komme gerade vom französischen konsulat hier in wuhan zurück, da ich mich dort registrieren ließ und ich mir eine einladung abholen wollte, denn monsieur chirac kommt nach wuhan am freitag.
ja, seine vierte dienstreise nach china, in keinem fernen land war er häufiger auf staatsbesuch.
naja, jedenfalls sind alle franzosen hier eingeladen, und das gilt auch für mich
eigenartigerweise steht erst HEUTE etwas darüber in Le Monde, obwohl er bereits morgen in china ankommt.
wer der französischen sprache mächtig ist, kan es hier:
http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0 ... 065,0.html
nachlesen.
ich fasse zusammen:
der handel mit china macht 1,4 % des franz. BIP aus,
Vergleich: 4% des deutschen BIP
französische investitionen haben über die letzten zwei jahre um 200% zugenommen.
auf folgende wirtschaftsverträge hofft man:
atomkraftwerke im wert von 8 Mio Dollar
eine hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen kanton und wuhan (JJAAA, Bitte möglichst schnell

)
500 lokomotiven von alstom.
politische diskussionsthemen:
tibet, wo eine "versteifung" der lage zu beobachten sei,
individualrechte,
Chirac hat geschrieben:"Il ne sert à rien de hurler, résume-t-on à la présidence française. Il faut dire les choses clairement, mais avec délicatesse. Et pas publiquement."
es nützt nichts zu schreien [...]. man muss die sachen klar sagen, und mit delikatesse [Anm.d.Ü. (also ich): das beudeutet so viel wie "durch die blume sagen"oder "mit viel vorsicht"].
und nicht öffentlich.
[Anm.d.Red.:jaja, nicht öffentlich, da lobe ich mir merkel, sie hat es meiner meinung nach genau richtig gemacht. keinen hammer geschwungen, aber auch kein blatt vor den mund genommen. ich glaube daran, dass sie ernstgenommen wurde. und das ist nun deutsche/ französische innenpolitik: kritik muss öffentlich gemacht werden, damit wir auch wirklich wissen, dass sie es tatsächlich gemacht haben.]
Le Monde hat geschrieben:Face aux atteintes aux libertés et aux droits de l'homme, M. Chirac laisse volontiers le champ de l'indignation "aux associations et aux ONG (organisations non gouvernementales)", qu'un de ses collaborateurs a reçues avant son départ.
bezüglich der freiheiten und menschenrechte lässt er den platz den NGOs, damit diese sich um die Sache kümmern.
[anm.d.Red.: der faule sack hat nur keinen bock es sicht mit china zu verscherzen.]
im nächsten abschnitt geht es dann darum, dass die frage der "einhaltung der regeln der marktwirtschaft ernstgenommen wird". außerdem betont chirac, dass er der überzeugung ist, dass china fähig ist eine große nation zu sein, die sich um belange wie internationale sicherheit, ausgewogenes weltweites wirtschaftswachstum, solidarität und umweltschutz kümmert.
[anm.d.Red: einschleimung bei der künftigen großmacht?]
um nordkorea geht es auch, interessant ist es aber auch, da es um afrika geht.
peking organiseiert anfang november eine sino-afrikansiche tagung zu der 60 staatschefs aus afrika eingeladen sind. frankreich will mit china zusammen für die entwicklung des kontinentes handeln. betont wurde, dass frankreich nicht will, dass china in afrika ankommt, in bezug auf den schuldenerlass.
[Anm.d.Red: frankreich will nicht, dass china an einfluss in afrika gewinnt. frankreich hat da einiges zu verlieren.
ich erinnere daran, dass china in einigen ländern wie zB nigeria aktiv ist, dort riesige ölfelder gekauft hat.]