[/quote]maje hat geschrieben:Was hast du den für einen Plan und wie stellst du dir das Ganze vor?
Wie machst du das mit Kranken- und Rentenversicherung? Gehst du davon aus, das du soviel verdienst, das du dann in China vor Ort medizinische Versorgung für dich bezahlen kannst oder willst du hier weiter krankenversichert bleiben? Dann musst du ja die Beiträge mindestens durch dein Einkommen erwirtschaften.
Das überlege ich mir, wenn es soweit ist.
Warum hast du dir gerade China ausgesucht? Warst du schon mal in China? Hast du schon mal Erfahrung mit der chinesischen Sprache gemacht? So einfach wie Russisch oder Englisch ist das nämlich nicht.
Hast du Russisch gelernt? Wenn du es gelernt hättest, würdest du die Sprache mit Englisch nicht vergleichen. Abgesehen davon, bin ich nicht auf den Kopf gefallen und weiß, dass Chinesisch nicht einfach ist.
Ich lerne jetzt 8 Jahre chinesisch, jeden Tag zwischen 1 und 2 Stunden. Aber ich traue mir noch lange nicht zu hier im Forum chinesisch zu schreiben![]()
Im Gegensatz zu dir, will ich es mit dem Schreiben lernen, gar nicht erst probieren, weil es für mich unmöglich erscheint. Reden und Verstehen, reicht mir vollkommen aus.
Grundsätzlich würde ich, wenn ich keinerlei Job in Aussicht habe, nur mit genügendem Eigenkapital starten. Wenn ich in Deutschland zur Mittelschicht gehöre, dann kann ich nicht erwarten in China direkt zur Oberschicht zu gehören. Eher das Gegenteil ist der Fall. Fehlende Sprachkenntnisse machen es schwierig. Man bleibt in etwa in der gleichen Schicht, wenn man Glück hat. Allerdings verdient man dann nur das was vor Ort in dieser Schicht verdient wird und man muss mit großer Wahrscheinlichkeit dafür wesentlich mehr arbeiten als in Deutschland und auch schlechtere Lebensbedingungen in Kauf nehmen. Es ist eben ein Abenteuer und das macht es ja gerade interessant.
Ohne Geld gehe ich nicht aus dem Haus, und in andere Länder schon gar nicht.
Da fällt mir noch ein: Oh, ein Klavier, ein Klavier ...
Okay, ich gebe dir auf deine Fragen auch gerne Antwort.
Ich habe von 1980 bis 1984 intensiv Russisch gelernt, damals konnte man das an der Uni Köln sehr gut als Nebenfach. Wenn mich jemand auf Englisch nach dem Weg fragte, fiel mir automatisch die russische Antwort ein. Auch TV-Interviews von Dissidenten konnte ich im O-Ton sehr gut verstehen. Ich fand Russisch sehr einfach, auch wenn es dort den Ablativ und die doppelte Verneinung etc. gibt.
Dann begann ich mit Chinesisch und machte die Erfahrung, das es völlig anders ist als ich angenommen hatte. Inzwischen hab ich alles was ich mal an Russisch gelernt hab wieder vergessen, ist ja auch 24 Jahre her, das ist eine lange Zeit.
Was das Chinesisch angeht widerspreche ich dir völlig. Das Lesen der Schriftzeichen ist einfach. Ich kann sehr gut lesen. Wenn ich aber was schreibe bin ich mir oft nicht sicher, ob es das richtige Zeichen ist weil es so viele ähnliche Zeichen gibt.
Das Sprechen ist schwieriger, geht aber wenn der oder die Gesprächspartner geduldig und verständig sind. Das größte Problem für mich ist das Hörverstehen. Hier hatte ich auch bei der HSK-Prüfung die größeren Schwierigkeiten.
Das Hören ist für mich mit Abstand das Schwierigste. Wenn man sich unterhält geht es, aber wenn man Nachrichten im TV sieht ist die Sprechgeschwindigkeit für mich viel zu hoch.
Übrigens ist die Schrift gerade das was mich am meisten am Chinesischen fasziniert und ich glaube, das die Schrift auch der Schlüssel zum Verständnis der chinesischen Sprache und Kultur ist. Ohne wird es schwierig. Verstehen bedeutet gerade im Chinesischen viel mehr als nur Hören.
Chinesen sind stolz auf ihre 5000 jährige Geschichte, die hauen sie dir immer um die Ohren. Man erwartet gegenüber Kultur und Geschichte Respekt. Auch wenn man es nicht offen sagt, manchmal wird man als Europäer nur für einen Barbaren ohne Kultur gehalten. Also sollte man nicht den Eindruck erwecken, man investiere nur soviel Zeit und Mühe wie notwendig um an Geld zu kommen.
Oh je, das mit dem PS lässt mich auf das gelbe Fieber schliessen, da halt ich mich raus. Viel Glück, hab jetzt keine Zeit mehr, muss weiter lernen ...

