Ehegattennachzug nach Deutschland, viele Fragen

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china_tom
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Ehegattennachzug nach Deutschland, viele Fragen

Beitrag von china_tom »

Wir haben vor einer Woche in China geheiratet, ich hab das hier im Forum schon kundgetan. Als nächster Schritt steht nun der Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für meine Ehefrau an. Wir haben alle Dokumente incl. A1 Zertifikat in unseren Händen. Waren gestern bei der dt. Botschaft in Beijing um alles prüfen zu lassen, alles ok. Brauchen nur noch die Übersetzung und Beglaubigung unseres Trauscheines, was noch einige Tage in Anspruch nehmen wird.
Zur Situation:
Ich bin seit fast 20 Jahren bei einer angesehenen deutschen Firma in finanziell guter Stellung beschäftigt. Bin zum letzten Mal „polizeilich auffällig“ geworden vor etwa 15 Jahren: Parken in der 2. Reihe am Flughafen in Berlin Tegel! Habe viele Jahre in Beijing gelebt mit Hautwohnsitz. Wir kennen uns schon über 6 Jahre.
Ich stelle hier einfach mal einige Fragen ins Forum die uns bewegen:

1. Wie ist Eure Erfahrung? Ich habe viel im Internet dazu recherchiert. Da wird teilweise
von Bearbeitungszeiten von bis zu 6 Monaten gesprochen!?
2. Legalisierung der Ehe in Deutschland? Reicht es aus den chinesischen Trauschein (rotes Buch)
beglaubigt übersetzten zu lassen?
3. Eintragung ins deutsche Eheregister? Meine Standesbeamtin rät uns dazu. Brauche ich das
wirklich?
4. Sollte ich mit meinem zuständigen Ausländeramt in DL schon mal vorab Kontakt aufnehmen?
Oder besser nicht?
5. Kranken- und Rentenversicherung für meine Frau. Sie wird sicher zuerst „nur“ Hausfrau sein bis
ihre Deutschkenntnisse ausreichend sind. Wie habt Ihr das gemacht?
6. Finanzamt, Steuerklasse. Was ist dazu erforderlich?
7. Arbeitserlaubnis für meine Frau in Deutschland. Ist das ein Problem? Was ist zu beachten?
8. Gibt es in Deutschland, NRW, eine Deutsch – Chinesische Community? Trifft man sich zum
Erfahrungsaustausch?
9. Wo kauft man in Deutschland am Besten chinesische Lebensmittel, Gewürze etc. ? Das war
übrigens auch nach einiger Zeit mein großes Problem in China, deutsches Essen!

Ich würde mich sehr freuen von den konstruktiven Erfahrungen der „alten Hasen“ zu profitieren. Ist sicher nicht nur in eigener Sache.
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VielUnterwegs
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Re: Ehegattennachzug nach Deutschland, viele Fragen

Beitrag von VielUnterwegs »

1. Wir hatten hier im Forum alles von 3 Wochen bis 3 Monaten, haengt wohl davon ab wie viel gerade so bei der Botschaft los ist.
2. Laut deutscher Botschaft ist das rote Buechlein (uebersetzt beim Notar, ueberbeglaubigt und legalisiert) die Heiratsurkunde und kein weiteres Dokument noetig. Dies wurde mir vor ein paar Monaten per E-Mail bestaetigt.
3. Ich wuerde es machen. Kostet nur rund 100€ und deine Behoerdengaenge werden stressfreier.
4. Das kannst du machen, schaden tut es sicher nicht, ausser man ist unhoeflich und verdaechtig alle Mitarbeiter dort erstmal Nazis zu sein. Bei dir habe ich da aber keine Bedenken. ;-)
5. Sie muss krankenversichert sein, dazu versicherst du sie am besten bei dir mit. Rentenversicherung hat sie selber nur wenn sie arbeitet. Wenn ihr eine Zugewinngemeinschaft habt, dann gehoeren aber die Haelfte deiner Rentenansprueche ihr.
6. Siehe Antwort zu Frage 3. ;-)
7. Kein Problem, als Ehefrau eines Deutschen bekommt sie die. Sie kann von Professor bis Bedienung alles machen.
8. Deine Frau kann sicher eine Seite finden. Gibt sogar fuer viele Staedte eigene chinesischssprachige BBS. Ist aber alles rein chinesisch, findet man ohne Chinesischkenntnisse schwer.
9. Probleme mit deutschem Essen in Peking? Da haettest du mal frueher hier im Forum fragen sollen... ;-) Ansonsten habe ich da leider keine Ahnung, ausser die kleinen Asiashops kenne ich da nichts.


Viel Erfolg euch beiden in Deutschland!
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mjs
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Re: Ehegattennachzug nach Deutschland, viele Fragen

Beitrag von mjs »

china_tom hat geschrieben:1. Wie ist Eure Erfahrung? Ich habe viel im Internet dazu recherchiert. Da wird teilweise von Bearbeitungszeiten von bis zu 6 Monaten gesprochen!?
Die Bearbeitungszeit hängt da weniger von der Botschaft als von der jeweiligen Ausländerbehörde ab, die für euch in Deutschalnd zuständig ist. Und da kannst du dir ausmalen, dass das von Gemeinde zu Gemeinde seeehr unterschiedlich aussehen kann, mit der Bearbeitung. Kann sein die Behörde ist "zu gross" (vom Aufkommen) und hat zu wenig Leute für den Ausländeranteil im Gebiet. Oder aber "zu klein", also wenige Ausländer im Gebiet und der eine Sachbearbeiter, der die macht ist just dann in Urlaub, wenn euer Antrag reinkommt. Oder Semester geht bald los und eine Welle ausländischer Studenten brauchen alle Visa. Usw. usw.
china_tom hat geschrieben:4. Sollte ich mit meinem zuständigen Ausländeramt in DL schon mal vorab Kontakt aufnehmen? Oder besser nicht?
Gerade wenn es um die Bearbeitungszeit geht besser schon. Die Botschaft kann dir da wenig sagen und wie oben geschildert: Die Ausländerbehörden sind recht unterschiedlich ausgestattet. Ob du dort viel Einfluss nehmen kannst, weiss ich nicht. Sind die überlastet haben die nicht zwingend Lust sich länger mit dir zu beschäftigen als nötig. Oder aber sie freuen sich, dass du aktiv mitarbeitest statt alles zu verbummeln. In jedem Fall kannst du dir dort ein bischen mehr Klarheit verschaffen mit kurzer, höflicher Nachfrage.

Viel mehr Sorgen macht mir dies hier:
china_tom hat geschrieben:Parken in der 2. Reihe am Flughafen in Berlin Tegel!
Das ist natürlich sehr schlecht mit dem schwerkriminellen Hintergrund. Hast du mal angedacht es nochmal als Gangsta-Rapper zu versuchen?
Schneeti
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Re: Ehegattennachzug nach Deutschland, viele Fragen

Beitrag von Schneeti »

china_tom hat geschrieben: 5. Kranken- und Rentenversicherung für meine Frau. Sie wird sicher zuerst „nur“ Hausfrau sein bis
ihre Deutschkenntnisse ausreichend sind. Wie habt Ihr das gemacht?
6. Finanzamt, Steuerklasse. Was ist dazu erforderlich?
Weils noch nicht gesagt wurde: Falls du gesetzlich/freiwillig versichert bist, einfach mit der übersetzten Heiratsurkunde zur Krankenkasse und Familienversicherung beantragen. Falls du privat versichert bist, mußt du natürlich deine Frau separat versichern.
Die Steuerklasse läßt du dir auf der Lohnsteuerkarte eintragen (bzw. wie es jetzt gemacht wird, wo es die Karte nicht mehr gibt, weiß ich nicht). Ich mußte damals mit Kärtchen aufs Bürgeramt/Bürgerbüro/wasauchimmer (bei mir in Reutlingen kannst du da alles machen, von An-/Abmeldung über Passbeantragung bis Lohnsteuerkarte) und es wurde die "1" zur "3".
china_tom hat geschrieben: 8. Gibt es in Deutschland, NRW, eine Deutsch – Chinesische Community? Trifft man sich zum
Erfahrungsaustausch?
9. Wo kauft man in Deutschland am Besten chinesische Lebensmittel, Gewürze etc. ? Das war
übrigens auch nach einiger Zeit mein großes Problem in China, deutsches Essen!
Community gibts bestimmt, am besten mal in der Umgebung von Unis schauen. Treffen gibt es wohl eher wenn man sich begegnet (von irgendwas groß Organisiertem hab ich wenig mitbekommen), bzw. in Foren im Internet.
Einkaufen: Asialäden gibt es mittlerweile in fast jeder Kleinstadt, da ist die Versorgungslage also gut - auch wenn die nicht immer in chinesischer Hand sind. Im Internet gibt es auch Versender von Lebensmitteln, meine Frau bestellt z.B. gelegentlich bei caishichang punkt de. Gibt bestimmt auch noch andere.
Schneeti
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Re: Ehegattennachzug nach Deutschland, viele Fragen

Beitrag von Schneeti »

Zum Thema Community noch ein Einfall:
In vielen größeren Firmen mit >1 chinesischem Mitarbeiter unternehmen auch die chinesischen Kollegen was miteinander. Also ggf. auch mal die anhauen.
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mjs
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Re: Ehegattennachzug nach Deutschland, viele Fragen

Beitrag von mjs »

Was es in grösseren Städten wohl auch gibt sind Chinesische Schulen. Das sind dann so Wochenend-"Schulen" wo die Chinesen am Samstag oder Sonntag ihre Kinder für ein paar Stunden hinschicken, damit sie etwas Chinesisch lernen (Lesen / Schreiben usw.).

In Frankfurt erinnere ich mich, dass die dann oft auch dabei waren, wenn andere Events der Chinesischen Community organisiert wurden. Frühlingsfest Darbietungen usw. usw.. Ist aber von Stadt zu Stadt sicher unterschiedlich.
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