Warum nicht AFD wählen?

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Re: Warum nicht AFD wählen?

Beitrag von Yingxiong » 12.09.2015, 09:07

RoyalTramp hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:Du verstehst es einfach nicht! Jedes Jahr zu streiken zeigt doch ganz klar, dass es NICHT um die Arbeiter geht, sondern nur um die Macht der Gewerkschaftsfunktionäre.
*cry* Was? Jedes Jahr streiken? Wo denn? Meinst du die Piloten, Fluglotsen und - warte - die Lokführer und Zugbegleiter? Wow! Immerhin als 0,7% aller erwerbsmäßig Angestellten in Deutschland. Und weil die - zugegeben - das Streikrecht "ausreizen" (einen "Missbrauch" bitte beweisen, lieber Yingxiong!) müssen 100% der gewerkschaftlich organisierten Angestellten plötzlich mit dem Kahlschlag durch das Tarifeinheitsgesetzt klar kommen? Weil es also ein paar "Irre" gibt, müssen ALLE dranglauben? Was hat DAS noch mit der SPD zu tun?
0.7% wollen also darüber bestimmen, was alle anderen dürfen. Die Arbeiter, die ein ganzes Jahr gespart haben, um im Sommer in die Ferien zu fliegen, müssen sich Sorgen um ihren Urlaub machen, weil die Grossverdiener (Piloten) noch mehr Geld wollen.

Und wenn 0,7% über alle bestimmen wollen, nennt man dies Diktatur.

Du merkst gar nicht, wie dein fundamentalistisches Denken den Arbeitern mehr schadet, weil du gar nicht über die Konsequenzen deines Handelns nachdenkst.
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Re: Warum nicht AFD wählen?

Beitrag von Yingxiong » 12.09.2015, 09:24

RoyalTramp hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:Wenn du mit deinen Aussagen Recht hättest, müsste in der Schweiz auch permanent gestreikt werden. Dem ist aber nicht so. Hier wird nur sehr selten gestreikt. Und trotzdem geht es den Arbeitern gut. Denn wenn man nicht jedes Jahr unverschämte Forderungen stellt, ist auch die Arbeitgeberseite bereit, langfristige Konzepte zu akzeptieren. Aber wenn man unverschämte Forderungen stellt, wie die derzeitigen Gewerkschaftsfunktionäre in Deutschland, dann aktiviert man nur ein Selbstschutzverhalten bei der Arbeitgebern.
Ich hatte vom Gerechtigkeitsgefälle gesprochen und nicht vom Einkommenunterschied. Und das in der Schweiz nicht so "viel" gestreikt wird, spricht eben für meine These, dass dort die Arbeitswelt noch in Ordnung ist und man dort faire Gehälter für faire Arbeit bekommt und es einen gesellschaftlichen Pakt zwischen AN und AG gibt. In Deutschland ist meiner persönlichen Meinung und nach allem, was mir noch befreundete Malocher erzählen, das glatte Gegenteil der Fall. Zwischen AN und AG herrscht zutiefstes Misstrauen. Man arbeitet nicht mehr miteinander sondern gegeneinander. Die Chefs sitzen dabei immer am längeren Hebel, weil sie wesentlich mehr Einfluss nehmen können, als die Arbeiter.
Ist dir eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, dass dieses Misstrauen von ALLEN politischen Parteien erst gesät wird? Wenn du mal genau analysierst, was die politischen Parteien sagen, wenn die Konjunktur steigt und es wirtschaftlich aufwärts geht, wirst du merken, dass die Opposition IMMER alles schlecht redet. Und dies nur aus politischem Kalkül, um "Wähler zu manipulieren", und nicht, um wirklich das Beste für das Land und die Menschen im Land zu erreichen.

So erzeugt man natürlich bei Leuten, die 2-4 Autos, 4 Fernseher ... zuhause haben das Gefühl, es ginge ihnen noch nie so schlecht wie heute.

Hättest du eine pädagogische oder psychologische Ausbildung, hättest du dich wahrscheinlich mal mit der "lösungsorientierten Beratung" beschäftigt. Das Leben besteht eben nicht nur aus Problemen, aber wenn ich immer nur die Probleme aktiv halte, sehe ich Lösungen bzw. das Positive nicht mehr. Aber genau das versuchst du. Es geht dir nicht um die Lösung von Problemen, sondern nur um das Hochhalten eines kollektiven Minderwertigkeitskomplexes, damit alle "Arbeiter" das Gefühl haben, wie schlecht es ihnen doch gehe und das man gegen die Arbeitgeber grundsätzlich kämpfen muss.

Wenn ein Weg nicht den Erfolg gebracht hat, muss man etwas ändern!

Wenn man in eine Sackgasse geraten ist, muss man eben auch bereit sein, den Weg zu ändern und gegebenenfalls zurück gehen.
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Re: Warum nicht AFD wählen?

Beitrag von Yingxiong » 12.09.2015, 09:35

RoyalTramp hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:Und du nennst mich "Weichspüler"? Da sieht man mal, wie wenig Ahnung du hast und dass du auch nicht willens bist, über Dinge nachzudenken. Du kennst doch den Ausdruck "Gewalt erzeugt Gegengewalt". Dies gilt auch, wenn es sich nicht um körperliche Gewalt handelt.
Hast du es eigentlich auch schonmal mit Kompromissbereitschaft probiert? Oder willst du immer nur mit aller Gewalt etwas durchsetzen.
Also definitiv Weichspüler, wenn du Angst davor hast, dir eine blutige Nase zu holen ("Gewalt erzeugt Gegengewalt"). Da waren SPD-Funktionäre anno dazumal aus ganz anderem Holz geschnitten. Wie gesagt: Die heutige SPD-Generation kann man komplett in die Tonne klopfen. Da ist nix mehr mit Kämpfen. Da ist kein Blut! Nur noch Zombies!
Leute, die heute noch versuchen, mit Methoden zu arbeiten, die vor 50-70 Jahren mal funktioniert haben, nennt man "Ewig Gestrige".

Wer nicht dazu lernt, bleibt auf der Strecke.

Oder wie hat es Gorbatschow genannt: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!"
RoyalTramp hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:Hast du wirklich eine Lehrerausbildung? Oder unterrichtest du, ohne entsprechend ausgebildet zu sein?
Ich verstehe die Frage in dem Kontext nicht. Aber ich denke, ich weiß, worauf die hinauswillst. Du versuchst, meine Person in Misskredit zu bringen. Aber ich mache dir den Gefallen: Nein, ich bin nicht ausgebildeter Pädagoge und verfüge über kein Lehrzertifkat für DaF. Aber mein Studienabschluss befugt mich an einer Universität als Lektor zu arbeiten und ich denke, dass es dann für ein privates Bildungsinstitut, dass im weitesten Sinne wie die deutsche Schülerhilfe organisiert ist, ausreicht. So hat es jedenfalls auch mein chinesischer Arbeitgeber gesehen. Und was Grammatik betrifft, stecke ich noch die meisten Deutschlehrer in die Tasche! Dafür hat mein Vater gesorgt. ;)

Aber keine Sorge. Jetzt bin ich in D und werde mich nächste Woche bei dem Integrationscenter für Arbeit "arbeitssuchend" melden und ich wette: Bei der Beratung wird man mir aufgrund meiner 8-jährigen Lehrerfahrung in China eine Weiterbildung zum DaF-Lehrer nahelegen und mich als Deutschlehrer für Integrationskurse einsetzen (Ui! Ein fieser Rassist wird dann den ganzen Illegalen Deutsch beibringen! Ein Treppenwitz eigentlich... *Zynismus off* ;)
Vielleicht solltest du es ja doch mal mit einer richtigen Lehrerausbildung versuchen und in einer Hauptschule unterrichten, damit du Kontakt mit der Realität bekommst und damit du lernst, mit schwierigen Situationen umzugehen und Lösungen zu finden, die nicht nur fundamentalistischem Gedankengut entspringen.
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Re: Warum nicht AFD wählen?

Beitrag von Yingxiong » 12.09.2015, 09:47

RoyalTramp hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:Gewerkschaftsmitglieder und Angestellte sind keine Menschen? Etwa Götter?
Du weißt, worauf ich hinauswollte. Du sagtest: "...für die Menschen machen"... ich finde den Begriff "Menschen" hier zu breit, da er ALLE umschließt, und ich dem entgegengehalten habe, dass eine Gewerkschaft nicht ALLEN gegenüber verpflichtet ist, sondern nur "den Menschen", die in ihr organisiert sind.
Also doch Diktatur. Nur Klientelpolitik. Die anderen Arbeiter sind egal. DAS NENNE ICH MAL SOZIAL!

RoyalTramp hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:Habe ich dich richtig verstanden: Du meinst also, die Arbeiter sollen blind streiken und wenn sie ihre Jobs wegstreiken, sind die selber Schuld. Warum arbeiten sie auch für eine Firma mit einem schlechten Management. Und du willst Sozialdemokrat sein?
So ein schlechtes 阅读 für einen deutschen Muttersprachler raubt mir fast den Atem! Ich hatte dir unterstellt, dass du den Mitarbeitern den Konkurs der Firma selbst in die Schuhe schiebst, denn du hattest geschrieben:
altes Yingxiong-Zitat hat geschrieben:Vor einigen Jahren - als ich noch in Deutschland gelebt habe - kam aus meinem Sportverein eines Tages ein Mitspieler und hat ganz stolz erzählt, dass er in seiner Fabrik ins Streikkomitee gewählt worden ist. Da ich wusste, dass es dieser Firma wirtschaftlich nicht so gut ging, habe ich ihm gesagt, er solle aufpassen, dass er nicht seinen Job wegstreike. Er: nein, nein; das passiert nicht. Ein halbes Jahr später hat die Firma Konkurs angemeldet.
Diese Zitat ergibt zweifellos, dass du deinem Kollegen und dessen Arbeitskollegen indirekt selbst die Schuld für den Konkurs der Firma gibst, denn du verknüpfst hier "Streikkomitees" und "Konkurs" über eine implizite konsekutive Logik. Meine Interpretation deiner Aussage: "Ich habe ihn gewarnt, er solle seinen Job nicht wegstreiken, und ein halbes Jahr später (= Folge) hat die Firma Konkurs angemeldet."

Du kannst mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen, und erklären, welche andere Logik du mit deinen Ausführungen implizierst.

Ich halte dem entgegen, dass der Konkurs auf schlechtes Managment zurückzuführen ist als Grundursache! Und genauso und nicht anders hätte auch ein SPD-Mitglied vor 20 Jahren gedacht und geredet! Aber in der heutigen SPD ist das alles nicht mehr so! Man muss ja "mit der Zeit gehen" und *schwupps* schon liegt man nur noch bei maximal 25%... Tendenz sinkend. Und Leute wie du erkennen nicht die Ursachen für diesen Niedergang dieser einst mächtigen und stolzen Volkspartei!
Es spielt doch keine Rolle, ob es sich um schlechtes Management der Firma handelte oder nicht! Fakt ist: Sein Job ist futsch - und der vieler anderer Arbeiter auch! Was nützt also ein höherer Gehaltsabschluss für einen Job, wenn der Job nicht mehr da ist? NICHTS!

Die Arbeiter haben also das Gegenteil von dem erreicht, was sie wollten. Und nur, weil sie auf Leute wie dich gehört haben, die ihnen das Blaue vom Himmel versprochen haben.

NOCHMAL: DIE LEUTE SIND HEUTE ARBEITSLOS!

Und nur, weil sie blind auf Leute wie dich vertraut haben!
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Re: Warum nicht AFD wählen?

Beitrag von RoyalTramp » 12.09.2015, 10:23

@ Yingxiong

Sorry, aber ich kenne NULL Arbeiter, die es sich leisten könnten, mit Lufthansa in den Urlaub zu fliegen. Ich kenne nur Leute, die mit LTU nach Malle oder in die Türkei fliegen können. Aber wie ich schon sagte: Bayern und NRW sind, was Arbeiter betrifft, völlig unterschiedliche Welten.

Im Übrigen habe ich doch mehrfach betont, dass auch ich finde, dass die Piloten und Lokführer das Streikrecht sehr ausgereizt haben. Aber was hat das mit den anderen gewerkschaftlich organisierten Arbeitern zu tun, die jetzt durch das Tarifeinheitsgesetz betroffen sind? Wo ist da die Fairness? Weil also ein minimaler Anteil der Angestellten Amok läuft, muss jetzt die Mehrheit dran glauben?
Ist dir eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, dass dieses Misstrauen von ALLEN politischen Parteien erst gesät wird?
Das ist Quatsch mit Soße! Das Misstrauen kommt dadurch, dass die Arbeiterschaft ganz genau registriert, was die Manager in den Unternehmen machen! Und wenn man dann z.B. einen Rekordgewinn einfährt, aber gleichzeitig die Streichung von 4000 Stellen ankündigt, dann stimmt da was nicht! Wenn das Unternehmen verlautet, dass man einen Verlust gemacht habe, sich aber das Management gleichzeitig einen Aufschlag von mehreren hundert Tausenden €s durch die Aktionäre genehmigen lässt, dann stimmt da was nicht! Klar! Marktwirtschaftlich logisch! Gewinne maximieren ums Verrecken. Aber menschlich unter aller Sau! Den Arbeiter interessiert aber nicht die Marktwirtschaft, sondern er erwartet einen fairen Umgang, denn immerhin arbeitet er im Schweiße seines Angesichts. Zumal es einen neuen Trend auch in den mittelständischen Unternehmen gibt, der nicht mehr nur auf die DAX-Unternehmen beschränkt: Die Mitarbeiter tragen zunehmend das unternehmerische Risiko! Das kann aber nicht Sinn und Zweck "unternehmerischen Handelns" sein, andere das Risiko tragen zu lassen und sich aus der Verantwortung stehlen zu wollen. Auch hier die SPD komplett unverständlich: Kein Aufschrei! Kein Einschreiten! Kein Veto!

Wo war auch der Aufschrei der SPD, als der Missbrauch der Teilzeit- und Minijobs immer offensichtlicher wurde? Der kam von der SPD erst, als man den ganzen Beschiss gar nicht mehr verstecken konnte, den die Unternehmer da mit den Segnungen der Schröder-Ära getrieben haben!

Was ihr von der neuen SPD nicht kapiert: Die Unternehmer sind mit Abstand um Welten gerissener als ihr es jemals sein werdet. Die sind Euch IMMER 2 Schritte voraus. IHR denkt, ihr berücksichtigt auch die AG-Interessen, aber in Wahrheit öffnet IHR dem Missbrauch durch die AGs Tür und Tor! IHR haltet denen die Hand hin, und DIE reißen Euch den ganzen Arm ab! Und IHR applaudiert auch noch! Was bekloppteres kann es nicht mehr geben!

Zum Schluss bitte ich dich um einen Riesengefallen, Yingxiong: Erkläre mir aus deiner Sicht eines SPD-Mitglieds, dass der Meinung ist, dass die SPD alles richtig mache, wie es passieren konnte, dass eine Volkspartei mit 45% auf sagenhafte 25% abgestürzt ist, und die letzten Wahlen keinen Aufwärtstrend aufweisen, sondern allgemein die Talfahrt anhält. WAS IST DEINE ERKLÄRUNG, wenn denn deiner Meinung nach die SPD ALLES richtig macht, Yingxiong! Ist es vielleicht das "Jesus-Syndriom"?
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Re: Warum nicht AFD wählen?

Beitrag von Yingxiong » 12.09.2015, 11:11

RoyalTramp hat geschrieben:@ Yingxiong

Sorry, aber ich kenne NULL Arbeiter, die es sich leisten könnten, mit Lufthansa in den Urlaub zu fliegen. Ich kenne nur Leute, die mit LTU nach Malle oder in die Türkei fliegen können. Aber wie ich schon sagte: Bayern und NRW sind, was Arbeiter betrifft, völlig unterschiedliche Welten.

Im Übrigen habe ich doch mehrfach betont, dass auch ich finde, dass die Piloten und Lokführer das Streikrecht sehr ausgereizt haben. Aber was hat das mit den anderen gewerkschaftlich organisierten Arbeitern zu tun, die jetzt durch das Tarifeinheitsgesetz betroffen sind? Wo ist da die Fairness? Weil also ein minimaler Anteil der Angestellten Amok läuft, muss jetzt die Mehrheit dran glauben?
Ist dir eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, dass dieses Misstrauen von ALLEN politischen Parteien erst gesät wird?
Das ist Quatsch mit Soße! Das Misstrauen kommt dadurch, dass die Arbeiterschaft ganz genau registriert, was die Manager in den Unternehmen machen! Und wenn man dann z.B. einen Rekordgewinn einfährt, aber gleichzeitig die Streichung von 4000 Stellen ankündigt, dann stimmt da was nicht! Wenn das Unternehmen verlautet, dass man einen Verlust gemacht habe, sich aber das Management gleichzeitig einen Aufschlag von mehreren hundert Tausenden €s durch die Aktionäre genehmigen lässt, dann stimmt da was nicht! Klar! Marktwirtschaftlich logisch! Gewinne maximieren ums Verrecken. Aber menschlich unter aller Sau!
Wie viele Unternehmen gehen so vor? Du willst doch nicht etwa behaupten, das ALLE Manager von Firmen so handeln? Es handelt sich nicht mal um 1 % der Manager, aber du stellst alle so hin. Bitte gehe du auch fair mit den Managern um und werfe sie nicht alle in einen Topf.
RoyalTramp hat geschrieben:Den Arbeiter interessiert aber nicht die Marktwirtschaft, sondern er erwartet einen fairen Umgang, denn immerhin arbeitet er im Schweiße seines Angesichts. Zumal es einen neuen Trend auch in den mittelständischen Unternehmen gibt, der nicht mehr nur auf die DAX-Unternehmen beschränkt: Die Mitarbeiter tragen zunehmend das unternehmerische Risiko! Das kann aber nicht Sinn und Zweck "unternehmerischen Handelns" sein, andere das Risiko tragen zu lassen und sich aus der Verantwortung stehlen zu wollen. Auch hier die SPD komplett unverständlich: Kein Aufschrei! Kein Einschreiten! Kein Veto!
Den Arbeiter interessiert sehr wohl auch die Marktwirtschaft.

Natürlich tragen Mitarbeiter unternehmerisches Risiko mit. Von vielen auch gewollt, weil Mitarbeiter in der Regel mehr Leistung bringen, wenn sie mit entscheiden und auch mehr mit verdienen können. Deshalb hat ja auch der real praktizierte Sozialismus nicht funktioniert, weil man die Menschen entmündigt hat und sie nur das Nötigste getan haben. Und wenn Arbeiter MIT ihren Vorgesetzten arbeiten und nicht GEGEN sie, kommt auch mehr zurück.

Du propagierst hier nur puren Egoismus. Nicht das Ganze spielt eine Rolle, sondern nur die Ziele und Wünsche von Einzelnen.
RoyalTramp hat geschrieben:Wo war auch der Aufschrei der SPD, als der Missbrauch der Teilzeit- und Minijobs immer offensichtlicher wurde? Der kam von der SPD, als man den ganzen Beschiss gar nicht mehr verstecken konnte, den die Unternehmer da mit den Segnungen der Schröder-Ära getrieben haben! Was ihr von der neuen SPD nicht kapiert: Die Unternehmer sind mit Abstand um Welten gerissener als ihr es jemals sein wird. Ihr haltet denen die Hand hin, und die reißen Euch den ganzen Arm ab! Und Ihr applaudiert auch noch! Was bekloppteres kann es nicht mehr geben!
Das Verhalten der Unternehmer ist vorhersehbar und eine logische Konsequenz von dem, was ihnen u.a. von den Gewerkschaften geboten wird. Aber Leute wie du kapieren es halt nicht.

Als die Gewerkschaften bei den letzten Streiks anschliessend stolz verkündet haben, welche Ziele sie erreicht haben, habe ich damals schon in meinem Bekanntenkreis gesagt, wo die Unternehmen künftig einsparen werden: Auslagerungen (Ausland, Tochterfirmen, ...), Maschinisierung (wenn möglich) usw. Und genauso ist es gekommen. Aber jetzt greifst du diese Sachen an, obwohl sie für intelligente und logisch denkende Menschen vorhersehbar waren. Aber du willst weiterhin mit aller Gewalt in die Sackgasse gehen und deinen Weg weiter verfolgen.
RoyalTramp hat geschrieben:Zum Schluss bitte ich dich um einen Riesengefallen, Yingxiong: Erkläre mir aus der Sicht eines SPD-Mitglieds, dass der Meinung ist, dass die SPD alles richtig mache, wie es passieren konnte, dass eine Volkspartei mit 45% auf sagenhafte 25% abgestürzt ist, und die letzten Wahlen keinen Aufwärtstrend aufweisen, sondern allgemein die Talfahrt anhält. WAS IST DEINE ERKLÄRUNG, wenn denn deiner Meinung nach die SPD ALLES richtig mache!
Wenn du die Meinung eines SPD-Mitglieds wissen willst, musst du ein SPD-Mitglied fragen!

Hier zeigt sich mal wieder: du stellst dir in deiner Fantasie etwas vor ("Yingxiong sei SPD-Mitglied") und dann argumentierst du, als ob dies Realität sei.

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Re: Warum nicht AFD wählen?

Beitrag von RoyalTramp » 12.09.2015, 14:33

Yingxiong hat geschrieben:Wie viele Unternehmen gehen so vor? Du willst doch nicht etwa behaupten, das ALLE Manager von Firmen so handeln? Es handelt sich nicht mal um 1 % der Manager, aber du stellst alle so hin. Bitte gehe du auch fair mit den Managern um und werfe sie nicht alle in einen Topf.
Ich hatte dir gesagt: google nach "Gewinnrekord" und "Stellen abbauen" (o.s.ä.), die Suchmaschine liefert dir 54.400 Ergebnisse. Und das nur auf Deutsch. Mach das gleiche mal mit Englisch (Wirtschaftssprach No. 1). Es ist alles, nur nicht 1% der Unternehmer und Manager. Aber natürlich wage ich nicht zu behaupten, dass es alle so machen. Aber selbst nur 10% sind schon viel zu viele.
Yingxiong hat geschrieben:Den Arbeiter interessiert sehr wohl auch die Marktwirtschaft.
Vielleicht in Bayern, aber nicht im Ruhrgebiet, soweit mir bekannt. Denen ist die Marktwirtschaft im Prinzip schnuppe. Die wollen nur faire Behandlung für faire Arbeit. Werden aber seit Jahren von der Bundes-SPD komplett im Stich gelassen. Nur noch Frau Kraft schafft es, die "Malocher" an die Partei zu binden, weil nur noch sie den ursprünglichen Kern der SPD noch glaubhaft vertritt! Würde es Frau Kraft nicht geben, wäre der Absturz der Bundes-SPD auf nur noch 15% vorprogrammiert!
Yingxiong hat geschrieben:Natürlich tragen Mitarbeiter unternehmerisches Risiko mit. Von vielen auch gewollt, weil Mitarbeiter in der Regel mehr Leistung bringen, wenn sie mit entscheiden und auch mehr mit verdienen können. Deshalb hat ja auch der real praktizierte Sozialismus nicht funktioniert, weil man die Menschen entmündigt hat und sie nur das Nötigste getan haben. Und wenn Arbeiter MIT ihren Vorgesetzten arbeiten und nicht GEGEN sie, kommt auch mehr zurück.
Das ist zwar ideal, de facto trifft das aber nur zu, wenn das Risiko - wie du richtig gesagt hast - gewollt auch von der Arbeiterschaft geteilt wird. Ich kann dir aber Brief und Siegel geben, dass es gerade im Niedriglohnberich schon längst üblich ist, dass unternehmerische Risiko ungefragt auf die Arbeiterschaft zu verschieben - ob sie will oder nicht -, um sich als Unternehmer komplett aus der Verantwortung zu stehlen! Meine Mutter, die z.B. 4 Jahre bei Randstad im Betriebsrat gesessen hat, hat mir Stories erzählt, da fallen einem die Augen aus! Aber man kann nix machen! Die Arbeiter komplett entrechtet! Und das gilt nicht nur im Niedriglohnbereich, sondern auch verbreitet im tariflichen Lohnbereich! (da könnte dir dann mein Vater Geschichten aus der Montanindustrie sowie Zuliefererindustrie erzählen, wenn er noch leben würde...).
Yingxiong hat geschrieben:Du propagierst hier nur puren Egoismus. Nicht das Ganze spielt eine Rolle, sondern nur die Ziele und Wünsche von Einzelnen.
Ich setze dem Egoismus der Unternehmer den Egoismus der Arbeiter entgegen, denn auf die SPD kann man sich da als Arbeiter leider alles andere... nur nicht mehr verlassen! Der Malocher steht alleine! Du wirst jetzt sagen: Die SPD muss halt Politik für die Gesellschaft als Ganzes machen. Dann sage ich: Danke, aber die AGs werden bereits vorzüglich durch die CDU und FDP sowie demnächst auch durch die ex-AfDler super vertreten. Wer vertritt aber die Interessen der Arbeiter? Da braucht es nicht auch noch eine SPD, die sch ebenfalls um die AGs sorgt. Die SPD macht sich mit ihrer "neuen" Politik komplett überflüssig, lieber Yingxiong. Ergo: 25% und sinkend!
Yingxiong hat geschrieben:Das Verhalten der Unternehmer ist vorhersehbar und eine logische Konsequenz von dem, was ihnen u.a. von den Gewerkschaften geboten wird. Aber Leute wie du kapieren es halt nicht.
Ach wie? Wenn ich das dann interpretieren darf: Die SPD wusste also, dass sie mit der Agenda 2010 dem Missbrauch der deutschen Arbeitskräfte durch die Arbeitgeber Tür und Tor geöffnet hat? Denn ersetze die "Gewerkschaften" durch die "SPD" nach deiner Logik und du bekommst genau das Ergebnis, dass ich benannt habe, nämlich dass die SPD die Arbeiter verraten und verkauft hat! Und wie du jetzt selbst gestehst im vollen Wissen! ("...Verhalten ist vorhersehbar und logische Konsequenz...") Noch bekloppter kann man es gar nicht machen! Und da beschwerst du dich, dass ich die SPD für tot erkläre?
Immerhin: Du und Deinesgleichen stehen zur Ihrem Verrat an den Arbeitern in Deutschland! Das nötigt mir dann doch auch eine Spur Respekt ab...
Yingxiong hat geschrieben:Als die Gewerkschaften bei den letzten Streiks anschliessend stolz verkündet haben, welche Ziele sie erreicht haben, habe ich damals schon in meinem Bekanntenkreis gesagt, wo die Unternehmen künftig einsparen werden: Auslagerungen (Ausland, Tochterfirmen, ...), Maschinisierung (wenn möglich) usw. Und genauso ist es gekommen. Aber jetzt greifst du diese Sachen an, obwohl sie für intelligente und logisch denkende Menschen vorhersehbar waren. Aber du willst weiterhin mit aller Gewalt in die Sackgasse gehen und deinen Weg weiter verfolgen.
Unsinn! Die Automation ist ein Trend der sich mit oder ohne Streik eh nicht aufhalten lässt! Jetzt so zu tun, dass die Streiks (wann denn? wo hat z.B. die IGM das letzte Mal gestreikt?) Schuld sind, ist so typisch für die "neue" SPD und so abgrundtief entfernt von der Realität! Eben: "Die Arbeiter sind halt selbst Schuld!" Und sowas aus dem Mund eines SPD-Wählers: Pfui,Teufel!
RoyalTramp hat geschrieben:Wenn du die Meinung eines SPD-Mitglieds wissen willst, musst du ein SPD-Mitglied fragen! Hier zeigt sich mal wieder: du stellst dir in deiner Fantasie etwas vor ("Yingxiong sei SPD-Mitglied") und dann argumentierst du, als ob dies Realität sei.
Stimmt! Du bist "nur" ein SPD-Wähler, ohne Mitglied zu sein!
altes Yingxiong-Zitat aus dem PN-Verkehr hat geschrieben:Und zu meiner politischen Gesinnung: Ich bin SPD-Wähler. Und das als jemand, der in Bayern gross geworden ist.
Ich lebe tatsächlich total im Paralleluniversum, dass ich dich als "SPD-Mitglied" bezeichnet habe, obwohl du nur "SPD-Wähler" bist! Wie konnte ich nur! Sind auch extrem krasse Gegenwelten, ob man Wähler oder Mitglied ist. *sarkasmus off* Kein Thema, Yingxiong! Beides ist natürlich nicht das Gleiche, ABER so wahnsinnig groß ist der Unterschied auch wieder nicht.
Aber sei's drum: Lass mich die Frage an dich noch mal paraphrasieren.

Was ist deine Erklärung als SPD-Wähler dafür, dass die SPD nur noch bei 25% liegt und die Tendenz eher nach unten als noch oben weist, wenn doch deiner Meinung nach die SPD alles richtig macht?
RoyalTramp hat geschrieben:KOMM DOCH BITTE ENDLICH AUS DEINER FANTASIEWELT HERAUS!
Ich stehe mitten in der Realität. Denn anders als du, bewege ich mich am unteren gesellschaftlichen Rand und kenne die Stimmung dort in und auswendig (Ausnahme: Bayern), dass ich weiß, dass die Bundes-SPD komplett den Bezug zur ihrer Basis verloren hat.

Übrigens es folgt ein WIKI-Zitat (Achtung! Vorsicht!):
Wikipedia hat geschrieben:Als Volkspartei zieht die SPD Stimmen aus allen Bevölkerungsschichten auf sich, dennoch ist ein hoher Anteil bestimmter Gruppen an der Wählerschaft festzustellen. Wählte geschichtsbedingt früher vor allem der „kleine Mann“ die SPD, so ist der Anteil der Wähler, die aus der Arbeiterklasse und einkommensarmen Schichten stammen, heute weit niedriger als zu Gründungszeiten. Ein großer Teil der Wählerschaft setzt sich mittlerweile aus Akademikern, Intellektuellen und Beamten zusammen, auch der Anteil der Angestellten mit höherem Schulabschluss und der Selbstständigen ist stetig gestiegen.
Noch Fragen? Akademiker, Intellektuelle und Beamte...Selbstständige... ich glaube ich muss kotzen! Das ist eigentlich das Stammklientel von CDU und FDP. Ich hatte gesagt: Alles U-Boote, die den Auftrag haben, die SPD von innen zu unterwandern und zu zersetzen! *Achtung: Übertreibung!*
Ich sage nur: Mission accomplished!

P.S.: Ich stehe übrigens tatsächlich den Linken sehr nahe (ui! schon wieder ich... der pöse Rassist!), denn der gemeine Arbeiter (unter anderem auch der mit Hauptschulabschluss... danke für den Hinweis) hat in der SPD keine Heimat mehr! Trotzdem bin ich kein Linken-Wähler, da ich z.B. deren Pazifismus überhaupt nicht teile und ich außerdem nur Herrn Gysi sympathisch finde, wohingegen die aktuelle Führungsriege genauso Weichspüler sind, wie z.B. du. ;)
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Re: Warum nicht AFD wählen?

Beitrag von admin » 12.09.2015, 17:01

Hallo zusammen,

Ich kann die Meldungen und PNs die ich wegen der juengsten Diskussionen bekommen habe schon nicht mehr zaehlen. Deshalb schließe ich die Diskussion vorerst mal (und auch jede Nachfolgediskussion zu dem Thema).
Viele Gruesse

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