Was ist in China los und was wird aus China?

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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von rundherum » 31.07.2015, 11:36

Was spricht dafür, dass China nicht den Spuren Japans folgen wird und die starke Regierung einen Immocrash und Bankenpleiten durch Staatsinterventionen verhindert? Der Börsencrash wurde ja genau so abgefangen...

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MannAusChina
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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von MannAusChina » 31.07.2015, 17:35

rundherum hat geschrieben:Was spricht dafür, dass China nicht den Spuren Japans folgen wird und die starke Regierung einen Immocrash und Bankenpleiten durch Staatsinterventionen verhindert? Der Börsencrash wurde ja genauso abgefangen...
Ich verstehe deine Frage ganz gut. Wenn man die heutige Situation in China mit der Situation am Ende 80er und Anfang 90er in Japan vergleicht, insbesondere was im Aktienmarkt und Immobilienmarkt geschienen hat, dann findet man erstaunlichweise viele Ähnlichkeiten. Aber es gibt aus meiner Sicht 3 Punkten, an den China sich grundsätzlich von Japan unterscheidet.

1. Im Jahr 1993 hat Japans GBP 4415 Milliarden USD erreicht. Im Jahr 2014 beträgt GBP von Japan 4601 Milliarden USD. Der durchschnittliche Wert von GBP in den 21 Jahren nach dem Crash von japanischen Aktien und Immobilienmarkt beträgt ungefähr 4700 Milliarden USD. Im Jahr 1993 beträgt der GBP per ca. in Japan 35.451,30 USD und ist 1,34 mal so viel wie der GBP per ca. in USA (26.464,78 USD). Die Urbanisierung in Japan hat schon am Ende der 80er die 70% Hürde erreicht. Im Jahr 2014 beträgt die GBP per ca. in China 7.594 USD und entspricht nur 21% der GBP per ca. in Japan und 14% der GBP per ca. in USA. Das heißt, gemessen in USD, war Japan am Anfang 90er schon ein hoch entwickeltes Land. Die Wirtschaft hat damals schon das Niveau erreicht wie heute und danach nicht geschafft, signifikant weiter zu kommen. Deswegen glaube ich, dass Japan ihr wirtschaftliches Potenzial vor 20 Jahre schon erschöpft hat. Im Vergleich dazu ist das wirtschaftliche Potenzial von China nicht mal annähernd erschöpft.

2. Japan ist ein kleines Inselland mit 0,127 Milliarden Einwohnern. China ist 25,4-mal so groß wie Japan mit 11-mal so viel Einwohnern. Das heißt, dass der Binnenmarkt in Japan ist zu klein und die Wirtschaft von Japan ist auf Nachfragen vom Ausland angewiesen. Momentan ist China auch von Export abhängig, aber China hat mindestens theoretisch die Möglichkeit, sich mit Unterstützung vom Binnenmarkt weiter zu entwickeln wie USA.

3. Die chinesische Regierung kontrolliert den Banksystem und die Kernindustrie in China. Der Nachteil ist, dass die Resource Allocation nicht so effizient ist wie in westlichen Länder, aber es gibt auch einen Vorteil, nämlich die Regierung ist in der Lage, die Entwicklung der Wirtschaft viel besser zu steuern. Z.B. die japanische Yen wurde nach Plaza Accord innerhalb von einem Jahr um 53,06% gegen USD aufgewertet. In China wird sowas nicht passieren.

Von daher bin ich fest davon überzeugt, dass China den Spuren Japans nicht unbedingt folgen muss. Viel wahrscheinlicher ist, dass China ihren eigenen Weg finden wird. Die größte Hinausforderung für China ist nicht den Aktienmarkt oder Immobilienmarkt zu retten, sondern ein Soft Landing der Wirtschaft zu schaffen und Stützpunkte für Wachstum im Binnenmarkt zu bauen. Ich bin optimistisch darüber.
Bin schon 16 Jahre permanent in Deutschland. Vielleicht klinge ich daher manchmal etwas überzogen, aber ich kann meine Toleranzgrenze für Double B nicht mehr weiter erhöhen. Bitte um Nachsicht.

Lars.HA
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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von Lars.HA » 31.07.2015, 18:49

MannAusChina hat geschrieben:
rundherum hat geschrieben:Was spricht dafür,

Neubewertung etc...

Ich kenne keinen, der in den letzten 5 Jahren Wohnungen gekauft hat und diese keine Spekulationsobjekte waren.

Sehr, sehr viele Chinesen besorgen sich 11 Kreditkarten mit einem Verfügungsrahmen von 50.000 CNY und Kreditzinsfreienzeit von 30 Tagen.
ziehen das Geld aus 10 Kreditkarten und nehmen die 11te um nach jeweils drei Tagen das Geld auf die nächste Kreditkarte zu überweisen. so stehen dann 500.000 CNY, oder 30% Eigenanteil für die erste Wohnung bereit. Für die Bank und die Meldung nach außen, wurde die Immobilie mit Eigenanteil vorfinanziert. Nach 5 Jahren und Ablauf Frist für Steuer aus Spekulationsgeschäften auf Immobilie wird die Immobilie neu bewertet, der Kredit umgeschichtet, da 6,5 % Immobilienkreditzins nun mal sehr hoch sind. Dann wird mit der Neubewertung das Geld von der Bank entliehen und die zweite Wohnung erworben. 100% von der Bank finanziert, nach außen sind dann Immobilie 1 und Immobilie 2 mit einem hohen Eigenanteil finanziert worden. Die zweite , dritte oder was auch immer Immobilie wurde dann wieder beliehen, um kurzfristig mehr Geld an der Börse zu erzocken. Ich habe bis vor kurzem täglich gehört, der Handel und Warenverkauf lohne sich nicht, da es an der Börse mehr Marge gibt.

Wer tatsächlich mit einem hohen Eigenanteil seine Wohnung erworben hat, hat dies entweder vor 10 Jahren getan, als die Preise noch den Realdaten entsprachen, oder bekommt diese auf Grund von HongBaos.

Durch die Immobilienblase sind verdammt viele Menschen reich geworden, aber eine Blase ist eine Blase. Hier in Shenzhen haben sich die Immobilienpreise in den letzten 10 Jahren vierzehnfacht, bei absteigender Restlaufzeit des Leases. immer dran denken, es wird kein Eigentum an Immobilen in China erworben, lediglich ein 70 Jahre Lease ab Fertigstellung des Gebäudes. Danach fallen die Immobilien Entschädigungsfrei zurück an die Regierung.
Die Bausubstanz ist in vielen Regionen unterirdisch.
Es findet keine Investition in den Erhalt der Immobilien statt, vollkommen auf Verschleiß gefahren.

Die Situation ist in vielen Fällen schlimmer als in Japan, da so viele Leute sich 5 und mehr Immobilie ans Bein gebunden haben und ohne Mieter und steigende Mieten nicht in der Lage wären Finanzierungskosten aufzubringen.

Natürlich besitzt China eine 11 mal größere Bevölkerung als Japan, aber davon sind die meisten Mit einem Einkommen von unter 4000 CNY oder in anderen Provinzen noch weniger.
Davon sollen dann qm Preise hier in Shenzhen von bis zu 80.000 CNY bedient werden?
Oder regelmäßig zwischen 35.000 - 45.000. ? Selbst die Randlagen werden mit 30.000 CNY/qm bewertet. Jeder spekuliert auf das virtuelle Wachstum.

---
Zum eigentlichen Threadthema, warum hauen alle ab?

- Fehlende Rechtssicherheit
- Dreck am Stecken
- Umweltbedingungen
- Lebensmittelsicherheit
- Schulsystem

Diese Punkte waren von allen Bekannten genannt worden, warum sie die HK/US Id haben wollen.
Das Geld aus dem Konto ist nichts Wert, wenn man jemanden ans Bein pinkelt oder im Wege ist.

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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von shuhan » 31.07.2015, 19:08

@MannAusChina

Deine Aufführungen hier zeigen, dass deine Analysefähigkeiten nicht gerade zu beneiden sind. Du wirfst hier zig Zahlen herum, verstehst aber die einfachsten Zusammenhänge nicht. Dein Vergleich China mit Japan ist wie ein Vergleich Äpfeln mit Birnen. Du scheinst die grundlegenden Strukturen beider Volkswirtschaften nicht kennen, daher lege ich dir nahe, dir zunächst die Basics anzueignen, bevor du arrogant deinen Finger auf andere Foristen zeigen möchtest. Sonst machst du dich nur lächerlich.

Japans Wirtschaft wurde nach dem zweiten Weltkrieg während des hohen Wirtschaftswachstums der 60er und 70er Jahre vom privaten Sektor dominiert. Sehr früh schon haben japanische Unternehmen auf technische Innovationen gesetzt und sehr viel in die Forschung und Entwicklung investiert. Dies zusammen mit den rechtstaatlichen Strukturen haben der japanischen Volkswirtschaft ermöglicht, von einem arbeitsintensiven Billiglohnland auf eine hochentwickelte, nachhaltige und innovative Volkwirtschaft umzuwandeln. Chinas Wirtschaft hingegen ist seit dem Bestehen der KPCh-Herrschaft schon immer von staatlichen Konzernen dominiert. Beispielsweise erhalten staatlich-chinesische Unternehmen 75 Prozent des Kapitals des Landes und besitzen ebenso über 75 Prozent der gesamten Anlagevermögen Chinas, während der Privatsektor in Japan über zwei Drittel des Gesamtkapitals des Landes in den vergleichbaren 1860er und 70er Jahren erhielt.
Quelle:
http://www.forbes.com/2009/06/23/chines ... n-lee.html

Die Folgen sind mit gesundem Menschenverstand erkennbar:

Große staatliche Konzerne haben ein Monopol auf kritische Wirtschaftsbereiche wie Energie, Bankenwesen, Transport. Diese sind extrem ineffizient, hochverschuldet und von Vetternwirtschaft und Korruptionen zerfressen. Von Innovationen und fairem Wettbewerb kann keine Rede sein.
Währenddessen erhalten private Firmen, allem voran die klein- und mittelständischen Betriebe, kaum Kredite von den Banken, haben im Schnitt nur einen geringen Lebenszyklus und können daher auch kaum in die Forschung und Entwicklung investieren.

Die Antwort auf diese Politik der KPCh liegt auf der Hand: Weil die Aufrechterhaltung der Dominanz der staatlichen Unternehmen für den Machterhalt der KPCh unverzichtbar ist und weil die eigenen Leute (Staatliche Unternehmer= KPCh-Funktionäre) davon am meisten profitieren können. Dies geschieht aber auf Kosten der gesamten Wettbewerbsfähigkeit des Landes und erschwert die Transformation Chinas zu einer innovativen und fortschrittlichen Volkswirtschaft wie Japan oder Südkorea damals.


Im Gegensatz zu China verfügt Japan, auch heute in Zeiten niedrigen Wirtschaftswachstums, über unzählige wettbewerbsfähige, innovative, international orientierte Unternehmen.

China hingegen ist immer noch eine arbeitsintensive Volkswirtschaft, dessen Unternehmen in der weltweiten Wertschöpfungskette am wenigsten profitieren. Sein bisheriges Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Nationen liegt vor allem in einem endlosen Heer von Billigarbeitern, die neben einem extremen Niedriglohn auch noch kaum Arbeitsschutz genießen. Aufgrund der Aufwertung des Yuan im Ausland werden Lohnstückkosten für ausländische Investoren teurer (bei der gleichzeitigen Abwertung des Yuan im Inland und des rasanten Preisansteigs verbessert sich der Lebensstandard der einfachen Arbeiter jedoch kaum ). Damit droht China sein wichtiges Wettbewerbsvorteil zu verlieren. Die Folgen sind die Abwanderungswellen ausländischer Investoren und ausländischen Kapitals, die wir jetzt in China beobachten können.

Der Anteil der Anlageinvestionen, die zum Wirtschaftswachstum beigetragen haben, liegt in China viel höhrer als er jemals in Japan war!

Die Exportgüter aus Japan stammen außerdem fast ausnahmslos aus japanischen Unternehmen, die Profite bleiben daher zumeist in Japan selbst. In China hingegen liegt der Anteil der Exportgüter, die von ausländischen Unternehmen produziert werden, bei über 50 Prozent. Der Anteil der Hich-Tech-Exportgüter, der von ausländischen Unternemen in China stammen, liegt bei sogar 90 Prozent. Daher verbleibt der Großteil der daraus erzielten Gewinne im Ausland, nicht in China! Ohne ausländische Unternehmen wäre die Menge der Hich-Tech-Produkte auch verschwindend gering.

Darüber hinaus gehört die Mehrheit der japanischen Bevölkerung zur wohlhabenden Mittelschicht. In China beträgt der Anteil der Mittelschicht sogar nach der verschönenden Darstellung der staatlichen Akademie für Sozialwissenschaften nur bei 23 Prozent. Nach einem Bericht der Worldbank leben 300 Millionen Chinesen von weniger als 1 Dollar, nach einem Bericht der
Asian Development Bank leben weitere 300 Millonen Chinesen von 2 Dollar pro Tag. Daraus folgt, dass mindestens 600 Millonen Chinesen von 2 Dollar oder unter 2 Dollar pro Tag leben.

Das Wohlstandsniveau der meisten Japaner hat hingegen bereits in den 80er Jahren das westliche Niveau errreicht.


Und Deshalb ist dein Vergleich China mit Japan völlig fehl am Platze.


Eine autokratische Staatsform mag in der Anfangsphase einer Volkswirtschaft förderlich sein, weil sie wesentlich schneller als eine Demoraktie Beschlüsse umsetzen kann und große Infrastrukturprojekte ohne viel Rücksicht auf die Bevölkerung vorantreiben kann.

Aber sobald diese Volkswirtschaft auf ein Niveau angelangt ist und die nächste Entwicklungsstufe unweigerlich eine Transformation von einem Massenproduktionsland zu einem innovativen Land erfordert, da spielen Faktoren wie eine unabhänige Justiz, mehr Pressefreheit, mehr Meinungsfreiheit (-> mehr innovative, kritische und selbstständig denkende Köpfe) eine entscheidende Rolle bei der Transformation.

Und genau das würde unweigerlich der Staatsräson des KPCh-Staates, nämlich das unbedingte Festhalten an dem Machtmonopol der KPCh, zuwider laufen. Darum wird es für China nicht möglich werden, bei der derzeitigen Staatsform in eine stabile innovative Volkswirtschaft zu transformieren.



Man kann sehr wohl sagen, dass China zu großen Teilen ein Entwicklungsland ist, dessen Transformation auf eine fortschrittliche entwickelte Nation überhaupt nicht absehbar ist.

Wahrscheinlicher ist, dass China aufgrund seiner wirtschaftlichen und politischen Strukturen im allgemeinen Wohlstand wie die lateiamerikanischen Länder auf dem Niveau eines Schwellenlandes hängen bleibt.

shuhan
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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von shuhan » 01.08.2015, 00:53

Lars.HA hat geschrieben:
MannAusChina hat geschrieben:
rundherum hat geschrieben:Was spricht dafür,

Neubewertung etc...

Ich kenne keinen, der in den letzten 5 Jahren Wohnungen gekauft hat und diese keine Spekulationsobjekte waren.

Sehr, sehr viele Chinesen besorgen sich 11 Kreditkarten mit einem Verfügungsrahmen von 50.000 CNY und Kreditzinsfreienzeit von 30 Tagen.
ziehen das Geld aus 10 Kreditkarten und nehmen die 11te um nach jeweils drei Tagen das Geld auf die nächste Kreditkarte zu überweisen. so stehen dann 500.000 CNY, oder 30% Eigenanteil für die erste Wohnung bereit. Für die Bank und die Meldung nach außen, wurde die Immobilie mit Eigenanteil vorfinanziert. Nach 5 Jahren und Ablauf Frist für Steuer aus Spekulationsgeschäften auf Immobilie wird die Immobilie neu bewertet, der Kredit umgeschichtet, da 6,5 % Immobilienkreditzins nun mal sehr hoch sind. Dann wird mit der Neubewertung das Geld von der Bank entliehen und die zweite Wohnung erworben. 100% von der Bank finanziert, nach außen sind dann Immobilie 1 und Immobilie 2 mit einem hohen Eigenanteil finanziert worden. Die zweite , dritte oder was auch immer Immobilie wurde dann wieder beliehen, um kurzfristig mehr Geld an der Börse zu erzocken. Ich habe bis vor kurzem täglich gehört, der Handel und Warenverkauf lohne sich nicht, da es an der Börse mehr Marge gibt.
Danke für deinen Beitrag!

Sehr interessant zu lesen, wie in China auf dem Immobilienmarkt spekuliert wird. Mir ist auch schon öfters aufgefallen, wie viele Chinesen, deren Haushaltseinkommen gerade mal monatlich 10.000-15.000 Yuan aufweisen, gleich mehrere Immobilien in Großstädten in Besitz nehmen.

Die Immobilienblase hat viele Menschen sehr reich gemacht, die sonst mit ihrem Einkommen niemals reich geworden wären. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Menschen, die sich keine Eigentumswohnung mehr leisten können, wo doch eine Eigentumswohnung für die soziale Existenz einer chinesischen Familie zwingend nötig ist. Im Endeffekt hat die Immobilienblase die Schere zwischen Arm und Reich in China drastisch vergrößert.

Ich möchte noch hinzufügen, dass die Einnahmen aus den Immobiliengeschäften seit Jahren zu den größten Einnahmen für die meisten regionalen chinesischen Regierungen gehören. Zum Teil werden 40-50 Prozent der Haushaltseinnahmen der örtlichen Regierungen daraus erzielt. Da der Grund und Boden in China staatlich ist, können die Regierungen Land ohne weiteres beschlagnahmen (meistens mit einer Entschädigung, die weit unterhalb des Marktpreises steht), um es dann teuer an die Investoren weiter zu verkaufen. Die Regierungen in den Provinzen haben den Immobilienboom immer weiter angefeuert, um kräftig mitkassieren zu können und um die Vorgaben bezüglich des Wirtschaftswachstums erfüllen zu können. Dieses Wachstumsmodell wird bald enden. Alternative? Fehlanzeige.

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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von edmund27 » 01.08.2015, 09:48

Hier zu behaupten andere hätten keine Ahnung ist schon stark. Und dann noch Unsinn schreiben und damit selbst seine Ahnungslosigkeit zu demontrieren. Ich will jetzt nicht den ganzen Unsinn hier nicht aufzählen den unser lieber shuhan hier schreibt. Nur ein Sache mal raus picken. Die chinesische Währung wird international mit der Abkürzung CNY geführt oder auch RMB genannt. Die Währung ist nicht frei konvertierbar. Und wurde auch in den letzten Jahren weder abgewertet noch aufgewertet. Seit einigen Jahren ist die Währung mit einer Bandbreite von 0,5% an den Dollar gekoppelt. Und die chinesische Zentrakbank hält durch Ihre Inventionen den Kurs relativ stabil. Und eine Inlanabwertung ist Schwachsinn. Verliert die Währung im Inland an Kaufkraft, dann ist das das eine normale Inflation. Nur kann hier auch eine Zentralbank eingreifen.
Und in einem muss man die Chinesen mal loben. Sie brauchen keine 40 Jahre um eine Umgehungstrasse von der Planung bis zur Einweihung zu bauen. Und funktionierende Flughäfen bauen können die auch schon.

@MannAusChina

Gut Beiträge sehr sachlich und einfach nachvollziehbar. Ich denke China ist auf einem interessanten Weg. Nur halt mit anderen Problemen und die sind alle lösbar, nur nicht so schnell. Warten wir mal die Zukunft ab. :mrgreen:
Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh. ( Henry Ford )

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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von sweetpanda » 01.08.2015, 16:43

Das sich wesentliche Teile der Chinesen mittels 10 Kreditkarten "Eigenkapital" zusammenschaukeln will ich nicht glauben. Da hätte ich nach 3 Tagen schon einen Nervenzusammenbruch, in solch einem Zustand mehrere Monate oder Jahre zu Leben würd beinahe jeden zusammenbrechen lassen.
Vielleicht ein paar Hasardeure, doch nicht als Standardfinanzierungsinstrument für die Allgemeinheit.
Würde dies stimmen, wäre die "Finanzkrise" nur ein lächerliches Geplänkel gewesen.
Nichts befriedigt einen Menschen verlässlicher als der Misserfolg eines Begabteren.

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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von MannAusChina » 01.08.2015, 20:18

@sweetpanda und edmund27

Vielen Dank für die nette Kommentare! :)
Bin schon 16 Jahre permanent in Deutschland. Vielleicht klinge ich daher manchmal etwas überzogen, aber ich kann meine Toleranzgrenze für Double B nicht mehr weiter erhöhen. Bitte um Nachsicht.

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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von MannAusChina » 01.08.2015, 20:42

@Lars.HA

Household debt in China beträgt 37% von GBP, im Vergleich dazu beträgt Household debt 81% in USA. Durchschnittlich besetzt ein Chinese 0,3 Kredit Karte und in USA es ist 2,6. Kredit Karte Debt in China beträgt nur 9,4% der gesamten Householding Debt (per July 2014).

Mehr muss ich (hoffentlich) nicht sagen. :wink:
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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von MannAusChina » 01.08.2015, 20:57

@shuhan
3 Vorschläge:

1. Deine Kritik an mich sollst du am Ende deines Postens als eine Konklusion darstellen, nicht am Anfang. Weil an sonsten sieht so aus, ob du die Diskussion aus Hass oder Vorurteilen gegen mich begangen hättest. :roll:

2. Verkürzt deine Argumente. Vielleicht ist es dir selbst nicht aufgefallen, dass du immer sehr viel schreibst. Das macht deine Argumente unübersichtlich und anstrengend zu lesen. Gute Analysen sind meistens kurz, aber aussagekräftig.

3. Verstehst du die Meinung und Argumente deines Gegners in einer Diskussion, bevor du ihn wiedersprichst. Liest doch mal meinen Postens durch und versuch es noch einmal.
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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von shuhan » 01.08.2015, 21:16

MannAusChina hat geschrieben:@shuhan
3 Vorschläge:

1. Deine Kritik an mich sollst du am Ende deines Postens als eine Konklusion darstellen, nicht am Anfang. Weil an sonsten sieht so aus, ob du die Diskussion aus Hass oder Vorurteilen gegen mich begangen hättest. :roll:

2. Verkürzt deine Argumente. Vielleicht ist es dir selbst nicht aufgefallen, dass du immer sehr viel schreibst. Das macht deine Argumente unübersichtlich und anstrengend zu lesen. Gute Analysen sind meistens kurz, aber aussagekräftig.

3. Verstehst du die Meinung und Argumente deines Gegners in einer Diskussion, bevor du ihn wiedersprichst. Liest doch mal meinen Postens durch und versuch es noch einmal.
Dann musst du aber mehr drauf haben, wenn du Dich als meinen "Gegner" bezeichnen möchtest. Neben deinen Allgemeinkenntnissen bezüglich der Wirtschaftsstrukturen solltest du vielleicht anfangen, deine Deutschkenntnisse ein wenig zu verbessern. Nicht böse gemeint, aber für mich völlig unverständlich, dass irgendeine Investbank jemanden wie Dich einstellen würde, der kaum einen Satz ohne grammatische Fehler schreiben kann.

Eine tiefe Verachtung verspüre ich aber schon gegenüber solchen Auslandschinesen wie Dich, die selbst in Europa leben und alle Vorzüge eines Rechtsstaates genießen, die aber die Zustände in China dauernd beschönigen und verharmlosen. Du weisst als gebürtiger Chinese genau über die zig Probleme in China Bescheid, die so viele Chinesen zum Auswandern ins Ausland zwingen. Trotzdem scheint die Welt dort für dich alles in bester Ordnung zu sein. Leute wie Dich gibt es leider genug, die aber keinen Mucks von sich geben werden, wenn es darum geht, dass diese selbst nach China zurückkehren sollen.

Wenn Du als Chinese dauerhaft in China leben würdest und dann solche Verharmlosungen der Zustände dort von sich geben würdest, dann würdest du wenigstens meinen Respekt verdienen.

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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von egon » 01.08.2015, 21:29

MannAusChina hat geschrieben:...nicht die Klappe halten....

Ich arbeite in der Investment-Banking Branche...Ich bin für Analyse zustandig ...:
Soll eine Handlung erfolgreich sein, muss vorher eine gute Analyse gemacht werden. Mit der Qualität der Analyse steht und fällt Alles nachfolgende. Man könnte sogar soweit gehen zu sagen, dass nicht die Ausführenden die Hauptschuldigen sind, sondern die Analysten.
Wenn ich das so auf die letzte grosse Finanzkrise übertrage...
Da warst Du also einer der Leute, die die Analysen gemacht haben.

Stimmt mich jetzt etwas nachdenklich.
Wer kriecht, der stolpert nicht.

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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von MannAusChina » 01.08.2015, 23:09

shuhan hat geschrieben:Dann musst du aber mehr drauf haben, wenn du Dich als meinen "Gegner" bezeichnen möchtest. Neben deinen Allgemeinkenntnissen bezüglich der Wirtschaftsstrukturen solltest du vielleicht anfangen, deine Deutschkenntnisse ein wenig zu verbessern.
Ich gebe dir noch einen Tipp: du hast versucht zu erkären, dass die Wirtschaftsituationen in Japan und in China nicht vergleichbar sind. Das ist mir schon klar und es ist eine von den Punkten von mir. Deswegen bezweifel ich stark, dass du meine Punke nicht verstanden hast.
shuhan hat geschrieben:Nicht böse gemeint, aber für mich völlig unverständlich, dass irgendeine Investbank jemanden wie Dich einstellen würde, der kaum einen Satz ohne grammatische Fehler schreiben kann.
Auch dafür ist die Erklärung kurz und aussagekräftig: in unserer Branche ist die Arbeitsprache Englisch. Als jemand, der behauptet, dass er sehr viel über China weist, wie gut ist dein Chinesisch? Kennst du 岳阳楼记? Verstehst du es?
shuhan hat geschrieben:Eine tiefe Verachtung verspüre ich aber schon gegenüber solchen Auslandschinesen wie Dich, die selbst in Europa leben und alle Vorzüge eines Rechtsstaates genießen, die aber die Zustände in China dauernd beschönigen und verharmlosen. Du weisst als gebürtiger Chinese genau über die zig Probleme in China Bescheid, die so viele Chinesen zum Auswandern ins Ausland zwingen. Trotzdem scheint die Welt dort für dich alles in bester Ordnung zu sein. Leute wie Dich gibt es leider genug, die aber keinen Mucks von sich geben werden, wenn es darum geht, dass diese selbst nach China zurückkehren sollen.
Wir reden jetzt über Wirtschaft und es gibt keinen eindeutigen Beweise dafür, dass Wirtschaftsentwicklung und Niveau der Demokratie in einem Land eng miteinander korreliert sind, insbesondere in der Anfangsphase einer wirtschaftlichen Aufschwung. Demokratie ist nie eine Voraussetzung für wirtschafliche Entwicklung, nicht mal im Textbuch! Du vermischst deine Abneigung gegen KP mit deiner Analyse über der Wirtschaft in China und bekommst eine "biased" Aussage. In "Behavioral Finance" gibt es sogar einen Name dafür: Availability (Resonance) bias. Ich habe nichts gegen Demokratie. Ich hoffe ganz herzlich, dass China eines Tages so weit ist, dass eine echte Demokratie in China funktionieren kann. Aber als jemand, der in beiden politischen Systemen lang genug gelebt hat, habe ich eine bessere Verständnis von Demokratie und Diktatur als du.
shuhan hat geschrieben:Wenn Du als Chinese dauerhaft in China leben würdest und dann solche Verharmlosungen der Zustände dort von sich geben würdest, dann würdest du wenigstens meinen Respekt verdienen.
MannAusChina hat geschrieben:
egon hat geschrieben:...
Damit hast du perfekt demonstriert, was man noch machen kann, wenn man keine sinvolle Argumenten in Diskussion bringen kann aber nicht die Klappe halten will. :roll:
Dies passt hier auch ganz gut. :roll:
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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von Loong » 01.08.2015, 23:17

shuhan hat geschrieben:Eine tiefe Verachtung verspüre ich aber schon gegenüber solchen Auslandschinesen wie Dich, ...
Eines der armseligsten "Argumente", die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Du hast längst verloren, du merkst es bloß noch nicht...
久而久之越来越多人可以亲我屁股!

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Re: Was ist in China los und was wird aus China?

Beitrag von shuhan » 01.08.2015, 23:54

@MannAusChina

Ich kann vielleicht sogar besser Chinesisch lesen und schreiben als Du es kannst.

Jetzt kommt mir nicht mit einem einfachen Bericht wie 岳阳楼记, ich habe in meinem bisherigen Leben wahrscheinlich mehr chinesische Klassik studiert als Du jemals hast. Nein, ich habe keine Sinologie oder ähnliches studiert, sondern rein aus freizeitlichem Interesse. Solltest du dir zutrauen, kannst du gerne hier und jetzt auf Chinesisch mit mir über die alt-chinesische Geschichte oder Klassik diskutieren. Mal sehen, wer weiter kommt.

insbesondere in der Anfangsphase einer wirtschaftlichen Aufschwung. Demokratie ist nie eine Voraussetzung für wirtschafliche Entwicklung, nicht mal im Textbuch
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Lies meinen Text noch mal durch, wenn Du des Lesens mächtig bist.

p.s. Übrigens glaube ich nicht, dass einer wie Du, der seinen Lebensmittelpunkt seit mehr als 10 Jahren in Deutschland hat und auch zuvor in Deutschland studiert hat, besser Englisch kann als Deutsch. Dafür kenne ich genug aktuelle und ehemalige chinesische Studenten in Deutschland.

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