Laogai hat geschrieben:Nicht direkt zum Thema, aber ich finde es ziemlich peinlich und fast schon respektlos, dass die deutschen Medien es nicht auf die Reihe bekommen den Namen der getöteten Studentin korrekt zu schreiben. Also
Yangjie Li (falsch) statt
Li Yangjie (richtig).
Das mag vielleicht kleinlich klingen, aber chinesische Politiker werden doch auch in der in China üblichen Reihenfolge (erst der Familienname, dann der "Vor"name) genannt. Nach
Zedong Mao,
Xiaoping Deng,
Keqiang Li oder
Jinping Xi sucht man in den westlichen Medien jedenfalls vergeblich. Genau so wie man in den chinesischen Medien vergeblich
默克尔·安格拉 oder
诺伊尔·曼努埃尔 finden wird
Wenn man weiter so inkonsistent bleibt fällt es dem Michel natürlich schwer zu begreifen, dass in manchen Ländern der Familienname an erster Stelle steht.
Ist mir auch aufgefallen.
Und noch was: Wieso ist der Fall "nur" ein (verglichen mit ähnlichen Mordfällen) regionales Thema?
Klar gibt es auch überregionale Zeitungen, die diesem Fall mal einen Artikel gegönnt haben.
Aber außer Meldungen von Regional-Zeitungen fast wörtlich zu übernehmen, kam und kommt da nicht viel (BILD mal außen vor).
Und was das TV betrifft, ist dieser Umstand noch offensichtlicher.
Man hat zwar die Tatverdächtigen (und damit m.E. auch die Täter) aber die Hintergründe dieses Falles sollten doch für investigative Journalisten von Interesse sein:
Die der Tat.
Die Art der Ermittlungen
Evtl. Verwicklungen der Mutter und des Vaters des Hauptverdächtigen.
Die Rolle der Ermittlungsbehörden und der Justiz - auch mit Blick auf deren Rolle bei der Ermittlung der Todesursache des Afrikaners 2005.
Früher wären SPIEGEL, STERN und FOCUS da schon längst am Ball.
Von den überregionalen TV-Sendern mal ganz zu schweigen.