Problemstellung wissenschaftlich löst.

Was mich richtig stört, ist, dass deustche Schüler / Studenten gern laut ihre Meinungen und Ansichten sagen, obwohl einer mit Hintergrundwissen sofort merkt, dass sie überhaupt keine Ahnung haben. Und sie sind auch nch stolz dass sie sich vor der Klasse profiliert haben. Das habe ich immer als abstossend empfunden.

übrigens, die chinesischen Mathe-Olympia-Siegern sind wahrscheinlich die jennigen, die die Berechnungen machen, mit den SHENZHOU 8,9,10, 11... und Change2,3,4.. ins All und zum Mond fliegen..
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von bossel »

Shenzhou hat geschrieben:übrigens, die chinesischen Mathe-Olympia-Siegern sind wahrscheinlich die jennigen, die die Berechnungen machen, mit den SHENZHOU 8,9,10, 11... und Change2,3,4.. ins All und zum Mond fliegen..
Du meinst, nur die Mathe-Olympiasieger bekommen die Erlaubnis, bei den russischen Spezialisten abzugucken? :mrgreen:
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Shenzhou »

bossel hat geschrieben:Du meinst, nur die Mathe-Olympiasieger bekommen die Erlaubnis, bei den russischen Spezialisten abzugucken? :mrgreen:
Genau, wenn es deinen Neid und seelisches Ungleichgewicht bisschen lindern kann :D :D
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Philipp
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Philipp »

Shenzhou hat geschrieben: Was mich richtig stört, ist, dass deustche Schüler / Studenten gern laut ihre Meinungen und Ansichten sagen, obwohl einer mit Hintergrundwissen sofort merkt, dass sie überhaupt keine Ahnung haben.


Wie gut, dass die chinesischen Studenten so für ihre auf Hintergrundwissen basierenden Vernunftargumente (und nicht für ihr fahnenschwenkendes Mobverhalten) bekannt sind.
http://danb.us/images/2008-04-27-torch/image_36.html
http://danb.us/images/2008-04-27-torch/image_38.html

Ich hab diesen Sommer ganz ähnliche Szenen während des Fackellaufs in China gesehen. Studenten wurden aus allen Stadtteilen mit Bussen angekarrt, alle rote Fahnen schwenkend und im Gleichschritt marschierend, der Anführer eines Pulks hat dann jeweils "中国!" gebrüllt und ein aufgebrachter Studentenmob hat anschließend im Chor brüllend "加油" erwidert. So sind sie durch die Innenstadt gezogen, ich schätze gut und gerne 100000 Studenten. Von dem zur Schau getragenen Hintergrundwissen des brüllenden Pöbels war ich überwältigt.

Ein weiterer Beitrag des chinesischen Bildungssystems ist das Militärtraining. Zu Semesterbeginn kann man an vielen chinesischen Unis in Tarnkleidung uniformierte Studenten sehen, die zu militärischer Propagandamusik auf und ab marschieren. Diese Studenten sind auf Grund ihres gewaltigen Hintergrundwissens und ihrer "Ahnung" dem Militarismus gegenüber dermaßen kritisch eingestellt, dass man sie später am Tag in ihrer Freizeit häufig noch in der gleichen Militärkleidung sehen kann.

Schließlich finde ich auch noch gut, dass von 100 chinesischen Studenten durchschnittlich 98 die gleichen Sprüche und Antworten zu einem jeweiligen Thema abgeben, immer ein sicheres Zeichen für viel Hintergrundwissen und nicht für einen indoktrinierten Mob.
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Yingxiong
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Yingxiong »

Philipp hat geschrieben: Schließlich finde ich auch noch gut, dass von 100 chinesischen Studenten durchschnittlich 98 die gleichen Sprüche und Antworten zu einem jeweiligen Thema abgeben, immer ein sicheres Zeichen für viel Hintergrundwissen und nicht für einen indoktrinierten Mob.
Genauso verhält es sich ja hier mit denjenigen, die gegen China hetzen. Du bist glaube ich auch schon der 98.
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von da hai »

Irgendwie scheint das Schulsystem in beiden Ländern nicht optimal zu sein. Das sieht man daran, wie solche Diskussionen immer abdriften. Von Diskussionkultur scheint das weit entfernt zu sein. Es ging hier doch um die positiven und negativen Aspekte zweier verschiedener Schulsysteme. Aber nee, anstelle anzuerkennen, das sowohl das eine als auch das andere System so seine Vor- und Nachteile hat, wird das hier wieder zu ner blödsinnigen Runde mit schwachsinnigen Vergleichen. Letztlich wird das wieder ne Grundsatzdisskusion a la West vs. Ost, wo jeder SEIN Schulsystem als das beste sehen will. Man kommt doch mal von solchem Quatsch weg.

PS: Diese "Vergleich"mentalität in Asien/China mag ich überhaupt nicht. Jeder Sch... muss an irgendwas gemessen werden. Mein Freund ist größer als deiner. Unsere Kultur ist älter als deine. Mein Haus ist größer als deins. Diese Definition der eigenen Existenz nur durch und an anderen. Das ist wirklich arm. Aber anscheinend scheint das auch hier Mode zu werden... :-(.
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von belrain »

Shenzou hat geschrieben: Das deutsche Schulsystem bringt Menschen mit solcher Argumentationslogik hervor! Respekt!
Ich habs vergessen - Chinesen verstehen keinen Spass wenn es um ihr Land geht, mein Fehler :mrgreen:
Shenzou hat geschrieben: Ich habe nicht mal lust dich deshalb auseinanderzunehmen, weil es zu naiv wird. Ein gewisses Niveau muss ich doch behalten.
Stimmt, wir wollen den Moderatoren auch nicht zuviel Arbeit machen.
Shenzou hat geschrieben: In China lernt man, wie man eine Problemstellung wissenschaftlich löst.
Ist mir, in meinem Bereich noch nicht aufgefallen.
Nun gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten zur Erklärung:
- Alle meine chinesischen Kollegen sind absolut nicht repräsentativ, da nur schlecht ausgebildete Chinesen in einem internationalen Unternehmen tätig sind, die gut ausgebildeten gehen zu einem chinesischen Unternehmen,
- Ich bin der totale Überflieger und hab soviel Wissen in mir das selbst die hochqualifizierten chinesischen Mitarbeiter mir nicht das Wasser reichen können,
- der Automotive-Bereich ist in China einfach nicht gut genug entwickelt um qualifiziertes Personal zu bekommen,
- unsere chinesischen Manager sind einfach nicht in der Lage qualifiziertes Personal zu finden,
- .....
Ich persönlich glaube keinem der genannten Punkte, sie würden aber erklären warum man nichtmal einfachste Analysen selbständig hinbekommt.

Statistiken sind wunderbare Spielzeuge für Leute, die sich und ihre Arbeit schönreden wollen. Nur ich muss nicht mit Statistiken sondern mit Hardware (Hochsicherheitsteilen) und deren Produzenten arbeiten. Und da zeigt sich leider die Kluft zwischen Statistik und Realität.

Das es sehr gute Wissenschaftler und Experten in China gibt bestreitet niemand. Das ist aber nicht der Regelfall, so wie du es gerne darstellen möchtest.
Aber keine Sorge, in Deutschland ist es auch nicht der Regelfall.
Shenzou hat geschrieben: Was mich richtig stört, ist, dass deustche Schüler / Studenten gern laut ihre Meinungen und Ansichten sagen, obwohl einer mit Hintergrundwissen sofort merkt, dass sie überhaupt keine Ahnung haben. Und sie sind auch nch stolz dass sie sich vor der Klasse profiliert haben. Das habe ich immer als abstossend empfunden.
Solche Leute wirst du überall finden - ausser in Ländern, die keine freie Meinung dulden. Und wenn jemand solchen Quatsch erzählt und man selbst in der Lage ist, dieses richtig zu stellen, hat man auch die Möglichkeit es zu tun. Es sei denn, man selbst ist dazu erzogen worden den Mund zu halten.
Shenzou hat geschrieben: übrigens, die chinesischen Mathe-Olympia-Siegern sind wahrscheinlich die jennigen, die die Berechnungen machen, mit den SHENZHOU 8,9,10, 11... und Change2,3,4.. ins All und zum Mond fliegen..
Das ist ja auch gut so. Stell dir mal vor, China müsste Ausländer engagieren die ihr Weltraumprogramm durchziehen - das wäre doch peinlich, zumindest in den Augen der chinesischen Bevölkerung.
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von belrain »

da hai hat geschrieben:Irgendwie scheint das Schulsystem in beiden Ländern nicht optimal zu sein.
Stimmt wohl. Aber: Gibt es ein optimales Schulsystem? Wie müsste das aussehen?
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Yingxiong »

Ich habe eins kreiert, aber bisher wollte es noch keiner umsetzen! :mrgreen:
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von otternase »

belrain hat geschrieben:
da hai hat geschrieben:Irgendwie scheint das Schulsystem in beiden Ländern nicht optimal zu sein.
Stimmt wohl. Aber: Gibt es ein optimales Schulsystem? Wie müsste das aussehen?
es müssten nur beide voneinander lernen und das jeweils Gute übernehmen und das Schlechte entsorgen. Aber wie man in der Diskussion hier und an anderer Stelle sieht, verhindern Selbstüberschätzung und Nationalstolz diesen sinnvollen Weg...

Bevor man ein Problem lösen kann, muss man es ja erstmal als Problem erkennen, und da scheinen die Verantwortlichen in D wie in CN noch weit von weg zu sein...
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von domasla »

Yingxiong, erzähl!

Gibt es Anregungen aus dem deutschen oder chinesischen Schulsystem?

D., der hofft, dass jetzt nach da hais Beitrag mal diskutiert wird.
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Yingxiong »

Aus keinem von beiden.

Kinder haben unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten, Lernvoraussetzungen und Lernbedingungen. Diesen müssten in einem guten Schulsystem Rechnung getragen werden.

Bsp.: Wir haben in einer Klasse 3 Schüler: Umut, Urs und Jonas. Umut ist türkischer Abstammung. Von seiner Intelligenz genauso wie Urs, hat aber vor der Schule bzw. vor dem Kindergarten nur türkisch gesprochen. In der ersten Klasse versteht er daher manche Dinge nicht, die grundlegend für spätere schulische Leistungen sind. Er müsste also viel mehr lernen als Urs, um die gleiche Leistung zu bringen, da er ja auch noch alle Infos türkisch abspeichern muss. Da Urs aber nach 30-60min mit den Hausaufgaben fertig ist, möchte er auch mit Lernen aufhören und zum Fussballspielen gehen. Somit wird die Schere immer grösser, da er gegenüber Urs ein Lerndefizit hat.
Jonas dagegen braucht fast nichts zu tun. Er passt in der Schule auf und aufgrund seiner Intelligenz merkt er sich alles sofort; kein Vokabellernen, keine Rechenformeln, ... und heimatkundliche Aspekte merkt er sich schon im Unterricht. Wozu also lernen?

Diese 3 Schüler bilden den Durchschnitt unserer Schulklassen. Für denselben Schulstoff benötigt Umut 4 Jahre, Urs 3 Jahre und Jonas 2 Jahre, wenn sie alle den gleichen Lernaufwand mitbringen. Dem müsste ein Schulsystem in den ersten 3 Jahre Rechnung tragen.

Der Lehrstoff eines Schulabschnittes von 3 Jahren (Durchschnittsschüler) kann von anderen Schülern in 4 Jahren (Umut) oder in 2 Jahren (Jonas) absolviert werden. Das Level 1 wird also von allen erreicht, nur zu einem anderen Zeitpunkt. Nach Erreichung des L1 kann ein Wechsel in eine andere Niveaugruppe erfolgen.
Dasselbe gilt für den zweiten Block bis Level 2. Auch hier kann nach Erreichen des L2 ein Wechsel erfolgen.

Beim Wechsel nach dem Erreichen der Levelstufen entsteht kein Defizit, da derselbe Lehrstoff vermittelt wurde. Begabte, die bisher eine Klasse übersprungen haben, verlieren dadurch keinen Stoff. Schüler wie Umut, die am Anfang ein Defizit haben, können später problemlos in eine andere Stufe einsteigen.
Für Hochbegabte könnte an einer zentralen Schule noch eine schnellere Gruppe gebildet werden.
Entscheidend: Jeder soll das Lernen lernen. Jeder soll also lernen, dass er sich anstrengen muss, um etwas zu erreichen. Er darf aber auch nicht überfordert sein beim Lernen.

Wichtig ist natürlich auch, dass die Klassen etwas kleiner sind. 15-20 Schüler pro Klasse sollte das Maximum sein.
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