Brautgeld (bei Verlobung) ?

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da_xiong
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Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von da_xiong »

Hallo Leute,

ich lese hier schon länger mit, habe mich aber jetzt angemeldet, weil ich mit meiner Freundin heute eine Diskussion hatte.

Kurz zur Vorgeschichte: Ich hatte meine heutige Freundin Ende 2010 während eines mehrwöchigen Serviceeinsatzes in China kennengelernt. Sie kommt aus der Shengdong Provinz. Wir hatten via e-mail, SMS und QQ den Kontakt gehalten und ich habe sie noch 4 mal in China besucht. Seit einem halben Jahr ist sie nun in Deutschland um einen Deutschkurs zu machen damit sie danach hier studieren kann.

Heute hatte sie mit einem Freund(auch Chinese) gechattet der zur Zeit in Amsterdam studiert. Er hat momentan Probleme mit seiner Freundin, welche in China lebt. Sie möchte sich mit ihm verloben, doch die Eltern fordern 90.000 RMB für die Verlobung, sie möchte einen Diamantring und Eltern/Zukünftige möchten das er eine Eigentumswohnung in ihrer Heimatstadt kauft. Die Eigentumswohnung die in seiner Heimatstadt bereits gekauft wurde kann dann wohl von den Eltern bezogen werden (wenn nicht schon geschehen). Er ist jetzt jedenfalls im Zwiespalt und weiss momentan nicht ganz was er tun soll. Mein Kommentar dazu war nur, dass es das dann wohl gewesen wäre für die Beziehung...

War wohl ein Fehler. Meine Freundin meinte das es in China ganz normal wäre bereits für die Verlobung Geld zu zahlen. Ich weiss zwar das die Brauteltern in China nicht selten aber oft Geld von der Familie des Bräutigams möchten, aber doch nicht schon zur Verlobung oder???

Daraus entstand dann eine etwas hitzige Diskussion. Wobei das alles noch nicht zu sehr zur Debatte steht, weil ich momentan eine Fachschule in Vollzeit besuche. Die nächsten 1,5 Jahre kann also nicht ans Heiraten gedacht werden.

Ups, ein bischen viel Text geworden. Für die Überfllieger unter euch also noch mal die Fragen in Kurzform :wink: :

Wird in China gebietsweise wirklich schon/überhaupt Brautgeld bei der Verlobung bezahlt?
Wie häufig wird in China eigentlich noch Brautgeld bezahlt? Und in welcher Höhe?

Die Suche habe ich bemüht aber leider nicht viel dazu gefunden, nur 2 andere Threads.

Danke schon mal im vorraus,
da_xiong
kensen468
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von kensen468 »

Soweit ich weiss, ist dieser Menschenhandel leider keine Seltenheit und noch tragischer ist die Tatsache, dass sich niemand daran zu stören scheint, sondern dass man im Gegenteil noch stolz darauf ist.

Wieviel erwartet wird, kann man pauschal nicht sagen, es muss einfach genug sein, damit man es mit Stolz herumerählen kann... Eine Eigentumswohnung sollte es für eine bessergestellte Familie schon sein. Für andere zumindest ein Auto und anständige Ringe.

Sofern du in dieser Situation bist, würde ich mir überlegen, ob du wirklich mit einer Frau dein Leben verbringen willst, der das Geld mehr wert ist als du. Ansonsten musst du davon ausgehen, dass ein anderer, der noch mehr Geld hat, plötzlich interessanter wird.
Anders ausgedrückt: Bist du ihr ohne Geld nicht gut genug, geht's höchstwahrscheinlich gar nicht um dich, sondern ums Geld.
Diese Kleinigkeit habe ich gleich zu Beginn festgestellt und weder für Verlobung noch Hochzeit wurde von irgendwem irgendwas verlangt.
kensen468
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von kensen468 »

kensen468 hat geschrieben:Soweit ich weiss, ist dieser Menschenhandel leider keine Seltenheit und noch tragischer ist die Tatsache, dass sich niemand daran zu stören scheint, sondern dass man im Gegenteil noch stolz darauf ist.

Wieviel erwartet wird, kann man pauschal nicht sagen, es muss einfach genug sein, damit man es mit Stolz herumerählen kann... Eine Eigentumswohnung sollte es für eine bessergestellte Familie schon sein. Für andere zumindest ein Auto und anständige Ringe.

Sofern du in dieser Situation bist, würde ich mir überlegen, ob du wirklich mit einer Frau dein Leben verbringen willst, der das Geld mehr wert ist als du. Ansonsten musst du davon ausgehen, dass ein anderer, der noch mehr Geld hat, plötzlich interessanter wird.
Anders ausgedrückt: Bist du ihr ohne Geld nicht gut genug, geht's höchstwahrscheinlich gar nicht um dich, sondern ums Geld.
Diese Kleinigkeit habe ich gleich zu Beginn klargestellt und weder für Verlobung noch Hochzeit wurde von irgendwem irgendwas verlangt.
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AngelofMoon
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von AngelofMoon »

kensen468 hat geschrieben:Soweit ich weiss, ist dieser Menschenhandel leider keine Seltenheit und noch tragischer ist die Tatsache, dass sich niemand daran zu stören scheint, sondern dass man im Gegenteil noch stolz darauf ist.
Die Bezeichnung Menschenhandel ist wohl etwas daneben.
In den meisten Fällen geht es wohl mehr um die Finanzielle Absicherung.
Bei mir und meiner Frau war das auch nicht aber von anderen habe ich dieses auch schon gehört/gelesen.
Der Freund vom Neffen meiner Frau sagte mir mal, Heiraten ist Teuer und er muss dafür sparen.
Die Ehepaare welche ich kennen gelernt habe, dort hat immer der Mann die Hochzeit gezahlt.
Von einen Eigenheim oder Auto habe ich von keinem gehört dass dieses gefordert wurde.
Es gibt einzelne Fälle wo man etwas darüber gelesen oder von jemand anderen erzählt bekommen hat.
Konfuzius sprach: “Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass die Menschen Dich nicht kennen, sondern darüber, dass Du sie nicht kennst.”
Stephan1975
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von Stephan1975 »

kensen468 hat geschrieben:Soweit ich weiss, ist dieser Menschenhandel leider keine Seltenheit und noch tragischer ist die Tatsache, dass sich niemand daran zu stören scheint, sondern dass man im Gegenteil noch stolz darauf ist.
Wir sprechen nicht um Zwangshochzeiten. Diese Form von Brautgeld gibt es in China noch sehr häufig. Ich kenne übrigens kein Chinesisches Ehepaar, wo die Eigentumswohnung und ein Brautgeld nicht wichtig war. Je reicher die Familien, desto mehr haben die Eltern der Tochter verlangt. Wer dies dann nicht zahlen kann, der ist auch in seiner Ehre schwer angekratzt. Wie gesagt, meines Erachtens in China sehr üblich. Gibt es ja auch noch in Teilen Deutschlands. Hintergrund ist, dass im alten China die Tochter dann in die Familie des Ehemannes gegangen ist und dort ja dann auch auf dem Feld oder Haushalt der Familie des Ehemannes gearbeitet hat. Das Brautgeld war sozusagen eine "Entschädigung" für die Kosten der Erziehung der Tochter. Nun heute sind die Töchter hoch ausgebildet - ein Kleinwagen ist doch nichts dagegen!

Ich selbst habe kein Brautgeld gezahlt und musste keine Eigentumswohnung vorweisen. Um ehrlich zu sein, wurden wir sehr stark von den Eltern meiner Frau finanziell unterstützt. Ich glaube auch hier haben viele die Ansicht, dass später dann ständig Geld nach China fliesst (so wie man das häufig von den Thais hört). Ist in meinem Fall anders. Vielleicht auch, weil meine Frau (obwohl sie nun tausende Kilometer entfernt wohnt) sich deutlich mehr um ihre Eltern kümmert, als ihre Brüder, die 2 Stunden bis zur Heimatstadt haben.
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von VielUnterwegs »

Also auch bei uns floss keinerlei Geld in irgendeine Richtung und es gab auch keinerlei Bedingungen ueber vorhandenes Geld/Wohnung/Auto. Alles andere faende meine Frau, sowie auch ich, sehr befremdlich. Da wir beide nicht richtig wissen wie und wo wir die Hochzeit feiern sollen, werden ihre Eltern die Feier in China bezahlen, die sie sich wuenschen, und meine Eltern die Feier in Deutschland. Da ist aber noch nicht so ganz klar, was wir wann und wie machen. Aber wir werden schon noch eine Idee haben und dann umsetzen. Ansonsten lehnen wir Unterstuetzungsangebote von ihren sowie meinen Eltern mit Verweis auf unser DINK Leben hoeflich ab, vor allem da bei beiden von uns noch Geschwister in der Ausbildung sind und die Eltern jeweils dafuer noch aufkommen. Geld schicken wir unseren Eltern nicht.

Was mir aber auffaellt ist, dass viele der chinesischen Freundinnen (wohl eher Bekannte) meiner Frau die Aussicht aus China rauszukommen (dank meines westlichen Passes) aehnlich bewerten, wie sie bei einem anderen Mann Haus, Auto und Kontostand betrachten. Ihr ist das aber eher unangenehm.
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von Schneeti »

Stephan1975 hat geschrieben: Ich selbst habe kein Brautgeld gezahlt und musste keine Eigentumswohnung vorweisen.
Dito hier. Meine Frau legt Wert darauf, irgendwann das Geld, das ihre Eltern fürs Auslandsstudium vorgestreckt haben, zurückzuzahlen, aber genauso legt sie Wert darauf, daß sie den Zeitpunkt der Zahlung festlegt. Und sie stimmt sich natürlich mit mir ab...
Bei einer Anfrage bzgl. Finanziellem hat sich ihr Vater schonmal eine heftige Abfuhr eingehandelt (er hatte sich nicht an den Dienstweg gehalten - will meinen, hat mich direkt gefragt)...
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von Aremonus »

Ich denke auch, dass dies von Familie zu Familie unterschiedlich ist - und dass es vollkommen unanständig ist, jemanden direkt nach Geld zu fragen. Einigermassen schlaue Eltern sollten Vertrauen haben wissen, dass a) einen das Kind nie hängen lässten und b) das Kind schon brav genug ist, etwas zurückzuzahlen, um den Eltern einen schönen Lebensabend zu ermöglichen.

Die Eltern meiner Freundin wollten nie Geld (ich durfte nicht einmal beim Majiang verlieren) und haben sich mit allen möglichen Mitteln so abgesichert, dass sie in Zukunft nicht von ihrer Tochter finanziell abhängig sind. Das ist IMHO eine verantwortungsbewusste Haltung und sollte eigentlich der normale Zustand darstellen, auch wenn ein gewisse Leute sich etwas anderes erhoffen.
Umgekehrt bezahlte ich bis vor kurzem auch das Auslandstudium meiner Freundin (jetzt hat sie genug Zeit für 'nen Nebenjob), da es mich für mein Studium wieder nach Europa zog und wir sonst nicht zusammen sein könnten.

So lange der gegenseitige Respekt vorhanden ist und man einander nicht ausnützt oder übertriebene Erwartungen entstehen, bleibt die Beziehung zu den Eltern gut - und da braucht es eben ein wenig Effort von beiden Seiten.
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von no1gizmo »

Allerdings muss man wohl sagen, dass nur wenige westliche Männer Geld an Verlobte und Eltern bezahlen. Das ist meine Beobachtung. Ich kenne (zumindest soweit mir bekannt) keinen westlichen Mann mit chinesischer Frau, der großartig Geld überweist (weder einmalig noch regelmäßig) oder eine Eigentumswohung im diesen Sinne als Anlass zur Ehe gekauft hat.

Bei chinesischen Paaren ist das aber der Normalfall, so scheint mir auch aus privater Erfahrung...
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von Aremonus »

eine Eigentumswohung im diesen Sinne als Anlass zur Ehe gekauft hat.
Das hingegen ziehe ich ernsthaft in Erwägung, falls sich die Marktsituation in der Heimatstadt meiner Freundin nicht ändert oder die erneut Preise explodieren. Die Wohnungen sind in dieser 3th-Tier-City derzeit noch ziemlich günstig, ich würde mir einen besseren lokalen Bezug schaffen und hätte eine schöne Bleibe für die Ferien. Zudem ist dies sowohl in der Anschaffung wie auch im Unterhalt immer noch Faktoren billiger als eine Ferienwohung in den Alpen.

Wäre meine Freundin aber aus Shanghai oder Beijing, würde ich nicht im Traum daran denken, mir dort eine Ferienwohnung zu kaufen :wink: Es gibt definitiv entspannendere Orte und bessere Investments...
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von blubb12 »

Brautgeld und Eigentumswohnung war bei mir auch Fehlanzeige. Das einzige, was so ein wenig in die Richtung ging, waren rote Umschläge, die ich auf Empfehlung meiner Frau den einzelnen Familienmitgliedern gab. Das waren insgesamt aber vielleicht 3000 Yuan.

Allerdings hat meine Frau ihre Eltern bisher finanziell mit monatlichen Zahlungen unterstützt. Das werden wir auch beibehalten. Da ich jetzt der mit dem Job bin, komme ich am Ende dann doch ans Bezahlen ;-)

Über eine Eigentumswohnung oder ein kleines Häuschen für die Schwiegereltern habe ich aber tatsächlich schon nachgedacht. In der Gegend (eher ländlich) noch spottbillig. Der Dank der Schwiegerleute wäre mir sicher, man hat was für die Ferien, und die Preise steigen da eher als das sie fallen.
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von Stephan1975 »

Nun ja. Steigende Preise für Immobilien kann in China auch schnell wieder vorbei gehen. Im Moment bläht sich das dort gefährlich zu einer Blase auf.

Das die meisten Ausländer kein Brautgeld gezahlt haben, liegt vielleicht auch daran, dass man sich vielleicht auch nicht die Blösse geben will.

Insgesamt finde ich auch nicht, dass es hier abwertend besprochen werden sollte. Es ist einfach eine kulturelle Angelegenheit, die es auch bei uns bereits gab.
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von blur »

Stephan1975 hat geschrieben:Insgesamt finde ich auch nicht, dass es hier abwertend besprochen werden sollte. Es ist einfach eine kulturelle Angelegenheit, die es auch bei uns bereits gab.
Der Tochter die Ehelichung Ihrer großen Liebe nur gegen Bares zu erlauben soll nicht abwertend dargestellt werden dürfen? Oha ja, China ist mal wieder unfehlbar in diesem Forum.
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von báitù »

Wenn die "Braut" aus einem sozial schwachen Umfeld kommt (= Landei), dann macht es durchaus Sinn, den Eltern eine gewisse Zuwendung zukommen zu lassen. Wenn man das Glück hat, ein Mädel aus betuchtem Hause schnappen zu können, wird sich diese Fragestellung nicht ergeben.
Allgemein sollte man die Fragestellung nicht nach deutschen (europäischen) Maßstäben messen wollen. In der Nachkriegszeit war manche Schwiegermutter in Deutschland sicher auch dankbar für ein Pfund echten Bohnenkaffee... :wink:
xiăo tùzi guāi guāi, ba mén kāi kāi …
一山不容二兔 ...
blur
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Re: Brautgeld (bei Verlobung) ?

Beitrag von blur »

báitù hat geschrieben:In der Nachkriegszeit war manche Schwiegermutter in Deutschland sicher auch dankbar für ein Pfund echten Bohnenkaffee... :wink:
Sie war dankbar, es war aber keine Pflicht. Natürlich wird man die Familie irgendwie unterstützen wenn sie es nötig hat, aber ein verpflichtendes Brautgeld für die Tocher zu verlangen ist etwas ganz anderes.
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