Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

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shuhan
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von shuhan »

i18n hat geschrieben:
shuhan hat geschrieben: Ich muss zugeben, bei derart verdrehter und unverschämter Logik geht mir der Hut hoch.
Bitte bleibe sachlich und werde nicht ausfallend!
shuhan hat geschrieben:Ich hatte selbst eine Dorfschule in China besucht. Ich weiss, wie schlecht Dorfschulen ausgerüstet sind im Vergleich zu einer staatlichen Schule in einer Großstadt. Die meisten meines Jahrgangs in dieser Dorfschule haben es nicht auf eine Universität geschafft. Die allermeisten Kinder der Bekannten meines Vaters in Peking, die eine staatliche Schule in Peking besucht haben, haben es dagegen ausnahmslos auf Elite-Universitäten wie Tschinghua oder Beida geschafft. Waren sie einfach klüger und meine Mitschüler hingegen dümmer? Natürlich nicht.

Es liegen schlicht Welten zwischen der Lehrqualität einer Landschule und der einer Stadtschule.
Du bist also Chinese, hm, wußte ich nicht. (Hier gibt es viele Deutsche, die sich mit chinesischen Namen schmücken.) Dennoch qualifiziert Dich das nicht, mich zu beschimpfen. Dein Deutsch ist so gut, daß Du anscheinend in Deutschland aufgewachsen bist. Was heißt, daß Deine Ausführungen eher Kindheitserinnerungen sein können, und, nach Deinem Stil, daß Du ein paar Jahr jünger als ich bist. Bin auf Vermutungen angewiesen, in Deiner Vita hier steht leider nichts über Dich. Respektiere ich, ist dennoch schwer, mit jemandem zu debattieren, von dem man nichts weiß.

Doch zum Thema: Ich habe ein Jahr lang auf einer Dorfschule im tiefsten Qinling-Gebirge als Englischlehrer gearbeitet, sicher sehr wenig verdient, aber gute Freunde gewonnen, Dialekt gelernt, so daß ich mich auch mit den Alten verständigen konnte. Oft ist es nicht eine Frage von Stadt oder Land, sondern des Teams. Natürlich hast Du recht, das Ansehen einer Landschule ist sehr gering und selbst wenn ein Kind den besten Abschluß seit 20 Jahren macht, es kommt auf keinen grünen Zweig, da der Stall nicht der richtige war. Das hat aber auch nichts mit der Regierung zu tun, sondern mit der Voreingenommenheit und Borniertheit der meisten Leute. Das passiert genauso in anderen Ländern.
Erstmal Respekt, dass du dich für die Ärmsten der Armen in China einsetzst und dich tatkräftig für deren Bildung engagierst.

Ich denke jedoch, dass die extreme Armut der chinesischen Bauern vorallem auf die Verstaatlichung des Bodens zurückzuführen ist.Die Bauern können ihre Situation nicht durch Landverkauf verbessern, da sie in China kein Bodeneigentum besitzen und somit ihr Land auch nicht frei verkaufen dürfen. Das führt dazu, dass Millionen Bauern ohne oder nur mit geringen Entschädigungen von der Regierung enteignet werden können.

Die Infrastrukur (Straßen, Stromnetze, Brücken, etc) auf dem land wird auch meist von den Bauern selber gebaut und finanziert, während die Infrastrukur in der Stadt von dem Staat fnanziert wird. Der Staat trägt also die Kosten für die Errichtung der Infrastruktur in der Stadt, während Bauern die Kosten für ihre eigene Infrastruktur zumeist selber tragen müssen. Landschulen sind daher auch stark unterfinanziert. Die Bauern haben auch kein Eigentumsrecht über diese Straßen, Brücken, oder andere Infrastrukur, die von ihnen selber finanziert und investiert wurden, und können daher auch nicht von deren Gewinnen profitieren.

Die meisten Bauern erhalten auch kaum Rente und Sozialversicherungen. Der soziale Aufstieg eines Bauern und seiner Nachkommen durch den Zuzug in die Stadt wird dennoch zusätzlich durch das Hukou-System erschwert.

Daher bin ich fest davon überzeugt, dass die Armut und Chancenlosigkeit der chinesischen Bauern zum großen Teil auf die verfehlte Politik der KPCh bzw. auf die von ihr geschaffenen Rahmenbedingungen zurückzuführen ist, sodass das hohe Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren eben auf Kosten der chinesischen Landbevölkerung vorangetrieben wurde, aber nicht für den Großteil der Landbevölkerung.
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von Linnea »

shuhan hat geschrieben:Das sogenannte "Trauma" der heutigen Chinesen wegen der Kolonialgeschichte ist wohl in erster Linie ein Produkt der täglichen Propaganda der KPCh in den Schulen, in den Medien und in der öffentlichen Kultur, wodurch die Erinnerungen an die Demütigungen der Chinesen durch die Kolonialherren frisch täglich gehalten werden, als wären sie erst gestern passiert.
Der heutigen Chinesen, meinetwegen, aber erfunden hat das nicht die KPCh. Dieses mitunter hochstilisierte und sehr wohl politisch genutzte "Trauma" lässt sich kaum vom Opiumkonsum und -import trennen, und die Wegbereiter dieses Traumas saßen noch in der Qingregierung. Die Opium, den Kurs einschlagend den westliche Medizin und westliche Missionare im 19. Jahrhundert mit teils vollkommen überzogenen Berichten lieferten, zu einem Feindbild machten, das von nationalen Problemen ablenken sollte und einen fremden Feind lieferte, der über gemeinsame Ablehnung nationale Stabilität sichern sollte. Mit fatalen Folgen, denn Opium war eben in China neben einer gesellschaftlich relativ akzeptierten Droge, die vor allem dann konsumiert wurde, wenn es um ein geselliges Beisammensein ging, und anders als das oft berichtet wird keine wilden Heere Halbtoter lieferte, ein Stoff, der durchaus aus medizinischen Gründen (sozusagen als das Aspirin der späten Qingzeit) konsumiert wurde, und für den man keinen brauchbaren Ersatz hatte. (Weil du, shuhan, ganz gern mal auf westliche Sinologen schimpfst, schon Herbert Giles sah den Umgang der Chinesen mit Opium zu Beginn des 20. Jahrhunderts kritisch). Und was haben die Chinesen dann gemacht? Sie haben sich Heroin gespritzt... (und sich reihenweise mit irgendwas infiziert, was sie sich beim Rauchen nie eingefangen hätten). Was an der ganzen Geschichte auch noch so herrlich bigott ist: Die Kommunisten in Yan'an haben sich ordentlich über den Opiumhandel finanziert. Steht wahrscheinlich auch nicht in chinesischen Schulbüchern.

Dazu kommt noch: man kann gerade den ersten Opiumkrieg auf zweierlei Arten lesen. Als Kampf zwischen China und dem Ausland, oder als Kampf zwischen den mandschurischen Herrschern in Peking und den lokalen Händlern in Kanton, die zumeist Han-Chinesen waren und gar nicht so konform gingen mit dem, was ihnen da von oben erzählt zu werden versuchte. Die zweite Lesart ist natürlich nicht sonderlich tauglich, wenn man heute damit Propaganda betreiben will. Man sollte sie, finde ich, aber auf Grund der damaligen Tatsachen nicht ganz außer Betracht lassen.
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von ingo_001 »

ingo_001 hat geschrieben:Mein Rat an Dich, den ich Dir schon früher mal gab: Flieg selber nach China und mache Dir ein EIGENES BILD von den Menschen.
shuhan hat geschrieben:Das behauptest gerade du als Laowai gegenüber mir?
Der Laowai hat nichts behauptet, sondern Dir einen Rat gegeben (Rat = Tipp).
Nebenbei: Laowei bedeutet nicht per se, dass man sich kein Urteil über die Verhältnisse in China leisten darf/kann.
Und Du kannst (wenn Du mal die SuFu bemühst) leicht feststellen, dass mein Urteil durchaus NICHT aus vorgekauten Infos resultiert.
ingo_001 hat geschrieben:Wenn die Chinesen denn mal ihr herrschendes politisches System (ver)ändern wollen, dann werden sie das SELBST tun - eine Einmischung von außen kommt nur bei denen gut an, die davon (den jeweiligen Geldgebern) profitieren.
shuhan hat geschrieben:Klar, in einer Diktatur wie in China, in der das Organisieren einer Demonstration sofort als schweres Delikt geahndet wird, in der 1,5 Millionen bis an die Zähne bewaffneten Soldaten der Wujing und 2,5 Millionen mit schwerem Gerät bewaffneten Soldaten der Volksbefreiungsarmee über das Volk wachen, können die Chinesen einfach mal ihr herrschendes politisches System (ver)ändern, wenn sie das wollen.
Wo habe ich was von einfach geschrieben?

Ich spiele den Ball mit Lesen und Verstehen da gerne an Dich zurück.
shuhan hat geschrieben:Super Idee, warum ist das den vielen mit der KPCh unzufriedenen Chinesen selbst nicht eingefallen?
Weil die Vielen eben doch nicht die Mehrheit sind - so einfach ist das.

In der chin. Geschichte hat es immer wieder Aufstände gegeben.
Und die, die von einer Mehrheit getragen wurden (meist der unzufriedenen und hungernden Bauern) waren auch erfolgreich.
Die vorhandene Unzufriedenheit ist also nicht groß genug.

Die haarsträubende Situation der Wanderarbeiter habe auch ich hier in anderen Threads schon mehrfach kommentiert, denn auf deren Schultern entstand ja maßgeblich das chin. Wirtschaftswunder.
Mini-Löhne, die dann auch noch in vielen Fällen weiter gedrückt bzw. gar nicht ausgezahlt werden + das bisherige Meldesystem, welchen den Kindern den Nachzug zu ihren in den Städten arbeitenden Eltern bis jetzt quasi unmöglich macht (und somit auch den Besuch städtischer Schulen), ist ein sozialer Sprengstoff, der der chin. Regierung, wenn sie dieses System nicht ändert/abschafft, um die Ohren fliegen wird.

Da die chin. Regierung in der Vergangenheit ihren Pragmatismus aber immer wieder unter Beweis gestellt hat, bin ich auch da optimistisch, zumal sie ja angekündigt hat, das Melde-System u.a. Dinge, die daran hängen zu reformieren.
Das wird schon aus dem von mir o.g. Grund geschehen, weil sie sich nicht den Ast absägen will/wird, auf dem sie sitzt.
Da besteht also schon aus Machterhaltsgründen die Einsicht, da eine (dann auch für die chin. Regierung) gefährliche Entwicklung so zu ändern, dass die Wanderarbeiter und deren Familien auch vom Wachstum profitieren.

Und dass natürlich auch Arbeitsplätze + Ausbau der Infrastruktur + Auf- bzw. Ausbau des Soz.-Systems abseits der großen Mega-Cities imminent wichtig sind, steht doch außer Frage.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von shuhan »

Linnea hat geschrieben:
shuhan hat geschrieben:Das sogenannte "Trauma" der heutigen Chinesen wegen der Kolonialgeschichte ist wohl in erster Linie ein Produkt der täglichen Propaganda der KPCh in den Schulen, in den Medien und in der öffentlichen Kultur, wodurch die Erinnerungen an die Demütigungen der Chinesen durch die Kolonialherren frisch täglich gehalten werden, als wären sie erst gestern passiert.
Der heutigen Chinesen, meinetwegen, aber erfunden hat das nicht die KPCh. Dieses mitunter hochstilisierte und sehr wohl politisch genutzte "Trauma" lässt sich kaum vom Opiumkonsum und -import trennen, und die Wegbereiter dieses Traumas saßen noch in der Qingregierung. Die Opium, den Kurs einschlagend den westliche Medizin und westliche Missionare im 19. Jahrhundert mit teils vollkommen überzogenen Berichten lieferten, zu einem Feindbild machten, das von nationalen Problemen ablenken sollte und einen fremden Feind lieferte, der über gemeinsame Ablehnung nationale Stabilität sichern sollte. Mit fatalen Folgen, denn Opium war eben in China neben einer gesellschaftlich relativ akzeptierten Droge, die vor allem dann konsumiert wurde, wenn es um ein geselliges Beisammensein ging, und anders als das oft berichtet wird keine wilden Heere Halbtoter lieferte, ein Stoff, der durchaus aus medizinischen Gründen (sozusagen als das Aspirin der späten Qingzeit) konsumiert wurde, und für den man keinen brauchbaren Ersatz hatte. (Weil du, shuhan, ganz gern mal auf westliche Sinologen schimpfst, schon Herbert Giles sah den Umgang der Chinesen mit Opium zu Beginn des 20. Jahrhunderts kritisch). Und was haben die Chinesen dann gemacht? Sie haben sich Heroin gespritzt... (und sich reihenweise mit irgendwas infiziert, was sie sich beim Rauchen nie eingefangen hätten). Was an der ganzen Geschichte auch noch so herrlich bigott ist: Die Kommunisten in Yan'an haben sich ordentlich über den Opiumhandel finanziert. Steht wahrscheinlich auch nicht in chinesischen Schulbüchern.

Dazu kommt noch: man kann gerade den ersten Opiumkrieg auf zweierlei Arten lesen. Als Kampf zwischen China und dem Ausland, oder als Kampf zwischen den mandschurischen Herrschern in Peking und den lokalen Händlern in Kanton, die zumeist Han-Chinesen waren und gar nicht so konform gingen mit dem, was ihnen da von oben erzählt zu werden versuchte. Die zweite Lesart ist natürlich nicht sonderlich tauglich, wenn man heute damit Propaganda betreiben will. Man sollte sie, finde ich, aber auf Grund der damaligen Tatsachen nicht ganz außer Betracht lassen.
Hallo Linnea,

danke für deinen Kommentar. :)

Dass die KPCh während des Antijapanischen Krieges in Yan'an massenweise Opium angebaut und verkauft hat, ist mir bekannt. Soweit ich weiß, wurde dieses Opium überwiegend an die Zonen des "freien Chinas", also die Gebiete unter der Kontrolle der Kuomintang-Regierung, weiter verkauft. Zu der damaligen Zeit herrschte dort aber ein Opiumverbot.

Aber natürlich wird darüber in China überhaupt nicht geredet. Für die KPCh heute wäre es ein propagandistischer Supergau, wenn die breite chinesische Bevölkerung von dieser Geschichte erfahren würde. Dann würde das ganze Propaganda-Konstrukt einer "patriotischen" KPCh, das heute der chinesischen Bevölkerung den Opiumhandel der Engländer im 19. Jh. als wichtiges historisches Beispiel der Boshaftigkeit der Europäer allgemein gegenüber dem chinesischen Volk verkauft (und dadurch auch die Unterstützung des Westens für eine demokratische Bewegung in China diskretieren sollte), in sich zusammenbrechen.

Ich habe nicht daran gezweifelt, dass der Opiumhandel fatale Auswirkungen auf die chinesische Gesellschaft im 19. Jh hatte. Ich kritisiere jedoch absolut die einseitige Meinungsmache in der chinesischen Öffentlichkeit durch die KPCh und die Heranzüchtung eines historisch nicht haltbaren und völlig irrationalen antiwestlichen Nationalismus, während die grausamen Verbrechen der Qing gegen das chinesische Volk und vor allem auch die Verbrechen der KPCh vor und nach der Machtergreifung in der Erinnerungskultur weitesgehend ausgeblendet werden.

Gruß
shuhan
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von shuhan »

@ingo_001
In der chin. Geschichte hat es immer wieder Aufstände gegeben.
Und die, die von einer Mehrheit getragen wurden (meist der unzufriedenen und hungernden Bauern) waren auch erfolgreich.
Du vergleichst hier wieder Äpfel mit Birnen.

Natürlich hat es im Alten China immer wieder Austände gegeben. Aber du vergisst, dass im Zeitalter der "Kalten Waffen" das einfache Volk damals gegenüber der Staatsmacht nicht so sehr hoffnungslos unterlegen war wie heute. Einfache Kalte Waffen wie Speere, Messer oder Schwerter konnten auch von den Aufständischen leicht und spontan breitgestellt oder hergestellt werden, sodass die Aufständischen gegenüber der Staatsmacht nicht absolut unterlegen waren.

Wir leben heute im 21. Jh. Die Armee der KPCh verfügt über Flugzeuge, Drohnen, Panzer, Raketen und Millionen mit Maschinenpistolen ausgerüsteten Soldaten. Beim einfachen chinesischen Volk ist hingegen der Besitz von jeglicher Schußwaffe strengst verboten und wird beim Nichtbeachten mit drakonischer Strafe geahndet. So konnten aufkommende Aufstände schnell wieder niedergeschlagen werden, weil das Volk, das im besten Fall nur mit kalten Waffen ausgesrüstet wäre, dem Militär waffentechnisch absolut unterlegen ist.

Ich weise noch mal darauf hin, dass es im Jahre 2010 allein 180.000 Fälle von Unruhen in China gegeben hat. Hätte das Militär nur kalte Waffen zur Verfügung oder hätte das chinesische Volk einen leichteren Zugang zu Schußwaffen oder die Kontrolle der KPCh über das chinesische Militär wäre nicht so rigoros, dann würden wir schon heute China im Bürgerkrieg versinken sehen.
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von Laogai »

shuhan hat geschrieben:Ich weise noch mal darauf hin, dass es im Jahre 2010 allein 180.000 Fälle von Unruhen in China gegeben hat.
Danke für den erneuten Hinweis :roll:
Was waren das denn für "Unruhen"? Meinst du vielleicht Demonstrationen jeglicher Art? Wenn ja, wie viele "Unruhen" haben im gleichen Zeitraum in Deutschland stattgefunden?

Shuhan, deine Argumentation wird immer einfältiger.
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von shuhan »

Laogai hat geschrieben:
shuhan hat geschrieben:Ich weise noch mal darauf hin, dass es im Jahre 2010 allein 180.000 Fälle von Unruhen in China gegeben hat.
Danke für den erneuten Hinweis :roll:
Was waren das denn für "Unruhen"? Meinst du vielleicht Demonstrationen jeglicher Art? Wenn ja, wie viele "Unruhen" haben im gleichen Zeitraum in Deutschland stattgefunden?

Shuhan, deine Argumentation wird immer einfältiger.
http://www.dw.de/%E7%BE%A4%E4%BD%93%E4% ... a-15426349

Der Unterschied zu Deutschland ist aber, dass man hier nach der Anmeldung ganz friedlich demonstrieren kann, ohne von der Polizei gewaltsam aufgelöst zu werden. Versammlungsfreiheit oder Demonstrationsfreiheit ist in Deutschland ein Bürgerrecht. Die meisten Proteste in Deutschland dürften demnach friedlich gelaufen sein.

In China hingegen kann fast keine einzige Demonstration legal angemeldet werden (außer wenn sie von der Partei selbst gesteuert wird wie manche antijapanische Proteste), sodass die Proteste in China meistens gewaltsam aufgelöst werden oder in Unruhen münden.
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von shuhan »

Laogai hat geschrieben:
shuhan hat geschrieben:Ich weise noch mal darauf hin, dass es im Jahre 2010 allein 180.000 Fälle von Unruhen in China gegeben hat.
Danke für den erneuten Hinweis :roll:
Was waren das denn für "Unruhen"? Meinst du vielleicht Demonstrationen jeglicher Art? Wenn ja, wie viele "Unruhen" haben im gleichen Zeitraum in Deutschland stattgefunden?

Shuhan, deine Argumentation wird immer einfältiger.
Noch was:
Wenn man in Deutschland auf die Straße geht, um sich einer Demonstration anzuschließen, braucht man in der Regel keine Angst zu haben, dass die Staatsmacht repressiv gegen ihn vorgeht.

Darum demonstrieren die Deutschen für Sachen, die sie persönlich betreffen, aber auch für viele Dinge, die rein ethischer Natur sind wie gegen Tierversuche oder dergleiche. Die Deutschen betrachten das Demonstrieren schlicht als ihr Bürgerrecht.

Wenn man allerdings in China auf die Straße geht, um zu protestieren, dann muss in der Regel ein exitenzieller Grund dahinter sein, weil man mit der Teilnahme an einem öffentlichen Protest fast immer mit staatlicher Repression und mit Inhaftierung oder Jobverlust rechnen muss.

Du siehst, dass der Vergleich mit Deutschland überhaupt keinen Sinn macht. Die hohe Zahl der Proteste zeigt allerdings, wie viele Menschen existenzielle Nöte oder eine dermaßen hohe Unzufriedenheit in China haben, dass sie sogar ein derart hohes Risiko eingehen, indem sie die Staatsmacht öffentlich herausfordern. Es gibt stets auch eine schweigende Masse, die sich selbst bei erlittenem Unrecht nicht traut, sich öffentlich gegen die Staatsmacht zu wehren.
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von Laogai »

shuhan hat geschrieben:In China hingegen kann fast keine einzige Demonstration legal angemeldet werden (außer wenn sie von der Partei selbst gesteuert wird wie manche antijapanische Proteste), sodass die Proteste in China meistens gewaltsam aufgelöst werden oder in Unruhen münden.
shuhan hat geschrieben:Wenn man allerdings in China auf die Straße geht, um zu protestieren, dann muss in der Regel ein exitenzieller Grund dahinter sein, weil man mit der Teilnahme an einem öffentlichen Protest fast immer mit staatlicher Repression und mit Inhaftierung oder Jobverlust rechnen muss.
Wo hast du denn diesen Müll her? Ich dachte du bist umfassend über China informiert? Dem ist jedoch leider nicht so :( :( :(

Du schreibst von "180.000 Unruhen" in China. Wenn du damit rund 180.000 Demonstrationen pro Jahr meinst wage ich die Zahl gar nicht zu bezweifeln. Aber zu behaupten, dass "die Proteste in China meistens gewaltsam aufgelöst werden" oder die "Teilnahme an einem öffentlichen Protest fast immer mit staatlicher Repression und mit Inhaftierung oder Jobverlust" endet ist schlichtweg Humbug. 99,99% aller Demonstrationen in China verlaufen so wie hier beschrieben. Von wegen "gewaltsam aufgelöst" und "weil man mit der Teilnahme an einem öffentlichen Protest fast immer mit staatlicher Repression und mit Inhaftierung oder Jobverlust rechnen muss".

shuhan, verfolgst du eigentlich keine chinesischen Medien? Damit meine ich selbstverständlich nicht Xinhua, sondern Weibo, Weixin und andere soziale Netzwerke. Darin wird nämlich sehr schnell verbreitet, wenn in China etwas aus dem Ruder läuft, von dem die chinesische Regierung nicht so gerne berichten möchte. Und das ist weniger als sich die Uninformierten -dazu zähle ich dich jetzt auch- erhoffen und wünschen.
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von shuhan »

Hier habe ich meine Gedanken über Chinas Entwicklung auf Chinesisch niedergeschrieben:


其实当今的中国说复杂是复杂,说简单也简单。

要理解当前的中国的国策,一句话就能概况一切: 维持中共政权。对于目前的中国共产党来说,政权就是它的宇宙。它制定的任何政策,它的任何方针,任何意识形态,都是以保留政权这一中心而运转的。

当今的共产党,已经没有任何信仰可言,亦没有任何执政理念。共产党自夸自己是个会不断改善自己的政党,而在我看来,这只不过说明了中共为了能保留政权会不择手段,不介一切代价,甚至连自己的作为共产党的根本理念都会弃之不理罢了。

众所周知,国共内战时共产党以土地为诱,承诺给农民土地,结果内以农民为主力, 外在苏联的支持下夺取了中国的政权。夺取了中国的政权后50年代土地公有化又把农民的土地所有权剥夺地一干二净。58年城乡二元户籍制定后中共又在中国历史头一次把农民世世代代彻底地钉在农村里,严禁其迁徙城市。结果农民帮共产党夺了天下,但却被中共一下子世世代代打入社会最底层,世世代代为贱民。毛泽东统治之下的中国,其实生活最惨的除了一些被中共划为阶级敌人之外莫过于广大农民阶层,像50年代底,60年代初那次大饥荒,城里人倒是没饿死几个人,饿死的全是农民。

中共建政后统治阶层自然是中共的干部阶层。干部阶层之后就是城市的工人阶层。当年的工人社会地位仅次于干部阶层,并自我的把自己当成统治阶层。当时的中国平民以当工人为荣。

但是到了中国改革开放第二个阶段90年代,随着三千万国企工人的铁饭碗丢了被迫下岗后,工人的社会地位也就一落千丈。到了2014年的今天,绝大多数城市工人已经属于中国底层,属于社会弱势群体,既没钱更没权,亦没地位。

2014年的中国,中国共产党早已经脱变为一个维持少数人特权和利益的党,早就不是当初以工人农民为核心的革命党。当今的中国共产党早已经脱变为当初的共产革命党要革命的对象。

当今的中国,统治阶层是几百个历代共产党领导人的家族,而这群人也是中国最有钱的家族,再下面是中共各级党政官员及其家属。体制外的私营企业主们虽然富有,但却没有政治地位,所以要么极力巴结中共各级党政官员之尽,极力想挤入这个体制,想获得政治保护或地位,要么全家移民海外一走了之。

中国20%的民众属于所谓的体制内普通成员或体制外的中产阶层,这些人虽然没有什么政治地位,没有任何政治权利可言,但是他们总的来说生活地比底层好的多了,这帮人要么认命和统治阶层妥协,要么挤破了头也要移民。

最惨的还是占中国80%人口的社会底层,就是农民,农民工和城市居民贫困户,也就是广大的农民和工人。而他们就是中共如今支出超过军费的主要维稳对象,在中国对现状最不满,却又最缺乏组织和理论动员的群体。


于是人类历史上最滑稽之一的情况出现了。

中国的统治者,也就是中国共产党高层,口头上称自己是共产党,称自己是代表工人和农民的共产党,称自己是无产阶级的专政,而事实上他们就是维护一小撮极富的特权既得利益者群体对广大工人,农民和中产阶级的专政和剥削。而中国共产党的国策呢,就是千方百计地维持这个现状,维持这一小撮极富的特权群体对工人,农民,中产阶级的专政和剥削。

那么这样一个国家的前途是如何呢?

某一经济学家提过溃而不崩这一说。我看中共统治之下的中国未来很长时间会维持这样一个状况。

首先中国的贫富差距会越来越大。而中共的统治阶层以及一小撮极富的特权群体对中国的专政统治也就意味着中国未来的政策都是以保持现状,保持政权为核心的。绝大多数中国人既然在政治上毫无发言权,按照中共政权的权力产生和统治结构,其政策大致上是绝对会倾斜于既得利益者。不管谁当了共产党最高领导人也必须如此。

就举个简单的例子。中国私营企业的生产总额占中国经济生产总额的三分之二,但是中国私营企业从银行获得的资金居然是中国资金之四分之一都不到。而中国国营企业的生产总额占中国经济生产总额连三分之一都不到,但从银行获得的资金居然占中国资金的之四分之三。

为什么呢? 就是因为国营企业属于中共体制内,是中共的亲儿子嘛,国营企业的领导都是中共的领导,所以最大的蛋糕自然要留个自己人。当然维持国营企业在金融上的主导作用也对维持中共对权力的垄断有利。

中国私营企业既然不能形成主导地位,运行艰难,那么最后导致的是中国经济体的创新能力进步缓慢,就业市场的萧条,毕竟中国私营企业创造中国的大多数就业岗位。

想当初上海的中共官员问我们经济部司长,德国经济这么发达有何窍门,他就对他们说,窍门就在于德国庞大而杰出的中小型企业,光我们州就有三十万这样的企业,而正是这些企业创造了德国绝大多数就业岗位,维持了德国在各类技术创新的领先地位。其实呢,中共高官们对这些道理都懂,但是中国和德国不同的是,中国政府要首先考虑的不是中国这个国家和民族的前途,而是其一党政权乃至它后面的统治集团利益的维持。所以就算是国家整个的创新能力增强有怎么呢?最重要的还是政权的安稳,而国营企业的主导地位就是中共政权的安稳。


再举个例子。人人都知道现在中国的计划生育政策对中国人口结构巨大的负影响。在中国的福利制度还没有完善的时候中国已经开始步入老龄化。这对整个国家的发展和经济活力是非常不利的。但是中国却一直不能废除计划生育制度,最多就做做小小的调整罢了。为什么呢?

很简单,因为数十年来中国全国已经有数千万党政干部和计生委工作人员在计生这个领域工作。他们的工作,他们的政绩,他们的饭碗就是依赖于计划生育这个政策的实施。没有了计划生育,他们还干什么? 计生委就是一个中共内部强大的既得利益集团,他们的利益中共决策者不得不顾虑。

还有很多这样的例子。

总而言之,中共的政权利益和中国这个民族和国家的利益并不是同等的。相反,中共维持其政权的很多政策都是不符合于中国这个民族的长久前途的利益。

其中道理很简单。一个专制的发展中国家经济和社会发展到了一定程度就达到了颈瓶,而只有突破了这个颈瓶国家经济模式才能过渡到创新式的国度。

而只有贫富差距的不断减少,司法的相对公正和独立乃至法治国家制度的建立,媒体的监督,言论的开放,才能使得这个国家过渡到创新式的国家。否则一个国家缺少有独立思想,缺乏拥有批判式思辨能力的人才,这个国家又怎么能成为创新的国家? 一个国家缺少法治机制和媒体的监督,又怎么能遏制公权的滥用和腐败? 又怎么能保障企业公正的竞争?


但司法的独立,媒体的监督,言论的开放,乃至民众独立思想的培养是中共政权绝对不能接收的,因为这和中共保持其对权力的垄断的利益是相悖的。


所以在我看来,中国共产党统治之下的中国的未来和前途绝对不会是先进的,公正,均富的国家和社会。在目前的体制下,中国的庞大底层的利益得不到有效伸张和维护,中国底层和统治阶层的利益也不会得到有效平衡,因为统治阶层的权力得不到有效遏制和平衡。


还是那句话,中共政权已经没有了信仰,没有了理念,没有了原则,有的只是其维护政权的目的。所以中国变成现在这样一个物欲横流,道德沦丧的国度,是完全可以预料到的。

这样的国家没有任何好的前途。

在这样的国家,贫富差距只会不断扩大,社会矛盾只会不断激化,统治政权和统治阶层只会不断腐化,中产阶级只会被不断挤压,底层的反抗也只会不断的激烈,而这就是中国的溃。而崩只是个时间问题。



近几年来中国的经济就是以固定投资(基础设施,房地产)拉动的, 这样的经济模式是不会持久的。而中国的内需由于绝大多数中国人的低收入和福利制度的缺乏根本无法代替固定投资来促进经济的增长。

7%的经济增长率对德国来说是梦想,对中国来说是灾难的边缘,因为一旦中国的增加率低于7%,中国就无法吸收足够的新增城镇劳动力。根据2013年中国社会科学文献出版社发布的人力资源蓝皮书,今后一个时期,中国每年需要就业的城镇劳动力超过2400万人,但目前每年只能提供就业岗位1200万个左右。所以如果中国的经济增长率低于7%,我根本无法想象中国的就业市场会糟糕到什么样子。


因此我很能理解为什么那么多中国人挤破头都要移民,都要出国。这些人都不是傻瓜。因为他们很清楚,中国这样下去没有好前途。


而这样国家也永远成不了强国。试问一个国家内部社会矛盾如此尖锐,各个阶级对立如此严重,仇富仇官如此普遍, 其国家政权注意力和精力主要集中于防范和镇压国内民众反抗的国家,怎么成得了强国呢?
看什么看
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von 看什么看 »

Danke Shuhan für dieses sehr interessante Gedankenspiel!

Und zu Laogai... streite dich doch nicht mit ihm. Ich würde vorschlagen wir machen da einen ganz einfachen Versuch um herauszufinden ob die Situation in D oder CN wirklich so ist wie geschildert...

Dafür stellt sich Shuhan (evtl. mit Familie?!) mit einem großen Schild ans Brandenburger Tor und demonstriert gegen... keine Ahnung was in D eben gerade scheiße läuft... Er muss hier jedoch Merkels Rücktritt + eine Neustrukturierung der Partei fordern und versuchen weitere Menschen zu finden die sich seiner Demo anschließen!

Und dann machst du (Laogai) das gleiche am Tiananmen Square... Und in ein paar Jahren... wenn du wieder aus dem Arbeitslager raus bist und noch dazu in der Lage bist... dann diskutieren wir darüber....


Grüße
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canni
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Re: Gedankenspiel über die politischen Strategien in China

Beitrag von canni »

Geiler Beitrag Neuling mit chinesischem Namen hahaha..
Ich stell mir dann Laoguy vor mit langem schlohweissen Haar und Bart... ....
jetzt mit Tattoo vom Chairman auf dem Arm

während Shuhan noch Jahre blaue Flecken auf den Schultern hat von den vielen Schulterklopfern, die ihm zugestimmt haben weil er meinte Angie sollte doch mal erst mit Messer und Gabel umgehen können, bevor sie eine leitende Stelle in der Deutschland GmbH übernimmt.

Das ist die gelebte Meinungsfreiheit.-...
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
Wenn du eine Sprache nicht oder nicht richtig sprichst, solltest Du zumindest ein guter Pantomime sein....
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