Zuerst - du kannst auch Links setzen, du brauchst nicht ganze Seiten in ein Posting packen. Soetwas macht einen Thread unlesbar.
Die KPCh-Armee war nicht nur eine Guerilla -Armee, sie war sehr wohl in der Lage, reguläre Kämpfe durchzuführen, sieh Hundert-Regimenter-Offensive, sie hat sich nur während des chinesisch-japanischen Krieges überwiegend verschanzt, um Kräfte zu schonen, um sie später gegen die Nationalarmee der Kuomintang-Regierung einzusetzen.
Bei der Hundert Regimenter Offensive (obwohl erfolgreich) waren die chinesischen Verluste 8 mal so hoch wie die japanischen. Die Hundert Regimenter Offensive waren vor allem Überfälle auf das japanische Eisenbahnnetz - es war eine Guerillaoffensive. Die Japaner reagierten auf die Hundert Regimenter Offensive mit der drei mal Alles Politik = alles töten, alles verbrennen, alles plündern. Dadurch kamen an die 2 Millionen chinesische Zivilisten (Bauern) ums leben und die KP wurde folglich dadurch stark geschwächt, da ihr Rekrutierungspool reduziert wurde. Kurz die KPCh Armee setzte sich auch schlecht ausgebildeten, chinesischen Fußtruppen die einen Guerilla Krieg führten zusammen.
Kurz - durch den immensen zulauf an Bauern zur KPCh Armee schwoll diese auf bis zu 400.000 Fußsoldaten an. Peng Dehui nutzte diesen Zulauf um die Guerilla Truppen zu sammeln und eine Guerilla Offensive zu starten. Diese war in ihren Zielen erfolgreich und fügte der japanischen Logistik starke Schäden zu, als Antwort darauf attackierten die Japaner die chinesische Bevölkerung und dadurch gelang es ihnen die KPCh Armee auf 300.000 Mann schrumpfen zu lassen.
Also keine großangelegten Panzerschlachten, Luftgefechte oder Artilleriegefechte und auf jeden Fall kein Argument gegen die - in Historiker Kreisen nicht einmal diskutierte Aussage - dass die KPCH Truppen mit den zugeschanzten schweren Kriegsmaterial erst etwas anfangen konnten, als für diese ausgebildete GMD Truppen zu ihnen übergelaufen sind.
Die Hakka waren Han-Chinesen, wenn du das nicht mal weisst, dann gute Nacht. Die Taiping waren auch hauptsächlich Han-Chinesen. Im Übrigen haben die Taiping bei ihrem Austand sehr wohl gegen die Fremdherrschaft ausgerufen, lies mal das, wenn du einigermaßen Chinesisch kannst:
Die Hakka werden in der heutigen Zeit zu den Han Chinesen zugerechnet, in der damaligen Zeit waren sie als Wai di ren eine eigene Gruppe. Ansich nicht so wichtig, aber es zeigt zumindest, dass der Taiping Aufstand zu Beginn kein Aufstand der breiten Han Bevölkerung gegen eine Fremdherrschaft war, sondern von spezifischen Gruppen, die mit der Qing Regierung unzufrieden waren.
Das diese in ihrem Kampf gegen die Qing, alles ausnützten um deren Legitimität zu schwächen ist auch keine Überraschung. Der ethnische Hintergrund der Qing war ein willkommenes Propaganda Argument, aber nicht der Grund für den Ausbruch der Taiping Revolution. Übrigens fügt sich dein Beispiel nahtlos in meine Argumentation ein, da die Revolution erfolgte, als die Qing im Niedergang begriffen war. Als die Qing als korrupt und inkompetent erachtet wurde mit den zahlreichen Problemen (unter anderem den Kolonialkräften) klar zu kommen. In der chinesischen Geschichte lassen sich genau 2 Zeitpunkte herausfinden, in der die Qing Herrschaft als "Fremdherrschaft" bezeichnet wurde: Am Beginn als die Qing gerade China erobert hatten (wo sie auch eine Fremdherrschaft war) und am Ende, als die Qing Herrschaft im Niedergang begriffen war (wo es propagandistisch zur Emotionalisierung der Massen aufgegriffen wurde). In den ganzen langen Zeitraum dazwischen, vor allem während der Blütezeit der Qing, war das kein Thema. Des Weiteren waren die Qing schon dermaßen stark sinisiert und die anfangs zur Segregation geschaffenen Gesetze dermaßen unterwandert (vor allem von den Qing selbst), das die Unterscheidung Han und Manchu eine rein politische und keine ethnische mehr war. So wurde das Heiratsverbot zwischen Han und Manchu ständig gebrochen und zwar nicht nur auf den unteren Ebenen, sondern sogar in Kreisen der Manchu Aristokratie. Bereits Kangxi (der zweite Qing Kaiser sic!) hatte eine Han chinesische Mutter! Die Teilung Beijing in einen Manchu und Han Teil, löste sich mit der Zeit auch auf. Warum? Im Manchu Teil durften nur Bannermänner leben, da aber auch Han Bannermänner werden konnten, nahm der Anteil an Han Chinesen im Zeitverlauf immer mehr zu. Schon 1700 waren 70% der Bevölkerung Han Chinesen! Zuvor war aber schon der Palast durch und durch mit Han Chinesen gefüllt und chinesisch wurde zur offiziellen Staatssprache und das Mandschurische immer mehr verdrängt. Die Aufstellung Qing vs. Han ist eine politisch instrumentalisierte aber keine die einem ein tieferes historisches Verständnis bringt. Viel wichtiger für das Verständnis ist, wie sich die Manchu Identität selber im Laufe der Zeit veränderte und wie China durch die Manchu verändert wurde.
Die Thesen die du hier propagierst:
1. KP gewann ausschließlich wegen sowjetischer Hilfe
2. Die GMD war geeint, stark und wurde von der Bevölkerung unterstützt
3. Ma Bufeng war kein Warlord
4. Die KP Armee war eine reguläre Armee und keine Guerilla Armee
5. Die Qing Herrschaft wurde aufgrund ihres ethnischen Hintergrundes weggefegt
liest sich wie schlechte han chauvenistische Propaganda aus dem GMD Eck zur Zeit Jiang Jieshis, die historische Abläufe und Entwicklungen massiv reduziert und falsch darstellt um eigene politische Positionen zu stärken.