Ein guter Ehemann

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Sleepy
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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Sleepy » 07.10.2008, 09:45

belrain hat geschrieben:Möchte nicht zu intim werden, aber ich hoffe nicht vor den Verwandten, Freunden oder in der Öffentlichkeit. Auch wenn sich China mehr und mehr öffnet wird das noch nicht überall gern gesehen oder akzeptiert.
Ich hoffe innerlich, dass keiner der Verwandten das gesehen hat. Die Tante die wir besucht haben, hat uns allerdings Haendchen halten gesehen (ist mir allerdings auch eher positiv gegenueber eingestellt).
Allerdings - unabhaengig davon ob sie es jetzt gesehen haben (eine der Arbeiterinnen fuer ihre Cousine hat uns jedenfalls gesehen) - so war uns wohl deutlich anzusehen, dass wir mehr tun als nur reden...
belrain hat geschrieben:Das glaube ich eher nicht. Denn auch wenn sie Chinesisn ist und 22 kann sie sich in der Stadt frei bewegen. Natürlich muss sie zu bestimmten Zeitpunkten zu Hause sein etc, aber sich "heimlich" treffen ist nicht wirklich ungewöhnlich - vor Allem, wenn man sich kaum kennt. Und die Sicherheit, dass du nichts "falsches" mit ihr anstellst ist allein dadurch gegeben, dass ihr euch in öffentlichen Orten bewegt.
Naja, wir haben uns schon etwas unartig benommen fuer chinesische Verhaeltnisse...
belrain hat geschrieben:Ja, das weisst du - aber woher sollen es die Verwandten wissen?
Das ist genau der Punkt. Meine Freundin mag ihnen einiges erzaehlt haben, aber sie halten sie fuer naiv, mir das zu glauben. Und da ich kein chinesisch kann, weiss ich natuerlich auch nicht, wie ich es haette den Verwandten sagen koennen.
Koennte es eine gute Idee sein, nachtraeglich einen Brief zu schreiben, in dem ich einiges erklaere (die Adresse von dem Ehemann ihrer Cousine habe ich) - natuerlich auf Chinesisch (mit Hilfe...)?
belrain hat geschrieben:Wie gesagt, wenn du vor den Verwandten zu offensichtlich agiert hast - Händchen halten, anfassen, küssen etc. bist du "mit der Tür ins Haus gefallen" und hast den Eindruck hinterlassen, "nur das Eine zu wollen".
Das ist wahrscheinlich auch der Fall. Sonst kann ich es mir nicht erklaeren, dass es zum Schluss so dramatisch wurde.
Hoffentlich habe ich nicht alles kaputt gemacht. (Wobei sie mich gefragt hat, ob ich sie kuesse...)
belrain hat geschrieben:Nur so nebenbei - eine Heirat wäre kein Grund das Studium abzubrechen, oder? :wink:
Den Wink mit dem Zaunpfahl verstehe ich grade nicht ganz. Heisst das, ein Heiratsverprechen gegenueber ihren Verwandten koennte die Situation aufloesen?
Ich denke, ich soll nichts ueberstuerzen...
belrain hat geschrieben:Dann empfehle ich dir unseren "Buchthread". Dort sind einige sinnvolle Bücher aufgeführt die dir einen etwas besseren Überblick verschaffen, "was in China so abgeht" :wink:
Habe so einiges an Nachholbedarf. Werde ich mir anschauen. Danke.
belrain hat geschrieben:Auch dieses überhasstete hinfliegen hat wahrscheinlich zu den schlechten Gedanken dir gegenüber geführt. Wenn sie sich besser hätten vorbereiten können, wäre die Situation sicherlich leichter gewesen - für euch alle. Du darfst nicht vergessen, du bist ein Ausländer und die Familie kennt wahrscheinlich keinen Ausländer persönlich und hat auch sonst keinen Kontakt zum Ausland - ausser vielleicht durch ihr Reisebüro - oder machen sie nur Innlandsreisen?
Naja, wie gesagt, der Ehemann ihrer Cousine war schon im Ausland.
Und sie kennen wohl ein paar Beispiele an gescheiterten Ehen zwischen Chinesinnen und Auslaendern.
Ich verstehe ja die Ganze Aufregung ihrer Verwandten auch, weiss nur nicht so genau, was ich dagegen machen kann.
belrain hat geschrieben:Gehälter in China sind deutlich geringer als bei uns. Selbst ein Harz IV Empfänger in Deutschland hat ein höheres "Einkommen" als die meisten chinesischen Arbeiter - allerdings sind die Lebenshaltungskosten in China auch geringer (meistens jedenfalls).
Ja, schon klar. Aber ich als Auslaender werde wahrscheinlich auch nicht nach chinesischen Massstaeben gemessen.
belrain hat geschrieben:Wenn deine Freundin bzw. die Familie nicht vermögend ist und auch noch nicht wirklich offen, wirst du um die "Hard Facts" nicht herumkommen. Auch heute noch werden viele Beziehungen in China ausschlisslich aufgrund eben dieser Fakten geschlossen. Aber auch da gibt es mittlerweile viele, bei denen es echte Gefühle sind.
Naja, ich koennte ja beides bieten... Mir glaubt nur keiner.
Mir fehlt eigentlich nur der beste Weg, diese Fakten ihren Verwandten zu uebermitteln. Wenn diese gefragt sind, so will ich mich nicht verstecken.
Yingxiong hat geschrieben:Auch ein paar Worte von mir:

1. Die Freundin ist noch sehr jung. Daher ist es wichtig, alles langsam angehen zu lassen. Sie soll auch wissen, dass du es als notwendig ansiehst, dass sie zuerst ihr Studium absolvieren soll, bevor man an heiraten denken kann. (Was studiert sie?)
Englisch. Auf einer Schule fuer Lehrer. Dass ich es wichtig finde, dass sie ihr Studium erfolgreich durchfuehren zuendebringen soll, habe ich mehrfach betont. Aber eben nur ihr gegenueber. Und ihren Verwandten gegenueber kommen alle Beschwoerungen meinerseits wohl nur wie Ueberredungsversuche vor, um mit ihr ein bischen Spass zu haben...
Yingxiong hat geschrieben: 2. Evtl. sie und ein Familienmitglied mal nach Deutschland einladen. Du musst natürlich für beide bezahlen. (Hat bei meiner Schwiegermutter die Hemmschwelle, ihre Tochter an einen Ausländer zu "geben", eliminiert.)
Das scheint mir in der Tat eine gute Idee. Sie alleine einzuladen, waere unmoeglich, aber mit einem Familienmitglied... (auch wenn mir das Bezahlen nun nicht so eben locker von der Tasche ginge...)
Yingxiong hat geschrieben:3. Gibt es noch andere Chinesinnen an ihrem Studienort, die mit Deutschen liiert sind? Vielleicht kann sie da Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen.
Wenn ich richtig informiert bin, so sind der Familie wohl nur negative Erfahrungen bekannt. Meine Freundin kennt aber wohl entfernt jemanden, die mit einem deutschen verheiratet ist.

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Sleepy » 07.10.2008, 10:00

Auch danke an Torte fuer die Worte.

Ja, ich werde es ruhig angehen lassen und mich beruhigen. Ist im Moment verdammt schwer, insb. da ich noch in Shanghai im Hostel sitze, also irgendwie noch mittendrin, und verdammt viel Zeit habe. (Das Gefuehl ist, dass die Reise zuende ist, mein Flieger geht aber erst in ein paar Tagen.)

Uebrigens bin ich ueber otternases Worte in einem anderen Thread gestolpert:
otternase hat geschrieben:gerade bei solchen Entscheidungen, die Dein Leben sehr grundlegend beeinflussen werden, mit denen Du lange leben musst, wo aber Informationen fehlen und der weitere Verlauf der klassischen Definition von "chaotisch" entspricht (also möglicherweise deterministisch, aber bei nur kleinen Änderungen der Randbedingungen ganz anderes Ergebnis) hat es sich meiner Meinung nach bewährt, Entscheidungen nicht analytisch zu generieren oder auf den Rat Dritter zu hören, sondern diese aus dem Bauch heraus zu treffen. Das führt nicht zwingend zu der "besseren" Wahl, aber idR zu der Wahl, mit der Du langfristig glücklicher sein wirst und, sollte sie sich als falsch herausstellen, die Du besser vor Dir selbst rechtfertigen kannst.
um dieses Bauchgefühl herauszufinden, brauchst Du vmtl. etwas Zeit und Ruhe, unter Stress geht das nicht. Wie Du diese Situation am Besten herstellst, bleibt Dir überlassen, bei mir haben sich Harzwanderungen ab 20km Länge ohne Mitwanderer als entscheidungsfördernd erwiesen, bei Dir kann das etwas anderes sein.
Auf meiner ersten China-Reise hatte ich verdammt viel Zeit nachzudenken. Insbesondere was meine alte Beziehung und meinen aktuellen Job angeht. Und auch hier hatte ich einiges an Zeit. Und gerade mein Bauch sagt mir verdammt deutlich, dass ich diesen Weg gehen muss. Deswegen bin ich mir ja so verdammt sicher. Die Trennung von meiner Freundin war der erste Schritt. Die Reise hierher der zweite. Ein Job in China und Chinesisch zu lernen waere dann der dritte...

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von belrain » 07.10.2008, 10:10

Sleepy hat geschrieben: Allerdings - unabhaengig davon ob sie es jetzt gesehen haben (eine der Arbeiterinnen fuer ihre Cousine hat uns jedenfalls gesehen) - so war uns wohl deutlich anzusehen, dass wir mehr tun als nur reden...
Hier ist das erste Problem. Chinesen "tratschen" gern über solche Dinge. Dadurch verliert ihre Cousine vor ihren Arbeiterinnen an Gesicht - klarer Minuspunkt für dich, sorry.
Sleepy hat geschrieben: Naja, wir haben uns schon etwas unartig benommen fuer chinesische Verhaeltnisse...
Siehe oben. Wenn man euch gesehen hat und man sie oder ihre Familie kennt, wird darüber gnadenlos getratscht. Gesichtsverlust der gesamten Familie - vor Allem, wenn sie euch noch keinen "Segen" gegeben haben.
Sleepy hat geschrieben: Das ist genau der Punkt. Meine Freundin mag ihnen einiges erzaehlt haben, aber sie halten sie fuer naiv, mir das zu glauben. Und da ich kein chinesisch kann, weiss ich natuerlich auch nicht, wie ich es haette den Verwandten sagen koennen.
Koennte es eine gute Idee sein, nachtraeglich einen Brief zu schreiben, in dem ich einiges erklaere (die Adresse von dem Ehemann ihrer Cousine habe ich) - natuerlich auf Chinesisch (mit Hilfe...)?
Denke ich nicht. Wenn sie schon dem eigenen Familienmitglied nicht glauben, warum dann einem Übersetzer. Es wird wahrscheinlich eher als Zeichen von Schwäche ausgelegt. Ausserdem ist es nicht üblich mit anderen über die Gefühle zu einer bestimmten Person zu sprechen.
Versuche stattdessen mit ihm Kontakt zu knüpfen und ihn um Hilfe zu bitten, dich als Ausländer in China "richtig" zu verhalten. Aber nicht bezogen auf deine Freundin sondern allgemein. Zeige ihnen, dass du dich für chinesische Geschichte, Traditionen und Mentalität interessierst. Das kann zumindest Pluspunkte einbringen und hilft dir, die Familie besser zu verstehen.
Sleepy hat geschrieben: Hoffentlich habe ich nicht alles kaputt gemacht. (Wobei sie mich gefragt hat, ob ich sie kuesse...)
Schwer zu sagen - aber auch in China ist der erste Eindruck der Wichtigste. Und wenn sie dich gefragt hat sie zu küssen ist das ja alles schön, aber rein objektiv betrachtet hast du dich in einem fremden Land falsch verhalten - auch wenn du nichts dafür kannst.
Sleepy hat geschrieben: Den Wink mit dem Zaunpfahl verstehe ich grade nicht ganz. Heisst das, ein Heiratsverprechen gegenueber ihren Verwandten koennte die Situation aufloesen?
Ich denke, ich soll nichts ueberstuerzen...
Sollte keine Aufforderung sein sofort zu heiraten. Aber du solltest dir im Klaren sein, je länger du mit ihr zusammen bist desto mehr wird erwartet, dass du sie heiratest. Beginnt meist ab einem Jahr des Zusammenseins. Ich gehe davon aus, dass sie noch länger als ein Jahr studiert.
Sleepy hat geschrieben: Und sie kennen wohl ein paar Beispiele an gescheiterten Ehen zwischen Chinesinnen und Auslaendern.
Das macht die ganze Sache nur schwerer. Auch wenn hier immer wieder viele schreiben, man soll nichts verallgemeinern, aber für ihre Familie bist du wohl nur eine Langnase wie jede Andere - also nicht gut für eine Ehe.
Sleepy hat geschrieben: Ich verstehe ja die Ganze Aufregung ihrer Verwandten auch, weiss nur nicht so genau, was ich dagegen machen kann.
Erster Schritt - Vertrauen gewinnen. Also Interesse für Kultur, Sprache etc. zeigen. Und viel Zeit investieren.
Zweiter Schritt - die Freundin nach Deutschland einladen. Evtl. mit Familie (Vater und Mutter). Und wenn sie hier sind die Rechnungen natürlich immer selbst bezahlen. :wink:
Das Leben ist schön

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Sleepy » 07.10.2008, 10:45

belrain hat geschrieben:Hier ist das erste Problem. Chinesen "tratschen" gern über solche Dinge. Dadurch verliert ihre Cousine vor ihren Arbeiterinnen an Gesicht - klarer Minuspunkt für dich, sorry.
Naja, sie hatte versprochen, dichtzuhalten. Insbesondere wird sie von der Tante, die so gegen unsere Beziehung ist, wohl auch nicht so gut behandelt.
belrain hat geschrieben:Siehe oben. Wenn man euch gesehen hat und man sie oder ihre Familie kennt, wird darüber gnadenlos getratscht. Gesichtsverlust der gesamten Familie - vor Allem, wenn sie euch noch keinen "Segen" gegeben haben.
Ja, man hat uns gesehen; vielleicht niemand, der die Familie kennt, aber man hat uns in der Oeffentlichkeit "danebenbenehmen" gesehen.
Scheint so, als haette ich tatsaechlich irreparabel alles kaputt gemacht.
belrain hat geschrieben:Denke ich nicht. Wenn sie schon dem eigenen Familienmitglied nicht glauben, warum dann einem Übersetzer. Es wird wahrscheinlich eher als Zeichen von Schwäche ausgelegt. Ausserdem ist es nicht üblich mit anderen über die Gefühle zu einer bestimmten Person zu sprechen.
Versuche stattdessen mit ihm Kontakt zu knüpfen und ihn um Hilfe zu bitten, dich als Ausländer in China "richtig" zu verhalten. Aber nicht bezogen auf deine Freundin sondern allgemein. Zeige ihnen, dass du dich für chinesische Geschichte, Traditionen und Mentalität interessierst. Das kann zumindest Pluspunkte einbringen und hilft dir, die Familie besser zu verstehen.
Naja, da muesste ich genauso einen Uebersetzer bemuehen. Ist aber wohl keine schlechte Idee.
belrain hat geschrieben:Schwer zu sagen - aber auch in China ist der erste Eindruck der Wichtigste. Und wenn sie dich gefragt hat sie zu küssen ist das ja alles schön, aber rein objektiv betrachtet hast du dich in einem fremden Land falsch verhalten - auch wenn du nichts dafür kannst.
Ich frage mich, warum ich mich nicht beherrschen konnte. Dabei hatte ich sogar versprochen, nur als normaler Freund vorbeizuschauen.
belrain hat geschrieben:Sollte keine Aufforderung sein sofort zu heiraten. Aber du solltest dir im Klaren sein, je länger du mit ihr zusammen bist desto mehr wird erwartet, dass du sie heiratest. Beginnt meist ab einem Jahr des Zusammenseins. Ich gehe davon aus, dass sie noch länger als ein Jahr studiert.
Ja, noch eineinhalb Jahre. Und ich wuerde sie ja sogar gerne heiraten... (aus meiner Sicht jetzt). Im Moment habe ich aber eher das Gefuehl, alles kaputt gemacht zu haben, anstatt befuerchten zu muessen, zu einer Hochzeit "gedraengelt" zu werden.
belrain hat geschrieben:Erster Schritt - Vertrauen gewinnen. Also Interesse für Kultur, Sprache etc. zeigen. Und viel Zeit investieren.
Zweiter Schritt - die Freundin nach Deutschland einladen. Evtl. mit Familie (Vater und Mutter). Und wenn sie hier sind die Rechnungen natürlich immer selbst bezahlen. :wink:
Punkt eins sowieso. Dazu muss man mich nicht auffordern. Das Interesse ist ja da. Die Frage ist ja nur, wie ich den Verwandten dies ueber die Entfernung deutlich machen kann.

Wann waere der richtige Zeitpunkt, eine solche Einladung auszusprechen? Im Moment wohl kaum, oder?

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Cromson » 07.10.2008, 11:07

Na nun aber, lass dich mal nicht so haengen. :wink:
Entweder um die Beziehung kaempfen, oder aber gleich einen Schlussstrich ziehen.
Doch so wie du dich hier praesentierst wird es wohl die erste Variante werden.
Aber bitte, auch wenn hier in China vieles anders zu sein scheint und auch ist, lass dich nicht verarschen bzw. ausnehmen!
Oftmals werden bei einer Langnase doch gern "traditionelle" Riten ausgepackt, die vorher ueberhaupt keine grosse Rolle im Leben der Familie gespielt haben.

Im Uebrigen kenne ich einige Chinesen, die ihr Gesicht schon so oft verloren haben das sie gar keins mehr haben duerften. :lol:

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von da hai » 07.10.2008, 11:48

belrain hat geschrieben:
Etwas, was ich im Leben nicht verstehe und wohl auch nicht mehr begreifen werde. Wie kann man per E-Mail Gefühle füreinander entwickeln? Gefühle entstehen durch Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken etc.
Natürlich können einen Texte emotional berühren, passiert mir auch hin und wieder, aber Gefühle oder gar echte Liebe kann sich nicht durch Texte allein entwickeln.
Naja, uns gesehen und kurz miteinander gesprochen hatten wir vor dem Email-Austausch.
Und Riechen, Fuehlen, Schmecken haben wir letzte Woche nachgeholt...
Aber du hattest doch geschrieben dass ihr beim eMail schreiben Gefühle entwickelt habt. Das war ja dann auch der Grund warum du nochmal nach China geflogen bist. Letztlich habt ihr euch nur kurz vorher gesehen. Sorry, aber das klingt für mich eher nach ner "typischen" Teeny-Love-Story. Zumindest von der Verhaltensweise. Das zeigt sich m.E. auch an dem was du schreibst. Du machst dir ständig Sorgen alles kaputt gemacht zu haben - ja aber bisher ist doch da noch gar nicht wirklich etwas.

Die Frage die du dir stellen solltest ist, was du eigentlich willst - ohne wenn und aber. Du schreibst davon wie du dich anpassen willst, wie du dieses und jenes machen möchtest. Willst du das denn überhaupt? Und was willst du eigentlich? Möchtest du eine Beziehung führen, in der es schon am Anfang übers Heiraten, Hausbau etc. geht? Möchtest du eine Beziehung führen mit nem Menschen den du nicht kennst und den du vermutlich in den nächsten Jahren nicht wirklich kennenlernen wirst? Möchtest du eine Beziehung mit jemanden führen, den du vielleicht mal für ein paar Wochen im Jahr sehen kannst und das auf nen langen Zeitraum bezogen? Möchtest du eine rein platonische Beziehung führen (vielleicht für 3-5 Jahre)? Möchtest du einen fast noch Teenager als Freundin haben?

Auch wenn vieles noch sehr traditionell ist, gehört sie ja zur neuen offenen Generation auch bzgl. Beziehung. Viele Frauen haben heute schon, im Gegensatz zu früher, mehr als nur einen Partner gehabt. Letztlich muss man ja Erfahrungen sammeln und ausprobieren - was auch zu ner normalen Entwicklung dazugehört. Das gilt ja auch für sie. Ich denke in dem Alter hat man im Vergleich zu dem deinigem schon andere Vorstellungen. Vielleicht bist auch du nur ein Spielball ihrer eigenen Entwicklung, was in ihrem Alter auch normal ist.

Du hast von deinem Veränderungsprozess gesprochen und ich denke vielleicht solltest du deine eigene Situation überdenken. Du willst dein Leben verändern, etwas anderes tun. Ich finde das gut. Aber vielleicht bringst du in deinem Enthusiasmus, in deinem Drang, etwas neues zu machen ein paar Dinge durcheinander. Du sprichst hier viel zu schnell von Liebe. Wie schon weiter oben geschrieben, solltest du dich fragen, was du eigentlich selbst willst. Eine Luftveränderung - ok. Tu es! Einen neuen Job - ok. Tu es! Und dann schaue weiter. Aber dich jetzt, wo du dich gerade selbst ändern, wo du einen neuen Weg einschlagen willst, dich gleich wieder Restriktionen zu unterwerfen, die doch genau das was du eigentlich machen möchtest, nämlich dich verändern, einschränken, finde ich nicht gerade sinnvoll. Wenn es dein Wunsch ist wirklich in China zu arbeiten, dann mach das einfach - aber nicht wegen einer Beziehung die gar keine ist.

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von OlafSt » 07.10.2008, 11:49

Nach allem, was ich bisher so gelesen habe, hast du erstmal einen schlechten Eindruck gemacht - nämlich den, "nur die schnelle Nummer zu suchen". Okay, das ist ziemlich blöd gelaufen, aber nicht mehr zu ändern.

Dein Job sollte es nun sein, das wieder umzudrehen. Lerne mehr über China, seine Mentalität und seine Geschichte und vor allem: Lerne die Sprache. Zum einen bricht es schneller das Eis, wenn man (auch wenn es nur ein paar Brocken sind) die Leute in ihrer Sprache begrüßt und vielleicht ein, zwei Fragen beantworten kann. Zum zweiten zeigt es der Verwandschaft, das es dir wohl doch ernst ist mit der angebeteten. Ich habe mal aufgeschnappt, das die Chinesen ihre Sprache und Schrift für Nicht-Chinesen für völlig unerlernbar halten. Es trotzdem zu versuchen und dabei womöglich auch noch Erfolg zu haben, macht Eindruck. Zum dritten lernt man über die Sprache unglaublich schnell unglaublich viel über das Land und seine Kultur. Zum vierten: Wenn du ohnehin eventuell in China bleiben möchtest, gehören Sprachkenntnisse IMHO ohne lange Überlegung dazu.

Also: Kopf hoch und nicht gleich die Nummer mit der Flinte und dem Korn abziehen.

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von ingo_001 » 07.10.2008, 12:09

Wie mein Vorredner schon gesagt hat:

ECHTES INTERESS für China (Kultur, Menschen, Geschichte ect,) - DAS ist das "A und O" kurz: AM ALLERWICHTIGSTEN.

Solltest Du eine zweite Chance bekommen den ersten (fatalen) Eindruck zu korrigieren, denn Du zweifellos bei der Familie hinterlassen hast, dann nur über DIESEN WEG.
Und da das sehr zeitaufwendig ist, solltest Du Dir VORHER wirklich darüber im Klaren sein, was DU willst.

Wobei ich mich noch immer Frage: Welche Intention hat Deine Freundin?
Aber das hatte ich ja schon mal angesprochen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Sleepy » 07.10.2008, 13:35

Ich habe ein echtes Interesse and Land und Kultur - und Sprache. Nicht erst, seit ich sie getroffen habe. In der Tat fasziniert mich Asien schon lange, bis zu meiner ersten China-Reise hatte ich dieses Interesse aber komplett auf Japan projeziert. (Habe mit 10 Jahren Judo angefangen, auch wenn ich es jetzt nicht mehr mache, auch Kendo und ein ganz bischen Aikido; einige Zeit recht intensiv Japanisch gelernt (bis zum JLPT4 - nicht viel, aber immerhin wesentlich schneller als die meisten anderen geschafft); die Kultur hat mich auch sehr fasziniert, auch wenn ich zugegebenermassen nicht sooo viel angelesen habe, aber Sprache transportiert ja auch viel Kultur.)
Ich war noch nie in Japan, aber meine Chinareise hat mich sehr bewegt (ja, auch bevor ich sie getroffen habe), und mein Interesse ist nahezu komplett von Japan auf China uebergesprungen. Leider kann ich im Nachhinein nicht mehr so genau sagen, wann sich der Gedanke "hier koenntest Du leben und arbeiten" entwickelt hat (bevor oder nachdem ich sie getroffen habe).

Den fatalen Eindruck, nur das eine zu wollen, muss ich wohl auch bei ihr hinterlassen haben, wie mein Email-Wechsel mit ihr eben zeigte. Sie sagt zwar, dass sie meinen Beteuerungen, dass dies nicht so sei, glaubt, tut dies aber wohl nur sehr halbherzig.

Ich sollte wohl vorallem aufhoeren, mit ihr diese Dinge zu diskutieren, und Dinge in die Tat umsetzen. Und einfach mehr Geduld (insbesondere mit mir selbst) haben.

Zum Thema, was ich will:
Ich will nach China. Dieses Land hat mich gefangengenommen und ich moechte mein Leben hierher verschieben (ob fuer immer, kann ich nicht so recht sagen, aber ich will jetzt auch noch nicht mein Leben in 20 Jahren durchplanen). Ich will hier arbeiten, ich will hier Leben und die chinesische Lebensweise verstehen und (zumindest teilweise) fuer mich zum Lebensmotto machen.
Und ich will natuerlich eine Zukunft mit ihr.

Was sie will? Ich hoffe, sie will auch eine Zukunft mit mir. Sicherlich gefaellt ihr der Gedanke, damit auch etwas aus ihrem normalen Leben auszubrechen. Was ich nicht glaube, ist, dass sie einfach aus China weg will. Und ich glaube auch nicht, dass sie bloss hinter meinem Geld hinterher ist.
Natuerlich kann ich mich da taeuschen...

Wir brauchen einfach Zeit und ich muss diese Zeit nutzen, Dinge in die Tat umzusetzen.

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Dennis (CDS) » 07.10.2008, 13:45

Sleepy hat geschrieben:Zum Thema, was ich will:
Ich will nach China. Dieses Land hat mich gefangengenommen und ich moechte mein Leben hierher verschieben (ob fuer immer, kann ich nicht so recht sagen, aber ich will jetzt auch noch nicht mein Leben in 20 Jahren durchplanen). Ich will hier arbeiten, ich will hier Leben und die chinesische Lebensweise verstehen und (zumindest teilweise) fuer mich zum Lebensmotto machen.
Wie sieht dein Plan dafür aus und welche Möglichkeiten hättest du, falls es nicht klappen sollte?

Dennis, der oben einfach China durch Taiwan ersetzen muss und behaupten kann es genau so durchgezogen zu haben. :wink:

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von belrain » 07.10.2008, 14:13

Sleepy hat geschrieben: Zum Thema, was ich will:
Ich will nach China. Dieses Land hat mich gefangengenommen und ich moechte mein Leben hierher verschieben (ob fuer immer, kann ich nicht so recht sagen, aber ich will jetzt auch noch nicht mein Leben in 20 Jahren durchplanen). Ich will hier arbeiten, ich will hier Leben und die chinesische Lebensweise verstehen und (zumindest teilweise) fuer mich zum Lebensmotto machen.
Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten dafür:

1. Alles zu Hause aufgeben und nach China gehen. Haben schon einige getan - davon haben auch sicher einige es bereut und andere sind glücklich geworden. Da ich nicht weiss, was du beruflich machst kann ich auch nicht abschätzen ob du damit in China weiterkommst oder nicht - obwohl ich nicht sicher bin ob ich es könnte wenn ich deinen Beruf kennen würde :wink:

2. Einen Arbeitgeber in Deutschland suchen der dich nach China entsendet. Hat den Vorteil das du relativ entspannt an das Abenteuer China gehen kannst - in der Regel hat so ein Vertrag eine Rückkehrgarantie. Dieser Weg ist sicherer als der erste aber auch langwieriger.

Was die Geschichte von Dennis angeht musst du etwas vorsichtig sein, auch wenn Taiwan zu China gehört ist die Entwicklung und die Mentalität dort anders als in Mainland.
Das Leben ist schön

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von Sleepy » 07.10.2008, 14:23

Dennis (CDS) hat geschrieben:Wie sieht dein Plan dafür aus und welche Möglichkeiten hättest du, falls es nicht klappen sollte?
Naja, der Plan muss noch konkrete Formen annehmen. Zunaechst ueber das Internet auf Stellensuche in China gehen. Worueber ich mir noch klar werden muss, ob ich krampfhaft versuche, eine Arbeit in Chongqing zu bekommen, oder ob mir "irgendwo in China" zunaechst reicht.
Falls eine Jobsuche in diesem Sinne erfolglos bleibt (IT-Bereich) so koennte ich versuchen, zunaechst einmal als Sprachlehrer (deutsch / englisch) (oder vielleicht auch Mathematik-Dozent, falls an Unis auch in englisch gelehrt wird) an einer Sprachenschule oder Universitaet in Chongqing unterzukommen, um ueberhaupt erst einmal Kontakte und Respekt aufzubauen und mich schon einmal auf Land und Leute einzulassen.
Falls das auch nicht klappt: Keine Ahnung, darueber denke ich dann nach.

So wirklich sind mir Details auch noch nicht klar, aber das ist genau das, worauf ich mich ab nun konzentrieren werde.
Dennis (CDS) hat geschrieben:Dennis, der oben einfach China durch Taiwan ersetzen muss und behaupten kann es genau so durchgezogen zu haben. :wink:
Das ist schoen. Hier sind ja so einige, die das, was ich noch vor mir habe, schon hinter sich haben. Gibt Mut.
belrain hat geschrieben:Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten dafür:

1. Alles zu Hause aufgeben und nach China gehen. Haben schon einige getan - davon haben auch sicher einige es bereut und andere sind glücklich geworden. Da ich nicht weiss, was du beruflich machst kann ich auch nicht abschätzen ob du damit in China weiterkommst oder nicht - obwohl ich nicht sicher bin ob ich es könnte wenn ich deinen Beruf kennen würde :wink:
Im Moment arbeite ich in einem IT-Projekt (Identitaetsmanagement) als wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Hochschule; teils Entwicklung, teils Projektmanagement (und teils Administration). Habe aber auch einen starken J2EE-Hintergrund. Zudem Promotion in Mathematik.

Alles zu Hause aufgeben fiele mir im Moment nicht schwer...
belrain hat geschrieben:2. Einen Arbeitgeber in Deutschland suchen der dich nach China entsendet. Hat den Vorteil das du relativ entspannt an das Abenteuer China gehen kannst - in der Regel hat so ein Vertrag eine Rückkehrgarantie. Dieser Weg ist sicherer als der erste aber auch langwieriger.
Waere sicherlich erstmal die bessere Variante.

Ich denke, ich werde beide Dinge parallel probieren, erstmal mit Schwerpunkt auf der zweiten Variante.
belrain hat geschrieben:Was die Geschichte von Dennis angeht musst du etwas vorsichtig sein, auch wenn Taiwan zu China gehört ist die Entwicklung und die Mentalität dort anders als in Mainland.
Yo, auch Shanghai und Chongqing scheinen mir schon recht unterschiedlich...

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von otternase » 07.10.2008, 14:32

Nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich jetzt folgendes schreibe, ich kenne Euch beide nicht, kann daher total falsch liegen, nur so eine Spekulation ohne echte Grundlage:

bei Dir hört sich für mich einiges an wie Mid-Life-Crises, jetzt willst Du nochmal beweisen, was Du alles kannst, dass der Frühling des Lebens noch nicht vorbei ist, neue Freundin, neuer Job, neuer Wohnort (neues Land), neue Herausforderungen
für sowas bist Du mit 35 Jahren eigentlich noch zu jung, aber irgendwie klingt das manchmal so durch

bei Deiner Freundin hört sich einiges wie pubertierendes Gehabe an: mal die Familie mit einer Langnase schocken, in der Öffentlichkeit Knutschen, den Status bei den Freundinnen mit einem älteren und vmtl. auch nicht ganz unspendablen ausländischen Freund aufpolieren. Du weisst ja inzwischen schon, dass Knutschen und Langnase bei der Familie durchaus soviel Shockingpotential haben wie in D ein Irokesenschnitt und eine Ratte auf der Schulter...
für sowas ist Deine Freundin mit 22 Jahren eigentlich schon zu alt, aber manchmal klingt eben auch das durch

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von da hai » 07.10.2008, 14:34

belrain hat geschrieben:
Sleepy hat geschrieben: Zum Thema, was ich will:
Ich will nach China. Dieses Land hat mich gefangengenommen und ich moechte mein Leben hierher verschieben (ob fuer immer, kann ich nicht so recht sagen, aber ich will jetzt auch noch nicht mein Leben in 20 Jahren durchplanen). Ich will hier arbeiten, ich will hier Leben und die chinesische Lebensweise verstehen und (zumindest teilweise) fuer mich zum Lebensmotto machen.
Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten dafür:

1. Alles zu Hause aufgeben und nach China gehen. Haben schon einige getan - davon haben auch sicher einige es bereut und andere sind glücklich geworden. Da ich nicht weiss, was du beruflich machst kann ich auch nicht abschätzen ob du damit in China weiterkommst oder nicht - obwohl ich nicht sicher bin ob ich es könnte wenn ich deinen Beruf kennen würde :wink:

2. Einen Arbeitgeber in Deutschland suchen der dich nach China entsendet. Hat den Vorteil das du relativ entspannt an das Abenteuer China gehen kannst - in der Regel hat so ein Vertrag eine Rückkehrgarantie. Dieser Weg ist sicherer als der erste aber auch langwieriger.

Was die Geschichte von Dennis angeht musst du etwas vorsichtig sein, auch wenn Taiwan zu China gehört ist die Entwicklung und die Mentalität dort anders als in Mainland.
Also ich würde an deiner Stelle eher zu dem zweiten Weg tendieren. Einfach aus dem Grund, dass du erst relativ kurz in dem Land warst. Ich denke die Eindrücke sind anfänglich relativ beeindruckend und man lässt sich von diesem Flair, dem Andersartigen relativ leicht gefangen nehmen - also mir ging es zumindest so. Nach meinem 3. Aufenthalt in China, habe ich erst begonnen, die negativen Seiten des Lebens doch zu erkennen. Und auch wenn ich immer noch in der Zukunft irgendwann einmal "richtig" in China leben und arbeiten möchte (natürlich auch wegen meiner Frau), bin ich mir wesentlich mehr der Probleme bewußt, die auf mich zukommen und sehe das ganze nicht so aus dem verklärten Urlaubsblick. Weiterhin halte ich persönlich einen Sprung ins kalte Wasser in einem Land wie China doch für schwierig - du hast keine Kontakte, sprichst die Sprache nicht. Vielleicht solltest du diese Entscheidung nicht übers Knie brechen. Versuche dir lieber ein Unternehmen zu suchen, bei dem du auf lange Sicht die Chance hast, mal in China zu arbeiten und fliege stattdessen ein- oder zweimal im Jahr nach China und sieh wie dir das Leben dann gefällt.

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Re: Ein guter Ehemann

Beitrag von belrain » 07.10.2008, 14:46

Sleepy hat geschrieben: Falls eine Jobsuche in diesem Sinne erfolglos bleibt (IT-Bereich) so koennte ich versuchen, zunaechst einmal als Sprachlehrer (deutsch / englisch) (oder vielleicht auch Mathematik-Dozent, falls an Unis auch in englisch gelehrt wird) an einer Sprachenschule oder Universitaet in Chongqing unterzukommen, um ueberhaupt erst einmal Kontakte und Respekt aufzubauen und mich schon einmal auf Land und Leute einzulassen.
Falls du wissen möchtest, wie man als Lehrer in China arbeiten kann, was man verdient etc., kann ich dir diese Seite empfehlen

http://raoulschinasaloon.com/

Ich glaube, ausser mir sind alle dort Lehrer, die auch schon seit teilweise vielen Jahren in China leben und arbeiten. Die können dir auch bei der Jobsuche helfen.
Sleepy hat geschrieben: Yo, auch Shanghai und Chongqing scheinen mir schon recht unterschiedlich...
Tja, und das sind gut entwickelte Städte. Du musst mal aufs Land gehen ...... :wink:
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1. April 2012 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
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