Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Hier kann über alle sonstigen Themen diskutiert werden.
Benutzeravatar
Shaolin
VIP
VIP
Beiträge: 1488
Registriert: 04.05.2007, 07:09
Wohnort: Reich der Mitte, unten rechts

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Shaolin »

Linnea hat geschrieben: Ganz davon abgesehen finde ich es immer noch besser, wenn man sich durch eine gute Schule "freikaufen" will, als wenn man sich überhaupt nicht um die Schulbildung seiner Kinder kümmert. Interesse haben muss ja nicht bedeuten, dass man die Lehrpläne und -inhalte in- und auswendig kennt, sondern dass man überhaupt Wert darauf legt seinen Kindern eine Zugang zu Wissen zu ermöglichen und sich darum zu kümmern, dass sie die Schule besuchen.
Wenn der Ansatz so stimmen wuerde waere es natuerlich richtig, bloss denen ist es wirklich voellig egal - alles rein nach Prestige, was schoen teuer ist (muss ja nicht gut sein) wird ohne Ueberpruefung genommen, hauptsache man kann vor den Nachbarn/Bekannten/Verwandten glaenzen. Es entsteht auch ein ungeheurer Druck auf den Schueler, sie/er wird ja tagtaeglich daran erinnert das die Eltern weder Kosten noch Muehe gescheut haben. Der Sinn und Unsinn solcher Aktionen und das Schulsystem im allgemeinen mal aussen vor, monotones Einhaemmern sowie stundenlange Hausarbeiten helfen nicht unbedingt dem Kind - wohl aber den Eltern, denn das Kind ist ja nun beschaeftigt. Und wenn das nicht reicht werden alle moeglichen AG's mitgenommen, von Geige ueber Schwimmen bis hin zum Yoga - hauptsache man sieht es nicht und es ist abends schon abgekaempft. Irgendwie ein totaler overkill an Informationen, alles eher kontraproduktiv.
* Es gibt Reis, Baby!
Benutzeravatar
Linnea
VIP
VIP
Beiträge: 2952
Registriert: 04.06.2007, 14:29
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Linnea »

Hmm, mir kam so spontan, beim Lesen deines Beitrags, der Gedanke, wozu man sich eigentlich Kinder "anschafft", wenn man dann doch nichts mit ihnen zu tun haben möchte...
Dennis (CDS)
VIP
VIP
Beiträge: 3698
Registriert: 13.04.2006, 07:22
Wohnort: Taiwan

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Dennis (CDS) »

Linnea hat geschrieben:Hmm, mir kam so spontan, beim Lesen deines Beitrags, der Gedanke, wozu man sich eigentlich Kinder "anschafft", wenn man dann doch nichts mit ihnen zu tun haben möchte...
Naja, also so ganze ohne Kinder hätte man es ja aus traditioneller Sicht als Frau trotz des Porsche Cayenne in der Garage dann doch nicht so wirklich geschafft.....
Benutzeravatar
Linnea
VIP
VIP
Beiträge: 2952
Registriert: 04.06.2007, 14:29
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Linnea »

Dennis (CDS) hat geschrieben: Naja, also so ganze ohne Kinder hätte man es ja aus traditioneller Sicht als Frau trotz des Porsche Cayenne in der Garage dann doch nicht so wirklich geschafft.....
Das ist mir schon klar - und auch das ist im Westen nicht anders. Allerdings kann ich das Gefühl nicht abschütteln, dass Kinder dadurch zu einer Ware oder im besten Fall zu einer Investition degradiert werden. Ganz schön traurig, für alle Beteiligten.
btwist
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 20.04.2006, 14:18

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von btwist »

Sagt mal, gibt es bei den Pisa-Tests denn keine Anwendungsaufgaben bzw. UmdieKurvedenken-Aufgaben? :lol:
Dennis (CDS)
VIP
VIP
Beiträge: 3698
Registriert: 13.04.2006, 07:22
Wohnort: Taiwan

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Dennis (CDS) »

Linnea hat geschrieben:
Dennis (CDS) hat geschrieben: Naja, also so ganze ohne Kinder hätte man es ja aus traditioneller Sicht als Frau trotz des Porsche Cayenne in der Garage dann doch nicht so wirklich geschafft.....
Das ist mir schon klar - und auch das ist im Westen nicht anders.
Wage ich so etwas zu bezweifeln. Zwar führt so eine Lebensweise auch "im Westen" zu Irritationen, in Asien ist es aber zuweilen eine absolute Familientragödie, wenn den Großeltern nicht irgendwann mindestens ein Enkel vorgeführt wird. "Im Westen" würden einige aber auch den Cayenne akzeptieren (...solange Großpapa mit Großmama ab und zu damit fahren dürfen). :wink:
Benutzeravatar
Linnea
VIP
VIP
Beiträge: 2952
Registriert: 04.06.2007, 14:29
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Linnea »

Benutzeravatar
Linnea
VIP
VIP
Beiträge: 2952
Registriert: 04.06.2007, 14:29
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Linnea »

Doch, ich glaube tatsächlich, dass auch in Deutschland Kinder ganz massiv „dazu gehören“. Vielleicht nicht so wie in China, vielleicht ohne die direkte Einmischung der Großeltern, aber Frausein und Muttersein ist oft sehr eng miteinander verbunden. Und das gilt nicht nur für das „Heimchen am Herd“, sondern auch für Karrierefrauen... Das Dilemma entsteht eher dadurch, dass sich Kinder und Karriere in Deutschland schlecht miteinander vereinbaren lassen – das wiederum scheint in China ein weniger großes Problem zu sein. Unter anderem sicher auch deshalb, weil die Großeltern sich dann sehr oft um das Enkelkind kümmern, was hingegen in Deutschland für die meisten Eltern unvorstellbar wäre...
Rigga
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 36
Registriert: 29.09.2006, 23:11
Wohnort: NRW

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Rigga »

Ich stimme den andern zu, Asiaten koennen zwar gut Auswendiglernen und sind darauf trainiert bei Pruefungen abzuschneiden. Bei der Anwendung des gelernten happerts aber doch sehr.
Es ist durchaus so dass Kinder im Sandkasten Kreativität entwickeln, die sturem Pauken gegenüberstehen ...also das mit den Hausaufgaben ist sehr zweifelhaft
Benutzeravatar
HK_Yan
VIP
VIP
Beiträge: 4529
Registriert: 21.07.2007, 06:31
Wohnort: Hong Kong

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von HK_Yan »

Dennis (CDS) hat geschrieben:Naja, also so ganze ohne Kinder hätte man.....
Dazu faellt mir der Quote ein: "What have future generations ever done for us?"

Die Kinder duerfen ja alles, Klavier, Geige, teure Nachhilfe, Schwimmen usw usw. Alles ausser Kind sein.

Obwohl, wenn ich ehrlich bin ist mir dieser Druck noch lieber als die Kids die an der PSP festgewachsen sind.
Online deutsches TV aufnehmen mit dem Online Videorecorder! 40 Sender und kostenlos!

www.onlinetvrecorder.com
Ling Ling
Old China Hand
Old China Hand
Beiträge: 824
Registriert: 05.10.2007, 20:46

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Ling Ling »

Klaviar spielen, tausend Sachen anfangen und nichts richtig zu ende machen, das ist auch nicht das gelbe vom Ei.

Im Kölner Stadt-Anzeiger von letzer Woche stand ein Artikel, in dem Gehirnforscher behaupteten, die Intelligenz und Kreativität wären für den beruflichen Erfolg bei weitem nicht so wichtig wie Disziplin und Fleiß.

Ich finde für Kinder wichtig:

A) Sie können sich selbst ein Hobby aussuchen (eine Sportart, ein Instrument spielen oder ähnliches).

B) Wenn sie sich dafür entschieden haben, dann sollten sie es auch ernsthaft betreiben und nicht die Brocken hinwerfen, wenn es mal nicht so läuft wie gewünscht.

C) Sie benötigen einen Ordnungsrahmen, eine Struktur in der sie sich zurecht finden und die für sie selbst überschaubar bleibt (Also nicht, Dienstags Klavier und Turnen, Mittwochs Schwimmen und Geige, ...).

D) Sie sollten so schnell wie möglich lernen, diese Aktivitäten selbst zu organisieren. Also zum Beispiel die Tasche für den Sport selbst packen.

E) Sie sollten lernen sich selbst zu überprüfen, zum Beispiel beim Sport Trainingsbuch führen. Natürlich kann das dann mit Bildchen, Fotos oder anderem ganz bunt und individuell werden.

F) Neben diesem Hobby und der Schule muss ein Freiraum bleiben, den sie selbst gestalten können.

Ich fand es immer ein Problem, wenn man von Chemie keine Ahnung hatte, in der Biologie mit reden wollte und dann aber an den Punkt kommt, wo einfach das Basiswissen fehlt um Vorgänge beurteilen zu können. Dann muss man einfach dem Lehrer glauben was er über den Citrat-zyklus erzählt, es sei denn, man kann etwas Chemie.

Was China angeht, die Masse machts dann. Hat man viele, die diszipliniert Lernen und später einfach ihren Job machen, hat man mit ihnen wenigstens keine großen Probleme. Es bleibt dann immer noch ein kleiner Teil, der kreativ ist und wenn es nur einige Prozent sind, dann sind es doch bei 1,3 Milliarden eine ganze Menge.

Weil wir weniger sind, müssten wir eigentlich ein viel besseres Bildungssystem haben, um gegen diese Konkurrenz bestehen zu können. Daraus folgere ich mal so, das es für jedes Land unterschiedliche Schwerpunkte in der Bildung geben wird. Zum Beispiel wäre es für Deutschland nicht schlecht, wenn man mehr in den Geschichtsunterricht investieren würde, oder in Fächer, in denen Kinder spätestens in der Oberstufe lernen, wie man Versicherungsverträge abschließt, was passiert wenn man Klingeltöne runterlädt, ... , wie die Börsenmärkte funktionieren, was ein Betriebsrat ist, wie man seine Steuererklärung macht und anderes.
Wir hatten zwar Wirtschaftskunde, aber das war nichts besonderes.
Benutzeravatar
da hai
Old China Hand
Old China Hand
Beiträge: 647
Registriert: 25.03.2007, 16:08
Wohnort: Stuttgart
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von da hai »

Ein Grund für das schlechte Abschneiden, könnte durchaus auch an einer ganz anderen Sache liegen. Ich weiß nicht ob ich den Kritikpunkt nach der PISA Studie des Jahres 2000 oder 2003 gelesen habe.

PISA untersucht regelmäßig die Kompetenzen von fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften.

Quelle: http://pisa.ipn.uni-kiel.de/Ergebnisse_PISA_2003.pdf

Das Problem ist, dass Kinder in den verschiedenen Ländern in einem unterschiedlichen Alter eingeschult werden. Nach damaligen Aussagen werden Kinder in Deutschland ziemlich spät eingeschult - was u.a. (neben verschiedenen Stichtagsregelungen) etwas mit unerschiedlichen Sichtweisen bzgl. der Kindererziehung zu tun hat. Im Vergleich zu Frankreich wo bspw. Kindergärten viel lernorientierter sind/waren, hinkte Deutschland hinterher. Bei uns sollte ein Kind möglichst lang ein Kind sein. Das Spielen stand im Vordergrund und jedwede Belastung (wie lernen) wollte man vermeiden. Zum Glück haben sich hier aber die Gedanken auch schon geändert. Das Problem mit dem Alter der Einschulung ist offensichtlich - so auch die damalige Kritik - ein 15jähriger französischer Schüler der mit 5 Jahren eingeschult wurde befindet sich demzufolge schon in der 10.Klasse. Ein 15jähriger deutscher Schüler der erst mit 6 oder sogar 7 in die Schule gekommen ist, befindet sich erst in Klasse 9 oder 8. Dass es hier Wissensunterschiede gibt ist eindeutig. Sinnvoller wäre also eine Studie innerhalb der gleichen Klassenstufe, so wie dies innerhalb von Deutschland selbst erfolgte.

Ein anderer Grund für das schlechte Abschneiden dürfte auch das Schulsystem an sich sein. Die Trennung von "guten" und "schlechten" Schülern erfolgt m.M. nach viel zu früh. Ein Gesamtschulkonzept wie bspw. in Finnland (die dieses in ähnlicher Form der DDR entnommen haben) wäre hier durchaus ein Ausweg. Glücklicherweise gibt es in Deutschland ja schon Ansätze in diese Richtung hin.
Benutzeravatar
chinavelo
VIP
VIP
Beiträge: 1129
Registriert: 02.10.2006, 11:20
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von chinavelo »

Ling Ling hat geschrieben: Zum Beispiel wäre es für Deutschland nicht schlecht, wenn man mehr in den Geschichtsunterricht investieren würde, oder in Fächer, in denen Kinder spätestens in der Oberstufe lernen, wie man Versicherungsverträge abschließt, was passiert wenn man Klingeltöne runterlädt, ... , wie die Börsenmärkte funktionieren, was ein Betriebsrat ist, wie man seine Steuererklärung macht und anderes.
Die ganzen Lehrpläne müßten mal gründlich entrümpelt werden und zwar von der ersten bis zur Abiturklasse. Ich sage immer: 90% bis 95% von dem Lehrstoff, den die Schüler lernen müssen, ist mitunter hoch interessant, aber für eine spätere berufliche Verwendung völlig nutzlos (über den Prozentsatz läßt sich natürlich streiten); mit dem Schulwissen kann man vielleicht bei "Wer wird Millionär" glänzen (das ist aber auch schon was!). Seien wir doch mal ehrlich, was bleibt denn letztendlich hängen: Rechtschreibung geht so, mit der Interpunktion tut man sich schwer, in der Mathematik geht so einigermaßen das Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren, ein Dreisatz ist nur nach längeren Überlegen lösbar, die Kenntnisse über höhere Mathematik ist völlig verschwunden, und möglicherweise bleibt noch das ein oder andere, für das man sich interessiert, im Gedächtnis.

Mein Vorschlag:
Lehrstoff entrümpeln und ihn praxisgerechter gestalten
für Deutschland 100.000 zusätzliche Lehrer einstellen
Klassengröße 5 bis 10 Schüler
und die Politik muß sich aus der Schulpolitik raushalten. Die Politik soll sich um die schulische Infrastuktur kümmern, den Rest soll sie den handelnden Personen (Schüler- und Elternvertreter und den Philologenverband) überlassen, die können das viel besser als jeder Politiker.

Bernd, der sich jetzt mal um die Evaluation eines Frankfurter Gymnasiums kümmern muß
Benutzeravatar
Shaolin
VIP
VIP
Beiträge: 1488
Registriert: 04.05.2007, 07:09
Wohnort: Reich der Mitte, unten rechts

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Shaolin »

Linnea hat geschrieben:Hmm, mir kam so spontan, beim Lesen deines Beitrags, der Gedanke, wozu man sich eigentlich Kinder "anschafft", wenn man dann doch nichts mit ihnen zu tun haben möchte...
Gute Frage, aber das musst Du dann die Leute hier in Hong Kong fragen denn das sind deren (nicht meine) Gedankengaenge.
* Es gibt Reis, Baby!
Benutzeravatar
Shaolin
VIP
VIP
Beiträge: 1488
Registriert: 04.05.2007, 07:09
Wohnort: Reich der Mitte, unten rechts

Re: Asiaten sind irgendwie Musterschüler

Beitrag von Shaolin »

Linnea hat geschrieben:
Dennis (CDS) hat geschrieben: Naja, also so ganze ohne Kinder hätte man es ja aus traditioneller Sicht als Frau trotz des Porsche Cayenne in der Garage dann doch nicht so wirklich geschafft.....
Das ist mir schon klar - und auch das ist im Westen nicht anders. Allerdings kann ich das Gefühl nicht abschütteln, dass Kinder dadurch zu einer Ware oder im besten Fall zu einer Investition degradiert werden. Ganz schön traurig, für alle Beteiligten.
@Dennis
Traurig aber wahr, viele hier sehen die familaere Pflicht (Druck der Eltern) als ausschlaggebendes Argument fuer Nachwuchs, sind aber mit der Erziehung voellig ueberfordert und auch tatseachlich der Meinung das durch zB Schule, AG's, Privatlehrern etc neben der allgemeinen Bildung auch eine Erziehung stattfindet, sie selbst also aus dieser Pflicht entbunden sind :roll:

@Linnea
'Ware' klingt zu hart (aber wohl den Kern), 'Prestige' trifft es eher. Basiert aus meinen Erfahrungen mit meinen Kollegen und Freunden aus Hong Kong, bitte nicht falsch verstehen, ist definitiv nicht meine Einstellung zu Kindern.
:wink:
* Es gibt Reis, Baby!
Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Ahrefs [Bot] und 1 Gast