"Spracherziehung" der Kinder

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"Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von steph » 03.01.2016, 17:54

Hallo zusammen,

ich weiss nicht, ob das Thema hier im Forum schon angesprochen wurde, aber mich würde interessieren, wie das mit der Erziehung (Sprache) Eurer Kinder mit der chines. Partnerin ist?!
Wir sind zwar noch kinderlos, aber das wird sich wohl in Zukunft ändern...
Da Kinder sehr schnell lernen, sollte das Erlernen 3 er Sprachen (z.B. deutsch/chines./english) kein Problem darstellen?!

Wie läuft das bei Euch?!



Gruß
Steph

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von Laogai » 03.01.2016, 18:09

steph hat geschrieben:ich weiss nicht, ob das Thema hier im Forum schon angesprochen wurde [...]
:arrow: Wie sage ich es meinem Kind?
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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von Laogai » 04.01.2016, 00:05

Dazu:
steph hat geschrieben:Da Kinder sehr schnell lernen, sollte das Erlernen 3 er Sprachen (z.B. deutsch/chines./english) kein Problem darstellen?!
Das funktioniert, wenn das Kind drei enge Bezugspersonen hat, die jeweils nur in einer Sprache, vorzugsweise der "Mutter"sprache, mit dem Kind kommunizieren. Zum Beispiel der Vater nur auf Chinesisch, die Mutter nur auf Deutsch und das Kindermädchen nur auf Englisch.

Eure Konstellation ist vermutlich folgende: Du sprichst muttersprachlich Deutsch, deine Freundin und hoffentlich bald-Ehefrau Chinesisch und gemeinsam unterhaltet ihr euch auf Englisch. Richtig? Wenn dem so ist, dann vergiss das mit dem Englisch als dritte "Sprache" für das Kind ganz schnell wieder!

Wichtig ist wie bereits gesagt, dass die Beziehungsperson nur in einer Sprache mit dem Kind redet. Also du konsequent Deutsch und deine Freundin/Frau Chinesisch. Du und deine Freundin/Frau könnt euch natürlich weiterhin auf Englisch unterhalten. Das wird euer Kind nicht automatisch Englisch sprechen lehren (zum Glück, denn ich gehe mal davon aus, dass weder du noch deine Freundin die Sprache wie ein Muttersprachler beherrscht), aber es wird ziemlich bald verstehen worüber ihr euch unterhaltet. Und somit einen gewissen Zugang zum Englischen bekommen.
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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von mario.s » 04.01.2016, 02:52

Unser Sohn ist nun fast zweieinhalb Jahre alt. Im Moment spricht er hauptsächlich Mandarin. Überdies versteht er Deutsch, Englisch und die lokale Mundart. Mitunter mischen sich diese Sprachen auch ein Wenig. So gibt es manchmal verbale Schelte à la "Nein, nein, nein!" wenn Altersgenossen etwas tun was nicht seinem Wunsch entspricht.

Die Spracherziehung verteilt sich auf meine Frau, welche Mandarin mit ihm spricht, meine Wenigkeit, welche sich strikt an Deutsch hält (ob meines Sprachverständnisses mitunter etwas unkonsequent wenn es darum geht nur deutsche Anworten zu akzeptieren), die Schwiegereltern und unsere Ayi in der lokalen Sprache und Dora the Explorer sowie gemeinsame Unterhaltungen zwischen meiner Frau und mir was das Englische angeht. Bald wird er in einen benachbarten Kindergarten gehen, welcher auch einige Expats zur Spracherziehung einsetzt.

Wohin dies führt, werden wir sehen. Mit höherem Alter wird er die Sprachen sicher besser zu trennen wissen. Dass dabei zwangsweise perfektes Deutsch oder Englisch gelernt werden halte ich im Moment noch nicht für ausgeschlossen. Wenn er es denn sprechen und weiter vertiefen möchte.
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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von ingo_001 » 06.01.2016, 02:08

Guckst Du hier: http://forum.chinaseite.de/viewtopic.ph ... ig#p215081

Ergänzung: Mittlerweile ist Tochter Nr. 1 in der ersten Klasse und besucht 1 x wöchentl. (auf eigenen Wunsch) einen Englisch-Kurs, der von einer Sprachschule dort angeboten wird.

Der Lehrer ist english native speaker - obwohl sich meine Nackenhaare sträuben bei einem us-Amerikaner von "richtigem" Englisch zu sprechen :mrgreen:

Wer das "richtige" (britische) Englisch gelernt hat, weiß, was ich meine.

Einen kleinen Eindruck bekommt man, wenn man die BBC mit den CNN Nachrichtensprechern vergleicht.

Vielleicht bin ich da aber auch nur zu old school :wink:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von lilalisa » 08.01.2016, 19:20

Bin zwar noch kinderlos, es gibt etliche deutsch-ausländische Paare in meinem Freundeskreis. In einer binationalen Familie, wo es zwei oder gar mehrere Sprachen gesprochen werden, fangen die Kinder in der Regel ein bis zwei Jahre später an zu sprechen, als die Kinder monolingualer Familien.

Es ist dringend zu empfehlen, dass der jeweilige Elternteil nur für das Beibringen dessen Muttersprache(n) zuständig ist. Also wie und auf welche Sprache(n) sich der amerikanische Vater und die deutsche Mutter untereinander kommunizieren, ist recht egal. Aber wenn die Kinder auch dabei sind, soll er nur Englisch und sie nur Deutsch/Bayerisch mit denen reden.

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von steph » 08.01.2016, 19:28

lilalisa hat geschrieben:Bin zwei noch kinderlos, es gibt etliche deutsch-ausländische Paare in meinem Freundeskreis. In einer binationalen Familie, wo es zwei oder gar mehrere Sprachen gesprochen werden, fangen die Kinder in der Regel ein bis zwei Jahre später an zu sprechen, als die Kinder monolingualer Familien.

Es ist dringend zu empfehlen, dass der jeweilige Elternteil nur für das Beibringen dessen Muttersprache(n) zuständig ist. Also wie und auf welche Sprache(n) sich der amerikanische Vater und die deutsche Mutter untereinander kommunizieren, ist recht egal. Aber wenn die Kinder auch dabei sind, soll er nur Englisch und sie nur Deutsch/Bayerisch mit denen reden.

danke lilalisa... interessanter Beitrag! (speziell die Erfahrungen der Kiner Deiner Freunde, welche mit 1- 2 Jahren später anfangen zu reden...)... d.h. diese fangen generell erst später an, überhaupt zu reden, egal in welcher Sprache?!
Es ist natürlich schwer, nur in seiner eigenen Muttersprache zu reden, wenn das Kind dabei ist, und die Partnerin gleichzeitig auch... (wie bei uns, wir unterhalten untereinander auf englisch, ich spreche kein chines., und meine Frau lernt gerade deutsch)

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von lilalisa » 08.01.2016, 19:37

steph hat geschrieben: danke lilalisa... interessanter Beitrag! (speziell die Erfahrungen der Kiner Deiner Freunde, welche mit 1- 2 Jahren später anfangen zu reden...)...
d.h. diese fangen generell erst später an, überhaupt zu reden, egal in welcher Sprache?! ...
Bitte schön, nichts zu danken...

Angeblich ja, ... weil das arme Kind natürlich nicht sofort weiß, dass Papa und Mama verschiedene Sprachen mit ihm sprechen und glaubt, das Ganze sei eine Sprache. Bis es langsam die eine von der/den anderen unterscheidet, vergeht sicherlich schon ein "Weilchen" :lol: :lol: :lol:

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von steph » 13.01.2016, 13:52

hallo zusammen,

gibt es hier Mitglieder im Forum, welche Ihren Kindern 2 "chinesische Sprachen" beigebracht haben?
Also ich meine jetzt z.B. mandarin und kantonesisch... oder auch mandarin und einen spezielle Sprache einer bestimmten Stadt oder Region...?
Vielleicht dazu noch englisch und deutsch des Vaters, bzw. beides auch noch von der Mutter oder von beiden gelernt?!
Wäre mal interessant zu wissen, ob und wie das alles funktioniert... oder "wievielsprachig" ein Kind aufwachsen kann...


danke und Gruß
Steph

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von Stephan1975 » 13.01.2016, 14:47

Wir haben einen 5 ½ jährigen Sohn und eine 10 Monate alte Tochter. Wir leben alle in Deutschland. Zuhause spricht meine Frau ausschließlich Mandarin und ich ausschließlich Deutsch mit meinem Sohn. Zwischen meiner Frau und mir wird Englisch gesprochen, mein Sohn versteht mittlerweile ein Teil davon.
Obwohl er seit mehr als 3 Jahren in den deutschen Kindergarten geht, muß ich sagen, dass er deutlich besser Mandarin sprechen kann. Daher habe ich nun etwas mehr Acht auf Deutsch gegeben und es verbessert sich, so dass er keine Schwierigkeiten in der Schule bekommt. Wir haben uns darüberhinaus entschieden, ihn in eine private Bilinguale Schule (deutsch/englisch) zu geben, da wir der Meinung sind, dass man vor allem in jungen Jahren die Kinder deutlich einfacher sprachlich fördern können.
Wir kennen einige sogar komplett Chinesische Paare, dessen Kinder durch den Kindergarten fast das Chinesische verloren haben und mit ihnen Deutsch sprechen. Meine Frau hatte hier immer die Befürchtung, dass dies auch mit unserem Sohn passieren würde. Bis jetzt ist es nicht geschehen... Übrigens hatten wir vorher mit unserem Sohn verabredet, dass er mit Meimei Mandarin sprechen sollte. Das tut er auch.

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von steph » 13.01.2016, 19:41

Stephan1975 hat geschrieben:Wir haben einen 5 ½ jährigen Sohn und eine 10 Monate alte Tochter. Wir leben alle in Deutschland. Zuhause spricht meine Frau ausschließlich Mandarin und ich ausschließlich Deutsch mit meinem Sohn. Zwischen meiner Frau und mir wird Englisch gesprochen, mein Sohn versteht mittlerweile ein Teil davon.
Obwohl er seit mehr als 3 Jahren in den deutschen Kindergarten geht, muß ich sagen, dass er deutlich besser Mandarin sprechen kann. Daher habe ich nun etwas mehr Acht auf Deutsch gegeben und es verbessert sich, so dass er keine Schwierigkeiten in der Schule bekommt. Wir haben uns darüberhinaus entschieden, ihn in eine private Bilinguale Schule (deutsch/englisch) zu geben, da wir der Meinung sind, dass man vor allem in jungen Jahren die Kinder deutlich einfacher sprachlich fördern können.
Wir kennen einige sogar komplett Chinesische Paare, dessen Kinder durch den Kindergarten fast das Chinesische verloren haben und mit ihnen Deutsch sprechen. Meine Frau hatte hier immer die Befürchtung, dass dies auch mit unserem Sohn passieren würde. Bis jetzt ist es nicht geschehen... Übrigens hatten wir vorher mit unserem Sohn verabredet, dass er mit Meimei Mandarin sprechen sollte. Das tut er auch.

hallo Stephan1975,

danke, endlich mal ein hilfreicher Beitrag in Form eines Erfahrungsberichtes... hat man leider immer seltener hier...
Vielleicht kommt es auf das Verhältnis an, wie häufig die Kinder die verschiedenen Sprachen hören und sprechen, ich denke das er besser mandarin als deutsch spricht liegt daran, das Du wahrscheinlich beruftätig bist, und Du dadurch nicht die Zeit hast, wie Deine Frau Sie hat...
Ich hoffe das klappt bei Euch mit allen 3 Sprachen...

Gruß
steph

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von Linnea » 13.01.2016, 22:18

Erfolgreich dreisprachig ist mir bekannt: Muttersprache, Vatersprache, Umgebungssprache. In dem Fall sprach der eine Elternteil allerdings die Umgebungssprache ebenfalls auf muttersprachlichem Niveau und hatte sehr gute Kenntnisse der Sprache des anderen Elternteils. Der zweite Elternteil sprach die Umgebungssprache sicher, aber nicht akzentfrei.

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von midnightsun » 21.04.2016, 13:09

Es gibt viele Familien, in denen die Eltern verschiedener Nationalität sind. In solchen Familien kennen die Kinder allgemein zwei Sprachen – Muttersprache und Vatersprache. Und die dritte und vielleicht die vierte Sprache k önnen sie schon in den Kindergärten oder in den Schulen lernen.

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von Skorpid » 25.04.2016, 08:26

Unser Junior ist 20 Monate alt, meine Frau spricht nur Mandarin mit ihm, ich nur Deutsch, untereinander sprechen wir Deutsch. Umgebungssprache ist Deutsch. Sprechen tut er noch nichts, außer "Mama" und inzwischen "neinein" wenn er was nicht will :-/ Verstehen kann er uns aber zweisprachig schon sehr gut, wobei er meine Frau besser versteht, da sie sich den ganzen Tag um ihn kümmert. Wechselt problemlos hin und her (haben so chinesische Obst/Gemüse Pappkarten, wenn wir ihn abwechselnd fragen, zeigt er meist richtig).

Gerade gestern waren wir auf dem Geburtstag eines rein chinesischen Kindes, welches 2 Jahre wurde und bereits bis 5 zählt und rudimentär reden kann. Ein anderes rein chinesisches Paar in dem die Mutter halbwegs Deutsch und der Vater nur rudimentär Deutsch spricht, hat seine 4 Jährige Tochter in einem deutschen Kindergarten, in dem eine Erzieherin sogar auf russisch spricht ( :shock: wohl DDR-Reste), die verstehen ihre eigene Tochter teilweise nicht.

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Re: "Spracherziehung" der Kinder

Beitrag von rundherum » 25.04.2016, 11:20

Welchen Einfluss hat die Sprache, in welcher die Eltern untereinander kommunizieren?
Meine Frau redet kantonesisch und ich deutsch, untereinander sprechen wir jedoch Mandarin (plus etwas Deutsch und Englisch).
Wird das einen negativen Einfluss auf den Spracherwerb des Kindes haben? (Wobei noch kein Kind in Aussicht ist, nur hypothetisch)

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