Reizthema: Strassenverkehr in China

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Torte
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von Torte »

lol. in meinem Fall gleich mal mit 15s Werbung fuer VW vorne dran.
Das Video ist schon etwas aelter, aber haut mich mich immer noch vom Hocker. Habe selbst schon fast ein paar Scooter/Fahrradfahrer nachts ueber den Haufen gefahren, weil keiner hier Licht benutzt + immer auf der falschen Seite gefahren wird.

otternase hat geschrieben:Massenmotorisierung ist halt in China ein neues Phänomen. In anderen Regionen der Erde war es nicht anders, als dort der Autoverkehr zunahm. Schaut Euch mal dieses Video an, aufgenommen vor mehr als hundert Jahren in San Francisco, als in den USA Massenmotorisierung begann, abgesehen von der Mode und den Fahrzeugtypen nicht viel anders als China heute:

http://www.youtube.com/watch?v=C4JHj4wFpXk
Gebe ich dir recht. Geiles video btw. :)
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incues
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von incues »

Na toll... Die erste Hälfte war ja noch ok. Ich war nämlich gerade beim Essen. Bei der zweiten hälfte kam es mir dann fast wieder etwas hoch.

Ich stelle fest, solche Situationen sind für einen Beobachter meist immer gelich. Man mag nicht hinsehen, aber wegschauen kann man auch nicht :?

Achja, mir ist auch mal ein Rollerfahrer in die Seite geknallt.
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Stephan1975
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von Stephan1975 »

Die letzten Videoausschnitte zeigen doch ziemlich erschreckend, was das größte Problem in China ist: man will sich nicht an klare Regeln halten. Rote Ampeln werden nicht beachtet, oder man sucht sich einfach den für sich einfachsten und schnellsten Weg.

Wenn ich Besuch aus China oder Hong Kong habe, dann hole ich diese üblicherweise am Flughafen ab. Wenn es dann bei uns mit 180 oder 200km/h über die Autobahn geht, dann bekommen diese regelmäßig Angst. Ich argumentiere hier meistens, dass wir in Deutschland klare Regeln haben und wir (Ausnahmen gibt es immer - besonders wenn Holländer im Spiel sind) eigentlich mit der Reaktion der anderen rechnen können. Es wir niemand mit 100 km/h auf der Mittelspur einen anderen mit 90 km/h überholen, wenn er von hinten einen kommen sieht, der 200 Sachen drauf hat. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, die dann auch hier böse enden.

In China gibt es immer Situationen, die ich einfach nicht verstehen will. Ich bin vor knapp einem Jahr mit einem Fahrer durch Qingdao gefahren worden. In einer engen Strasse, die deutlich nicht für Gegenverkehr gemacht war, fuhr man wie zwei Egoisten aufeinander zu, um dann für 3 Minuten, Millimeter für Milimeter an den anderen vorbeizukommen. Ich hatte zuvor schon angemerkt, dass man lieber warten sollte und den anderen erst einmal passieren lassen sollte. Ich finde, dass ein weiteres Problem in China der Egoismus ist. Hier gilt immer das ICH. somit will man immer schneller und eher an etwas vorbeikommen.

Leute fahren auf Autobahnen Zick-Zack - ohne Überholgrund, Man fährt meistens mit Fernlicht. Ich habe schon diverse Male meinen Cousin, der wirklich gut Auto fahren kann gefragt, warum er das Fernlicht benutzt, es würde ja den anderen blenden. Die Antwort war, dass die anderen dies ja auch tuen würden. Ich wurde nicht daraus schlau.

Meine Frau hat vor 6 oder 7 Jahren ihren Führerschein in Qingdao gemacht. Als sie dann hier in Deutschland war, hätte sie die beiden PRüfungen nur eben machen können und dann wäre es erledigt gewesen. Ich hatte ihr aber angeraten, dass Sie einen komplett neuen Führerschein machen sollte, da die Fahrweise in Deutschland im Vergleich mit China komplett anders ist. Sie hat den Führerschein in Deutschland wie als Fahranfänger gemacht und auch bestätigen können, dass es anders ist.

Wenn Sie heute in China mit Ihrem Auto fährt, dann sagt sie nun immer, dass sie eigentlich Angst hat. In Deutschland muss der, der sich gerade entscheidet, aus dem Fluss herauszufahren auf die anderen achten. In China, so sagt sie, muss man immer auf die achten, die aus diesem Fluss herausbrechen. Aufmerksamkeit in China ist überlebenswichtig und daher ist auch das Fahren sehr anstrengend dort. Man kann nicht mit dem Üblichen rechnen - nein man muss immer mit einer unberechenbaren Reaktion des anderen rechnen. Fahrradfahrer werden beispielsweise meistens 2 bis 3 Meter umfahren, damit sie nicht auf das Auto fallen können.

Der Unterschied zwischen Deutschland und China ist auch, dass hier in Deutschland erste Priorität ist, sich an die Verkehrsregeln zu halten. In China wird oftmals auch mal eine Einbahnstrasse in die falsche Richtung befahren, da ja kein Polizist zu sehen ist.

Dass die Kritik an die Fahrweise in China durch die Deutschen typisch ist, kann ich nicht bestätigen. Seit meine Frau in beiden Ländern mit ihren Autos unterwegs ist, höre ich immer wieder Kritik über die Fahrweise der Chinesen. Und sie ist keine Deutsche.
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von Mauerblümchen »

laogai hat geschrieben:
HK_Yan hat geschrieben:
da hai hat geschrieben:Erst 1974 gab es für die Hersteller eine Gurtpflicht bei neuzugelassenen PKWs.
Gurtpflicht, aber keine Anschnallpflicht. Und auch nur für die Vordersitze. Hinten kam das erst viel später, und die Anschnallpflicht hinten noch mal viel später (vorne/hinten 1976/1984).
Und erst Mitte 1984 (!) wurde das Fahren ohne Gurt in Deutschland mit einem Bußgeld geahndet! Bis dahin waren rund 40% aller Autofahrer in Deutschland Gurtmuffel, obwohl es die Bänder schon seit mindestens 10 Jahren in den Karren gab. Daher...
da hai hat geschrieben:Meiner Meinung nach hat das auch gar nichts mit Erfahrung zu tun, - wenn mir die Erfahrung völlig fehlt und es da Auto + Gurt + Anschnallpflicht gibt, würde ich mich wohl eher anschnallen - die Deutschen haben sich ja nicht mangels Erfahrung nicht angeschnallt, sondern weil sie es früher nicht anders gewohnt waren.
...stimmt das auch nur in einem sehr eingeschränktem Umfang.

Mit "Erfahrung" meine ich übrigens nicht nur die ganz persönliche Erfahrung, sondern auch die "Erfahrung" eines Landes mit der Problematik und wie damit umgegangen wird. Zum Beispiel durch Aufklärungsarbeit. Nicht umsonst gab es damals bei uns z.B. den "7. Sinn" und Verkehrskampagnen in Schulen. Und ähnliches wird es in China sicherlich bald auch geben. Zaghafte Versuche dahingehend gibt es schon.

... und immer mit Licht fahren - finde ich auch sehr wichtig!!! auch wenn es hell ist - inzwischen sitzt das schon absolut drin, wenn ich mich in den wagen setzte, anschnallen, radio an und licht an. dann erst mach ich den wagen an - es ist nur ne sekunden sache und leider auch nicht gesetz, aber unheimlich wichtig wie ich finde!!!
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AngelofMoon
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von AngelofMoon »

Mauerblümchen hat geschrieben:es ist nur ne sekunden sache und leider auch nicht gesetz,...
Ich gehe mal davon aus dass Du das Tagfahrlicht am Tage auf Deutschland beziehst.
Dann wäre Deine Aussage nicht ganz richtig.
Die neuen Fahrzeuge welche zugelassen werden, müssen Tagfahrlicht haben.
Nach der Richtlinie 2008/89/EG der Kommission vom 24. September 2008 zur Änderung der Richtlinie 76/756/EWG des Rates und zur Anpassung an die UN/ECE-Regelung Nr. 48 müssen ab 7. Februar 2011 alle neuen Fahrzeugtypen und neu in Verkehr kommende Kraftfahrzeuge zur Personenbeförderung mit vier Rädern und maximal 8 Sitzplätzen (außer dem Fahrersitz) (M1) und Kraftfahrzeuge für Güterbeförderung mit mindestens vier Rädern und mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t (N1) in der Europäischen Union mit Tagfahrlicht ausgerüstet sein, um eine Betriebserlaubnis oder eine europäische Typgenehmigung (ECE-Homologation) zu bekommen. Ab 7. Februar 2012 gilt die Pflicht zur Ausstattung mit Tagfahrleuchten für alle neuen Fahrzeugmodelle einschließlich Busse und Leichtlastkraftwagen, später geändert mit Beginn ab August 2012.
Konfuzius sprach: “Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass die Menschen Dich nicht kennen, sondern darüber, dass Du sie nicht kennst.”
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von da hai »

laogai hat geschrieben:
HK_Yan hat geschrieben:
da hai hat geschrieben:Erst 1974 gab es für die Hersteller eine Gurtpflicht bei neuzugelassenen PKWs.
Gurtpflicht, aber keine Anschnallpflicht. Und auch nur für die Vordersitze. Hinten kam das erst viel später, und die Anschnallpflicht hinten noch mal viel später (vorne/hinten 1976/1984).
Und erst Mitte 1984 (!) wurde das Fahren ohne Gurt in Deutschland mit einem Bußgeld geahndet! Bis dahin waren rund 40% aller Autofahrer in Deutschland Gurtmuffel, obwohl es die Bänder schon seit mindestens 10 Jahren in den Karren gab. Daher...
da hai hat geschrieben:Meiner Meinung nach hat das auch gar nichts mit Erfahrung zu tun, - wenn mir die Erfahrung völlig fehlt und es da Auto + Gurt + Anschnallpflicht gibt, würde ich mich wohl eher anschnallen - die Deutschen haben sich ja nicht mangels Erfahrung nicht angeschnallt, sondern weil sie es früher nicht anders gewohnt waren.
...stimmt das auch nur in einem sehr eingeschränktem Umfang.
Das bedeutet aber letztlich, dass sich 60 Prozent angeschnallt haben - sind es in China überhaupt 1 Prozent. Die Frage ist auch, wie sich die restlichen 40 Prozent zusammensetzen. Wahrscheinlich hatte die Masse von diesen bereits vor 1976 einen Führerschein und war eben gurtmuffelig, weil sie früher schlicht immer ohne Gurt gefahren sind und dies ja auch durften. Für mich hinkt dieser Vergleich einfach und ist keine plausible Erklärung, warum man sich in China nicht anschnallt. Ein mit der Gurtpflicht in Deutschland vergleichbares Beispiel in China wären für mich Kindersitze, welche in China so gut wie niemand benutzt (ich habe zumindest noch nie welche gesehen). Selbst wenn es in China Pflicht wäre, was es ja vielleicht auch ist, was ich aber nicht weiß, kann ich nachvollziehen, warum man keine nutzt. Weil man Kinder hier schon immer auf alle erdenkliche Art und Weise transportiert hat - zu viert auf dem Moped (Papa, Kleinkind und die Mutter mit Baby auf dem Arm) - und hier eben auf Gewohnheiten zurückgreift. Das wär zumindest für mich eine logische Erklärung des Phänomens Kindersitze - für Gurte ist sie das nicht.
laogai hat geschrieben:Mit "Erfahrung" meine ich übrigens nicht nur die ganz persönliche Erfahrung, sondern auch die "Erfahrung" eines Landes mit der Problematik und wie damit umgegangen wird. Zum Beispiel durch Aufklärungsarbeit. Nicht umsonst gab es damals bei uns z.B. den "7. Sinn" und Verkehrskampagnen in Schulen. Und ähnliches wird es in China sicherlich bald auch geben. Zaghafte Versuche dahingehend gibt es schon.
Da hast du natürlich Recht, aber wir reden hier ja über elementarste Dinge. Ich muss nie im Leben Auto gefahren sein um zu wissen, dass ich auf einer dreispurigen Schnellstraße in der Mittelspur kein Fahrzeug aufbocke, es sei denn, ich bin schlicht und ergreifend dumm. Hier gibt es weder was zu erfahren noch zu erklären.
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von asiaxxxpat »

robbe hat geschrieben:Ich glaube die Chinesen kommen recht gut mit ihrem Verkehrsverhalten klar. Es funktioniert einfach weitgehend.
Und sowas wie Regeln gibt es dort auch. Selbst wenn es nur informelle Regeln sind, die funktionieren genauso gut wie formelle Regeln. Ist halt nur schwierig als Außenstehender.
Ich hoffe, das soll Sarkasmus gewesen sein. Das kleine Deutschland hat mit 45 Mio Autos 4,500 Tote im Jahr, waehrend China mit ungefaehr doppelt so viel Autos um die 120,000 Verkehrstoten hat.
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von incues »

asiaxxxpat hat geschrieben:
robbe hat geschrieben:Ich glaube die Chinesen kommen recht gut mit ihrem Verkehrsverhalten klar. Es funktioniert einfach weitgehend.
Und sowas wie Regeln gibt es dort auch. Selbst wenn es nur informelle Regeln sind, die funktionieren genauso gut wie formelle Regeln. Ist halt nur schwierig als Außenstehender.
Ich hoffe, das soll Sarkasmus gewesen sein. Das kleine Deutschland hat mit 45 Mio Autos 4,500 Tote im Jahr, waehrend China mit ungefaehr doppelt so viel Autos um die 120,000 Verkehrstoten hat.
Ich glaube hier muss man allerdings ein wenig differenzieren.
Ein großer Faktor ist wohl auch der Leichtsinn vieler Bicycle- (E-Bike, Roller) und Tricyclefahrer, sowie Fußgänger. Ist nicht immer ganz fair es komplett auf die Autofahrer zu schieben.

p.s. was ich sagen wollte: Dieser Leichtsinn/Wagemut hält sich m.E. in Deutschland ziemlich in Grenzen.
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von asiaxxxpat »

Diesen Leichtsinn/ Wagemut allgemein existiert in D wahrscheinlich ein bischen unter jugendlicher Landbevoelkerung, aber bei weitem nicht in diesem Masse, da gebe ich Dir Recht.

Ansonsten gehoeren alle dazu, auch die Autofahrer. Schon Mal versucht vor dem Zebrastreifen zu halten und die Fussgaenger ueber die Strasse gehen zu lassen? Habe ich gemacht und Du kannst Dir nicht vorstellen, was fuer ein Hupkonzert losging. Oder ist Dir schon Mal aufgefallen wie total besoffen die Leute abends nach dem KTV alle noch Auto fahren? Das alles abgesehen von der total verrueckten Fahrweise und das Sich-Nicht-An-Regeln-Halten. Da sind indische Strassen noch fast besser.
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von incues »

asiaxxxpat hat geschrieben:Schon Mal versucht vor dem Zebrastreifen zu halten und die Fussgaenger ueber die Strasse gehen zu lassen?
Ja, habe ich schon hier und da mal gemacht, aber ehrlich gesagt zieht diese Freundlichkeit an mir mittlerweile auch vorbei. Alle 300-500 meine rote Ampel, an der man generell 30-60 sekunden steht. Nach der 10 Ampel hab ich dann auch die Schnauze voll und will nur noch voran kommen. (Zum Leidwesen der Fussgänger und was sich da sonst noch so bewegt.
asiaxxxpat hat geschrieben:Da sind indische Strassen noch fast besser.
Na, ob man da noch von Straßen sprechen kann!? Manche haben ja maximal die Beschaffenheit eines Feldweges (weshalb jedoch nicht langsamer gefahren wird) :mrgreen:
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von asiaxxxpat »

incues hat geschrieben:
asiaxxxpat hat geschrieben:Da sind indische Strassen noch fast besser.
Na, ob man da noch von Straßen sprechen kann!? Manche haben ja maximal die Beschaffenheit eines Feldweges (weshalb jedoch nicht langsamer gefahren wird) :mrgreen:
Ich moechte mir auch nicht vorstellen wollen, dass Indien ploetzlich 100 Mio Autos hat, die wuerden China wahrscheinlich in den Unfallstatistiken ueberholen...
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Der neue Waiguoren
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von Der neue Waiguoren »

Ich finde ansich das Verhalten der Autofahrer nicht sooo schlimm (abgesehen vom Fernlicht und den unnötigen Hupattacken) im gegensatz zu den Fußgängern und den Rollern oder halt Motorrädern. Die Autos halten (zumindest in der Stadt zum größten Teil) noch an einer roten Ampel, was die Fußgänger nicht tun und sich damit nur selbst gefährden. Das gilt auch für die Zweiräder.
Ich frage mich oft, warum sie erst auf die Straße laufen, denn gucken-wenn überhaupt- und wenn sie dich bemerken direkt AUF deinem Fahrweg stehen bleiben. Man hätte ja nicht mal kurz vorher warten können oder mal einen kurzen Spurt einlegen...Nein, das geht nicht.

Spricht man den Zweiradfahrer mal an, wenn man sich in der Mitte der Kreuzung trifft, nachdem man eine Vollbremsung hinlegen musste, weil er über rot gefahren ist, dann kommt nur ein blöder und missverständlicher Gesichtsausdruck oder man wird ignoriert.
Wie unverantwortlich muss man sein, um als Oma mit zwei kleinen Kindern links und rechts, sich quer über die Kreuzung bei vollem Verkehr Meter für Meter seinen Weg zu bahnen, statt mal 2 Minuten zu warten? Ich habe da mitlerweile kein Verständnis mehr für.
Besser finde ich die Aussagen von Chinesen, dass der Straßenverkehr nicht funktioniert, wenn man die Verkehrsregeln einhält-gebildete Personen.
Mitlerweile kann ich auch über die Zweiradfahrer lachen, die über rot fahren -ich warte natürlich- und dann überhole ich sie eh einige Meter weiter, weil die mit 10km/h unterwegs sind und die Gegend anschauen, alsob sie noch nie in China gewesen wären.
Naja, Beispiele gibt es genug und ihr habt bestimmt auch schon eure Erfahrungen gemacht.
Ich denke allerdings, dass es noch eine gute Weile dauern wird, bis einigermaßen vernünftige Verhältnisse auf den Straßen herschen, denn man kann sich ja kaum einen als Vorbild nehmen.
Mein Roller hat mitlerweile auch kleinere Dellchen, aber noch nichts ernsthaftes-ich hoffe das bleibt so...
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von punisher2008 »

Der neue Waiguoren hat geschrieben:Ich finde ansich das Verhalten der Autofahrer nicht sooo schlimm (abgesehen vom Fernlicht und den unnötigen Hupattacken) im gegensatz zu den Fußgängern und den Rollern oder halt Motorrädern. Die Autos halten (zumindest in der Stadt zum größten Teil) noch an einer roten Ampel, was die Fußgänger nicht tun und sich damit nur selbst gefährden. Das gilt auch für die Zweiräder.
Da wo ich wohne geht es auch einigermaßen zivilisiert zu. Dass manche nicht bei rot halten kann ich sogar irgendwie nachvollziehen. Bei uns gibt es am Stadtrand wo eigentlich eher wenig Verkehr ist überflüssig viele neue Ampeln, und in Zhongshan ist die Rotphase noch dazu meist extrem lang, oft 2 Minuten oder mehr. Das kann ganz schön nerven. Die meisten Taxifahrer wissen wo Kameras sind, und fahren dann eben bei den Kreuzungen wo keine sind bei rot durch. Ehrlich gesagt finde ich das sogar meistens ganz gut, weil ich ansonsten für eine Strecke von paar Kilometern eine halbe Stunde unterwegs wäre.
Klar geht es in China oft chaotisch zu, aber ich finde das liegt nur teilweise an den Fahrern selbst. In vielen Fällen ist einfach die Verkehrsplanung voll daneben, zu viele Ampeln wo keine nötig wären und die zu lange rot sind, keine Ampeln wo sie schon nötig wären, mangelnde Vorfahrtsregelung etc. Noch dazu waren die in Zhongshan vor paar Jahren auch noch so schlau, bei den meisten Ampeln die Zähler zu entfernen. Die gab es früher fast an jeder Ampel und ich fand diese Lösung super. In Europa hab ich das noch nirgends gesehen.
Zu den Fußgängern die sich nicht an rote Ampeln halten: warst du schon mal in New York? Da hält sich nämlich keine Sau an Fußgängerampeln. :lol:
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von Der neue Waiguoren »

Ja, nur kommen mehr und mehr Ampeln hinzu, da es sonst zu verkehrsreichen Zeiten kein Durchkommen mehr gibt. Ist leider ne Tatsache. Das ist jedenfalls besser als Kreisverkehre, da die gerne mal in die falsche Richtung genommen werden, um sich 3 Meter zu sparen. Ich denke das liegt an der Bemühung der Stadt den Verkehr irgendwie in den Griff zu bekommen, nur ob es der richtige Weg ist, das bezweifle ich.

Man bräuchte nur ein paar gute Polizisten, die jeden Tag an einer anderen Kreuzung stehen und die Verkehrssünder einsammeln und saftige Geldbußen verlangen -aber nur sofort und bar- Alles andere wirkt leider nur sehr langsam.
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Re: Reizthema: Strassenverkehr in China

Beitrag von HK_Yan »

Der neue Waiguoren hat geschrieben:Ich denke das liegt an der Bemühung der Stadt den Verkehr irgendwie in den Griff zu bekommen, nur ob es der richtige Weg ist, das bezweifle ich.
Hätte China nur annähernd die KFZ Dichte wie DE dann wären die Städte nur ein grosser Parkplatz ohne jede Bewegung.
Der neue Waiguoren hat geschrieben:Man bräuchte nur ein paar gute Polizisten, die jeden Tag an einer anderen Kreuzung stehen und die Verkehrssünder einsammeln und saftige Geldbußen verlangen -aber nur sofort und bar- Alles andere wirkt leider nur sehr langsam.
Amen!

Schon seltsam das es Peking geschafft hat 2008 zur Olympiade die Stadt mit einer Reihe von Maßnahmen flüssig zu machen - um dann danach zu sagen - es funktioniert, zurück zum Chaos.
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