Business-Deals (Sitten und Tabus) in China, bitte um Hilfe!
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Daniela123
- Neuling
- Beiträge: 1
- Registriert: 08.03.2013, 17:41
Business-Deals (Sitten und Tabus) in China, bitte um Hilfe!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Für eine Schulpräsentation benötige ich Informationen über den Ablauf eines Business-Deals in China.
Welche Sitten herrschen, sowie welche Tabus man beachten sollte.
Ich bitte Sie mir folgende Puntke abzudecken:
* Wie läuft die Begrüßung ab? (Handschlag, Augenkontakt, Begrüßungsgeschenk?)
* Wo werden Geschäfte abgeschlossen? (Büro, Restaurant, Bar?)
* Tischmanieren
* Gastfreundlichkeit (wer bezahlt?)
* sind persönliche Fragen erlaubt?
* sonstige Sitten/ Tabus bei Business-Deals? (Pünktlichkeit,...)
Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen und mir ein paar wichtige Informationen dazu geben.
Mit freundlichen Grüßen
Daniela Mayr (BHAK I Salzburg)
Für eine Schulpräsentation benötige ich Informationen über den Ablauf eines Business-Deals in China.
Welche Sitten herrschen, sowie welche Tabus man beachten sollte.
Ich bitte Sie mir folgende Puntke abzudecken:
* Wie läuft die Begrüßung ab? (Handschlag, Augenkontakt, Begrüßungsgeschenk?)
* Wo werden Geschäfte abgeschlossen? (Büro, Restaurant, Bar?)
* Tischmanieren
* Gastfreundlichkeit (wer bezahlt?)
* sind persönliche Fragen erlaubt?
* sonstige Sitten/ Tabus bei Business-Deals? (Pünktlichkeit,...)
Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen und mir ein paar wichtige Informationen dazu geben.
Mit freundlichen Grüßen
Daniela Mayr (BHAK I Salzburg)
Re: Business-Deals (Sitten und Tabus) in China, bitte um Hil
Hallo Daniela,Daniela123 hat geschrieben:Sehr geehrte Damen und Herren!
Für eine Schulpräsentation benötige ich Informationen über den Ablauf eines Business-Deals in China.
Welche Sitten herrschen, sowie welche Tabus man beachten sollte.
Ich bitte Sie mir folgende Puntke abzudecken:
* Wie läuft die Begrüßung ab? (Handschlag, Augenkontakt, Begrüßungsgeschenk?)
* Wo werden Geschäfte abgeschlossen? (Büro, Restaurant, Bar?)
* Tischmanieren
* Gastfreundlichkeit (wer bezahlt?)
* sind persönliche Fragen erlaubt?
* sonstige Sitten/ Tabus bei Business-Deals? (Pünktlichkeit,...)
Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen und mir ein paar wichtige Informationen dazu geben.
Mit freundlichen Grüßen
Daniela Mayr (BHAK I Salzburg)
zunächst einmal willkommen in unserem Forum! Als Zweites würde ich Dich bitten, es nicht zu förmlich zu nehmen. Wir sind hier alle wie eine große Familie (mit mehr oder weniger freundlichen Angehörigen und auch "buckeliger" Verwandschaft
Zu Deinen nachgefragten Bereichen gibt es bereits einige Themen bei uns. Oben unter der großen Menüleiste findest Du einen Suchbutton. Insbesondere zu den Tischmanieren findest Du einige Hinweise.
Ich gebe Dir mal ein paar geschäftliche Erfahrungen von mir Preis:
Begrüßung:
Der Handschlag ist nur dann üblich, wenn die Chinesen westliche Gepflogenheiten immitieren wollen. Wesentlich öfter stellt man sich kurz verbal vor (oder wird von Bekannten vorgestellt, die den Kontakt hergestellt haben - vieles läuft in China über Beziehungen) und tauscht Visitenkarten aus.
Geschäftsabschluss:
Man trifft sich sicherlich in Büros, bei Meetings und so weiter. Und natürlich werden dort auch Geschäfte gemacht. Nach meiner Erfahrung laufen die richtig dicken Deals meist jedoch "nebenbei" beim Essen, nachdem man sich besser kennengelernt hat.
Tischmanieren:
Kommt auf das Restaurant und Deine Geschäftspartner an. Gerade in der Geschäftswelt versucht man natürlich auch in China, sich etwas anzupassen, wenn man mit Ausländern arbeitet. Doch auch dann existieren noch viele "Unterschiede" zum Feinen Dinieren in Deutschland zum Beispiel. Hier passt man sich besser der Situation entsprechend an.
Gastfreundlichkeit:
Als Faustregel beim Bezahlen gilt, wer etwas von einem anderen will, lädt ein und zahlt.
Persönliche Fragen:
Viel mehr als bei den Geschäftsmeetings in unseren Kreisen spielt die persönliche Beziehungsebene in China eine wesentliche Rolle. Da sind persönliche Fragen (zur Familie) erwünscht und können sogar einen Großteil des Gespräches aus machen.
Sonstiges:
Ich musste mich anfangs sehr in Geduld üben. Sachen die in Deutschland in wenigen Minuten (und kurzen Meetings) geklärt waren, wurden hier in China zwar auch in wenigen Minuten geklärt, doch meist entweder am Ende von stundenlangen Meetings in denen es Prinzipiell um andere Themen (wie der Familie, dem Wetter, einem Arbeitsunfall hier, einem Erlebnis dort, ...) ging oder sogar danach per kurzer E-Mail nach dem Motto "ach ja, zu diesem Sachverhalt haben wir übrigens jene Entscheidung getroffen"...
Und was die Pünktlichkeit einiger Personen angeht, da gilt als Faustregel wieder, wenn jemand anderes etwas von einem will, dann lässt man sich Zeit. - Man muss ja wie bei uns auch zeigen, dass man viel beschäftigt ist.
Soviel von meiner Seite. Viel Erfolg bei Deiner Präsentation!
Mario
世上无难事,只怕有心人。 - Wo ein Wille ist, da ist ein Weg.
(Chinesisches Sprichwort)
(Chinesisches Sprichwort)
Re: Business-Deals (Sitten und Tabus) in China, bitte um Hil
Auch von mir erstmal ein Herzliches Willkommen im Forum, habe gestern schon gesehen dass Dein Posting zwar viel gesehen aber unbeantwortet geblieben ist, wollte ich heute was dazu schreiben aber Mario war schneller
Also erst mal, China ist nicht so steif und unflexibel wie es in den meisten im dt. und engl. Sprachraum erhältlichen Büchern dargestellt wird (Vielleicht war es das auch nie, kann ich nicht beurteilen, ich kenne China persönlich erst seit ungefähr 15 Jahren).
Also würde ich mal sagen wenn Du praxisorientiert und realitätsnah berichten willst, dann vergiß was Du in diesen Büchern zu lesen bekommst, die helfen wirklich nicht weiter und geben eher ein verzerrtes Bild der Realität wieder.
Mit Sicherheit hilfreicher ist es hier im Forum zu stöbern und auch die Suchfunktion ausgiebig zu bemühen, da wurde schon etliches dazu geschrieben.
Darüber hinaus kannst Du sicher auch den einen oder anderen "alten Hasen" hier sicher auch mit gezielten und detaillierteren Fragen "aus der Reserve locken" und mehr über die Praxis erfahren. Sehr viele hier sind wirklich sehr hilfsbereit und verfügen über einen immensen Erfahrungsschatz (sicher gibt es auch ein paar Proleten, aber wo gibt es die nicht, die muss man ja auch nicht unbedingt ernst nehmen).
Also mein Tip: Lies Dich hier gründlich ein um ein wenig Gefühl für die Thematik zu bekommen, stelle dann ganz gezielt konkrete Fragen zu einzelnen Sachverhalten die Dir noch nicht ganz klar sind, es wird Dir sicher hier gerne geholfen.
Was mich noch freuen würde das wäre dann wenn Du uns anschließend vielleicht auch am Resultat Deiner Arbeit teilhaben lässt, ich persönlich fände das sehr interessant.
Also dann auch von mir, viel Erfolg mit Deiner Präsentation!
Also erst mal, China ist nicht so steif und unflexibel wie es in den meisten im dt. und engl. Sprachraum erhältlichen Büchern dargestellt wird (Vielleicht war es das auch nie, kann ich nicht beurteilen, ich kenne China persönlich erst seit ungefähr 15 Jahren).
Also würde ich mal sagen wenn Du praxisorientiert und realitätsnah berichten willst, dann vergiß was Du in diesen Büchern zu lesen bekommst, die helfen wirklich nicht weiter und geben eher ein verzerrtes Bild der Realität wieder.
Mit Sicherheit hilfreicher ist es hier im Forum zu stöbern und auch die Suchfunktion ausgiebig zu bemühen, da wurde schon etliches dazu geschrieben.
Darüber hinaus kannst Du sicher auch den einen oder anderen "alten Hasen" hier sicher auch mit gezielten und detaillierteren Fragen "aus der Reserve locken" und mehr über die Praxis erfahren. Sehr viele hier sind wirklich sehr hilfsbereit und verfügen über einen immensen Erfahrungsschatz (sicher gibt es auch ein paar Proleten, aber wo gibt es die nicht, die muss man ja auch nicht unbedingt ernst nehmen).
Also mein Tip: Lies Dich hier gründlich ein um ein wenig Gefühl für die Thematik zu bekommen, stelle dann ganz gezielt konkrete Fragen zu einzelnen Sachverhalten die Dir noch nicht ganz klar sind, es wird Dir sicher hier gerne geholfen.
Was mich noch freuen würde das wäre dann wenn Du uns anschließend vielleicht auch am Resultat Deiner Arbeit teilhaben lässt, ich persönlich fände das sehr interessant.
Also dann auch von mir, viel Erfolg mit Deiner Präsentation!
中国是个好的地方!
Re: Business-Deals (Sitten und Tabus) in China, bitte um Hil
Hallo,DanielaDaniela123 hat geschrieben:Sehr geehrte Damen und Herren!
Für eine Schulpräsentation benötige ich Informationen über den Ablauf eines Business-Deals in China.
Welche Sitten herrschen, sowie welche Tabus man beachten sollte.
Ich bitte Sie mir folgende Puntke abzudecken:
* Wie läuft die Begrüßung ab? (Handschlag, Augenkontakt, Begrüßungsgeschenk?)
* Wo werden Geschäfte abgeschlossen? (Büro, Restaurant, Bar?)
* Tischmanieren
* Gastfreundlichkeit (wer bezahlt?)
* sind persönliche Fragen erlaubt?
* sonstige Sitten/ Tabus bei Business-Deals? (Pünktlichkeit,...)
Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen und mir ein paar wichtige Informationen dazu geben.
Mit freundlichen Grüßen
Daniela Mayr (BHAK I Salzburg)
Deine Punkt sind daunter
* Wie läuft die Begrüßung ab? (Handschlag, Augenkontakt, Begrüßungsgeschenk?)
Handschlag------OK
Augenkontakt---nicht üblich
Begrüßungsgeschenk---OK
*Wo werden Geschäfte abgeschlossen?
Kann ein bisschen komplizierter in China.Aber grundsätzlich im Büro
* Tischmanieren
Weil du ein Ausländer bist, so das wirklich nicht so wichtig,Die westliche Tischmanieren ist OK.
* Gastfreundlichkeit (wer bezahlt?)
Generell, wenn sie Sie einladen,natuerlich sie will die bezahlen.
* sind persönliche Fragen erlaubt?
Persönliche Probleme in Persönliche Chat
* sonstige Sitten/ Tabus bei Business-Deals? (Pünktlichkeit,...)
Dieses Problem ist zu groß. ^lol^
Wenn du nach China kommst,vielleicht ich kann ihnen helfen.
Gruess
Re: Business-Deals (Sitten und Tabus) in China, bitte um Hil
und auch von mir ein Ni hao...
Mario und Wuxi haben das Wesentliche schon gesagt. Ich möchte noch hinzufügen, es kommt immer auf die Grösse des Geschäftes, sprich in diesem Fall auf die Wichtigkeit der jeweiligen Gesprächspartner auf beiden Seiten an.
Im kleineren und mittleren Bereich geht es sehr jovial zu. Ein bisschen färbt hier das amerikanische Hullygully ab, wobei ich sagen muss, die Amis vergessen dies nach ein paar stunden wieder, während in China das doch ehrlich ist. Im oberen Bereich handelt es sich sehr oft um Regierungsfirmen oder solche mit deren Beteiligung, da geht es eher steif zu. Zumindest am Anfang. Man spürt eine kleine Zurückhaltung. Dabei ist es ganz wichtig, dass die Gesprächspartner aus dem Ausland eine tragende Position in ihrer Firma haben. Boss zu Boss sozusagen oder Manager zu Manager. Der Handschlag. Ich habe gelernt, egal wo auf der Welt ich war, abzuwarten ob mir der Einladende die Hand entgegenstreckt oder nicht! Umgekehrt ist das in GER auch so.
Wenn man sich besser kennt ist das kein Problem mehr und selbst Umarmungen sind normal. Wie gesagt ich rede von 90 % der Bosse
nicht von den 10 % Staatsdienern in den Firmen.
Im Gegensatz zu Mario habe ich hier gelernt, während des gemeinsamen Essens wird grundsätzlich nicht über das Geschäft geredet. Beim Essen wird geplaudert, geraucht, je nachdem und je nach Bildung haha... gesoffen.
Es ist in China eigentlich nicht viel anders als es bei uns in den goldenen Sechzigern war. Die Bosse sind meist aus unteren Verhältnissen aufgestiegen und daher nicht auf einem hohen Ross. Natürlich gibt es auch hier das Neureichensyndrom wie damals bei uns. Der Geschäftspartner soll beeindruckt werden. Alles kein Problem. Einfach normal sein, Vertrauen ausstrahlen und möglichst ehrlich und offen reden.
Leute, die von Tricks und Strategien bei solchen Verhandlungen reden, kennen nur die Oberschicht. Mittlere und kleinere Unternehmen brauchen so etwas nicht. Übrigens, jeder Geschäftsmann verfolgt in Verhandlungen eine Strategie, also, wo soll hier eine chinesische Variante anders sein?
Was auffällt ist eben, dass hier die Ausbildung gerade im kaufmännischen Bereich noch sehr grossen Nachholbedarf hat. Wenn das eine oder andere nicht klappt, ist dies nicht mutwillig, sondern fast immer nur durch Unerfahrenheit zustande gekommen. Das Wort gewissenhaft ist ein Wort, dass sich in China noch nicht als Teil einer Geschäftsbeziehung eingebürgert hat. Zu oft wird argumentiert - ist ja billig was willst Du denn? Ein kleines Loch im Schuh... wo ist das Problem`?
Das muss man alles wissen, dann sind Verhandlungen mit chinesischen Firmen meist sehr persönlich und gut.
Tischmanieren... wer unsere Freunde aus Amerika betrachtet, für den sind diese Manieren in China schon sehr gut. Wie gesagt, normalerweise wird beim Essen Smalltalk betrieben. Geschäft sollte nicht erwähnt werden!! Der Chinesische Partner lädt in der Regel ein! Das ist wichtig für seinen Stolz! Man sollte da auch nicht rumfeilschen. Wird man zum Lunch eingeladen, kann man sich beim Dinner revanchieren. Das Essen selbst läuft in einem entspannten Rahmen ab. In China gleicht das ja immer einem Büffett bei dem jeder von allem kosten kann. Wichtig für mich war immer, der einladende Boss hat den ersten Biss bzw. wenn es einen Apperitif gibt, den ersten Schluck. Aber auch das kommt auf die Leute an. Man wird natürlich gefragt, was man gerne isst, aber in der Regel sollte man dem chinesischen Gastgeber die Wahl der Speisen überlassen. Auch da spielt der Stolz mit, dem ausländischen Gast die chinesische Küche nahe zu bringen.
Zur Pünktlichkeit ist alles gesagt. Wer schon mal in Australien war, der wird die Pünktlichkeit in china zu schätzen wissen
. Es kommt schon mal vor, dass man im Hotel "vergessen" wird und eine oder gar zwei Stunden später abgeholt wird. Es wäre in GER undenkbar. Aber wie gesagt, das sind Ausnahmen. In der Regel passt alles und die Behandlung ist sehr freundlich und zuvorkommend.
Noch ein wichtiger Punkt für Dich Daniela. Übersetzer sind ein Problem in China. Wenn sie nicht die Fachrichtung kennen, in der man verhandelt, kann ein ziemlicher Mist bei der Übersetzung rauskommen.
Die chinesische Sprache ist eine Gleichnissprache, ähnlich wie die von Jesus. Ein deutsches Wort kann unter Umständen mehrere Sätze benötigen. Deshalb sind vor allem technische und kaufmännische Dinge oft ein Problem für reine Übersetzer. Hier sollte man sehr grossen Wert auf die Auswahl legen. Studenten für ein paar RMB sind meist nicht geeignet. Für das Smalltalk beim Essen ist das ok, aber bei Vertragsverhandlungen kann das schiefgehen. Ich habe das erlebt mit einer Frau, die 15 Jahre in GER gelebt hat und fast so deutsch sprach wie ich. Aber hinterher herrschte grosse Verwirrung, weil sie einfach keine Ahnung von der Materie hatte.
Ja was gibts noch?`Auf jeden Fall geht Kontrolle vor Vertrauen. Das ist nicht böswillig sondern hat eben mit der Gewissenhaftigkeit zu tun, die man in China meist nicht vorfindet.
Fazit: wenn ein deutscher Geschäftsmann länger seinem Job nachgeht kann er hier gar nichts falsch machen. Denn es ist wirklich nicht sehr viel anders als bei uns früher, bevor man alles nur noch mit Deckungsbeitrag und Forecast gesehen hat und den Menschen vergessen hat. Hier menschelt es noch. Hart aber fair. Nach dem ersten gelungenen Auftrag löst sich die Spannung und man spricht von Freunden....
OK? Ich weiss nicht was ich noch vergessen habe? Musst halt fragen wenn Dir noch was einfällt. die ganzen Berater in GER für Chinageschäfte sind meist jung und haben keine Ahnung von unserer Entwicklung. Zu leicht wird ein früher in GER normaler Vorgang heute in China in das Fabelreich der "anderen Kultur" gesteckt. Dem ist nicht so. Kultur ist mit Stäbchen essen. Alles andere sind Gewohnheiten. Die wir hatten und haben und die auch unsere chinesischen Partner haben.
gut hab fertig!
Mario und Wuxi haben das Wesentliche schon gesagt. Ich möchte noch hinzufügen, es kommt immer auf die Grösse des Geschäftes, sprich in diesem Fall auf die Wichtigkeit der jeweiligen Gesprächspartner auf beiden Seiten an.
Im kleineren und mittleren Bereich geht es sehr jovial zu. Ein bisschen färbt hier das amerikanische Hullygully ab, wobei ich sagen muss, die Amis vergessen dies nach ein paar stunden wieder, während in China das doch ehrlich ist. Im oberen Bereich handelt es sich sehr oft um Regierungsfirmen oder solche mit deren Beteiligung, da geht es eher steif zu. Zumindest am Anfang. Man spürt eine kleine Zurückhaltung. Dabei ist es ganz wichtig, dass die Gesprächspartner aus dem Ausland eine tragende Position in ihrer Firma haben. Boss zu Boss sozusagen oder Manager zu Manager. Der Handschlag. Ich habe gelernt, egal wo auf der Welt ich war, abzuwarten ob mir der Einladende die Hand entgegenstreckt oder nicht! Umgekehrt ist das in GER auch so.
Wenn man sich besser kennt ist das kein Problem mehr und selbst Umarmungen sind normal. Wie gesagt ich rede von 90 % der Bosse
Im Gegensatz zu Mario habe ich hier gelernt, während des gemeinsamen Essens wird grundsätzlich nicht über das Geschäft geredet. Beim Essen wird geplaudert, geraucht, je nachdem und je nach Bildung haha... gesoffen.
Es ist in China eigentlich nicht viel anders als es bei uns in den goldenen Sechzigern war. Die Bosse sind meist aus unteren Verhältnissen aufgestiegen und daher nicht auf einem hohen Ross. Natürlich gibt es auch hier das Neureichensyndrom wie damals bei uns. Der Geschäftspartner soll beeindruckt werden. Alles kein Problem. Einfach normal sein, Vertrauen ausstrahlen und möglichst ehrlich und offen reden.
Leute, die von Tricks und Strategien bei solchen Verhandlungen reden, kennen nur die Oberschicht. Mittlere und kleinere Unternehmen brauchen so etwas nicht. Übrigens, jeder Geschäftsmann verfolgt in Verhandlungen eine Strategie, also, wo soll hier eine chinesische Variante anders sein?
Was auffällt ist eben, dass hier die Ausbildung gerade im kaufmännischen Bereich noch sehr grossen Nachholbedarf hat. Wenn das eine oder andere nicht klappt, ist dies nicht mutwillig, sondern fast immer nur durch Unerfahrenheit zustande gekommen. Das Wort gewissenhaft ist ein Wort, dass sich in China noch nicht als Teil einer Geschäftsbeziehung eingebürgert hat. Zu oft wird argumentiert - ist ja billig was willst Du denn? Ein kleines Loch im Schuh... wo ist das Problem`?
Das muss man alles wissen, dann sind Verhandlungen mit chinesischen Firmen meist sehr persönlich und gut.
Tischmanieren... wer unsere Freunde aus Amerika betrachtet, für den sind diese Manieren in China schon sehr gut. Wie gesagt, normalerweise wird beim Essen Smalltalk betrieben. Geschäft sollte nicht erwähnt werden!! Der Chinesische Partner lädt in der Regel ein! Das ist wichtig für seinen Stolz! Man sollte da auch nicht rumfeilschen. Wird man zum Lunch eingeladen, kann man sich beim Dinner revanchieren. Das Essen selbst läuft in einem entspannten Rahmen ab. In China gleicht das ja immer einem Büffett bei dem jeder von allem kosten kann. Wichtig für mich war immer, der einladende Boss hat den ersten Biss bzw. wenn es einen Apperitif gibt, den ersten Schluck. Aber auch das kommt auf die Leute an. Man wird natürlich gefragt, was man gerne isst, aber in der Regel sollte man dem chinesischen Gastgeber die Wahl der Speisen überlassen. Auch da spielt der Stolz mit, dem ausländischen Gast die chinesische Küche nahe zu bringen.
Zur Pünktlichkeit ist alles gesagt. Wer schon mal in Australien war, der wird die Pünktlichkeit in china zu schätzen wissen
Noch ein wichtiger Punkt für Dich Daniela. Übersetzer sind ein Problem in China. Wenn sie nicht die Fachrichtung kennen, in der man verhandelt, kann ein ziemlicher Mist bei der Übersetzung rauskommen.
Die chinesische Sprache ist eine Gleichnissprache, ähnlich wie die von Jesus. Ein deutsches Wort kann unter Umständen mehrere Sätze benötigen. Deshalb sind vor allem technische und kaufmännische Dinge oft ein Problem für reine Übersetzer. Hier sollte man sehr grossen Wert auf die Auswahl legen. Studenten für ein paar RMB sind meist nicht geeignet. Für das Smalltalk beim Essen ist das ok, aber bei Vertragsverhandlungen kann das schiefgehen. Ich habe das erlebt mit einer Frau, die 15 Jahre in GER gelebt hat und fast so deutsch sprach wie ich. Aber hinterher herrschte grosse Verwirrung, weil sie einfach keine Ahnung von der Materie hatte.
Ja was gibts noch?`Auf jeden Fall geht Kontrolle vor Vertrauen. Das ist nicht böswillig sondern hat eben mit der Gewissenhaftigkeit zu tun, die man in China meist nicht vorfindet.
Fazit: wenn ein deutscher Geschäftsmann länger seinem Job nachgeht kann er hier gar nichts falsch machen. Denn es ist wirklich nicht sehr viel anders als bei uns früher, bevor man alles nur noch mit Deckungsbeitrag und Forecast gesehen hat und den Menschen vergessen hat. Hier menschelt es noch. Hart aber fair. Nach dem ersten gelungenen Auftrag löst sich die Spannung und man spricht von Freunden....
OK? Ich weiss nicht was ich noch vergessen habe? Musst halt fragen wenn Dir noch was einfällt. die ganzen Berater in GER für Chinageschäfte sind meist jung und haben keine Ahnung von unserer Entwicklung. Zu leicht wird ein früher in GER normaler Vorgang heute in China in das Fabelreich der "anderen Kultur" gesteckt. Dem ist nicht so. Kultur ist mit Stäbchen essen. Alles andere sind Gewohnheiten. Die wir hatten und haben und die auch unsere chinesischen Partner haben.
gut hab fertig!
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
Wenn du eine Sprache nicht oder nicht richtig sprichst, solltest Du zumindest ein guter Pantomime sein....
Wenn du eine Sprache nicht oder nicht richtig sprichst, solltest Du zumindest ein guter Pantomime sein....
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