Füße der alten chinesischen Ladies

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Koschka
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Beitrag von Koschka » 21.07.2007, 16:28

das schlimme ist ja, dass die alten chinesen gebundene und sehr kleine füße mal als sehr erotisch empfunden haben sollen. kann ich absolut nicht nachempfinden. müssen einen eigenartigen geschmack gehabt haben, die alten chinesen.
Ich weinte, weil ich keine Schuhe hatte;
Bis ich einen traf, der keine Füße hatte.

http://www.flickr.com/photos/koschka1952/

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meimei
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Beitrag von meimei » 21.07.2007, 16:56

Ja, ich finde es auch sehr schwer vorstellbar. Aber das entwickelt sich wahrscheinlich langsam in einer Gesellschaft und irgendwann haben halt alle vornehmen Frauen gebunde Füsse und nur die "Bauerntrampel" ungebunde und dann empfindet man grosse Füsse halt als plump und hässlich.

Gott bin ich froh dass ich nicht im 19.Jahrhundert in China geboren bin!

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Beitrag von Dr. Zook » 21.07.2007, 21:06

Koschka
müssen einen eigenartigen geschmack gehabt haben, die alten chinesen.
Hmm, ich denke nicht nur die alten Chinesen. Vergleicht man etwa Fußhaltung und Gangart, dann stellt man gewisse Ähnlichkeiten zwischen "Lotusfüßchen" und westlichen Füßen in high-heel Schuhen fest.
Ich glaube aber, dass die von den gebundenen Füßen ausgehende Erotik weniger in der Form der Füße, sondern in der Wahrnehmung des gebundenen Fußes als Fetisch begründet liegt. Die Füße waren ja für Männer absolut Tabu und selbst der Ehemenn sah die Füße der Frau zumeist nur in den Schuhen oder bestenfalls in den parfümierten Binden, niemals aber ungebunden. Ich denke dieses "Geheimnis der Lotusfüße" hat einen großen Teil zu deren erotischer Wirkung beigetragen.
... the rest is silence.

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Beitrag von Koschka » 21.07.2007, 22:39

Hi dr. zook,

fußfetischisten gibt es heute noch weltweit. deren anzahl bewegt sich aber im promillebereich.
du erwähnst die parfumierten fußbinden. das war sicher auch nötig, da diese füße in ihrer qual mächtig gestunken haben müssen, bevor sich die gebrochenen knöchel wieder etwas regeneriert hatten. lies mal das buch von lisa lee "der seidenfächer", eine bessere beschreibung habe ich bis dato nicht gefunden.
gruss koschka
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Beitrag von wuseltiger » 21.07.2007, 22:42

Ich will mal anmerken, dass bereits der Thread-Titel bei mir Würgereize auslöst.. Füße von alten Frauen...

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Beitrag von Grufti » 21.07.2007, 23:14

ich kann ja mal zur Abwechslung meine "Elefantenfüße" per putfile hier hereinstellen... :lol:


Zur Info ...ich habe eh schon Größe 48-50 ( je nach Fabrikat und Breite der Schuhe..)
.. 8)
un dann noch meine stark angeschwollenen Unterschenkel..... die ich eigentlich 48 Stunden am Tag hochlegen müßte... :roll:
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Beitrag von Koschka » 23.07.2007, 07:50

Grufti,

schuhgröße 48 - 50 ? unglaublich, aber damit stehst du ja ganz fest auf dem boden und nichts kann dich erschüttern, oder ?
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Beitrag von Grufti » 23.07.2007, 09:34

schön wär´s :roll:
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Beitrag von xhvonl » 23.07.2007, 11:18

Durch das Füsse Binden wirkten Frauen dann "hilflos", weil sie ja teilweise kaum in der Lage waren vernünftig zu gehen. Das galt bei chinesischen Männern sogar als erotisch.

Ist ja auch heute noch so, je hilfloser bzw. zerbrechlicher eine Frau wirkt, desto interessanter ist sie für den Mann - weckt den Beschützerinstinkt. Auch ein Grund, warum soviele europäische Männer auf zierliche Asiatinnen stehen
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Beitrag von Shilena » 23.07.2007, 13:06

Aua... na, ob diese Füße ohne Socken und Schuhe auch noch erotisch wirkten, so vollkommen zerstört?

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Beitrag von meimei » 23.07.2007, 23:03

Sicher nicht, aber die hat man ja als Mann auch nie ohne gesehen.
Normalerweise auf jeden Fall nicht.
Da kommt mir noch ein Buch in den Sinn, "Ostwind, Westwind" von Pearl S.Buck. Darin gehts um eine junge Frau mit gebundenen Füssen die an einen Mann verheiratet wird, der länger im Westen war. Zu ihrem Erstaunen findet er ihre gebunden Füsse gar nicht toll und überhaupt ihre ganze arragierte Heirat, hat da nur seinen Eltern zuliebe mitgemacht. Als er ihr vorschlägt, mit ihr zusammen ihre Füsse zu entbinden, ist sie zuerst entsetzt. Aber sie merkt dann, dass es ihre einzige Chance ist ihm nahezukommen und so stimmt sie dann zu und ist am Schluss sehr stolz auf ihre "grossen" Füsse und ihr Mann natürlich auch auf sie:-) Ich hab das vor Jahren gelesen, aber damals gefiel es mir sehr gut.

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Beitrag von belrain » 24.07.2007, 21:56

xhvonl hat geschrieben:
@Belrain

Du lässt einen neuen Experten für chinesische Kultur an dir erkennen.
Hehe, danke :wink:
Aber ich habe es selbst aus dem Buch "Wilde Schwäne". Haben hier doch sicher viele gelesen, oder?
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Beitrag von xhvonl » 25.07.2007, 06:15

Ach,《鸿》in Chinsisch! sehr sehr bekannt, aber leider vorallem im Ausland. Ich will gerade mit dem Buch anfangen, weiß aber nicht, ob der Inhalt irgendwie ähnlich wie meine Geschichte.

Die echte Geschichte habe ich zwar nicht persönlich erlebt, aber durch die Erzählung meiner Großeltern habe ich was quasi ein bisschen was hautnahe mit erlebt.

Meine 奶奶, Großmutter vaterlicherseits, hat glücklicherweise "die Fußbingung" überlebt. Damals war der Volksgedank in Städten fortschrittlich als auf dem Land, wo meine 姥娘 -Großmutter mütterlicherseits-nun mal die kleinen Füße bekam. Oder meine ältere 姥娘 war auch in Städten groß geworden, nur hatte sie die Fußbefreiung nicht erreicht?
Mein 爷爷 (Mann meiner 奶奶) war 1957-1958 aus absolut unsinnigem Grund zum 右派 (sogenannter Recht-extremist) verurteilt. Erst bekam er in den 80ziger Jahren die Rehabitation.
In der Kulturrevolution 1966-1976 wurde meine 奶奶 auch natürlich aufgehoben deskriminiert wegen der höheren Postion in der lokalen Regierung. Mache aber haben aus Unerträglichkeit Selbstmord genommen.

Alle meiner Eltern den Horrorhunger 1958-1960 überlebt. Das unfreundliche Wetter war im Endeffekt der Verursache. Nicht wegen der fehlenden Arbeitselan. Elan fehlt damals nie.

Als Kind wurde ich kommunistische Lieder beigebracht, und nahm Ankel Leifeng als Vorbild. Im unserem Schulzimmer hingen Bilder von Marx, Engels, Lenin, Starlin und Mao Ze Dong vorne. Ich schrieb immer "Ärmeste Bauer" ins Formullar rein, was meine Falimienabstammung betrifft.

ich denke, die Erzählung ist schon genug, um ein anderes 《鸿》erzustellen.

Einige Punkte im Buch sind ein bisschen von der Tatsache abgewichen. :?
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Beitrag von belrain » 26.07.2007, 07:15

Wie genau das Buch ist, kann ich nicht beurteilen. Aber ich muss sagen, mir als Ausländer gab es einen tiefen Einblick darin, was in der Kulturrevolution teilweise passiert ist. Dadurch wird es für mich auch leichter, manches in China zu verstehen. Allerdings habe ich noch ein paar mehr Bücher über China im Schrank - und auch gelesen :wink:
Man muss ja verschiedene Quellen vergleichen können :wink:
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