Ist Sinologie wirklich so brotlos wie manche sagen?
Ist Sinologie wirklich so brotlos wie manche sagen?
Hi Leute,
Ich habe mich vor kurzem an einer Uni in den Studiengang Sinologie eingeschrieben. Ich habe schon seit Jahren Interesse an China und möchte sehr gern mehr darüber lernen und später auch einen gewissen Bezug zu Chinesisch oder China im Beruf haben.
Weil ich mir bewusst bin, dass Sinologie eine Geisteswissenschaft ist, sind die beruflichen Perspektiven nicht so gut aufgebaut. Man steht grundsätzlich vor einer größeren Herausforderung, wenn man sich später einen Job sucht. Ich weiß jedoch nicht wie ich diese Dinge betrachten soll. Zum einen nehme ich das schon sehr negativ auf, weil es eben dafür sorgt, dass man mind. 3 Jahre studiert nur um am Ende etwas fachfremden zu arbeiten. Jedoch ist mit diesem Studium eben auch mein Interesse bedient und ich kann eventuell tatsächlich einen guten Job finden. Ich möchte so gern Sinologie studieren, aber eben genau diese unsichere Zukunft bringt mich stark zum zweifeln. Ein Plan meinerseits war den Bachelor in Sinologie zu machen und dann später ein Duales Studium im öffentlichen Dienst, um die berufliche Perspektive zu sichern. Jedoch wäre das nicht unbedingt das, was ich wirklich haben will, aber es wäre der größtmögliche Kompromiss meinerseits.
Hat jemand vielleicht weitere Erfahrungen oder Tipps für mich?
Kurz zur Info: Ich habe letztes Jahr mein Abitur gemacht und kurzzeitig Jura studiert und es hat mir nicht wirklich gefallen, weshalb ich jetzt etwas studieren will, was 100% auf Interesse ausgelegt ist.
Ich habe mich vor kurzem an einer Uni in den Studiengang Sinologie eingeschrieben. Ich habe schon seit Jahren Interesse an China und möchte sehr gern mehr darüber lernen und später auch einen gewissen Bezug zu Chinesisch oder China im Beruf haben.
Weil ich mir bewusst bin, dass Sinologie eine Geisteswissenschaft ist, sind die beruflichen Perspektiven nicht so gut aufgebaut. Man steht grundsätzlich vor einer größeren Herausforderung, wenn man sich später einen Job sucht. Ich weiß jedoch nicht wie ich diese Dinge betrachten soll. Zum einen nehme ich das schon sehr negativ auf, weil es eben dafür sorgt, dass man mind. 3 Jahre studiert nur um am Ende etwas fachfremden zu arbeiten. Jedoch ist mit diesem Studium eben auch mein Interesse bedient und ich kann eventuell tatsächlich einen guten Job finden. Ich möchte so gern Sinologie studieren, aber eben genau diese unsichere Zukunft bringt mich stark zum zweifeln. Ein Plan meinerseits war den Bachelor in Sinologie zu machen und dann später ein Duales Studium im öffentlichen Dienst, um die berufliche Perspektive zu sichern. Jedoch wäre das nicht unbedingt das, was ich wirklich haben will, aber es wäre der größtmögliche Kompromiss meinerseits.
Hat jemand vielleicht weitere Erfahrungen oder Tipps für mich?
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Re: Ist Sinologie wirklich so brotlos wie manche sagen?
Was sagt ein arbeitsloser Sinologe zu einem Sinologen mit Festanstellung?
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Re: Ist Sinologie wirklich so brotlos wie manche sagen?
Erfahrungen habe ich, Tipps allerdings keine. Auch ich habe mich 1992 nach anderen Fächern für Sinologie entschieden. Warum? Weil mich die chinesische, oder besser, viele der ostasiatischen, Kultur und Sprachen interessierten. Nie im Traum hatte ich jemals vor, sowas wie "Sinologe" von Beruf zu werden. Nach 2 Semestern Studium, also zumindest mit grundlegenden Kenntnissen von Sprache und Schrift, packten 2 Kommilitonen und ich einfach unsere Ruck- und Schlafsäcke, und ab ging es nach China. Alles andere lief dann nicht mehr nach Plan, sondern "Schicksal" (blödes Konzept und Ausdruck, hab aber gerade keinen besseren parat), d.h. mein Weg lief einfach seinen Lauf. Noch auf der Reise lernte ich dort meine Zukünftige kennen, dann kam Heirat, ein Jahr später ein Kind. Sinologie war in meinem Leben nur noch Randerscheinung. Ich war jetzt dauerhaft mit dem Land und der Kultur verbunden. Dann kamen 2 Semester Auslandsstudium Kantonesisch in Guangzhou, wieder ein Jahr später Eigentumswohnung in China, noch eine Weile später Job und selbständige Arbeit dort, unter diversen anderen Tätigkeiten auch Mit-Inhaber und Leiter einer Sprachenschule. China wurde zum Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt für mich; ich dachte, atmete, aß, trank und lebte nur noch chinesisch. Jahre später gab es alle nur erdenklichen Umplanungen und Hindernisse, welche aber nichts zur Sache tun. Sinologie (auch in kleinerem Rahmen Japanologie) waren für mich eher "Sprungbrett" als Endziel. Die Zeit im Studium an der Uni waren nur die Anstöße zu größeren "Projekten" und Lebenszielen.
Kurz gesagt, und nur meine Meinung: Sinologie JA. Warum auch nicht? Wenn du es als deine Berufung siehst und dein Herz daran liegt, tu es! Lass dir die Sache auch nicht von Miesmachern und Naysayers in diesem Forum ausreden. Es ist DEIN Leben. Andererseits, NUR und ausschließlich Sinologie, ohne auch nur die Option, mal im Land selbst Wurzeln zu schlagen? Wäre für mich Zeitverschwendung. Wenn ich was nicht praktisch anwenden könnte würde ich es nicht studieren. Musst aber nur du selbst entscheiden.
Mir haben die Jahrzehnte in China unersetzbare Lebenserfahrung gebracht, die ich nirgends sonst gefunden hätte. Mit allen Schattenseiten und Scheitern, letzten Endes würde ich es sicher nicht anders machen, auch wenn ich eine Zeitmaschine hätte.
"Brotlos"? Nur ein Wort! Und eines was nicht dein ganzes Leben beherrschen und dich veranlassen sollte, das ganze Leben an dir vorbeiziehen zu lassen, nur aus purer Angst, du könntest dadurch keinen gesicherten Bürojob bei Siemens bekommen. Dann studiere vielleicht doch lieber weiter Jura. Ansonsten, LEBE einfach!
Kurz gesagt, und nur meine Meinung: Sinologie JA. Warum auch nicht? Wenn du es als deine Berufung siehst und dein Herz daran liegt, tu es! Lass dir die Sache auch nicht von Miesmachern und Naysayers in diesem Forum ausreden. Es ist DEIN Leben. Andererseits, NUR und ausschließlich Sinologie, ohne auch nur die Option, mal im Land selbst Wurzeln zu schlagen? Wäre für mich Zeitverschwendung. Wenn ich was nicht praktisch anwenden könnte würde ich es nicht studieren. Musst aber nur du selbst entscheiden.
Mir haben die Jahrzehnte in China unersetzbare Lebenserfahrung gebracht, die ich nirgends sonst gefunden hätte. Mit allen Schattenseiten und Scheitern, letzten Endes würde ich es sicher nicht anders machen, auch wenn ich eine Zeitmaschine hätte.
"Brotlos"? Nur ein Wort! Und eines was nicht dein ganzes Leben beherrschen und dich veranlassen sollte, das ganze Leben an dir vorbeiziehen zu lassen, nur aus purer Angst, du könntest dadurch keinen gesicherten Bürojob bei Siemens bekommen. Dann studiere vielleicht doch lieber weiter Jura. Ansonsten, LEBE einfach!
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Der nächste Troll
Löblich!sekai hat geschrieben: 23.06.2024, 11:53Ich habe schon seit Jahren Interesse an China und möchte sehr gern mehr darüber lernen und später auch einen gewissen Bezug zu Chinesisch oder China im Beruf haben.
Letztes Jahr das Abitur gemacht und bereits "seit Jahren Interesse an China". Wow!sekai hat geschrieben: 23.06.2024, 11:53Kurz zur Info: Ich habe letztes Jahr mein Abitur gemacht[..]
Könntest du das vielleicht erklären?
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Re: Ist Sinologie wirklich so brotlos wie manche sagen?
Gern.
Angefangen hat es in den Sommerferien 2019. Zu diesem Zeitpunkt habe ich ebenfalls angefangen mich mehr für Politik zu interessieren. Als ich versucht habe simple politische Grundlagen und Ideologien zu erlernen bin ich entsprechend mit verschiedenen Ländern auf theoretischer Ebene in Kontakt gekommen. Nebenbei hatte ich auch Interesse an Philosophie und Geschichte. In Philosophie habe ich auch meine Facharbeit über die politische Philosophie von Thomas Hobbes mit zeitgenössischer Perspektive geschrieben.
Nicht nur die Politik, sondern auch die Kultur hat mein Interesse geweckt. Das entstand bei mir hauptsächlich durch Spiele und Serien. In den Spielen, die ich gespielt habe bin ich auf chinesische und japanische Kultur gestoßen mit ihrer Architektur und auch Musik. Das hat den Anfang für das Interesse an der Politik und Kultur gebildet.
Umso mehr ich mich mit den politischen Ideologien auseinandergesetzt habe, desto mehr Interesse hat sich entwickelt, wie manche Länder in der Welt dazu kamen. Allgemeine Aspekte wie Geschichte (speziell Weimarer Republik, WWII, Kalter Krieg) gehörten nun einmal zu dieser Sache dazu. Politik ist letztlich eine Sache, die durch vergangene Ereignisse stark geprägt wird.
Jetzt aber zu China: Europäische Geschichte hat mich später weniger interessiert als ich dachte und in der Schule lernt man eben nichts anderes (außer ein wenig über die USA). Politik ist ein globales Konzept. Also habe ich meine Aufmerksamkeit auf den Raum gewendet, der mich politisch und historisch eher interessieren würde: Ostasien. Wie gesagt das Interesse für Ostasien entstand eher aus dem Interesse für politische Ideologien und ihre Entwicklung und eben durch andere Nebenaktivitäten; und (zugegeben) durch eher weniger Interesse an den übrigen Möglichkeiten.
Ich habe immer mehr meine Aufmerksamkeit zu chinesischer Geschichte gebracht indem ich z.B. eine Biographie von Mao gelesen habe. Aber natürlich auch durch Dokus und einige Artikel. Ich habe geguckt wie stark sich chinesische Politik von deutscher Politik unterscheidet, wie sie genau aussieht und sich realisiert. Die Spiele, die ich gespielt habe kamen ursprünglich aus China und haben einige Elemente der chinesischen Kultur eingebaut. Das hat mich EXTREM fasziniert. Es hat sich total anders angefühlt. Erst recht, weil ich davor nie mit dieser Kultur Bekanntschaft gemacht habe.
So wurde es immer mehr. Chinesische Nachrichten sind Teil meines Alltags (auf Englisch). Langsame Versuche schon vor dem Studium ein wenig über die Sprache zu lernen. Fairerweise sollte ich erwähnen, dass es zwar 2019 angefangen hat, aber es war im Vergleich zu heute wesentlich weniger Teil meines Interesses. Eher seit Ende 2022 wurde es wesentlich stärker. Das lag aber auch daran, dass meine Interessen immer so seltsam schwankten. Mal war es China dann Japan dann wieder Richtung deutsche Geschichte usw. Erst später festigte sich das. Woran das genau lag, weiß ich nicht genau, aber wahrscheinlich deshalb, weil ich mit einer Berufsberaterin über meine Interessen gesprochen habe und sie meinte, dass man an meinen Darstellungen eine gewisse Tendenz feststellen kann, die mir nicht so stark bewusst war.
Sorry falls ich zu viel gelabert habe, aber ich hoffe man versteht ungefähr, warum ich diesen Weg eingeschlagen habe. Ich denke, dass ich das auch etwas kürzer hätte rüberbringen können.
Angefangen hat es in den Sommerferien 2019. Zu diesem Zeitpunkt habe ich ebenfalls angefangen mich mehr für Politik zu interessieren. Als ich versucht habe simple politische Grundlagen und Ideologien zu erlernen bin ich entsprechend mit verschiedenen Ländern auf theoretischer Ebene in Kontakt gekommen. Nebenbei hatte ich auch Interesse an Philosophie und Geschichte. In Philosophie habe ich auch meine Facharbeit über die politische Philosophie von Thomas Hobbes mit zeitgenössischer Perspektive geschrieben.
Nicht nur die Politik, sondern auch die Kultur hat mein Interesse geweckt. Das entstand bei mir hauptsächlich durch Spiele und Serien. In den Spielen, die ich gespielt habe bin ich auf chinesische und japanische Kultur gestoßen mit ihrer Architektur und auch Musik. Das hat den Anfang für das Interesse an der Politik und Kultur gebildet.
Umso mehr ich mich mit den politischen Ideologien auseinandergesetzt habe, desto mehr Interesse hat sich entwickelt, wie manche Länder in der Welt dazu kamen. Allgemeine Aspekte wie Geschichte (speziell Weimarer Republik, WWII, Kalter Krieg) gehörten nun einmal zu dieser Sache dazu. Politik ist letztlich eine Sache, die durch vergangene Ereignisse stark geprägt wird.
Jetzt aber zu China: Europäische Geschichte hat mich später weniger interessiert als ich dachte und in der Schule lernt man eben nichts anderes (außer ein wenig über die USA). Politik ist ein globales Konzept. Also habe ich meine Aufmerksamkeit auf den Raum gewendet, der mich politisch und historisch eher interessieren würde: Ostasien. Wie gesagt das Interesse für Ostasien entstand eher aus dem Interesse für politische Ideologien und ihre Entwicklung und eben durch andere Nebenaktivitäten; und (zugegeben) durch eher weniger Interesse an den übrigen Möglichkeiten.
Ich habe immer mehr meine Aufmerksamkeit zu chinesischer Geschichte gebracht indem ich z.B. eine Biographie von Mao gelesen habe. Aber natürlich auch durch Dokus und einige Artikel. Ich habe geguckt wie stark sich chinesische Politik von deutscher Politik unterscheidet, wie sie genau aussieht und sich realisiert. Die Spiele, die ich gespielt habe kamen ursprünglich aus China und haben einige Elemente der chinesischen Kultur eingebaut. Das hat mich EXTREM fasziniert. Es hat sich total anders angefühlt. Erst recht, weil ich davor nie mit dieser Kultur Bekanntschaft gemacht habe.
So wurde es immer mehr. Chinesische Nachrichten sind Teil meines Alltags (auf Englisch). Langsame Versuche schon vor dem Studium ein wenig über die Sprache zu lernen. Fairerweise sollte ich erwähnen, dass es zwar 2019 angefangen hat, aber es war im Vergleich zu heute wesentlich weniger Teil meines Interesses. Eher seit Ende 2022 wurde es wesentlich stärker. Das lag aber auch daran, dass meine Interessen immer so seltsam schwankten. Mal war es China dann Japan dann wieder Richtung deutsche Geschichte usw. Erst später festigte sich das. Woran das genau lag, weiß ich nicht genau, aber wahrscheinlich deshalb, weil ich mit einer Berufsberaterin über meine Interessen gesprochen habe und sie meinte, dass man an meinen Darstellungen eine gewisse Tendenz feststellen kann, die mir nicht so stark bewusst war.
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Re: Ist Sinologie wirklich so brotlos wie manche sagen?
Wie schon gesagt, studiere das was du für richtig hälts und was dich interessiert. Lass dich nicht von Trollen im Internet beeinflussen. Sie können ihren Weg gehen, und du solltest deinen gehen. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen; es sei denn du hast rein fachliche, sprachliche oder organisatorische Fragen. Deinen Lebensweg können wir hier nicht für dich entscheiden.
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