Dann werd ich mich mal austoben, grad nix zu tun...
Zunächst zur Luft:
Beijing: Bedingt durch die geografische Lage liegt Beijing öfter im Einflussbereich von Sand/Staubstürmen aus westlicher bis nordwestlicher Richtung. Das kann dazu führen, dass die Sichtweite innerhalb weniger Stunden rapide abnimmt, ebenso wie die Luftqualität. Der Staub selbst ist nervig, für die Gesundheit aber weniger bedenklich als beispielsweise Feinstaubpartikel aus Verbrennungsprozessen. Diese Stürme kommen häufiger im Frühjahr vor (vermute mal, dass aus der Steppe aufgrund der zu dieser Zeit noch kaum vorhandenen Vegetation mehr Partikel vom Wind aufgenommen werden), können aber das ganze Jahr über auftreten.
Zu dieser natürlichen Feinstaubbelastung kommt die anthropogene Belastung hinzu, die ebenfalls im Winter/Frühjahr erhöht ist. Grund hierfür ist vermehrte Kohleverbrennung, da mehr geheizt wird. zur Kohlverbrennung kommen, besonders im Zentrum von Beijing, die Autoabgase hinzu, die allerdings einen geringeren Anteil der anthropogenen Emissionen ausmachen als die Kohleverbrennung.
In Beijing kommt es regelmäßig zu einem rapiden Anstieg der Smogkonzentration mit teils exorbitanten Werten die in Deutschland wohl eine mediale Apokalypse auslösen würden. So schnell diese Spitzenwerte erreicht werden, können sie aber auch wieder zurückgehen, dank des regelmäßig die Stadt "säubernden" Windes. Diesem Wind hat die Stadt den ein oder anderen kristallklaren Tag zu verdanken.
Shanghai:
In Shanghai gibt es keine Staubstürme (Ausnahmen gibts natürlich immer). Gleichzeitig fehlt aber oft der "säubernde" Wind, was Shanghai wochenlang in einen zähen Dunst hüllen kann, der zwar die Sonne durchlässt, aber blauer Himmel trotzdem nicht zu sehen ist. Die Spitzenwerte sind im Vergleich zu Beijing (deutlich) geringer, allerdings ist die Anzahl der wirklich guten Tage mit einem PM2.5 < 50 µg sehr gering, geringer als in Beijing.
Die Belastung der Luft ist weniger stark von Kohleverbrennung geprägt als in Beijing, aber wie in Beijing gibt es auch in Shanghai viele Autos welche die Luft verpesten.
Ob die kumulative Aufnahme an (anthropogen emittiertem) Feinstaub / Zeit in Beijing oder Shanghai größer ist weis ich nicht. Welche Stadt in dieser Hinsicht "gesünder" ist ist auch schwierig zu sagen. Rein subjektiv würde ich sagen, dass in Shanghai die Luft besser ist. Trotzdem würde ich die Verhältnisse in Beijing vorziehen, da ich den blauen Himmel in Shanghai oft vermisse.
Chengdu:
Kenne ich mich nicht aus. Westlich von Chengdu beginnt irgendwann das tibetische Hochplateau, die lokalen Windsysteme sind dadurch andere als in Beijing oder Shanghai... Schau dir mal folgende Seite an:
http://aqicn.org/city/chengdu/
Ich hatte mal eine Karte in der Hand bezüglich der Luftqualität in China. Vlt. finde ich die noch.
Essen:
1. Platz: Chengdu
2. Platz: Chengdu
3 Platz: Chengdu
irgendwann folgen dann Beijing und Shanghai. Das Essen in Shanghai ist mir manchmal etwas zu schleimig. Hatte bisher nirgends so geniales (und scharfes!) Essen wie in Chengdu.
Allgemein würde ich persönlich nach Chengdu gehen. Im Westen gibts 2-6 Autostunden entfernt eine Bergwelt mit viel Abenteuerpotenzial, die Stadt ist nicht so überrannt wie Beijing oder Shanghai. Beijing bietet im Umland zumindest noch eine Art Mittelgebirge mit schöner Landschaft. In Shanghai gibts, zumindest für meinen Geschmack, keine keine nennenswert schöne Natur. Alles so flach ...
Chengdu ist eine Tier 2(?) City, d.h. es ist mehr "chinesisch" und das Angebot an für den Westler vorhandenen Möglichkeiten zum "austoben" ist geringer. Genau deswegen, mal vom guten Essen abgesehen, gefällt mir aber die Stadt besser als z.B. Shanghai. Weniger eingebildete Schnösel aus dem Westen
Viel Spaß in China!