Aremonus hat geschrieben:Hier dürfte wohl das Hauptproblem der meisten Chinesen liegen - dass es sich aber so weit oben in der Elite, also bei einem General, findet, ist erstaunlich: viele Chinesen können nicht begreifen, dass der Westen kein monolithischer Block ist und es keine Partei gibt, die alles Steuern. Im Westen kann eine NGO das Eine fordern und eine andere etwas Anderes wollen, während die Regierung das Dritte möchte und die Opposition gar alle bisherigen Vorschläge ablehnt und etwas grundsätzlich Neues fordert. Dass dann "der Westen" erst noch aus zahlreichen Einzelstaaten und überstaatlichen Organisationen besteht, macht die Sache natürlich noch komplizierter.
Und da liegt Dein Denk-"Fehler":
Du unterscheidest, wo Chinesen keinen Unterschiede sehen, weil diese schlicht irrelevant für sie sind.
Die chin. Regierung interessiert de facto nicht, was Oppositionen, NGOs oder sonstige Nicht-Regierungs-Grupierungen sagen.
Für die meisten Chinesen und auch die chin. Regierung ist nur das relevant, was die jeweiligen Regierungen sagen.
Und da ist der Tenor in vielen Dingen sehr wohl einhellig (z.B. Syrien).
Insofern stimmt die Formulierung "der Westen".
Anderes Dauer-Thema: Sudan.
Auch auf ökonomischer Ebene gibts "westl." Eintracht - Beispiel: Die Forderung den Yuan aufzuwerten.
Aremonus hat geschrieben:Grundsätzlich sehe ich aber das Bedürfnis Chinas zur weiteren Aufrüstung kritisch - das ist nur eine weitere Verschwendung von Ressourcen für Waffen und am Ende werden China und die USA wieder halb Afrika und Zentralasien aufrüsten und somit neue Massaker provozieren.
Aus chin. Sicht ist es gleichwohl nachvollziehbar nicht nur wirtschaftl., sondern auch militärisch zu den USA aufzuschliessen.
Zu Zeiten des Kalten Krieges gab es ja das Gleichgewicht des Schreckens, welches beide Lager i.d.R. von grösseren Kriegen abhielt.
Gut, die USA hatten ihr Vietnam - die UdSSR ihr Afghanistan Desaster.
Davon abgesehen gabs aber "nur" Stellvertreter-Kriege.
Seitdem die USA als einzige Supermacht verblieben sind, hat sich das jedoch geändert.
Da wurden Saddam Hussein eben mal nicht existente nukleare Waffen angedichtet, um einen Kriegsgrund zu haben ...
Dass das später als Lüge enttarnt wurde machts nicht besser.
Ergo: China möchte sich erst gar nicht in die (wenn auch höchst unwahrscheinliche) Gefahr begeben, da das irakische Schicksal zu teilen.
Sicher das ist jetzt sehr kurz und überspitzt dargestellt - aber Du wirst wissen was ich mit der Aussage rüber bringen will.