Luigi hat geschrieben:
Hmmm komisch das auch Noodlesoup davon berichtet. Was in den Gesetzen steht, scheint irgendwie weder mich, noch die ABH großartig zu interessieren.
Es geht hier nicht um Betrug, es geht um die Verfahrensweise wie der Staat sich den Leuten, die auf ein FZF-Visum angewiesen sind verhält.
Sehr konstruktiv.
Genau und wenn der dann zu dir sagt: Einkommensnachweis, Mietvertrag und Lebenslauf (das wäre bei mir der absolute WTF-Moment) was sagst du dann? Der Punkt ist doch, dass man dann genau 2 Möglichkeiten hat. Entweder man gibt klein bei oder man muckt auf und riskiert dadurch vielleicht Schererein. Ich halte nichts davon hier irgendwen zu beschimpfen, aber bei einem FZF steht einiges auf dem Spiel und es kotzt mich einfach an, dass man der Botschaft / ABH im Endeffekt hoffnungslos ausgeliefert ist. Die sitzen immer am längeren Hebel.
Was war daran jetzt unüblich? Wo habe ich übertrieben? Ich rede hier gar nicht von Problemen, ich habe nur den üblichen Ablauf geschildert. Sicher etwas belustigend und sarkastisch, aber so ist es bei uns und vielen anderen auch abgegangen. Nur weil du dir einen Punkt rauspickst und diesen negieren willst, ändert das nichts am Gesamtbild. Und nur darum geht es.
Und von jemanden der so weise ist, hätte ich mehr erwartet
PS: Und wie war das in China noch gleich, mit der Bescheidenheit?
Natürlich interessiert das, dafür sind Gesetze ja auch da. Wenn Keinen Gesetze etwas scheren würden, sähe die Welt massiv anders aus. Wie ich aber schon geschrieben habe, sind Beamte auch "nur" Menschen und können irren, nen schlechten Tag haben, nach der WM-Feier nen dicken Schädel usw usf. Je neutraler und nüchterner man das angeht, desto mehr Chancen auf Erfolg hat man einfach. Der Unterschied ist so, als ob Du Deine Probleme mit der Faust oder mit einem Anwalt zu klären versuchst. Kein Anwalt wird sich mit dem anderen Anwalt kloppen oder dem Richter blöd kommen, da zählen einfach nur Fakten und Belege - anders ists im Umgang mit Behörden auch nicht.
Klar kann Dir einer, der Dich einfach nicht mag, besonders viele Steine in den Weg legen, aber immerhin sind wir in einem Rechtsstaat. Selbst, wenn alles schief läuft, kannst Du Dein Recht einklagen - das wäre der Gau, aber nicht das Ende der Welt.
Der Staat - nicht die Beamten - verhält sich erstmal neutral bis aufgeschlossen. Was der einzelne Beamte dann daraus macht steht auf einem anderen Blatt. Der Staat verhält sich den Leuten gegenüber offen und sehr klar in den Vorschriften - was der Dir gegenüber sitzende Beamte dann daraus macht ist einerseits tatsächlich Willkür, andererseits aber eben auch ein Wechselspiel der zwischenmenschlichen Befindlichkeiten. Selbst, wenn etwas unklar ist oder falsch ausgelegt wird, kann man höflich oder grosskotzig nachfragen - das Ergebnis wird dabei immer etwas anders ausfallen.
Mir ist auch klar, dass man in einem Rechtsstreit zwar langfristig sein Recht bekommt, aber es natürlich frustrierend ist, das dann auch aus zu sitzen - keine Frage. Aber es IST halt so, dass man sich durchaus und wirksam gegen Beamtenwillkür wehren kann. MEINE - um NICHT wieder zu verallgemeinern - Erfahrung ist halt die, dass man selbst ein ungünstig verlaufendes Gespräch mit Humor und Höflichkeit drehen kann. Wenn man mit Parolen wie XiAnTraveller dort ankommt und von vorne herein die "Scheissregierung" nicht anerkennt und akzeptiert hat man es halt schwerer, wie wenn man mit den Leuten - von MENSCH zu MENSCH - spricht und sich arrangiert. Es ist ja nicht Bittsteller gegen Staatsgewalt, es ist IMMER Mensch zu Mensch.
Ich bin schon ein alter Sack und muss leider täglich den Kopf schütteln, wie heute Menschen miteinander umgehen. In meiner Jugend hat man sowieso erstmal miteinander gesprochen und sich irgendwie auf einen Konsens geeinigt. Ich bin auch schon völlig besoffen mit dem Auto nach Hause gefahren und als ich tatsächlich aufgehalten wurde, hat man mich weiterfahren lassen, WEIL ich einsichtig und freundlich war. Das wäre heute völlig unmöglich - was auch gut so ist - aber immerhin haben wir uns immer erstmal respektiert und ausgetauscht und dann geeinigt.
Der "heirate nicht" Kommentar war mit einem Smiley - lach doch mal und nehmt alle nicht immer alles NUR Bierernst.
Wenn der zu Dir sagt, Du musst das beibringen, dann sag halt einfach: "Oh, ich dachte, das gilt nur für Leute, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben, ich wusste gar nicht, dass das für Deutsche auch gilt, vielleicht habe ich da was übersehen, wo steht denn das, ich würde mich natürlich gerne richtig informieren, damit wir das Verfahren nicht unnötig in die Länge ziehen und ich noch ein paar mal bei Ihnen vorstellig werden muss. Ich möchte uns beiden ja Unangenehmlichkeiten ersparen, ich will nur meine Frau hier haben."
Damit drohst Du ihm immer wieder zu kommen und ihn in seinem Büroschlaf zu stören, und zeigst gleichzeitig, dass Du einerseits Dich dem Gesetz beugst, andererseits Deine Rechte in Anspruch nimmst. Er kann Dir dann die Stellen zeigen die im Gesetz nicht vorhanden sind, damit ist ER im Zugzwang und Du zeigst Dich kooperationsbereit. Hast Du zufällig "Asterix erobert Rom" gesehen? Er frägt Dich nach dem Passierschein A38, dann frägst Du ihn, ob er noch nicht vom Passierschein A39 gehört hat

Schlag sie mit ihren eigenen Waffen!
Man muss also weder klein beigeben, noch aufmucken, man muss einfach nur den Spiess umdrehen und freundlich und höflich fragen, wo das steht und wie man an die Papiere kommt, die man gar nicht beibringen muss.
Ich habe auch nicht gesagt, dass es unüblich ist was Du schreibst, und mir tut jeder leid, der so eine Tortur mitmachen muss, nur ist das trotzdem immer noch nicht die Regel. Es gibt Tausende von Einwanderern aber nur Dutzende bei denen Dinge schief laufen. Schau mal in die Statistiken, WIE VIELE Leute jedes Jahr nach D einwandern und dann schau, wie viele damit Probleme haben, das relativiert dann schon etwas. Das Gesamtbild, wie Du es nennst, spricht eine andere Sprache - den meisten Leuten gelingt das auf Anhieb, wenige haben Probleme, so ist die Realität.
Sorry, dass ich nicht der Weise bin für den mich manche hier ausgeben, ich gehe morgens genauso auf den Pott wie jeder Andere, ich lebe nur etwas lockerer und unverkrampfter und vor allem zufriedener als viele Menschen, das ist alles. Weise würde ICH mich nicht bezeichnen, das kommt ja von Anderen
In China ist KEINER bescheiden, das war mal vor langer, langer Zeit - wenn überhaupt
Herzliche Grüße
Nachtrag:
Ich habe z.B. proaktiv bei meiner ABH per Mail VORAB nachgefragt, was die brauchen, wenn meine Frau bald hier ankommt. Ob ich Einkommen und Wohnraum usw nachweisen muss. Das war 2 Wochen bevor sie überhaupt ankam. Der zuständige Beamte hat mich dann aufgeklärt, dass ich nichts ausser der Meldebescheinigung brauche. Wir haben sie erst angemeldet, danach (gleich nachher, am selben Tag) sind wir zu dem Beamten und hatten die Aufenthaltserlaubnis.
Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege. Der eine ist die Liebe, der zweite ist die Genügsamkeit, der dritte ist die Demut.
Nur der Liebende ist mutig, nur der Genügsame ist großzügig, nur der Demütige ist fähig zu herrschen.
老子