China bashing und China feiern

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Janina
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von Janina »

Also natürlich ist eine gewisse Landflucht gewollt. Aber eine Stadt - Land Mobilität in diesem Ausmaß kann von niemanden geplant werden. Die Nebeneffekte und die Veränderung der Gesellschaft sind noch nicht vorhersehbar. Wir werden in 30 Jahren sehen was für ein Land China ist.
ElStudente
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von ElStudente »

Ich habe mir nicht die Mühe gemacht alle Beiträge bis ins Detail zu lesen, aber es erschließt sich mir nicht, wie hier einige dermaßen von China überzeugt sein können. Das Bildungsniveau in diesem Land ist unterdurchschnittlich. Zwar trainieren sich die Chinesen im Laufe ihres Schülerlebens einen großen Fundus an Naturwissenschaftlichen Kenntnissen an, doch leider sind 99% davon nicht in der Lage diese Erkenntnisse kreativ einzusetzen - indem man zB neue Lösungen entwickelt, kreativ ist, Verfahren verbessert etc. Und das spiegelt ziemlich genau das Erfolgsrezept Chinas wieder: Aus Europa und den USA kommen Innovationen. Diese werden am Markt etabliert, von China kopiert und dann billiger und qualitativ etwas minderwertiger wieder auf den Markt geschmissen. Das ganze funktioniert nur, solange in Europa und Nordamerika die Köpfe ständig rauchen und es immer einen gewissen Innovationsfortschritt gegenüber China gibt, der anschließend kopiert werden kann.

Ein weiteres Problem, welches das Land lähmt ist seine Korruption, Kultur- und Wertelosigkeit. Alles läuft nur über Beziehungen und Bestechung und soetwas wie Empathie scheint für viele ein Fremdwort zu sein. Es gibt keine "10 Gebote", die - wie in unserer christlich geprägten Kultur - moralische Grenzen aufzeigen. (Ich bin kein Christ, ich glaube an gar nichts. Finde aber solche grundsätzlichen Regeln für ein Zusammenleben sehr sinnvoll)

Die Familie ist das wichtigste - und wenn etwas im Sinne der Familie getan werden muss, dann wird es getan, koste es was es wolle. China ist kein Rechtsstaat, in dem jeder Bürger - ob arm oder reich, Parteimitglied oder nicht - zu seinem Recht kommt. Das ist natürlich in keinem Land der Welt 100% der Fall, aber China hat hier noch einen deutlichen Nachholbedarf. Ich bin jedenfalls froh, dass mir noch kein Parteifunktionär mit seiner S-Klasse, die er sich von seinem Offiziellen Gehalt von 2000 Euro pro Monat leistet (Witz komm raus!), über die Füße gefahren ist. Dann wäre ich wohlmöglich noch wegen Sachbeschädigung angeklagt - und verknackt - worden!
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Laogai
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von Laogai »

ElStudente hat geschrieben:Ich habe mir nicht die Mühe gemacht alle Beiträge bis ins Detail zu lesen, aber es erschließt sich mir nicht, wie hier einige dermaßen von China überzeugt sein können.
Du scheinst dir allgemein nicht viel Mühe zu machen. Entweder du liest alles von A bis Z durch, oder du ersparst dir besser Kommentare wie "es erschließt sich mir nicht, wie hier einige dermaßen von China überzeugt sein können". Denn wie kommst du zu dem Urteil, wenn du nicht alles gelesen hast?
ElStudente hat geschrieben:Das Bildungsniveau in diesem Land ist unterdurchschnittlich. Zwar trainieren sich die Chinesen im Laufe ihres Schülerlebens einen großen Fundus an Naturwissenschaftlichen Kenntnissen an, doch leider sind 99% davon nicht in der Lage diese Erkenntnisse kreativ einzusetzen - indem man zB neue Lösungen entwickelt, kreativ ist, Verfahren verbessert etc. Und das spiegelt ziemlich genau das Erfolgsrezept Chinas wieder: Aus Europa und den USA kommen Innovationen. Diese werden am Markt etabliert, von China kopiert und dann billiger und qualitativ etwas minderwertiger wieder auf den Markt geschmissen. Das ganze funktioniert nur, solange in Europa und Nordamerika die Köpfe ständig rauchen und es immer einen gewissen Innovationsfortschritt gegenüber China gibt, der anschließend kopiert werden kann.
Ersetze 'China' durch 'Japan' und 'Chinesen' durch 'Japaner' und dein Text könnte aus einer Zeit stammen, als du noch die Grundschule besucht hast. Damals wurde nämlich ziemlich ähnlich auf Japan und die ganzen Billigimporte/Kopierprodukte aus diesem Land geschimpft. Heute wird Japan von den "guten" Ländern (also die in Europa und Nordamerika/Australien) als eine Industrienation anerkannt. Das Bildungssystem in Japan hat sich jedoch nicht wesentlich geändert und ist mit dem chinesischen durchaus vergleichbar.

Als ich vor über 20 Jahren das erste mal nach China reiste (also als du noch pubertiertest) war das Land ziemlich Dritte Welt. Die Leute sind -wenn sie es sich leisten konnten- mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Ansonsten haben sie den Bus genommen wenn sie in der Stadt wohnten oder sind zu Fuß gelaufen. Die meisten sind zu Fuß gelaufen, denn nur 20% der chinesischen Bevölkerung lebte damals in einer urbanen Region. Heute sind es übrigens rund 50%.

Das ist dir natürlich nicht bewusst und schon gar nicht bekannt (Beiträge bis ins Detail zu lesen ist ja nicht so deine Stärke), aber vielleicht erreicht es dich ja dennoch irgendwie.
Ein Land und seine Bevölkerung, welches sich trotz der ganzen Größe, trotz der großen Anzahl an Menschen und trotz der vielen Probleme innerhalb von zwanzig Jahren quasi von null auf sagen wir mal 80% entwickelt hat verdient schon einigen Respekt, findest du nicht auch?

Natürlich ist China auch jetzt noch ein Entwicklungsland, welches sich nicht leisten kann 35jährige Studenten durchzufüttern :evil:. Aber das kommt noch in den nächsten Jahren! :P
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von Aremonus »

Die Vergleiche zwischen Japan und China greifen IMHO immer etwas kurz. Das ist, als würde man Deutschland mit Russland vergleichen. Die beiden Länder sind sowohl kulturell wie auch geographisch und sozioökonomisch extrem unterschiedlich.

Fangen wir bei der Wirtschaft an. Japan begann bereits im Jahre 1950 als eigentliches Erstweltland mit der Entwicklung - das BIP pro Kopf war damals etwa gleich hoch wie jenes von Spanien. China hingegen begann seine Entwicklung auf dem Entwicklungsniveau eines afrikanischen Katastrophenstaates. Daher ist der Vergleich hier schon sehr unfair.

Bei der Bildung mag zwar die zu Grunde liegende konfuzianische Philosophie übereinstimmen - doch in Japan (wie auch in Südkorea) wird durchaus auch viel Wert auf die Ausbildung von verantwortungsbewussten Führungskräften gelegt (wenngleich weniger als in Europa).
Zudem exisitert in Japan Meinungsäusserungsfreiheit, sodass sich eine intellektuelle Elite entwickeln konnte - Chinas Intellektuelle sind seit 1989 bis auf ein paar Künstler kaum sichtbar und bevorzugten wegen der drohenden Strafen oft, ins Meer zu springen (bildlich gesprochen), d.h. wirtschaftlich tätig zu werden, statt sich mit den Problemen der chinesischen Gesellschaft zu beschäftigen. Auch hier sind die Unterschiede zu Japan beträchtlich.

Dennoch sind die langfristigen Wachstumsaussichten für China gut - denn das Land hat noch nicht einmal die Produktivität der ehemaligen Sovjetunion vor deren Untergang erreicht.

Die Risiken sehe ich eher im Mittelfristigen bereich - besonders bei den Immobilien. Denn China wird seinen Finanzmarkt liberalisieren müssen und dann werden die Chinesen irgendwann auch mal auf die Idee kommen, dass sie ihre Anlagen diversifizieren könnten (was derzeit ja noch kaum möglich ist). Der darauf folgende Nachfrageeinbruch dürfte zu einer Bereinigung des Marktes führen und eine massive Rezesison zur Folge haben.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von Shenzhen »

Aremonus hat geschrieben:sodass sich eine intellektuelle Elite entwickeln konnte - Chinas Intellektuelle sind seit 1989 bis auf ein paar Künstler kaum sichtbar und bevorzugten wegen der drohenden Strafen oft, ins Meer zu springen (bildlich gesprochen), d.h. wirtschaftlich tätig zu werden, statt sich mit den Problemen der chinesischen Gesellschaft zu beschäftigen.
Ah ja toll Erkenntinisse von jemanden der sich rein garnicht mit Chinas Kultur beschaeftigt hat. Woher hasst du Deine Erkenntnisse? Wie sehr hast du dich mit chinesischen Intellektuellen befasst? Kannst du mir ein paar aufzaehlen? Nein? Ach welch Wunder denn von denen liest man nichts in Deutschen Medien - ergo existieren sie nicht/verstecken sie sich/sind alle ins Meer gesprungen!?
Weil nicht alle solche Spinner und Selbstdarsteller sind wie Wei heisst es es gibt keine/arbeiten alle im Untergrund?

Man man es ist echt traurig was man hier ertragen muss...
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tanzhou
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von tanzhou »

@ElStudente:

Die akademische Ausbildung hier in China ist gut (ich kann da nur vom Informatikbereich sprechen, denke aber, dass es in den anderen naturwissenschaftlichen Bereichen aehnlich ist). Dieses Thema hatten wir aber auch schonmal hier: http://forum.chinaseite.de/viewtopic.php?f=1&t=13667.

Es mag durchaus sein, dass das innovative Denken nicht so "ausgepraegt" bzw. waehrend der Ausbildung nicht richtig gefoerdert wird, wie es groesstenteils auf unseren Hochschulen in Europa oder USA geschieht. Als ich mein Informatik-Studium absolvierte entstand waehrend der Studienzeit ein gewisser Hunger und Interesse an bestimmten Themen. Wenn das der Prof erkennt, wird es entsprechend gefoerdert. Das fehlt vllt hier in China noch etwas aber ich denke auch hier in China wird das irgendwann einmal so sein, dass die Foerderung (nicht nur von Eliten, sondern eher grundsaetzlich) mehr in den Fordergrund rutscht, also das Wecken von Interesse und Bildung von Wissenshunger.

Die Aushilfe, die mir zuarbeitet, besitzt so einen "Hunger". Da ich in der Softwareentwicklung im Internetbereich arbeite und die Aushilde aber eher von der Microsoft Anwendungsseite kommt, scheint sich hier ein Interesse in meinen Fachbereich zu entwickeln, Soetwas muss man foerdern. Und das wird auch sicherlich hier in China auf den Hochschulen eine wichtige Rolle spielen und erkannt werden, wenn man qualitativ gute Wissenschaftler, mit innovativen Denkvermoegen hervorbringen moechte. Zuguterletzt gehoert auch etwas "Verruecktheit" dazu.

Also kurzum, das akademische Fundament mit seiner Ausbildung ist in China vorhanden, die Foerderung muss etwas mehr in den Vordergrund kommen, Hochschulen muessen mehr Budget erhalten, vllt die paedagogische Linie etwas anpassen und dann denke ich ist die wissenschaftliche Ausbildung sicherlich auf Westniveau. Lange dauert das bestimmt nicht mehr.

Ich freue ich dann zumindest auch mal wissenschaftliche Papers oder Proceedings von chin. Wissenschaftlern zu lesen, die nicht nur in den USA oder Europa sind, sondern mehr aus China herauskommen. Teils ist das ja schon so, mal sehen was die Zukunft noch so bringt.
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von VielUnterwegs »

Nach 1.5 Jahren Taetigkeit im Informatikbereich in China als Teamleiter muss ich leider widersprechen. Sagen wir mal wir teilen Informatiker in 4 Kategorien ein:
- unteres Vierteil: fachinformatiker (in China meist Autodidakt oder ein schlechter Bachelor), kann ein wenig PHP, irgendeine Skriptsprache und windows
- zweites Viertel: fachinformatiker (in China das untere Ende meist Bachelor, das obere Ende meist Master), kann Linux/Unix und Java/C++, mit anweisungen und klarer vorgabe, wenn er eigenverantwortlich groesseres tut klappt es zwar, es hat aber keine struktur
- drittes viertel: studiert, kommt generell auf betriebssystemen zurecht, bringt sich programmiersprachen selber bei, braucht nur einen groben rahmen und kann in diesem die struktur beibehalten
- oberes viertel: studiert, kennt die innereien mehrere betriebssysteme, bringt sich programmiersprachen und konzepte selber bei, entwirft eigenstaendig loesungen und architekturen


In China findest du extrem viel unteres Drittel, die Jungs halten hier die Laeden am Laufen, es soll also nicht abwertend gemeint sein. Administratoren, die den Laden (nach Vorgabe) top am Laufen halten. Sie setzen aber hauptsaechlich auf Flickwerg und viel "Klebeband", wobei der Erfolg hauptsaechlich auch einfach durch "ich probiere so lange bis es geht" kommt. Das zweite Viertel ist schon seltener, das sind die Jungs die meistens bei internationalen Firmen als Softwareingenieure arbeiten. Mit viel Kontrolle, klaren Anweisungen und Vorgaben geht es einigermassen vorwaerts. Das zweite Drittel ist schon extrem selten, wenn du so jemanden gefunden hast, dann hast du eine echte Perle entdeckt. Leider musst du ihm Geld ohne Ende hinterherwerfen oder er haut ab, ausserdem will er sofort "Manager" werden, denn nur da gibt es Geld (und Schwarzgeld). Leider sinkt die Arbeitsmoral und Arbeitsethik im Durchschnitt je hoeher du jemanden in diesen vier Vierteln einordnest. Vom oberen Viertel ist mir in China noch gar niemand begegnet. Klar, irgendjemand macht bei Baidu die Architektur, aber er macht es nicht gut. Woher ich das weiss? Ich kenne die Architektur von Baidu im Suchbereich, da schlaegt in Deutschland jeder Bachelor im 3. Semester die Haende ueber dem Kopf zusammen. Ich habe hier auch oft in Funktion des Auditors an Projekten mitgewirkt, es ist wirklich schrecklich, was hier in China so fuer Quellcode entsteht. Ich sehe hier definitiv kein "akademisches Fundament", es hapert an allen Ecken und Enden und es kann nur besser werden, wenn sich das Bildungssystem radikal wandelt.

Von faehigen Produktmanagern fangen wir jetzt erst gar nicht an.
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von Shenzhen »

Sorry die Deutschen Informatiker die ich kenne sind meist auch nur einfache Programmierer die sich am Abend mit WoW vergnuegen... und Autodidakten im unteren Bereich gibt es mehr als genug in D - schau dir doch mal die ganzen selbsternannten Webdesigner an die sich in D tummeln und im Endeffekt nicht mehr hinbekommen als eine Seite zu kopieren und sie dann als eigenes Design zu verkaufen. Was den Dummheitsgrad bei Informatikern betrifft wuerde ich da eher sagen, dass die Chinesen hinter Deutschland liegen in D sind es dann halt einfach gescheiterte Harzer und pseudo-Selbststaendige die sich ihre Selbstaendigkeit mit Zuschuesse von Land finanzieren lassen damit sie nicht in der Arbeitslosenstatiskik erscheinen.
Im Gegensatz dazu muss ein Chinesischer Informatiker wenigstens ein wenig was koennen denn sonst ist er seinen Job los und hier gibt es kein Harz4.
Und ja ich kann aus Erfahrung sprechen denn selbst bei deutschen Fluggesellschaften sitzen solche Autodidakten die es mit ganz grosser Sicherheit nicht besser hinbekommen als der chinesische Quellcode bei dem du die Haende sonstwo zusammen schlaegst...
Welche Firma in Deutschland will sich denn noch gut bezahlten Informatiker leisten wenn es Billigkraefte "genau so gut" koennen? Ich kenne keine.
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von asiaxxxpat »

1.) Du hast keine Ahnung und kennst Dich nicht aus, waehrend ich die Kroenung aller Geschoepfe bin.
2.) Was???? Das gibt es in China nicht, hier ist alles toll und super.
3.) In Deutschland ist es noch schlimmer.

Auf diese Weise wird von Shenzhen absolut alles mit Chinabezug beantwortet. Angefangen von Krankenwaegen, die hier jeder schon im Stau stehen sehen hat, bis hin zu den wunderschoenen Haeusern, bis hin zur Wirtschaft im Allgemeinen oder wie jetzt in Bezug auf Informatiker. Typen, die ein Land auf so unkritische Weise so hochjubbeln, gibt es glaube ich nur in China und vielleicht noch Nordkorea. Echt heftig!
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von tanzhou »

@VielUnterwegs:
Meine Aushilfe ist ein Fachinformatiker und das was er bisher geleistet hat ist gut. Er bekommt von mir klare Projektanweisungen, bis jetzt aber immer nur Teilprojekte. Die loest er immer recht gut, ich schaue ihm aber bis jetzt noch sozusagen ueber die Schulter. Ich setze ihn derzeit ihn in kleineren bis mittleren PHP Projekten ein, zumeist Komponenten von Intranet-Software Projekten zum Beispiel. Was er drauf hat ist OO-Programmierung / OO-Modell (da er sich privat sehr lange mit Java beschaeftigt hat und mir dort auch einiges an Software gezeigt hat, die er in der Vergangenheit entwickelt hat). Deswegen meinte ich, er hat die Basis drauf, jetzt kann man feilen. Neu ist fuer ihn die Unix Welt, aber das kann man erlernen. Er hat sogar Spass an Linux (ich setze eigentlcih durchweg Debian / Ubuntu ein). Ich beobachte, dass er groesstenteils selbststaendig an Problemen arbeitet, diese nicht nur durch herumprobiererei loest, sondert fundiert angeht. Er fragt mich nicht alle 5 Minuten, sondern recherchiert selbststaendig die Problematiken. Wie auch immer, vllt habe ich Glueck gehabt mit ihm.
Meine anderen Erkenntnisse beruehen auf vielen Gespraechen mit Austausch-Studenten an der BUGH Wuppertal, die Hochschule hat einen sehr hohen Anteil an chin. Austauschstudenten. Ich weiss zwar, dass das alles Studenten mit guten Leistungen sind, aber was ich so aus einer Vielzahl an Gespraechen herausgehoert habe, klingt das eigentlich recht anstaendig.
Aber Dein Beitrag ist sehr interessant, erst recht, weil Du beruflich sehr viel tiefer hier in China steckst und sicherlich mehr Erfahrung hast als ich. Die Frage stellt sich mir wirklich, wenn ich meine Unternehmung ausbaue und es zu ein oder zwei Festanstellungen kommt, wie es dann mit dem Gehalt und der Motivation aussieht und ob man die Leute dann halten kann. Ich habe oftmals gehoert (ich betone "gehoert"), dass Mitarbeiter relativ schnell weg sind und einem im Stich lassen, wenn irgendwo mehr Geld winkt. das ist der ganze Grund, wieso ich das erstmal mit Aushilfen und kleineren Teilprojekten austeste. Ist also Neuland fuer mich, wenn es zukuenftig um Anstellungen geht.

Und wegen Baidu: Ich bin in der Entwicklung von Suchalgorithmen und IR-Retrieval / Clustering Algortithmen taetig (sagen wir mal, es ist mein Lieblingsgebiet) aber was Baidu leistet, rein von der Treffer-Qualitaet gesehen, ist meineserachtens nichts besonderes, das machen Frameworks wie mnogosearch oder aus der Javawelt Lucene & Co. mindestens genauso gut!
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von tanzhou »

@Shenzhen:
Es geht hier derzeit eigentlich um echte Informatiker (heisst mit Hochschulausbildung und Abschluss, also Dipl. Inf, BA oder MA oder gar den PhD) und nicht um Webdesigner oder Grafiker, die mittels einem CMS eine Praesenz zusammenschustert (wobei zum CMS wie Typo3 und damit verbundene Entwicklungen auch schon ein fundiertes Wissen existieren muss). Es geht hier um echte Anwendungsentwicklung, analytisches Denken, Problemerfassung und Loesung, um richtiges Programmieren. Und das im Bezug auf chin. u. deutsche Studenten, die Qualitaet der Hochschuausbildung, etc. Und nicht Dein Geschwafel mit Websdesign, Harz 4 Typen, Leute mit fettigen Haaren und Glasbausteien, weiss ich was. Das seit einigen Jahren in der IT/Medienlandschaft jegliche Klientel versucht hineinzuspringen (weil es ist ja so cool "Internet zu machen". ist laengstens bekannt, was dort fuer ein Muell existiert. Bleibe mal on-topic.
Deine staendige Schwarzmalerei geht einem auf den Sack, um das mal klar auszudruecken. Dir muss echt schlimmes in Deinem Leben in D / Berlin widerfahren sein, das Du alles so irrsinnig schlimm in Europe und USA siehst. mannomann :roll:
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von VielUnterwegs »

tanzhou hat geschrieben:@VielUnterwegs:
Die Frage stellt sich mir wirklich, wenn ich meine Unternehmung ausbaue und es zu ein oder zwei Festanstellungen kommt, wie es dann mit dem Gehalt und der Motivation aussieht und ob man die Leute dann halten kann. Ich habe oftmals gehoert (ich betone "gehoert"), dass Mitarbeiter relativ schnell weg sind und einem im Stich lassen, wenn irgendwo mehr Geld winkt. das ist der ganze Grund, wieso ich das erstmal mit Aushilfen und kleineren Teilprojekten austeste. Ist also Neuland fuer mich, wenn es zukuenftig um Anstellungen

Was du gehört hast stimmt. Manchmal wechselt sogar ein "Manager" wieder auf Programmierer, weil ihm da jemand 10-20% mehr anbietet. Ich sehe das aber nicht negativ, in den USA ist es ja z.B. auch so. Wenn die Leute was besseres kriegen können sind sie sofort weg. Das liegt natürlich auch daran, dass Firmen in DE den Mitarbeitern mit der Festanstellung ein gemachtes sicheres Nest bieten, Sozialversicherung, Kündigungsschutz, viel Urlaub, bei Härtefällen wird viel geholfen, usw. Das alles hat ein MA in China nicht. Beide Parteien, sowohl Firma als MA handeln egoistischer als in DE. Wenn jemand anderes meinem MA mehr bietet und ich nicht bereit bin das zu Zahlen muss ich ihn ziehen lassen, alles andere ist ja auch unfair. Auf der anderen Seite werfe ich jemanden aber auch ohne zu Zögern raus, wenn er nicht genug Leistung bringt, anstatt ihn zu 10 Schulungen zu schicken.

Ich sehe das übrigens nicht als "im Stich lassen", wenn Leute kündigen. Es ist deine Aufgabe als Unternehmer (oder Führungskraft), dass du den Weggang eines MA binnen seiner Kündigungsfrist abfedern kannst.
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von Bazoo »

Also ich habe mal fleißig mitgelesen, und möchte nun auch mal meinen Senf (kein Löwensenf oder Bauzener, aber trotzdem lecker) dazugeben.

Was die Bildung angeht, müssen wir uns immer vor Augen halten das es ein immens großes Gefälle in China gibt. Eventuell könnte man es noch mit dem Bildungswesen der EU vergleichen. Die meisten Schüler an meiner Schule haben ein grottenschlechtes Englisch, und nur einige der !st Schools, haben ein Englisch welches sich auf Deutschem Gymnasial- / Realschulniveau bewegt. Schauen wir uns das allgemeine Englisch der Hauptschüler an, dann sind wir schon fast in China.

Was ist der Grund dafür? Ich habe lange mit meinen Schülern zusammengesessen und mit anderen Englischlehrern. Der Grund ist meistens wohl das Englisch als unwichtig eingestuft wird, da man sein ganzes Leben mit chinesisch klar kommen kann (wenn man hier bleibt oder im Ausland in Chin. Gemeinschaften zieht (Chinatowns)). Durchaus verständlich, nur für die Zukunft nicht gerade für China förderlich wenn zu viele so denken.

Was die persönliche Bildung und das Allgemeinwissen betrifft verhält es sich so das sich die Chinesischen Schüler mit den meisten deutschen Schülern gleichtun. Es gibt einige die aus eigenem Interesse sich privat "weiterbilden" (jede Doku ist für mich eine Weiterbildung) und welche die halt nur andere Sachen im Kopf haben.

Mein persönliches Fazit: Das Bildungsniveau ist etwas niedriger, jedoch nimmt es sich nicht viel mit der "Unterschicht" in Deutschland.

Wo die chinesesen meiner Meinung nach noch Nachholbedarf haben:

Bauwesen (zuvieles wird "schlampig" gebaut und muss immer wieder erneuert und ausgebessert werden)

Hygiene (in anderen asiatischen Ländern geht es nicht so schlimm zu wie hier. D.h. Müll auf der Straße (und ich rede nicht von Großstädten wo täglich die Reinigungskolonne vorbeikommt) etc.
Beim Essen scheiden sich die Geister hier.... teilweise sind Chinesen so etwas von penibel, und auf der anderen Seite wieder nachlässig das es schon kriminell wird

Nationalstolz (Nicht falsch verstehen.... ich bin selber "Nationalist"... teils deutscher, teils thailändischer, und vllt. habe ich gerade aufgrund meiner beiden Nationalitäten niemals Probleme gehabt das zu sagen) Die Chinesen sind meist ganz starke Nationalisten... zu starke... Man kann nationalistisch und patriotisch sein ohne zu denken das man allen anderen Ländern überlegen ist.
Dies führt zu Fehleinschätzungen. Ich meine hier nicht die politische Führung des Landes, sondern die einfachen Menschen.

Hitlerbegeisterung : Ist ja schön und gut.... aber ich möchte nur mit Leuten über so etwas diskutieren die ein Grundwissen über die Person, die Zeit und die Handlungen hat. Das ist meistens nicht der Fall.

Abschließend:
Dies ist meine persönliche Meinung, meine Sicht auf China. Ich bin kein "Chinakenner" noch habe ich Jahre hier verbracht. Dies ist mein Eindruck von 7 Monaten China,... unter Einbeziehung meiner Erfahrungen. Und trotz all den "negativen" Punkten bin ich hier gerne, und bleibe auch noch länger.
(mindestens bis 2013... danach mal schauen)
Gestern noch zu blöd, den Computer einzuschalten, heute schon die eigene Homepage.
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von Shenzhen »

@asiasex:
1.) Du hast keine Ahnung und kennst Dich nicht aus, waehrend ich die Kroenung aller Geschoepfe bin.
2.) Was???? Das gibt es in HongKong nicht, hier ist alles toll und super.
3.) In China ist es noch schlimmer.

Auf diese Weise wird von Asiasex absolut alles mit HKbezug beantwortet. Angefangen von Krankenwaegen, die hier bisher nur einer im Stau stehen sehen hat, bis hin zu den wunderschoenen Haeusern, bis hin zur Wirtschaft im Allgemeinen oder wie jetzt in Bezug auf Informatiker. Typen, die ein Land auf so unkritische Weise so hochjubbeln, gibt es glaube ich nur in HK und vielleicht noch Nordkorea. Echt heftig!
tanzhou hat geschrieben:@Shenzhen:
Es geht hier derzeit eigentlich um echte Informatiker (heisst mit Hochschulausbildung und Abschluss, also Dipl. Inf, BA oder MA oder gar den PhD)
Ah ja und du meinst genau diese Leute sitzen in den Bueros und machen die gemeine Programmierarbeit? wenn selbst Fluggesellschaften auf Autodidakten setzen, mach dich nicht laecherlich.

Ausserdem geht es dir nicht nur um um Hochschul-Informatiker - soll ich jezt echt ein Zitat von dir einfuegen damit du dich erinnerst was du geschrieben hast?
- unteres Vierteil: fachinformatiker (in China meist Autodidakt oder ein schlechter Bachelor), kann ein wenig PHP, irgendeine Skriptsprache und windows
Wenn wir auf so einer Basis diskutieren dann bringt das wirklich nichts, wenn ich hier schon Schreiberlinge daran erinnern muss wovon sie reden...
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Re: China bashing und China feiern

Beitrag von tanzhou »

Shenzhen hat geschrieben:...
tanzhou hat geschrieben:@Shenzhen:
Es geht hier derzeit eigentlich um echte Informatiker (heisst mit Hochschulausbildung und Abschluss, also Dipl. Inf, BA oder MA oder gar den PhD)
Ah ja und du meinst genau diese Leute sitzen in den Bueros und machen die gemeine Programmierarbeit? wenn selbst Fluggesellschaften auf Autodidakten setzen, mach dich nicht laecherlich.
Dein Kommentar zu diesem Zitat ist so aehnlich wie...

Schmecken Dir gruene, saure Aepfel? Ja, das Wetter ist schoen heute.

Hallo? Wo habe ich soetwas erwaehnt? Aber ich werde Dir einmal unseren Beruf etwas naeherbringen. Es gibt prinzipiell 2 oder vllt sogar 3 Gruppen von (Hochschul-)Informatikern, sowohl FH als auch Uni. Folgende Betrachtung mal auf einen laengeren beruflichen Zeitraum bezogen, wo man gerne mal hin moechte: Die einen, die gerne planen (sog. Software-Architekten), die anderen legen gerne die Hand an (die Entwickler) oder die, die beides machen, damit man auf dem Laufenden bleibt (Programmiertechniken und das dazugehoerige Handwerkszeug in Form von Betriebssystemen, Compiler/Interpreter und auch Hardware) entwickeln sich naemlich stetig weiter. Ich zaehle zu den letzteren Gruppe, ich mache beides, ich liebe das Programmieren (das verstehen allerdings nur diejendigen, die auch programmieren, was ich damit meine) und plane/konzipiere auch gerne. Das nur mal ganz grundsaetzlich und unabhaengig davon, ob man irgendwann mal eine Fuehrungsposition inne haben moechte.

In den letzten Beitraegen ging es eigentlich um die Qualitaet der akademischen Informatiker-Ausbildung oder auch gute Fachinformatiker (Letzteres kam von Vielunterwegs), ob diese vergleichbar ist mit der westlichen Ausbildung oder auch nicht. Ich muss mich ein wenig mit dieser Materie auseinandersetzen, da ich hier in China mittelfristig noch 1 bis 2 weitere Leute suche, die mich bei meinen SW-Projekten unterstuetzen. Vielunterwegs hat eigentlich einen hilfreichen und informativen Beitrag aus seinemm Umfeld gebracht. Er hat den Einblick, den ich nicht habe, da ich selbststaendig bin und nicht in irgendeiner Firma hier in China angestellt bin.
Shenzhen hat geschrieben:...
Ausserdem geht es dir nicht nur um um Hochschul-Informatiker - soll ich jezt echt ein Zitat von dir einfuegen damit du dich erinnerst was du geschrieben hast?
- unteres Vierteil: fachinformatiker (in China meist Autodidakt oder ein schlechter Bachelor), kann ein wenig PHP, irgendeine Skriptsprache und windows
Wenn wir auf so einer Basis diskutieren dann bringt das wirklich nichts, wenn ich hier schon Schreiberlinge daran erinnern muss wovon sie reden...
Dieses Zitat ist ein Teilstueck der Ausfuehrungen von VielUnterwegs, in dem er 4 Gruppen von Programmierer/Informatiker und deren Leistungsfaehigkeit aus seiner Erfahrung/Berufsumfeld beschreibt und nicht von mir.

Also, bevor Du hier Aeppel mit Birnen verwechselst, oder mit den Zitaten nicht mehr durchblickst, empfehle ich Dir Deine Ausfuehrungen nochmals auf Plausiblitaet zu pruefen. Es macht so naemlich keinen Sinn. Wenn Du aus Deinem beruflichen Umfeld diesbzgl. etwas beitragen kannst, dann mache das. Sonst empfehle ich Dir den BlaBlubLaber Thread unter http://forum.chinaseite.de/ftopic14943.html, den Du ja eigens fuer so einen Zweck eroeffnet hast.
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