alanos hat geschrieben:Diese Strategie ist im Moment zwar klug, wird aber wohl in einem Abzug der ukrainischen Truppen und einer Unabhängigkeitserklärung der Krim enden, wenn es nicht bald einen Richtungswechsel gibt.
Der Keks (die Krim) ist gegessen.
Putin hat die Krim de facto schon jetzt sicher.
Und das war irgendwie auch absehbar.
Die westl. Außenminister auf dem Meidan hatten da wohl den Ausschlag gegeben.
Davor noch das angebotene Assoziierungsabkommen seitens der EU ...
Es war klar, dass Putin da nen dicken Hals bekommen hat.
Im Nachhinein wird das jetzt auch von der EU so gesehen - nur hätten die Verantwortlichen da eigentl. von alleine drauf kommen müssen ...
Die neue ukrainische Regierung ist jetzt mehr als vorher von Russland abhängig.
Muss man doch damit rechnen, dass Putin im worst case versuchen könnte Teile der Ost-Ukraine offen zu kontrollieren.
Ansätze (Versuchsballons) dazu gibts ja schon.
Da sieht mal mal wieder, was dabei rauskommt, wenn man ("der Westen") sich ohne echte Planung irgendwo einmischt.
Ausbaden müssen es in dem Fall die Ukrainer, denen man damit einen Bärendienst erwiesen hat
Das Tragische daran: Egal, wie die ukrainische Regierung gehandelt hätte - die Krim wäre so oder so weg.
Wenigstens hats so keine Toten gegeben.
alanos hat geschrieben:Von was man in den westlichen Medien fast gar nicht gehört hat, ist die große Anzahl an Deserteuren auf Seiten der ukrainischen Armee, inklusive dem Oberbefehlshaber und dem Flaggschiff der Marine. Ob die Untätigkeit von Seiten der Ukraine vielleicht daran liegt kann man leider mit den wenigen Informationen, die man zu dem Thema erhält, nicht sagen.
Abgesehen davon, dass es in solchen Situationen sowieso fast aussichtslos ist an unabhängige Infos zu kommen:
Das offene Überlaufen des ukrainischen Konter-Admirals, war nicht nur ein Schlag ins Gesicht der ukrainischen Regierung, sondern ein Tritt in die Kronjuwelen ...
Dazu noch die aggressive Medienpropaganda Russlands - das macht die Situation nicht einfacher.
Außer hilflosen Appellen, doch bitte nicht Putins Propaganda zu verbreiten (was ja schon was Tragigkomisches an sich hat) sind der Ukraine die Hände gebunden.
alanos hat geschrieben:Was mich wirklich wundert sind die Sanktionen, die jetzt angedroht werden. Wie sollen die denn aussehen? Man dreht Russland den Gashahn ab?

Na ja, mann könnte (wie zu Zeiten des Kalten Krieges) keine HighTech mehr nach Russland exportieren.
Das hatte seinerzeit tatsächlich gewirkt.
Nur wird das heute nicht mehr so uneingeschränkt funktionieren, weil China da mit Sicherheit die Lieferlücke in weiten Teilen füllen würde.
Ausschluß von den G8?
Würde Putins Ego zwar anknacksen - aber das wars dann auch.
Fakt ist: Die EU braucht das russ. Erdgas - und Russland braucht die Verkaufseinnahmen für den Umbau der in weiten Teilen maroden russ. Wirtschaft.
Ergo: Nach einer offiziellen Scham- bzw. Schmollzeit wird man wieder weiter Geschäfte machen, weil man sich wechselseitig braucht ...