Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Hallo
ich habe jetzt mehrfach gelesen bzw im Fernsehen gesehen, daß Chinesen ganz große Schwierigkeiten damit haben eine Bitte abzulehnen bzw auch zuzugeben, daß sie
Anforderungen nicht erfüllen können....
Ist das jetzt total übertrieben, oder ist das wirklich ein so großes Problem?
Und wenn es nicht übertrieben ist, wie stellt man als Europäer fest, ob das gegebene
"Ja" nur ein "Ja" ist um die Form zu wahren oder ob das "ja" auch "ja" bedeutet?
Und wie kann man sein Zeil erreichen, ohne irgendeinen der Beteiligten bloßzustellen?
Chris
ich habe jetzt mehrfach gelesen bzw im Fernsehen gesehen, daß Chinesen ganz große Schwierigkeiten damit haben eine Bitte abzulehnen bzw auch zuzugeben, daß sie
Anforderungen nicht erfüllen können....
Ist das jetzt total übertrieben, oder ist das wirklich ein so großes Problem?
Und wenn es nicht übertrieben ist, wie stellt man als Europäer fest, ob das gegebene
"Ja" nur ein "Ja" ist um die Form zu wahren oder ob das "ja" auch "ja" bedeutet?
Und wie kann man sein Zeil erreichen, ohne irgendeinen der Beteiligten bloßzustellen?
Chris
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Deine Frage würde suggerieren, dass Ablehnungen für Nicht-Chinesen nicht schwer sein. Ist es aber nicht.
Und pauschalisierende Fragen wie diese sind eh sehr schwer zu beantworten. An der Stelle vielleicht lieber ein Beispiel.
Und pauschalisierende Fragen wie diese sind eh sehr schwer zu beantworten. An der Stelle vielleicht lieber ein Beispiel.
我是四川人。
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
ich würde sagen da ist Menschenkenntnis gefragt.
Außerdem könnte man Bitten so zu formulieren, das es immer einen Ausweg gibt, ohne die Bitte auszuschlagen.
mal ein blödes Beispiel
:
"Könnten wir heute zusammen in die Stadt gehen?" .... schwer abzulehnen ohne Nein zu sagen
"Wir könnten ja mal zusammen in die Stadt gehen, gib doch mal bescheid wenn du Zeit hast"
Ob sich die Person dann meldet oder nicht, bleibt ganz bei Ihr.
In der Arbeit wirds dann natürlich etwas komplexer... man sollte da vielleicht nach Teambesprechungen noch mal ein offenes Ohr für die einzelnen Leute haben. Aber da bin ich kein Experte
Außerdem könnte man Bitten so zu formulieren, das es immer einen Ausweg gibt, ohne die Bitte auszuschlagen.
mal ein blödes Beispiel
"Könnten wir heute zusammen in die Stadt gehen?" .... schwer abzulehnen ohne Nein zu sagen
"Wir könnten ja mal zusammen in die Stadt gehen, gib doch mal bescheid wenn du Zeit hast"
Ob sich die Person dann meldet oder nicht, bleibt ganz bei Ihr.
In der Arbeit wirds dann natürlich etwas komplexer... man sollte da vielleicht nach Teambesprechungen noch mal ein offenes Ohr für die einzelnen Leute haben. Aber da bin ich kein Experte
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Sehr anschauliches BeispielNarr hat geschrieben: mal ein blödes Beispiel:
"Könnten wir heute zusammen in die Stadt gehen?" .... schwer abzulehnen ohne Nein zu sagen
"Wir könnten ja mal zusammen in die Stadt gehen, gib doch mal bescheid wenn du Zeit hast"
Ob sich die Person dann meldet oder nicht, bleibt ganz bei Ihr.
PS: Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist dieses Verhalten aber vorallem bei Japanern sehr ausgeprägt.
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Hey, danke für die schnellen Antworten..
Da gebe ich Dir recht... ich habe versucht sehr offen zu schreiben... aber da wäre ein Beispiel tatächlich besser... ich habe versucht das zu vermeiden, weil das so nach Vorurteil sich anhört..finde ich
Also: Nehmen wir an, ich würde mit einem chinesischem Hersteller von Holzspielzeug reden... meine Anforderung wäre es, das der Lack speichelfest ist.. die Frage an den Hersteller:"Ist das machbar?" der Hersteller erwiedert, daß es keine Probleme geben wird...obwohl er weiss, daß er diese Anforderung nicht erfüllen kann...
Dann würde die Lieferung kommen und ich würde vermutlich sauer sein, weil meine Anforderung nicht erfüllt ist... nur weil der Hersteller nicht sagen wollte, daß er es nicht kann...
Vielleicht bin ich durch das Beispiel deutlicher..
@Narr: Für den privaten Bereich ist das ein tolles Beispiel und ich werde mir das als Merkspruch in mein großes "Benimm-Buch" für Chinesen aufnehmen für meinen erstausflug im November (das wird auch immmer dicker)
Chris
Na ja, wenn mich jemand etwas fragt, was für mich wirklich nicht machbar ist, ist es sehr einfach "nein" zu sagen... und mir geht es um solche Ablehnungen...was ich nicht deutlich geschrieben habe..serenita hat geschrieben: Deine Frage würde suggerieren, dass Ablehnungen für Nicht-Chinesen nicht schwer sein. Ist es aber nicht.
serenita hat geschrieben: Und pauschalisierende Fragen wie diese sind eh sehr schwer zu beantworten. An der Stelle vielleicht lieber ein Beispiel.
Da gebe ich Dir recht... ich habe versucht sehr offen zu schreiben... aber da wäre ein Beispiel tatächlich besser... ich habe versucht das zu vermeiden, weil das so nach Vorurteil sich anhört..finde ich
Also: Nehmen wir an, ich würde mit einem chinesischem Hersteller von Holzspielzeug reden... meine Anforderung wäre es, das der Lack speichelfest ist.. die Frage an den Hersteller:"Ist das machbar?" der Hersteller erwiedert, daß es keine Probleme geben wird...obwohl er weiss, daß er diese Anforderung nicht erfüllen kann...
Dann würde die Lieferung kommen und ich würde vermutlich sauer sein, weil meine Anforderung nicht erfüllt ist... nur weil der Hersteller nicht sagen wollte, daß er es nicht kann...
Vielleicht bin ich durch das Beispiel deutlicher..
@Narr: Für den privaten Bereich ist das ein tolles Beispiel und ich werde mir das als Merkspruch in mein großes "Benimm-Buch" für Chinesen aufnehmen für meinen erstausflug im November (das wird auch immmer dicker)
Chris
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
ah, ok. Solche Fälle kenne ich auch. Es geht hier, finde ich, weniger um die Mentalität sondern viel mehr um das professionelle Verhalten, das fehlt. Von daher...Kriss2167 hat geschrieben: Also: Nehmen wir an, ich würde mit einem chinesischem Hersteller von Holzspielzeug reden... meine Anforderung wäre es, das der Lack speichelfest ist.. die Frage an den Hersteller:"Ist das machbar?" der Hersteller erwiedert, daß es keine Probleme geben wird...obwohl er weiss, daß er diese Anforderung nicht erfüllen kann...
Dann würde die Lieferung kommen und ich würde vermutlich sauer sein, weil meine Anforderung nicht erfüllt ist... nur weil der Hersteller nicht sagen wollte, daß er es nicht kann...
Vielleicht bin ich durch das Beispiel deutlicher..
Chris
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otternase
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Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
ein guter Tipp, den ich dazu mal bekam und der sich in der Praxis bewährt hat ist, die Frage so zu formulieren, dass "ja"/"yes"/"keyi" als Antwort entweder keine sinnvolle oder eine negative Bedeutung hat. Z.B. statt zu fragen "Ist das machbar?" kann man fragen "Ist das ein Problem?" oder "Welche Probleme könnten dabei auftreten?" oder "Wie realisieren Sie das?", alles Fragen, auf die "keyi" nicht geantwortet werden kann...Kriss2167 hat geschrieben: Und wenn es nicht übertrieben ist, wie stellt man als Europäer fest, ob das gegebene
"Ja" nur ein "Ja" ist um die Form zu wahren oder ob das "ja" auch "ja" bedeutet?
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Willkommen im Klubserenita hat geschrieben:ah, ok. Solche Fälle kenne ich auch. Es geht hier, finde ich, weniger um die Mentalität sondern viel mehr um das professionelle Verhalten, das fehlt. Von daher...Kriss2167 hat geschrieben: Also: Nehmen wir an, ich würde mit einem chinesischem Hersteller von Holzspielzeug reden... meine Anforderung wäre es, das der Lack speichelfest ist.. die Frage an den Hersteller:"Ist das machbar?" der Hersteller erwiedert, daß es keine Probleme geben wird...obwohl er weiss, daß er diese Anforderung nicht erfüllen kann...
Dann würde die Lieferung kommen und ich würde vermutlich sauer sein, weil meine Anforderung nicht erfüllt ist... nur weil der Hersteller nicht sagen wollte, daß er es nicht kann...
Vielleicht bin ich durch das Beispiel deutlicher..
Chris
Sorry, Serenita, aber ich muss dir widersprechen. Dieses Verhalten kenne ich leider auch nur zu gut von chinesischen Lieferanten. Es fällt in den Bereich "Gesicht verlieren" und "Harmoniebedürfnis". Chinesen (zumindest noch sehr viele) haben das Bedürfnis die Gespräche möglichst harmonisch zu führen. Probleme spricht man nicht direkt an, Dinge die man nicht kann verschweigt man lieber etc. Das dicke Ende kommt am Tage der geplanten Lieferung.
Daher: Wenn ein Lieferant die Spezifikationen nicht hinterfragt und nur sagt "Kein Problem", dann gibt es garantiert Probleme. Dem kann man entgegenwirken, indem man sich vor Ort ein Bild von der Produktion verschafft, mit den Technikern redet und sich die Realisierung erklären lässt, Meilensteine im Terminplan nicht nur setzt sondern den aktuellen Status vor Ort prüft etc. Ob man sich dann aber noch die "preiswerte Ware" einkauft die man gerne haben wollte, ist eine andere Frage
Chinesischen Lieferanten mangelt es nicht an Professionalität. Schon garnicht denen, die mit ausländischen Kunden arbeiten.
Das Leben ist schön
Shanghai - seit 2009
1. April 2012 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
1. April 2015 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
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Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
@ Otternase, das ist ein toller tipp, den merke ich mir!!
@ Belrain... tja, das ist wohl der Grund, warum überlegt wird, meinen Mann nach
China zu schicken... damit solche Probleme unter Kontrolle gebracht werden..
Deine Erfahrungen werde ich mal einfach so weitergeben...
@ all Danke, daß ihr geantwortet habt!!
Chris
@ Belrain... tja, das ist wohl der Grund, warum überlegt wird, meinen Mann nach
China zu schicken... damit solche Probleme unter Kontrolle gebracht werden..
Deine Erfahrungen werde ich mal einfach so weitergeben...
@ all Danke, daß ihr geantwortet habt!!
Chris
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
vielleicht sagen sie ja auch einfach nur sie können das, weil sie den Auftrag wollen....
ist natürlich ungünstig.
Allerdins rät sich hier sowieso alles selbst zu prüfen.
Bis man dan Partner hat von denen man weiß das sies können, dann muß mans "nur" noch kontrollieren 
ist natürlich ungünstig.
Allerdins rät sich hier sowieso alles selbst zu prüfen.
-
nightdream
- Neuling
- Beiträge: 2
- Registriert: 20.04.2008, 10:59
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Aus der Erziehung.
Chinesen sind grundsätzlich nicht so "direkt" wie Deutschen, oder Amerikaner, etc.
Chinesen sind grundsätzlich nicht so "direkt" wie Deutschen, oder Amerikaner, etc.
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Von meiner Sicht aus ist das fehlende Chinaerfahrung (A) gekoppelt mit fehlenden kommerziellen denken (B).Kriss2167 hat geschrieben:Also: Nehmen wir an, ich würde mit einem chinesischem Hersteller von Holzspielzeug reden... meine Anforderung wäre es, das der Lack speichelfest ist.. die Frage an den Hersteller:"Ist das machbar?" der Hersteller erwiedert, daß es keine Probleme geben wird...obwohl er weiss, daß er diese Anforderung nicht erfüllen kann...
Ich würde so vorgehen:
Meine Frage wäre, ist die verwendete Farbe/Lack/Powder Speichelfest nach EN******? Wenn JA, dann bitte belegen. Kann eine Speicheltest gemacht werden? Hat der Lieferant ein chemisches Labor? Sind die Testflüssigkeiten vorhanden? Ist nämlich nur eine reine Frage vom Lack. Wenn der das hat dann ist das Produkt dann ok. Wenn NEIN, dann einen anderen Lack finden und den dann verwenden. Aus meiner Erfahrung mit Oberflächen würde ich nur Markenlacke verwenden und würde auf jeden Fall auch den Lackhersteller besuchen.
In kurz: Frage immer wie genau der Lieferant deine Anforderungen sicherstellen kann.
Zu B: Wenn der Hersteller nicht liefern kann hat man selber auch kein Produkt, bedeutet keinen Gewinn. Ist also reiner Selbstzweck den Lieferanten zu unterstützen.
Gehe immer davon aus das deine Lieferanten das wissen eines 5-jährigen haben und lass dir jeden, wirklich jeden Schritt genau erklären.
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-
TaugeNix
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Bissi OT, aber wohl ganz gut passend:
[quote="TaugeNix im Thread "Interessante Artikel""]Karrieresprung
Was hinter dem Lächeln der Chinesen steckt
*„Besonders wenn es um Ablehnungen geht, tun sich Chinesen schwer ein „Nein“ verbal zu äußern“, erklärt er. Das geschehe üblicherweise durch Mimik, Gestik oder indirekte Sprache, werde aber von chinesischen Dolmetschern als „ja“ übersetzt.*[/quote]
Gruss,
TaugeNix^hatte bei dem Test 5 von 8 richtig - aber eher geraten..
[quote="TaugeNix im Thread "Interessante Artikel""]Karrieresprung
Was hinter dem Lächeln der Chinesen steckt
*„Besonders wenn es um Ablehnungen geht, tun sich Chinesen schwer ein „Nein“ verbal zu äußern“, erklärt er. Das geschehe üblicherweise durch Mimik, Gestik oder indirekte Sprache, werde aber von chinesischen Dolmetschern als „ja“ übersetzt.*[/quote]
Gruss,
TaugeNix^hatte bei dem Test 5 von 8 richtig - aber eher geraten..
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
aber bitte, Du darfst.belrain hat geschrieben:[Sorry, Serenita, aber ich muss dir widersprechen..
Nicht? Was ist denn im geschäftlichen Sinne sonst ein professionelles Verhalten?belrain hat geschrieben:Chinesischen Lieferanten mangelt es nicht an Professionalität. Schon garnicht denen, die mit ausländischen Kunden arbeiten.
我是四川人。
Re: Ablehnung - Schwer für Chinesen?
Es ist immer die Frage des Maßstabes.serenita hat geschrieben:Nicht? Was ist denn im geschäftlichen Sinne sonst ein professionelles Verhalten?belrain hat geschrieben:Chinesischen Lieferanten mangelt es nicht an Professionalität. Schon garnicht denen, die mit ausländischen Kunden arbeiten.
Wenn ich der Meinung bin, ein Lieferant ist nur dann professionel wenn er mir beim ersten Gespräch alle seine Schwachpunkte nennt, dann hast du Recht - es fehlt ihnen an Professionalität.
Aber...... Die Frage ist ja, wie wurde die Frage nach dem Speicheltest gestellt? Wurde sie so gestellt, dass der Lieferant offensichtlich gelogen hat - ja, dann ist er unprofessionel. Hat er nur "nicht die ganze Wahrheit" erzählt, verfolgt er vielleicht auch den Gedanken es "irgendwie" hinzukriegen - was in China durchaus häufig vorkommt
So gesehen halte ich es eher für unprofessionel, jemandem einen Firmen-Auftrag oder anderweitig sehr teuren Auftrag zu erteilen, den ich vorher nicht gesehen habe. Solche Lieferanten, egal ob in Deutschland, China oder Timbuktu, muss man zwingend selbst gesehen haben. Macht aber natürlich nur Sinn, wenn man den Prozess kennt und die Wichtigen Punkte nachvollziehen kann.
Ist der Grund, warum ich soviel in China unterwegs bin
Das Leben ist schön
Shanghai - seit 2009
1. April 2012 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
1. April 2015 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
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