wow, der artikel von juli zeh spricht mir echt von der seele (sprichwort richtig?). 100% zustimmung, hbe an keinem komma etwas auszusetzen.
"die große lockerung"
ist auch nicht schlecht, wobei natürlich nur auf die high-tech community chinas zu beziehen. vielleicht suche ich falsch, aber hier in wuhan ist das wesentlich weniger entwickelt, auch wenn ideale doch schon recht induvidualistisch geprägt sind. jugendliche scheinen eher eudämonistisch eingestellt zu sein, die suche nach glück steht im widerspruch zur erfüllung der kindlichen pietät, die es gebietet erfolgreich zu sein.
hier hat sich eher eine punkkultur entwickelt, die ich heute abend mal wieder auskundschaften will (eine band aus uruguay kommt her

)
"china: der koloss.."
halte ich schon im ersten abschnitt für totalen unsinn, "leninistischer korporationismus" klingt auch von sehr weit hergeholt, dass "Etwa ein Drittel aller chinesischen Angestellten [...] überflüssig [sei]" ist eine schätzung, die ich dem gefühl nach bestätigen würde, ich bezweifle aber, dass diese zahl zu belegen ist.
das es mittlerweile 200 millionen wanderarbeiter gibt, wusste ich auch nicht, dachte es seien nur 150 mio.
unter kapitalismus versteht er auch etwas falsches. unsere werte basieren nicht auf kapitalismus, was die herrschaft des kapitals ist, sondern auf frei märkte und rechtssicherheit, um nur den ökonomisch-rechtlichen aspekt zu nennen.
ganz zu meinem erstaunen ist die schlussfolgerung des gesamten artikels wirklich nicht schlecht. da kann ich getrost zustimmen, wenn er auch leider nicht genau erwähnt, wie ein kollaps chinas die weltwirtschaft beeinflussen würde.
ich bin selbst leider auch viel zu faul mir gedanken darüber zu machen, was genau passieren würde, wenn die chinesische wirtschaft zusammenbricht, wäre aber ein wirklich interessantes und wichtiges gedankenspiel.
so, nun habt ihr meine meinung. lesenswert ist alles.