How to: Heirat in der Schweiz

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froschface
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How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von froschface » 28.12.2011, 09:46

Erstmal ein herzliches Hallo an euch!

Vorsorglich auch eine Entschuldigung für meine Gross- und Kleinschreibung. Ich arbeite gezwungenermassen leider gerade an einem Tablet und da reagiert die Tastatur nicht immer so wie ich es gerne hätte. ;-)

Zum Thema:
Ich bin nun seit ca. 2 Jahren mit einer Chinesin zusammen, die ich im Auslandsstudium in Korea kennengelernt habe. Habe auch schon ca. 1 Jahr mit ihr zusammengewohnt und ausser den üblichen Problemen verlief eigentlich alles ganz gut. Mittlerweile hat sie ihr Master Studiu in Korea abgeschlossen und ich bin wieder in meiner Heimat, der Schweiz. Es stellt sich nun also die Frage, wie es mit uns weitergeht. Wir haben bereits versucht ein Arbeitsvisum für ein Praktikum zu besorgen. Trotz gefundener Stelle mit angemessenem Lohn und Unterstützung seitens des Arbeitsgebers wurde das VISA leider abgelehnt (entsprach wohl nicht den "gesamtwirtschaftlichen Interessen").
Wir haben uns mangels Optionen nun überlegt standesamtlich zu heiraten, um so den ganzen VISA- und Arbeitserlaubniskram zu umgehen und um zusammen bleiben zu können.

Ich kenne das Forum hier und bin seit ca. einem Jahr Mitleser hier. Ich weiss, dass dieses Forum eigentlich für Deutsche gedacht ist, allerdings ist mir aufgefallen, dass hier auch ab und an über die Schweiz diskutiert wird. Allerdings habe ich per Suchfunktion keinen "Heirat in der Schweiz - How to:"-Thread entdecken können. Deshalb dachte ich mir, dass ich einfach mal einen eröffne. :)

Zu unseren Daten:
Ich: Schweizer, 24 Jahre, Student, wohnhaft in der Schweiz
Sie: Chinesin, 25 Jahre, Master Absolventin, wohnhaft in Korea (!)

Wir wollen in der Schweiz heiraten. Ich habe aus einigen Rechergen im Internet erfahren, dass man wohl die Heirat aus dem Ausland beantragen kann und dann zwecks Heiratsvorbereitung ein VISA erhalten für den ausländischen Partner erhalten kann. Dies erscheint uns der beste Weg. Allerdings sind diese Informationen auf der Vermutung basierend, dass der ausländische Partner in seinem Heimatland wohnhaft ist. Dies ist bei aber nicht der Fall, da meine Freundin in Korea lebt.
Zur Eheschliessung bedarf es nach genannter Quelle folgende Dokumente:
- Wohnsitzbescheinigung (Ausländerausweis)
- Geburtsschein mit Angaben über die Eltern
- Reisepass oder Nationalitätszeugnis (erhältlich beim Heimatstaat)
- Personenstandsausweis (mit Angaben über Zivilstand, Scheidungsurteil oder Todesschein der verstorbenen Ehegattin/des verstorbenen Ehegatten)
- Anerkannte Flüchtlinge und Asylsuchende müssen anstelle des Reisepasses oder des Nationalitätszeugnisses eine neu ausgestellte Bescheinigung über den Flüchtlings- oder Asylstatus vorlegen.

Meine Fragen an euch:
- Hat jemand Erfahrung mit dem Heiraten in der Schweiz?
- Ist die Liste der ganannten Dokumente vollständig und können diese Dokumente auch auf der schweiz. Vertretung in Korea eingerecht werden?
- Wie sollte genau vorgegangen werden?
- Gibt es sonstige Dinge die wir beachten sollten?
- Wie lange wird das Prozedere dauern? Kosten spielen keine Rolle.

Vielen Dank im Voraus!

cookie2008
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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von cookie2008 » 28.12.2011, 13:40

Muss es in der Schweiz sein???

Die Schweizer Behoerden sind nicht sehr einfach bei solchen Dingen, aber leider auch unterschiedlich. Ich kann nur raten, bei der zustaendigen Stelle vorzusprechen und zu gucken, welche Erfahrungen sie mit dem Thema haben und wie die lokalen Anforderungen bzw deren Auslegungen sind. Wenn Ihr an Deinem Heimatort heiratet, kann der Teil fuer Deine Unterlagen schonmal einfacher sein. Ihre Unterlagen muessen alle uebersetzt und beglaubigt sein, evtl. auch von der Vertretung der Schweiz im Land wo die Urkunden ausgestellt wurden. Auch das am besten vorher erfragen.

Allein eine Eintragung einer im Ausland geschlossenen Ehe mit einem Auslaender kann fuer das Land mit dem "ausfuehrlichstem Personenregister der Welt" eine Herausforderung darstellen, wenn man an die falsche Auslandsvertretung geraet. Fuer andere (erfahrene) Stellen ist dies wiederum weniger problematisch. Soweit zu dem was ich weiss.

Also besser in der Schweiz fragen statt hier bzw zusaetzlich.

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von mistervac » 28.12.2011, 20:08

froschface hat geschrieben: Kosten spielen keine Rolle.
Du Glücklicher !

Wenn Kosten keine Rolle spielen, würde ich auf jeden fall in Asien heiraten, denn, egal wie koplieziert das Procedere sein wird, FZF ist europaweit ein Grundrecht. ( oder liege ich da falsch -. ok, vielleicht nicht in Weißrussland :mrgreen: )
mistervac, seit seiner Kindheit Chinafan, heute seine Träume lebend

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von froschface » 29.12.2011, 09:09

cookie2008 hat geschrieben:Muss es in der Schweiz sein???
Wäre mir persönlioch halt lieber. Darum wollte ich mal herausfinden, ob dieser Weg denn wirklich so kompliziert und schwierig ist.
Zudem ist es durch die Eheschliessung in der Schweiz auch einfacher / weniger kompliziert, dass meine Freundin am Ende auch das Aufenthaltsrecht in der Schweiz erhält, oder?
cookie2008 hat geschrieben: Die Schweizer Behoerden sind nicht sehr einfach bei solchen Dingen, aber leider auch unterschiedlich. Ich kann nur raten, bei der zustaendigen Stelle vorzusprechen und zu gucken, welche Erfahrungen sie mit dem Thema haben und wie die lokalen Anforderungen bzw deren Auslegungen sind. Wenn Ihr an Deinem Heimatort heiratet, kann der Teil fuer Deine Unterlagen schonmal einfacher sein. Ihre Unterlagen muessen alle uebersetzt und beglaubigt sein, evtl. auch von der Vertretung der Schweiz im Land wo die Urkunden ausgestellt wurden. Auch das am besten vorher erfragen.

Allein eine Eintragung einer im Ausland geschlossenen Ehe mit einem Auslaender kann fuer das Land mit dem "ausfuehrlichstem Personenregister der Welt" eine Herausforderung darstellen, wenn man an die falsche Auslandsvertretung geraet. Fuer andere (erfahrene) Stellen ist dies wiederum weniger problematisch. Soweit zu dem was ich weiss.

Also besser in der Schweiz fragen statt hier bzw zusaetzlich.
Ich müsste das beim zuständigen Zivilstandsamt erfragen, leider haben diese bis am 3. Januar geschlossen und ich habe bis dahin keine Möglichkeit die nötigen Informationen aus erster Hand zu erhalten. Deshalb dachte ich, dass es nicht schaden kann, wenn ich in der Zwischenzeit einige erfahrungsberichte einhole.
Das was ich bis jetzt im Internet zum Prozedere gefunden habe, ist eigentlich nicht so kompliziert. Aber ich befürchte halt, dass die Praxis dann doch sehr von der Theorie abweichen kann.
Von da habe ich ja auch meine Informationen zu den Dokumenten die meine Freundin besorgen muss (siehe Eröffnungspost). Diese Dokumente sind, so wie ich das sehe, halt alle (bis auf die Wohnsitzbescheinigung) durch das Hokou und den Reisepass abgedeckt. Wenn sie dann also wirklich nur diese Dokumente benötigt, dann wäre es einfacher das Hokou übersetzen zu lassen, als alle die von mir benötigten Dokumente zu besorgen und zu übersetzen. Kann aber auch sein, dass ich mir das zu einfach vorstelle. ;-)

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von Luntan » 29.12.2011, 10:06

Was bei der Beurteilung von Deinem Antrag auch angeschaut wird ist Dein Einkommen und Dein Vermögen. Also als Minimum sollte ein Einkommen pro Monat vorhanden sein das für zwei Personen ausreicht. Kein Land will Sozialfälle importieren für die dann der Steuerzahler Zuschüsse leisten muss.

Um anerkannte und beglaubigte Dokumente zu bekommen wird Deine Braut vermutlich auch nach China reisen müssen. Ob sich diese in der Schweiz machen lassen mit Uebersetzungen und Bestätigungen bezweifle ich. Dies sollte schon korrekt vorhanden sein bevor sie von Korea in die Schweiz reist weil dann nochmals zurückreisen ist wirklich mühsam. Wie die genauen, lokalen Anforderungen sind erfährst Du beim Standesamt.

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von Haima » 29.12.2011, 11:19

Hallo Froschgesicht,

Also, meine Frau und ich haben vor etwas mehr als 13 Jahren geheiratet. Auch in der Schweiz. Das war damals ziemlich einfach.

Wir sind zuerst zur Botschaft in Peking gegangen. Dort haben wir gefragt, was wir alles für Dokumente brauchen. Es wurde uns eine Liste ausgehändigt. Was nichts dabei, was meine Frau nicht schon hatte. Einzig musste was übersetzt und beglaubigt werden. Wurde von einem Anwalt gemacht.

Ich bin dann wieder zurück in die Schweiz. Sie ist ein paar Wochen später wieder zur Botschaft um ein Visum zur Heirat zu beantragen. Hat etwa 15 Minuten gedauert. Drei oder vier Wochen später war die Anfrage beim Standesamt hier in der Schweiz. Ich musst dort ein Blatt unterschreiben, dass ich sie auch wirklich heiraten wollte. Nochmals etwa zwei Wochen später konnte meine Frau das Visum abholen.
Dauer: weniger als zwei Monate: Kosten: wohl so um die Fr. 300.--

Vermögen usw. war alles kein Thema, hat nie jemand interessiert. Wohne allerdings in einer kleinen Gemeinde, wo fast jeder jeden kennt.....

Denkbar einfach und ohne irgendwelche Probleme. Wir haben dann nach ihrer Ankunft in der Schweiz geheiratet.

Wenn ich die Geschichten hier manchmal lese, habe ich eher das Gefühl in der Schweiz ist es viel einfacher als in Deutschland. Auch sind die Behörden wohl ein rechtes Stück hilfsbereiter.

Nun ist die Schweiz ja aber auch bei Schengen dabei. Da dürfte einiges geändert haben.

Mein Tipp: Geh mal beim Standesamt und / oder bei der Einwohnergemeinde vorbei. Die werden dir mit Listen und Tipps helfen können. Dann würd ich auch bei der Botschaft in Korea vorbei schauen und dort fragen, was es alles für ein Visum zur Heirat braucht. Wenn du beim ersten Besuch dabei bist, wird es wesentlich einfacher sein, als wenn deine Freundin alleine geht. Meine Erfahrung.... Eigentlich traurig, aber Tatsache: Einem einzelnen Schweizer wird dort mehr Beachtung geschenkt, als jemandem in der ganzen Masse an Koreanern, Chinesen usw...

Fragen kostet ja nichts, und wenn's nicht klappen sollte, könnt ihr immer noch in Korea heiraten (oder in China).

Ich bin gespannt auf regelmässige Updates hier im Forum....

Gruss

Haima

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von froschface » 31.12.2011, 08:09

Danke Haima. Habe dein Post zwar gerade erst gelesen, aber deine Aussage deckt sich in etwa mit dem, was ich inzwischen in Erfahrung gebracht habe.

Da ich über Weihnachten / Neujahr sowieso schnell nach Korea geflogen bin, nahm ich die Chance gleich wahr und bin gestern morgen mit meiner Freundin in der Botschaft in Seoul reingeplatzt. Wurde dort relativ kompetent beraten.
(Die Anfrage beim Standesamt muss, wie gesagt, noch bis zum 3. Januar warten.)
Das mir erklärte Prozedere ist das Folgende:
- Standesamt kontaktieren und in Erfahrung bringen, ob ich an meinem gewüschten Standesamt heiraten kann oder nicht (hängt wohl davon ab, ob die Englisch sprechen oder nicht) und die erwünschten Dokumente nochmals bestätigen lassen. Zudem hat das Standesamt das Recht, jederzeit weitere Dokumente zu verlangen.
- Dann muss meine Freundin dann folgende Papiere besorgen: Certificate of cilvil status, birth certificate with names of parents, certificate of residence und der Chinese passport. (Diese Dokumente müssen teilweise in China beantragt werden und dürfen NICHT AELTER als 6 Monate sein. - Glücklicherweise geht meine Freundin für das Chinese New Year sowieso nach China und kommt dann wieder nach Korea.)
- Die Dokumente müssen dann ins Deutsche, Italienische, Französische oder ins Englische übersetzt werden.
- Danach müssen die übersetzten Dokumente in einem chinesischen "Visa office" legalisiert werden (die Adressen von den Möglichen Büros haben wir von der Botschaft erhalten).
- Ich muss meine Unterlagen auf dem Standesamt in der Schweiz einreichen.
- Meine Freundin kann ihre übersetzen und legalisierten Unterlagen auf der Vertretung der Schweiz in Korea einreichen und gleichzeitig das Visum zur Vorbereitung der Eheschliessung beantragen.
- Dann muss gewartet werden, da die Dokumente überprüft werden müssen und das Visum genehmigt werden muss.
- Sobald das Visum bei ihr eintrifft, darf sie in der Schweiz einreisen und wir haben 3 Monate Zeit die Eheschliessung zu vollziehen.

Der ganze Ablauf ist also überhaupt nicht kompliziert. Von einer Prüfung der finanziellen Verhältnisse habe ich nichts gehört. Bankauszüge, etc. müssen aber auch nicht eingereicht werden. Von daher gehe ich davon aus, dass das nicht überprüft wird.

Meine Freundin hat nach anfänglichen Bedanken zur Heirat in der Schweiz dann gemeint, dass es ja viel einfacher sei, in der Schweiz zu heiraten, als in China.

Jetzt warten wir mal noch den 3. Januar ab, damit ich das Zivilstandsamt kontaktieren kann, und dann gehts wahrscheinlich los. :)

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von Haima » 31.12.2011, 09:01

froschface hat geschrieben:- Standesamt kontaktieren und in Erfahrung bringen, ob ich an meinem gewüschten Standesamt heiraten kann oder nicht (hängt wohl davon ab, ob die Englisch sprechen oder nicht)
"Unser" Standesbeamte konnte auch kein Englisch. Wir konnten aber einfach einen Kollegen mitnehmen, der die Worte des Standesbeamten übersetzt hat. Der musste einfach einen Ausweis dabei haben, vorher mündlich angemeldet werden und das war's. Englischprüfung gab's keine...

Und sonst: Wohl das gleiche Fazit wie bei mir. Persönlich vorsprechen, nett fragen, die Absicht zur Heirat überzeugend vorbringen (hier muss vorallem der ausländische Partner, die ausländische Partnerin aktiv werden) und dann sollte das nicht so ein grosses Problem sein.

Wäre schön, wenn du hier hie und da berichten könntest, wie's denn gelaufen ist. Dann haben wir am Ende wirklich das "How to" wie der Titel sagt....

Gruss

Haima

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von froschface » 31.12.2011, 09:48

Kann ich gerne machen. Wäre sicherlich eine grosse Hilfe für andere Schweizer. :-)

Chuchichästli
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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von Chuchichästli » 10.03.2012, 16:25

Hi Froschface,

Habt ihr das ganze bereits hinter heuch? :)

Wie lange habt ihr warten müssen, bis die ganzen Dokumente überprüft und das Visum genehmigt war?

Merci!

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von froschface » 15.03.2012, 20:54

Schon hinter uns? Schön wärs. :D

Die Dokumente in China zu besorgen dauerte in etwa eine Woche und kostete ca. 300 Yuan.

Danach hat meine Freundin den Antrag auf Heiratsvorbereitung und den dazugehörigen Visaantrag auf der Botschaft eingereicht. Kosten: Ca. 600 Yuan.
Dies ist allerdings erst vor zwei Wochen geschehen, da es zwischenzeitlich noch einige Probleme mit der Botschaft gab. [Kleine Story: Sie hat ihren Master bekomme und ist nach China zurück, allerdings ist der alte Visaantrag (siehe Eröffnungspost) irgendwie in der Schweiz liegen geblieben. Das Departement für Arbeit hatte diesen abgelehnt, den Arbeitgeber informiert (dieser hatte mich informiert) und dann wohl vergessen das ganze an das Migrationsamt zu schicken. Das ist zwar nervig, hatte allerdings den Vorteil, dass ich diesen Visaantrag - da die Entscheidung nie beim Amt für Migration eingegangen ist - für meine Freundin im Nachhinein zurückziehen konnte. Dadurch hat sie kein abgelehntes Visum auf ihren Namen registriert.]
Weil meine Freundin in der Zwischenzeit bereits nach China zurück musste, da sie ihr Visa in Korea nicht verlängert hatte, und die Schweizer ihren alten Antrag zwischen den Ämtern verschleppt haben und die Entscheidung noch hängig war, konnte sie keinen Antrag auf ein Visum für die Heiratsvorbereitung in China einreichen.

Naja, jetzt läuft alles und wir warten ab. :)

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von froschface » 02.04.2012, 11:31

Es gibt News:

Letzten Dienstag hat mich ein Brief des Migrationsamtes des Kanton Thurgau erreicht. Dieses beinhaltete einen Fragebogen mit ca. 30 Fragen zur Beziehung zwischen mir und meiner Freundin. Diese waren teilweise sehr persönlich. Hier einige Beispiele:
  • Wann (Tag, Monat, Jahr) und an welchem Ort haben Sie Ihren zukünftigen Ehepartner kennengelernt (genaue Angaben)?
    Wie kam es zum Treffen?
    Wie oft haben Sie sich anschliessend getroffen?
    Wurde die Bekanntschaft durch einen Dritten vermittelt? Wenn ja, durch wen?
    Was fanden Sie an lhrem zukünftigen Ehegatten so interessant, dass die Beziehung aufrechterhalten wurde?
    Wann, aus welchen Motiven, an welchem Ort (genaue Angaben) machte welcher von lhnen den Vorschlag, die Ehe einzugehen?
    Wurde das Jawort gegeben, gleich nachdem der Wunsch geäussert worden war?
    Wie viele Male waren Sie bei lhrem zukünftigen Ehepartner im Heimatland?
    Wie viele Male war Ihr zukünftiger Ehegatte bei lhnen in der Schweiz?
    Bestehen gemeinsame Interessen? Welche?
    Wie stellen Sie sich die gemeinsame Zukunft vor?
Ich habe dies natürlich ausgefüllt und dann beim Migrationsamt angerufen, da ich noch einige Informationen brauchte. Dabei kamen wir auf meine Arbeit zu sprechen und ich teilte der Sachbearbeiterin natürlich mit, dass ich keine Arbeit habe, da ich noch studiere. Dann ging das Theater los. Da kamen aussagen wie: "Nein, Sie dürfen nicht heiraten, wenn Sie über kein geregeltes Einkommen verfügen.", etc. Ich teilte dieser Dame dann freundlich mit, dass meine Eltern für mich bürgen und ich dadurch finanziell abgesichert bin. Genauso, wie ich über ein Haus verfügen kann. Man sagte mir, dass das nicht ginge, da ich selbst für meine Frau sorgen können müsse. (Was natürlich ein Witz ist, da mein Studium in wenigen Monaten abgeschlossen ist und ich als Student mit finanziellen Sicherheiten sicherlich nicht einem Arbeitnehmer mit finanziellen Sicherheiten schlechter gestellt werden darf.)
Naja, ich habe mich erstmal davon abwimmeln lassen. Habe mich dann aber ein wenig später an einen Freund erinnert, der aus der selben Situation heraus eine Vietnamesin geheiratet hat. Nachdem ich diesen angefragt habe, hat sich herausgestellt, dass bei ihm das Bürge der Eltern ausgereicht hat.
Dies machte mich natürlich wütend, ich fühlte (und fühle mich noch immer) verarscht und habe deshalb den Anwalt meiner Familie kontaktiert, um ihn die Rechtslage abklären zu lassen. Er hat dann meine Vermutungen bestätigt und mir ein Schreiben aufgesetzt, worin er das Migrationsamt darauf hinweist, dass nur die "finanzielle Sicherheit" gegeben sein muss. Wie diese zustande kommt, sei irrelevant. Und halt, dass ich und meine Freundin durch ihn vertreten werden, etc. (ein wenig Druck vom Anwalt). Sein Rat an mich war dann, dass ich die Dokumente mitsamt der Bürgschaft der Eltern, etc. einfach mal einreichen und halt stetig auf das Migrationsamt Druck machen soll. Falls der Entscheid negativ ausfällt, werden wir diesen halt anfechten.

Joa... jetzt sind wir am abwarten und am Druck machen. :)
Mal schauen wie es weitergeht.

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von blur » 02.04.2012, 11:43

Also bitte, wer schreibt denn da hin, dass keine gemeinsamen Interessen bestehen? Die Fragen sind aber wirklich fürn Arsch um eine Scheinehe aufzudecken.

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von Aremonus » 02.04.2012, 12:05

Naja, ich habe mich erstmal davon abwimmeln lassen. Habe mich dann aber ein wenig später an einen Freund erinnert, der aus der selben Situation heraus eine Vietnamesin geheiratet hat. Nachdem ich diesen angefragt habe, hat sich herausgestellt, dass bei ihm das Bürge der Eltern ausgereicht hat.
Der Fehler war da wohl, dass Du dich abwimmeln liessest. Die Beamten bei uns in der Schweiz sind Erzfaul, die möchten nur verhindern dass sie etwas tun müssen das nicht ganz ihrer Komfortzone entspricht. Gib bei solchen Leuten nicht klein bei - es muss ja schliesslich einen Grund haben, warum sie die Staatsarbeit gegenüber einem richtigen Job bevorzugt haben :wink:

Wo im Thurgau wohnst Du dann?
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

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Re: How to: Heirat in der Schweiz

Beitrag von asiaxxxpat » 02.04.2012, 12:12

Zur Hochzeit in der Schweiz kann ich nichts schreiben, da kA.

Kurz einen Tipp: Der Bequemlichkeit halber koennt Ihr erst einmal kurz in Hong Kong heiraten. Geht relativ schnell und unkompliziert. Nachdem ihr dann nach 1 Monat Euer Heiratszertifikat habt, muesst ihr nur noch schnell beim High Court vorbei und ueberbeglaubigen lassen. Anschliessend sollte es mit einem ersten Visum klappen.

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