Chinesische Namen

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
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kitty
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Chinesische Namen

Beitrag von kitty »

Könnte jemand so nett sein und mir sagen, was die am häufigsten in China gebrauchten Familien- und Vornamen sind.
Vergleichbar mit in Deutschland Müller Meier Schulze etc.
Und bei den Vornamen, gibt es da auch in China Modenamen. In Deutschland war es in neuerer Zeit z.B. Leon.
Ich weiss zum Beispiel bei chinesischen Namen nie, ob bei einem Namen der Familienname vorn oder hinten steht. So etwa in Bayern, wo einer der Mayer Schorsch genannt wird. Und in Berlin würde er Georg Mayer heissen.
Gibt es in China so was wie Lieschen Müller - von der Bedeutung meine ich ...
Danke, Kitty
:twisted:
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SimonSayz
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Beitrag von SimonSayz »

Ich werd's mal versuchen.

Es gibt etwa 10.000 Nachnamen wobei jedoch über 90% aller Chinesen etwa die 500 häufigsten Nachnamen teilen. Die 5 häufigsten Nachnamen wären:
李 - Li3
陈 - Chen2
张 - Zhang1
王 - Wang1
刘 - Liu2

Bei der Wahl der Vornamen hat man die freie Wahl. Aber es gibt auch hier sehr gerne genommene Wörter. Männer haben meist einen "starken" Vornamen, während für Frauen "schöne, sanfte" Vornamen gewählt werden.
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kitty
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OT:

Beitrag von kitty »

Off Topic: Könnte einer der Admins vielleicht meinen Beitrag in's "China-Allgemein"-Forum transferieren? Hab das aus versehen ins falsche gesetzt... :oops: :oops:
:twisted:
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kitty
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Beitrag von kitty »

Danke für die interessante Auskunft.
Aber wie ist das mit den Vornamen. Schreibt man z.B. Kim Li oder Li Kim. Und wo finde ich chin. Vornamen und ihre Bedeutung?
:twisted:
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Babs
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Beitrag von Babs »

Hallo Kitty,

um chinesische Vornamen und ihre Bedeutung zu verstehen, musst du gut Chinesisch können. In China gibt es keine offiziellen Vornamen wie bei uns, es werden Schriftzeichen ausgesucht, die entweder zum Geburtsdatum oder zur Familientradition passen, wobei manche Vornamen einfach auch aus Vorliebe für eine bestimmte Sache gewählt werden oder aber, weil sie dem Kind Glück bringen sollen.

Wie Simon dir schon erklärt hat, werden für Jungs gerne Schriftzeichen gewählt, die etwas "Starkes" symbolisieren, während für Mädchen eher Blumen oder andere schöne Dinge gewählt werden. Obwohl auch das kein Muss ist.
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Babs
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Beitrag von Babs »

kitty hat geschrieben:Schreibt man z.B. Kim Li oder Li Kim. Und wo finde ich chin. Vornamen und ihre Bedeutung?
da "Kim" keine chinesische Silbe ist, schreibt man den Namen weder so rum noch so rum :wink:

In China gilt ansonsten Nachname - Vorname und es werden immer beide Namen zusammen ausgesprochen. Wenn ich eine Bekannte habe, die z.B. Zhang Ying heißt, dann sage ich, wenn ich über sie rede, immer "Zhang Ying". Wenn ich sie direkt anspreche, ist das etwas anders. Aber das ist ziemlich kompliziert :D
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kitty
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Beitrag von kitty »

Trotzdem Danke!
Spricht man aber von Fremden, Nachbarn, Lehrern z.B. von Herrn oder Frau Wang, wie man das im Deutschen tun würde?
:twisted:
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SimonSayz
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Beitrag von SimonSayz »

Nein, auch bei Anreden werden zuerst Nachname und dann der "Titel" genannt, wie Zhang Xiansheng (张先生 Herr Zhang) oder Zhang Laoshi (张老师 Herr Zhang als Lehrer). Bei engen Freunden und Verwandten werden jedoch vor dem Nachnamen ein Lao (老张) bei älteren oder Xiao (小张) bei jüngeren (aber nicht immer!) gesetzt. Das hat nichts mit dem Alter zu tun, dass jemand ein alter Sack ist viel mehr ein "ehrenhafter Titel". Leider gibt es hier im Deutschen kein Vergleich für sowas, daher falls das nicht so ganz verständlich rübergekommen ist bitte ich um Verzeihung.
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kitty
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Beitrag von kitty »

Geht schon in Ordnung - und vielen Dank. Ich fühle mich in das Thema ein, auch wenn Bossel sowas nicht versteht, ich nehme manche Dinge eher intuitiv auf. Das machen Frauen ja gerne mal so, aber nicht, weil uns die wissenschaftliche Grundlage fehlt, sondern vielleicht, weil wir uns für so viele Dinge gleichzeitig interessieren und nicht viel Zeit bleibt, die Grundlagenforschung zu betreiben.

Was ich bei neuerer chinesischer Literatur immer vermisse, ist eine Art Anhang, wo einem bestimmte Sachen erklärt werden, wie eben die Namen oder Begriffe in der Landessprache. Ich habe den Verdacht, das so etwas immer seltener wird. Vielleicht ist es ja auch Zufall, dass dieses Phänomen bei ein paar Büchern hintereinander auftrat, so als hätten die Verlage kein Geld für so was.

Deshalb danke, wenn ich hier so was fragen kann.
:twisted:
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Babs
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Beitrag von Babs »

Hallo Kitty,

ich habe gestern abend noch zwei Wikipedia-Seiten entdeckt, die das Thema (mal wieder) gut beschreiben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Namen

und hier noch eine Übersicht über die Anreden im alten China, die - wie ich finde - einen sehr schönen Eindruck davon vermittelt, wie kompliziert das Thema ist :D

http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_honorifics

Unter den Kommunisten wurde der ganze Anrede-Knigge stark vereinfacht und alle waren einfach nur „Genossen“ 同志. In den Lehrbüchern, die in den 80er Jahren auf den Markt kamen, steht das übrigens noch so drin. Ende der 80er Jahre aber wurde der Begriff „Genosse“ in China allmählich als veraltet und nicht mehr passend empfunden. Zurück zum alten System wollte man aber auch nicht. Erst mal war also ziemliche Verwirrung angesagt. Eine Freundin erklärte mir, dass damals viele nicht wussten, wie sie z.B. Verkäufer oder das Bedienungspersonal in Restaurants anreden sollen.
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kitty
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Beitrag von kitty »

Super! Danke Babs.
Es macht mir immer mehr Spass, so dass ich jetzt schon hören möchte, wie man das ausspricht ...
Lg Kitty
:twisted:
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devurandom
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Beitrag von devurandom »

Babs hat geschrieben:Ende der 80er Jahre aber wurde der Begriff „Genosse“ in China allmählich als veraltet und nicht mehr passend empfunden. Zurück zum alten System wollte man aber auch nicht.
Ausserdem gilt 同志 heute als Synonym fuer Homosexuelle. Tja wie die Zeiten die Bedeutung der Woerter halt veraendern.

Gruss
/dev/urandom
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kitty
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Beitrag von kitty »

Das wirft aber eine neue Frage auf: Ist Homosexualität in chin. Grossstädten eben so präsent wie in deutschen Grossstädten? Oder ist sie verboten, wie in der DDR noch Anfang der 70er Jahre?
Ist zu erwarten, dass wegen des Männerüberschusses in China dort auch die Homosexualität zunehmen wird? Vielleicht ist das ja eine blöde Frage und spekulativ, aber man kann sie ja mal stellen ...
:twisted:
Dracheauschina
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Beitrag von Dracheauschina »

Das wirft aber eine neue Frage auf: Ist Homosexualität in chin. Grossstädten eben so präsent wie in deutschen Grossstädten? Oder ist sie verboten, wie in der DDR noch Anfang der 70er Jahre?
Ist zu erwarten, dass wegen des Männerüberschusses in China dort auch die Homosexualität zunehmen wird? Vielleicht ist das ja eine blöde Frage und spekulativ, aber man kann sie ja mal stellen ...
um ehrlich zu sagen ist Homosexualität schon überall in China, die Phänomen wird noch mit der Zeit immer stärker und stärker. Aber nicht wegen so genannt Männerüberschusses meiner Meinung nach. Kurz frage ich auch ignorant, die Schwulphänomen in Deutschland bedeutet, dass es in Deutschland Männerüberschuss gibt? Ich denke, jeder hat seine Zumutung, Wahl und sein eigenes Gefühl, er hat auch das Recht, aus physikalischen und emotionalichen Gründen spezielle aussergewöhnliche Reaktion anzunehmen. Dies kann man natürlich nicht durch kurze Rede erklären. Ich bin kein Schwul und auch nicht dagegen. Die Homosexualität hat mir und den anderen gar nicht geschadet, die ist auch aus eigenem Gedanken und zwanglos, so soll es auch regal sein. Laut meinen Wissen ist Homosexualität in China nicht gesetzlich verboten, nur die Meisten besonders die Alten haben grossen Vorurteil dazu. Die Schulen können sich nur verheimlich treffen und in Kontakt halten, ihren Zusand darf auch Nimand anderer wissen, sonsten wird er ganz stark verachtet und untergeschätzt, was extrem grosse Probleme zum Leben führen können.
Dazu wegen meines seltenen Deutschkenntnisses kann ich auch bis hier so ausdrucken. Um die Grammatikfehler und Verstehensabweichung bitte ich euch Verständniss.

Grüsse von Dracheauschina
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kitty
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Beitrag von kitty »

Ist doch gut verständlich.
Ich fürchte, wenn ich anfangen würde, chinesisch zu lernen, das würde nicht 1 Prozent so gut zu verstehen sein.

Das mit dem Männerüberschuss meinte ich so, dass Männer, die keine Frau bekommen, erfinderischer werden müssen ... Das war aber nicht ganz ernst gemeint, entschuldige bitte.
:twisted:
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