Autodidaktisch lernen

Übersetzungen, Computerprobleme, Chinesische Zeichen, Studium in China, Sinologie usw.
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punisher2008
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von punisher2008 »

Ich denke nicht dass du in einer der Sprachen autodidaktisch sehr weit kommst. Ohne Lehrer würde ich persönlich keine Sprache lernen, schon gar nicht eine wie chinesisch wo man die Töne beherrschen sollte. Chinesisch und Japanisch habe ich an der Uni in Kursen gelernt, Japanisch dann teilweise für mich selbst vertieft. Ich kam immerhin soweit, mit mehreren Briefbekanntschaften Briefe und Emails auf Japanisch lesen und schreiben zu können, sprechen aber eher weniger. Bei Chinesisch war ich auch erst nach einem Jahr im Kurs gerade mal soweit, mich bei der ersten Reise einigermaßen verständigen zu können. Durch chinesische Ehefrau und dann über 10 Jahre im Land machte ich dann natürlich große Fortschritte. Koreanisch habe ich ganz kurz mal in einem Kurs gelernt, dann nur noch autodidaktisch. Sehr weit bin ich nie gekommen, eigentlich gerade soweit dass ich die Schrift, paar Vokabeln und Grundlage der Grammatik konnte.
Was für dich in Frage kommt mußt du schon für dich selbst entscheiden. Mit Chinesisch wirst du vermutlich am meisten anfangen können. Wenn du das Land nicht kennst kann es natürlich auch sein dass dich die Kultur und Sitten der Chinesen so abschreckt dass du auch mit der Sprache nichts mehr zu tun haben willst. Aber egal welche Sprache man lernt, ohne selbst zu sprechen wird man nicht weit kommen. Daher kannst du es so ziemlich vergessen, rein autodidaktisch zu lernen. Ich kenne keinen der ohne aktives sprechen eine Sprache richtig gelernt hat.
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ItsmeSusan
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von ItsmeSusan »

Hi,

ich kann Dir bei Deiner Entschweidung, Chinesisch, Japanisch oder Koreanisch zu lernen nicht helfen, da ich selbst nur die chinesische Sprache lerne.

Ich denke, dass es möglich ist, Chinesisch, wenigstens zum Teil, autodidaktisch zu lernen.
Ich selber habe vor etwa vierzehn Monaten so begonnen.

Habe mir "Unvergessliches Chinesisch" bestellt und los gings. Als ich alle drei Lehrbücher durchgearbeitet hatte ging es weiter mit "Chinesisch für Deutsche".
Es war nicht leicht, vor allem die Motivation aufrecht zu erhalten war nicht leicht. Die Sprache zu sprechen ohne ein Feedback zu bekommen ist ebenfalls nicht einfach.
So wusste ich nicht, als ich das erste Mal nach China kam, ob ich tatsächlich ein Wort Chinesisch würde verstehen können, wusste nicht ob jemand meine paar chinesischen Worte verstehen würde.
Aber es hat geklappt.

Nun, nach vierzehn Monaten eifrigen Lernens, mit manchmal Frust, mit einigen längeren Pausen, bin ich in der Lage viele Situation in Chinesich zu erklären, zu schreiben und zu lesen.
Ich lebe nun in Guilin, Südchina. Hier in Südchina habe ich dennoch viele Verständigungsschwierigkeiten weil hier ein anderer Dialekt gesprochen wird.

Habe seit einigen Wochen einen Lehrer um meine Chinesischkenntnisse zu verbessern, hierdurch habe ich gemerkt, dass sich bezüglich der Töne einige Fehler in meiner Sprache durch das autodidaktische Lernen eingeschlichen haben. Aber die Fehler halten sich in Grenzen.

Insgesamt denke ich aber, das es möglich ist, die Sprache autodidaktisch zu lernen.
Asia97
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von Asia97 »

Hallo,

genau das meine ich, ich habe Angst autodidaktisch meine Zeit zu verschwenden und die Töne erst falsch einzulernen. Aber Chinesisch gefällt mir nun mal besser als Japanisch.

Beim Japanischen gäbe es eigentlich nur die Grammatik als Schwierigkeit (glaube ich zumindest) (neben den Schriftzeichen natürlich), von daher wäre Japanisch vielleicht besser für autodidaktische Zwecke geeignet.

Andererseits wird man autodidaktisch eh nur mal den Weg ebnen, wenn man die Sprache dann noch auf ein gutes Niveau bringen möchte, muss man sowieso öfter in das Land fahren und viel reden, denke ich mal. Das wiederum spricht für beides, aber da mir ja Chinesisch besser gefällt, wieder für Chinesisch...

Ich werde es einfach mal mit dem "Unvergesslich Chinesisch" probieren...

Von daher... :D

Mit freundlichen Grüßen
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OlafSt
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von OlafSt »

Was die Schrift angeht, gehört chinesisch wohl zum schwierigsten überhaupt, das man sich aussuchen kann. Japanisch ist dagegen noch fast human...
Davon abgesehen ist es als Autodidakt praktisch unmöglich, eine auf Tönen basierende Sprache fehlerfrei zu lernen. Ohne jedwede Kontrolle von jemandem, der wirklich "versteht" hast du kein Feedback ob das nun richtig klingt oder nicht.
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Taiyang
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von Taiyang »

OlafSt hat geschrieben:Was die Schrift angeht, gehört chinesisch wohl zum schwierigsten überhaupt, das man sich aussuchen kann. Japanisch ist dagegen noch fast human...
Lol was? Chinesisch schreibt sich um Längen einfacher als Japanisch. Chinesisch sind nur Schriftzeichen, bei Japanisch kannst du erst mal überlegen, was vom Text eigentlich in Schriftzeichen und was in Silbenzeichen geschrieben wird.

ein paar Stichpunkte meinerseits:

Japanisch - pro
- alles wird so gesprochen, wie es geschrieben wird. Aussprachefehler kommen relativ selten vor
- keine wirklichen Töne, d.h. autodidaktisch lässt sich japanische Aussprache sehr gut lernen
- Silbenalphabete, wenn man kein Schriftzeichen parat, kann man auch Silbenzeichen verwenden um sich verständlich zu machen
- Japanisch ist leichter zu verstehen (zumindest geschrieben) weil grammatische Endungen, Zeitformen und Silbenzeichen

Japanisch - contra
- ein Schriftzeichen = 163839021 Lesungen
- 4 Alphabete gleichzeitig, die oft gleichzeitig in einem Text vorkommen
- relativ komplexe Grammatik, Subjekt-Objekt-Verb-Satzbau
- verschiedene Sprechstufen je nach Gesprächspartner (Honorativformen usw)
- sich verständlich machen ist relativ einfach, allerdings richtig zu sprechen (dem Gesprächspartner entsprechend, der Situation angepasst...) ist elendig anstrengend


Koreanisch - pro
- Alphabetschrift. lernt sich in ein paar Stunden
- Grammatik ähnlich wie Japanisch, Wörter klingen oft ein bisschen wie Chinesisch
- keine Töne

Koreanisch - contra
- Silbenschrift & sehr viele Homonyme, lesen und verstehen ist relativ schwer weil alles sehr zusammenhängend geschrieben wird, ohne Leerzeichen
- gruselig komplexe Grammatik, mehr Honorativstufen
- Rechtschreibung ist komplexer als Chinesisch oder Japanisch, viele stumme Laute, viele Buchstaben, die anders gesprochen werden, als man sie schreibt
- irgendwie auch unsinnig weil kaum Anwendungsgebiete


Chinesisch (Mandarin) - pro
- einfache Grammatik
- man kann sich relativ schnell verständlich machen, wenn die Aussprache stimmt
- 1 Zeichen, 1 Aussprache (bis auf wenige Ausnahmen)
- kein Honorativsystem, einfach drauf los sprechen bietet sich an
- Subjekt-Verb-Objekt-Sätze, Satzbildung ist leichter als bei KR oder JA

Chinesisch (Mandarin) - contra
- Töne & Aussprache
- nur Schriftzeichen, relativ schwer lesen und schreiben zu lernen


Wie dem auch sei, autodidaktisch würde ich keine der Sprachen lernen. D.h. du kannst sicherlich gut mit Lehrbüchern zu Hause Chinesisch lernen, aber dann schaff dir einen Tandempartner an, der deine Aussprache korrigiert, sonst verrennst du dich in irgendwas.
Koreanisch und Japanisch würde ich nur in Begleitung von einem Kurs lernen, es sei denn du bist ein Grammatik-Nerd, dann geht das vllt auch zu hause alleine.

Und nachwievor solltest du dich fragen, was du mit den erworbenen Kenntnissen machen willst. Koreanisch lohnt sich nur, wenn du dich sehr für Korea interessierst und dort vielleicht mal hinreisen möchtest. Japanisch ist OK, allerdings um in der Sprache wirklich fließend und sicher kommunizieren zu können, kannst du einige Jahre + Aufenthalt in Japan einplanen. Das gilt sicherlich auch für Chinesisch, aber ich finde, Chinesisch lernt sich relativ schnell und wenn du von Anfang an Wert auf eine gute Aussprache legst, dann könnte das autodidaktisch wahrscheinlich besser klappen, als mit den anderen beiden Sprachen. Nicht zu vergessen, dass du so oder so Talent und ein Auge für Schriftzeichen haben solltest, sonst dauert das alles noch länger.
Asia97
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von Asia97 »

Hallo!
Danke für deine Antwort!

Naja, also Grammatik macht mir eigentlich keine Schwierigkeiten (zumindest denke ich das... in Latein habe zumindest keine Probleme).

Ich werde es auf jeden Fall probieren, schauen, dass ich vlt einen Tandempartner finde und sehe, was draus wird.

Mit freundlichen Grüßen
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von Topas »

Ich bin beeindruckt. :o

Ich meine, ich habe mir mit 14 Jahren auch schon überlegt, was ich später mal machen will. Allerdings bin ich damals bei Weitem nicht so strukturiert und gezielt ans ( auch noch freiwillige ) Lernen gegangen, wie du. Deine Schreibe wirkt wie die eines/einer 20 oder 24 Jährigen. Begriffe wie "Autodidaktisch", "Utensilien", oder Gedankengänge in Richtung Praxistauglichkeit, Zeitverschwendung, Abwägung von Vor- und Nachteilen, oder die Suche Nach Sinologen und Tandempartnern - alter Schwede! Wie kommt daß ? Habe ich ich irgendetwas verpasst? Werde ich alt ?

Fragen über Fragen....
Topas grüsst recht herzlich WHSAP
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von no1gizmo »

Ach man, wenn ich mit 14 mal eine der Sprachen angefangen hätte... ich habe mit 25 angefangen. Mit 14 kannst du sehr viel erreichen, wenn du am Ball bleibst!

Meine Einschätzung:

Koreanisch [nie gelernt]: Soll eine Grammatik vergleichbar mit Japanisch haben. Wer Koreanisch kann, lernt Japanisch auf Ebene der Grammatik sehr viel schneller. Sprache ist irgendwie ein bisschen "in" geworden durch die Popkultur aus Südkorea. Die Sache mit Nordkorea wird noch interessant, könnte der worst case eintreten (Krieg und Zerstörung), aber auch ein happy end (Wiedervereinigung und eventuell ein Wirtschaftsboom). Wenn man sich für die süd-koreanische Kultur (die ja der japanischen und chinesischen sehr ähnlich ist) interessiert, dann könnte Koreanisch wirklich eine dankbare Wahl sein. Alleine Hwang Mi Hee wäre doch ein guter Anlass für einen Koreanisch-Kurs! :wink:

Japanisch [seit drei Jahren gelernt, halbes Jahr leben in Japan]: Tolle Sprache die wirklich viel Spaß macht und toll klingt (bei Männern und Frauen). Grammatik ist (wie bei Koreanisch) eine große Umstellung für deutsche Gehirne, aber kein Hexenwerk. Mit der Grammatik (außer Feinheiten, die man meistens nie lernt) ist man in spätesten zwei Jahren durch. Schriftsprache ist zwar sehr komplex, aber ich könnte einen Brief auf Japanisch handschriftlich eher hinbekommen als auf Chinesisch. Die vielen Lesungen (meistens sind aber nur wirklich zwei Lesungen pro Zeichen wirklich wichtig) nerven extrem. Die japanische Wirtschaft befindet sich zwar nicht in einem Boom, gehört aber immer noch zu den größten Volkswirtschaften der Welt.

Chinesisch [seit fünf Jahren gelernt, chinesische Ehefrau, viele Aufenthalte in China]:
Chinesische Schrift ist anstrengend zu lernen! Die Zeichen sind einfach überall und ohne geht gar nichts, da ist Japanisch viel einfacher. Chinesisch klingt in der Regel nicht so schön, es gibt viele nervige Dialekte, die Töne sind mein Horror (aber es geht auch ohne) und es gibt eigentlich zwei Schriften, zwischen denen man immer wieder steht: die reformierte und die traditionelle Schrift.
Aber Chinesisch wird in vielen Ländern gesprochen (China, Taiwan, Singapur und in vielen Ländern als wichtige Zweitsprache wie z. B. Malaysia), Koreanisch und Japanisch werden hingegen nur in Korea und Japan gesprochen. China ist ein boomendes Land und Wirtschaftsmacht, politisch immer wichtiger und auch technologisch immer fortschrittlicher. Die chinesische Grammatik ist kaum der Rede wert (obwohl ich trotzdem noch Fehler mache! Aber im Vergleich zu Japanisch ist das nichts).


Übrigens: Wer Koreanisch kann, lernt Japanisch schneller und umgekehrt, weil die Grammatik sehr ähnlich sein soll. Wer Japanisch kann, lernt auch Chinesisch schneller und umgekehrt, weil die Schriftzeichen (und teilweise die Lesungen) sehr ähnlich bis gleich sind.
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von HK_Yan »

Asia97 hat geschrieben:So gesehen gefällt mir Chinesisch besser, aber ich hab eine Heidenangst vor den Tönen?
Alle gesprochen Sprachen haben Töne. Da muss man vor nichts Angst haben. Mehr als in anderen Sprachen wird Mandarin auch nur im richtigen Kontext verstanden. Wenn der Kontext stimmt dann sind die Töne nicht wirklich wichtig.

Allerdings sollte Mandarin sauber ausgesprochen werden, sonst versteht man dich nicht.

Koreanisch kenne ich nicht, da die koreanische Sprache aber ein Alphabet mit ca. 25 Zeichen hat stelle ich mir das einfacher als Mandarin oder JPisch vor.

Im JPischen hat man in der Regel längere Wörter, hört sich beängstigend an, macht das lernen IMHO aber einfacher weil längere prägnanter sind, ergo einfacher behaltbar.

IMHO ist bei Mandarin nicht das lernen schwierig, sondern das behalten.
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von Taiyang »

no1gizmo hat geschrieben:
Übrigens: Wer Koreanisch kann, lernt Japanisch schneller und umgekehrt, weil die Grammatik sehr ähnlich sein soll. Wer Japanisch kann, lernt auch Chinesisch schneller und umgekehrt, weil die Schriftzeichen (und teilweise die Lesungen) sehr ähnlich bis gleich sind.

Joo, das stimmt. Koreanisch lernt sich noch einfacher, wenn man Chinesisch und Japanisch kann :mrgreen: , aber es bei beiden Sprachen erstmal auf so eine Stufe zu schaffen, dass es einem bei KR wirklich nuetzt, dauert eine Weile.
Aber trotzdem finde ich (Japanisch gelernt seit ich 14 war, 4 Jahre mehr oder weniger autodidaktisch Chinesisch in Peking) Koreanisch am schwierigsten von allen drei Sprachen (abgesehen vom Alphabet). Habs zwar nur mal ein Jahr oder so gelernt, und das auch noch in Japan mit Japanern, bei denen Bulgogi immer Burugogi hiess, aber ich erinnere mich an voellig abstruse Rechtschreibung und Wortbildung und ewiges "versuchen wir mal diesen Satz zu entziffern". uwah.
Aber es klingt so schoen. Hach. :roll:
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von punisher2008 »

HK_Yan hat geschrieben: Koreanisch kenne ich nicht, da die koreanische Sprache aber ein Alphabet mit ca. 25 Zeichen hat stelle ich mir das einfacher als Mandarin oder JPisch vor.
Ich habe das koreanische Alphabet auch sehr viel schneller als die japanischen Hiragana und Katakana gelernt, obwohl mein Japanischkurs didaktisch viel besser war. Japanisch hat durch die beiden "eigenen" Schriftarten etwa 4fach so viele Zeichen wie die koreanischen "Buchstaben", dazu kommen natürlich noch die vielen Kanji, ohne die es nicht geht. Von der Schrift her ist also Koreanisch mit Abstand die einfachste der 3 Sprachen, von der Grammatik her wohl die schwerste.
Wenn man erst 14 ist und Zeit hat kann man sich ja in die Grundlagen aller 3 Sprachen kurz einarbeiten. Dann merkt man schon selbst welche einem am meisten liegt. Ich habe damals mit Japanisch angefangen, und eigentlich erst dadurch ein Interesse an Chinesisch (und später Koreanisch) entwickelt. Aber was am sinnvollsten ist kann man pauschal nicht sagen, hängt nur vom Einzelfall ab. Wenn das Interesse und die Motivation/Sprachbegabung da ist, warum nicht alle 3 lernen? :wink:
Ich selbst habe nach fast 2 Jahren Sinologiestudium ein Interesse an Kantonesisch entwickelt, weshalb ich mein Auslandsjahr nicht wie die meisten Kommilitonen in Beijing, Chengdu oder Taipei, sondern in Guangzhou machte, wo ich ausschließlich Kantonesisch lernte. Auch wollte ich eher etwas lernen was man an einer deutschen Uni nicht geboten bekommt. Das habe ich bis heute nicht bereut.
Also ich würde vorschlagen: nicht abschrecken lassen und auch nicht zu viel auf Meinungen anderer hören. Einfach mal ausprobieren und mit dem Lernen anfangen. Was hast du zu verlieren? Wenn dir eine der Sprachen nicht gefällt kannst du immer noch aufhören.
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corneta
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von corneta »

@ asia97

So schlimm sind die Töne auch nicht. Ich als kompletter Musiklegastheniker hab das mit ein bisschen Übung auch hinbekommen. Kuck mal bei "Chinesisch-kein Problem" rein, da gibt es unzählige Tonübungen (<--- klick ich bin ein Link) und du kannst rausfinden, ob du mit ein bisschen Übung Zugang findest. Die ersten 10 Lektionen sind kostenlos, da kannst du erst mal probieren, ob dir das Spaß macht.

Wenn du tatsächlich jeden Tag 20 min schaffst, dann wird da schon was drauß. Selbst wenn du keine perfekte Aussprach hinbekommst, wirst du feststellen, dass es ziemlich cool ist, wenn man die Zeichen, die einem inzwischen auch in Deutschland begegnen (vor allem als Tattos), lesen kann.

Ich wünsch dir viel Spaß.
Asia97
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von Asia97 »

Hallo!

Wow so viele Antworten, danke :) !
Topas hat geschrieben:Ich bin beeindruckt. :o

Ich meine, ich habe mir mit 14 Jahren auch schon überlegt, was ich später mal machen will. Allerdings bin ich damals bei Weitem nicht so strukturiert und gezielt ans ( auch noch freiwillige ) Lernen gegangen, wie du. Deine Schreibe wirkt wie die eines/einer 20 oder 24 Jährigen. Begriffe wie "Autodidaktisch", "Utensilien", oder Gedankengänge in Richtung Praxistauglichkeit, Zeitverschwendung, Abwägung von Vor- und Nachteilen, oder die Suche Nach Sinologen und Tandempartnern - alter Schwede! Wie kommt daß ? Habe ich ich irgendetwas verpasst? Werde ich alt ?

Fragen über Fragen....
Danke, ich fühle mich geehrt ^^. Es liegt sehr wahrscheinlich daran, dass mir Sprachen im Allgemeinen ( also so "prälinguistischer" Kram, den man eben in der Schule lernt), aber auch im Einzelnen (Latein, romanische Sprachen,skandinavische Sprachen, seit diesem Jahr nun auch asiatische Sprachen, etc...) sehr gut gefallen.
Ich finde einfach, dass man sich wirklich ein paar Gedanken machen sollte, bei einer so grundlegenden Entscheidung... :mrgreen:

@punisher2008: Naja, 3 Sprachen würden den Rahmen, denke ich, wirklich sprengen, zumal eine von den vorhin genannten bestimmt schon komplex genug ist. Aber wenn ein Sinologe meint, dass ich es probieren sollte, wenngleich ich eben nur die Möglichkeit habe, autodidaktisch zu lernen, dann nehme ich diesen motivierenden Ratschlag gerne an :)!

@corneta: Danke für den Link! Werde ihn gleich testen.


Den Gedanken mit Koreanisch habe ich eigentlich recht schnell verworfen.

Chinesisch und Japanisch sind noch im Rennen, naja eigentlich auch nicht, denn meine Tendenz geht sehr stark Richtung Chinesisch, weil es mir einfach vom Klang besser gefällt und ich China mag.

Ich werde demnächst einen Sprachkurs ("Unvergesslich Chinesisch") kaufen und schon jetzt versuchen, mir ein paar Schriftzeichen zu merken. "ni - du" kann ich schon *stolz* ^^.

Noch eine allgemeine Frage: Was ist denn üblicher zu lernen? Langzeichen/Kurzzeichen? Lernt man die lateinische Umschrift P.. mir ist der Name entfallen :roll: :oops: auch dazu?

Danke schonmal!

Mit freundlichen Grüßen
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von punisher2008 »

Asia97 hat geschrieben: @punisher2008: Naja, 3 Sprachen würden den Rahmen, denke ich, wirklich sprengen, zumal eine von den vorhin genannten bestimmt schon komplex genug ist. Aber wenn ein Sinologe meint, dass ich es probieren sollte, wenngleich ich eben nur die Möglichkeit habe, autodidaktisch zu lernen, dann nehme ich diesen motivierenden Ratschlag gerne an :)!


Den Gedanken mit Koreanisch habe ich eigentlich recht schnell verworfen.

Chinesisch und Japanisch sind noch im Rennen, naja eigentlich auch nicht, denn meine Tendenz geht sehr stark Richtung Chinesisch, weil es mir einfach vom Klang besser gefällt und ich China mag.
Gut, dann hat sich das Problem ja gelöst. Dann kannst du dich eben völlig auf Chinesisch konzentrieren, und auch damit wirst du garantiert mehr als genug beschäftigt sein. :wink:
An deiner Stelle würde ich mit Chinesisch anfangen, auch wenn es bei mir umgekehrt war. Japanisch kannst du danach immer noch lernen. Dann hast du auf jeden Fall den Vorteil viele der Schriftzeichen schon zu kennen. Da dir der Klang des chinesischen (ich vermute du meinst Mandarin) besser gefällt solltest du dich eher darauf konzentrieren. Es macht mehr Spaß eine Sprache zu lernen die einem auch vom Klang her gefällt.
Noch eine allgemeine Frage: Was ist denn üblicher zu lernen? Langzeichen/Kurzzeichen? Lernt man die lateinische Umschrift P.. mir ist der Name entfallen :roll: :oops: auch dazu?
Langfristig wirst du beide Formen lernen müssen, jedenfalls wenn du dich ernsthaft für die Schrift interessierst und auch anwenden willst. In der Uni damals mussten wir sowieso beide lernen, was ich auch für sinnvoller halte. Am besten du lernst bei jedem neuen Zeichen auch gleich die traditionelle Form mit, wenn auch vorerst passiv. So habe ich auch gelernt. Im Grundkurs in den ersten beiden Semestern wurden bei mir (Uni München) nur Kurzzeichen gelehrt. Ich habe mir aber selbst im Vokabelheft auch die Langzeichen aufgeschrieben (das war vor den Zeiten des Internet). Es hat doch ziemlich geholfen. Daher wäre mein Rat gleich von Anfang an wenn möglich beide Formen zu lernen. Etwas bleibt immer hängen. Und wie du vielleicht weißt wurden nicht alle Zeichen vereinfacht, nur ein Teil. Und diese müßte man eben dazulernen, je früher umso besser. Denn die werden auch auf dem Festland weiterhin verwendet, wenn sie auch "offiziell" abgeschafft wurden.
Die Umschrift nennt sich Pinyin, und die wirst du wohl zwangsläufig gleich mitlernen müssen. In meinem Kurs war es das erste was wir lernten. Damit tust du dir viel leichter neue Zeichen auszusprechen, ganz zu schweigen von Lexika oder Eingabemethoden für Computer oder Handys welche auf Pinyin beruhen. Also ganz klar ja, das mußt/solltest du auch lernen.
Wie schon jemand bemerkte, sich mit 14 so für Sprachen zu interessieren ist schon etwas ungewöhnlich. Rein interessehalber, bist du männlich oder weiblich? Meiner Erfahrung nach sind Mädchen viel sprachbegabter und haben auch mehr Interesse an Fremdsprachen. Das merkt man auch in China.
Asia97
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Re: Autodidaktisch lernen

Beitrag von Asia97 »

Hallo!

Ich denke auch, dass es vorteilhaft ist, mich einfach mal auf Chinesisch zu spezialisieren. Ich hoffe ich bringe es zu etwas. :mrgreen:

Danke für deinen Tipp bezüglich der Zeichen.

Haha, das ist ein Klischee. Ich bin nämlich männlich :lol: . Aber es stimmt: Unser Gymnasium hat unter anderem einen sprachlichen Zweig (neben der naturwissenschaftlich orientierten Variante), und in meiner Klasse gibt es 5 Jungen und 20 Mädchen... :wink:

Und ja, ich finde auch,dass das ungewöhnlich ist. Aber jeder hat nunmal seine "Macken", sofern man hier das überhaupt als "Macke" klassifizieren kann.^^


Mit freundlichen Grüßen
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