Erstmal Respekt, dass du dich für die Ärmsten der Armen in China einsetzst und dich tatkräftig für deren Bildung engagierst.i18n hat geschrieben:Bitte bleibe sachlich und werde nicht ausfallend!shuhan hat geschrieben: Ich muss zugeben, bei derart verdrehter und unverschämter Logik geht mir der Hut hoch.Du bist also Chinese, hm, wußte ich nicht. (Hier gibt es viele Deutsche, die sich mit chinesischen Namen schmücken.) Dennoch qualifiziert Dich das nicht, mich zu beschimpfen. Dein Deutsch ist so gut, daß Du anscheinend in Deutschland aufgewachsen bist. Was heißt, daß Deine Ausführungen eher Kindheitserinnerungen sein können, und, nach Deinem Stil, daß Du ein paar Jahr jünger als ich bist. Bin auf Vermutungen angewiesen, in Deiner Vita hier steht leider nichts über Dich. Respektiere ich, ist dennoch schwer, mit jemandem zu debattieren, von dem man nichts weiß.shuhan hat geschrieben:Ich hatte selbst eine Dorfschule in China besucht. Ich weiss, wie schlecht Dorfschulen ausgerüstet sind im Vergleich zu einer staatlichen Schule in einer Großstadt. Die meisten meines Jahrgangs in dieser Dorfschule haben es nicht auf eine Universität geschafft. Die allermeisten Kinder der Bekannten meines Vaters in Peking, die eine staatliche Schule in Peking besucht haben, haben es dagegen ausnahmslos auf Elite-Universitäten wie Tschinghua oder Beida geschafft. Waren sie einfach klüger und meine Mitschüler hingegen dümmer? Natürlich nicht.
Es liegen schlicht Welten zwischen der Lehrqualität einer Landschule und der einer Stadtschule.
Doch zum Thema: Ich habe ein Jahr lang auf einer Dorfschule im tiefsten Qinling-Gebirge als Englischlehrer gearbeitet, sicher sehr wenig verdient, aber gute Freunde gewonnen, Dialekt gelernt, so daß ich mich auch mit den Alten verständigen konnte. Oft ist es nicht eine Frage von Stadt oder Land, sondern des Teams. Natürlich hast Du recht, das Ansehen einer Landschule ist sehr gering und selbst wenn ein Kind den besten Abschluß seit 20 Jahren macht, es kommt auf keinen grünen Zweig, da der Stall nicht der richtige war. Das hat aber auch nichts mit der Regierung zu tun, sondern mit der Voreingenommenheit und Borniertheit der meisten Leute. Das passiert genauso in anderen Ländern.
Ich denke jedoch, dass die extreme Armut der chinesischen Bauern vorallem auf die Verstaatlichung des Bodens zurückzuführen ist.Die Bauern können ihre Situation nicht durch Landverkauf verbessern, da sie in China kein Bodeneigentum besitzen und somit ihr Land auch nicht frei verkaufen dürfen. Das führt dazu, dass Millionen Bauern ohne oder nur mit geringen Entschädigungen von der Regierung enteignet werden können.
Die Infrastrukur (Straßen, Stromnetze, Brücken, etc) auf dem land wird auch meist von den Bauern selber gebaut und finanziert, während die Infrastrukur in der Stadt von dem Staat fnanziert wird. Der Staat trägt also die Kosten für die Errichtung der Infrastruktur in der Stadt, während Bauern die Kosten für ihre eigene Infrastruktur zumeist selber tragen müssen. Landschulen sind daher auch stark unterfinanziert. Die Bauern haben auch kein Eigentumsrecht über diese Straßen, Brücken, oder andere Infrastrukur, die von ihnen selber finanziert und investiert wurden, und können daher auch nicht von deren Gewinnen profitieren.
Die meisten Bauern erhalten auch kaum Rente und Sozialversicherungen. Der soziale Aufstieg eines Bauern und seiner Nachkommen durch den Zuzug in die Stadt wird dennoch zusätzlich durch das Hukou-System erschwert.
Daher bin ich fest davon überzeugt, dass die Armut und Chancenlosigkeit der chinesischen Bauern zum großen Teil auf die verfehlte Politik der KPCh bzw. auf die von ihr geschaffenen Rahmenbedingungen zurückzuführen ist, sodass das hohe Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren eben auf Kosten der chinesischen Landbevölkerung vorangetrieben wurde, aber nicht für den Großteil der Landbevölkerung.


