Passions of the Cut Sleeve.Someone hat geschrieben:Es gibt - gefühlt - vier Milliarden Bücher über China, insbesondere Reiseratgeber und China-Knigges. Ein Lehrbuch für Chinesisch habe ich bereits, suche aber etwas über die Kultur und den Alltag in China. Könnt ihr mir da irgendein Werk besonders empfehlen?
Fragen zum Alltag, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, etc.
Re: Fragen zum Alltag, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, et
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Re: Fragen zum Alltag, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, et
Das ist ein Geruecht. In China gibt es etliche, ob Maennlein oder Weiblein, die ueber 30 und nicht lieert sind. Besonders in den Grossstaedten. Zwar pushen die Eltern aber Zeiten aendern sich. Ich kenne eine sehr attraktive Mainland Chinesin, die ihre Ausbildung zum Anwalt in Hong Kong endlich beendet hat und in eine richtig gute Zukunft als Anwaeltin blicken kann. Sie ist 31 und denkt noch gar nicht daran zu heiraten (dafuer muesste sie auch erstmal einen Freund haben). Ein Fall, der heutzutage sehr haeufig in China vorzufinden ist. Dazu kommt noch dass viele sich nicht so schnell und gleich beim Ersten schon festlegen. Oft ist man schon ueber 30 und probiert immer noch aus .... (da kenne ich auch viele)Chris8080 hat geschrieben:(Falls du 30 oder älter bist und keinen festen Lebenspartner hast ist das verwunderlich (wenn nicht sogar psychisch krank ), aber es wird dich sicher niemand mit weiteren Fragen entblößen).
P.S. Er ist aus dem Ausland und macht ein Praktikum fuer 6 Monate. Selbst wenn ich ein erzkonservativer Dorfaeltester waere, wuerde es mir nicht Erstaunlich vorkommen und ihn fuer "phsychisch krank" halten wenn er keinen Partner hat, weil ansonsten die Frage kommt, warum man diesen dann fuer so eine lange Zeit verlaesst....
Ach ja, und das mit dem schwul sein. Verkloppen werden sie dich schon nicht, aber anfassen auch nicht.
Echtes Wissen ist, wenn Du das, was Du weisst, als Wissen erkennst, und das, was Du nicht weisst, als Nichtwissen akzeptierst.
Re: Fragen zum Alltag, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, et
Grüß Dich Someone,
keine Panik wegen Deiner TS.
Bin bzw. war selbst TS - allerdings anders herum - MzF und habe etwas mehr als 4 Jahre ohne Probleme erst in Shanghais Süden und dann bis August 2011 auf´m Land nahe Hangzhou gelebt.
Da Du max. nur 12 Monate in China bleiben wirst, empfehle ich Dir für diesen Zeitraum genügend Medis aus Deutschland mit zu nehmen, denn in China bekommst Du Homone legal nur im Volkskrankenhaus. Nur wenn Du Deine Medis selbst mitbringst, kommst Du um ein Outing herum. Warum?
Auch wenn Du eine englischsprachige Indikation vor legst, würdest Du, so sie denn anerkannt wird, schon sprachlich bedingt eine Begleitung brauchen und spätestens dann muss Dein Arbeitgeber über Deinen wahren Chromosensatz Bescheid wissen.
Wenn er kein Problem mit Dir hat, kann er Dich bei der Medi-Beschaffung begleiten. Mich hat meine Chefin (Chinesin) begleitet, weil ich mich bei der Belegschaft nicht outen wollte. Das wäre auch für Dich der Idealfall, denn für die körperliche Untersuchung, um die Du meiner Erfahrung nach nicht herum kommst, kann Dir Dein Chef auch einen nicht involvierten Mitarbeiter zur Seite stellen. Wenn Du jemanden kennst, der keine Verbindung zum Arbeitgeber hat, erübrigt sich das natürlich alles.
Wenn es zu einer körperlichen Untersuchung kommt, kann Dir gar nichts passieren.
Das Du die GaOp noch nicht hast, bekommt niemand mit, denn den Schlüpper darfst du anbehalten.
Nun doch etwas Horror.
Die Mastektomie solltest Du aber hinter Dir haben. Wenn nicht, solltest Du Dein Vorhaben besser noch mal gründlichst überdenken. Das Geschlecht wird aus dem Pass in den Fragebogen eingetragen und wenn dann das Passing im "nackerten Outfit" oben herum nicht "male" ist, bekommst Du sicher trotzdem Dein Gesundheitszeugnis, aber dann weiß auch Deine noch unwissende Begleitung Bescheid, womit für Dein Outing ""gesorgt"" ist. Was eben auch passieren kann, wenn Du Dich bei Deinem Chef nicht outest. Insofern würde ich mich lieber gleich outen und mich schlimmsten Falls gleich wieder nach Hause schicken lassen, wenn der Chef so gar nicht mit Dir umgehen kann. Das ist besser, als bei der Untersuchung auf zu fliegen. Aber Du hattest ja die Mastektomie? Gerne per PN, wenn Du das hier nicht öffentlich machen willst.
Was müsstest Du denn tun, damit Du auffällst?
Ich meine, solange Du Deine Vergangenheit niemandem auf die Nase bindest, brauchst Du doch an Diskrimierung gar nicht zu denken. Hüben wie drüben kann man anecken, wenn die Leute über einen Bescheid wissen. Wenn Dir sowas in Deutschland widerfahren ist, kann ich Deine Sorge verstehen, würde das aber nicht auf China übertragen wollen. Dort geht es wesentlich entspannter zu. Eine Bekannte lebt und arbeitet seit 15 Jahren komplett geoutet und integriert in China. Ihre Hormone bezieht sie von einem Psychologen, der sich in der Thematik auskennt.
Klar, man wird hinter Dir her tuscheln und vielleicht auch kichern und Du wirst es erst sehr persönlich nehmen, aber Du wirst schnell erkennen, dass sie nicht nur Dich so "aufdringlich" betrachten, sondern jeden anderen Ausländer genau so. In Pudongs Süden und später auf dem Land habe ich in Ecken gewohnt, wo es weit und breit keine anderen Ausländer gab. Als ich neu im Viertel war, sind manche wie angewurzelt stehen geblieben, als hätten sie ein Gespenst gesehen, Kleinkinder haben angefangen zu heulen - ich war tief verletzt, fühlte mich entlarvt, denn so Sch...e sehe ich nun auch wieder nicht aus. Als ich sie dann besser verstehen konnte, entpuppte sich ihr tuscheln als Erstaunen. Solch eine Papp- äh Langnase sehen sie nicht oft. Ich bin gewiss kein Kleiderschrank, aber recht groß. Einige hat das fasziniert, andere waren von meinen grau mellierten Haaren angetan. So what!
Du bist ein Mann und wenn das deutlich erkennbar ist, wird man Dir kaum Prostitution unterstellen.
Das Horrorszenario von dieser "LGBT-Panik-und-gottchen-wir werden-diskriminiert-Seite" kann jeden überall treffen, egal ob Männlein oder Weiblein, wenn Sie entsprechend auffällig werden. Das ist kein ""Privileg"" transidentischer Menschen. In Anbetracht der Tatsache, dass Prostitution zwar verboten ist, aber jeder weiß, was in den "Friseurläden" mit der roten Beleuchtung abgeht, würde ich mir keinen Kopp darüber machen, dass man Dir Prostitution unterstellen könnte.
Ulkig, genau die gleichen ""Sorgen"" hat so manche Transfrau auch.
Bitte, Someone, mach Dich nicht selbst verrückt.
LG
Anne
keine Panik wegen Deiner TS.
Bin bzw. war selbst TS - allerdings anders herum - MzF und habe etwas mehr als 4 Jahre ohne Probleme erst in Shanghais Süden und dann bis August 2011 auf´m Land nahe Hangzhou gelebt.
Da Du max. nur 12 Monate in China bleiben wirst, empfehle ich Dir für diesen Zeitraum genügend Medis aus Deutschland mit zu nehmen, denn in China bekommst Du Homone legal nur im Volkskrankenhaus. Nur wenn Du Deine Medis selbst mitbringst, kommst Du um ein Outing herum. Warum?
Auch wenn Du eine englischsprachige Indikation vor legst, würdest Du, so sie denn anerkannt wird, schon sprachlich bedingt eine Begleitung brauchen und spätestens dann muss Dein Arbeitgeber über Deinen wahren Chromosensatz Bescheid wissen.
Wenn er kein Problem mit Dir hat, kann er Dich bei der Medi-Beschaffung begleiten. Mich hat meine Chefin (Chinesin) begleitet, weil ich mich bei der Belegschaft nicht outen wollte. Das wäre auch für Dich der Idealfall, denn für die körperliche Untersuchung, um die Du meiner Erfahrung nach nicht herum kommst, kann Dir Dein Chef auch einen nicht involvierten Mitarbeiter zur Seite stellen. Wenn Du jemanden kennst, der keine Verbindung zum Arbeitgeber hat, erübrigt sich das natürlich alles.
Wenn es zu einer körperlichen Untersuchung kommt, kann Dir gar nichts passieren.
Das Du die GaOp noch nicht hast, bekommt niemand mit, denn den Schlüpper darfst du anbehalten.
Nun doch etwas Horror.
Die Mastektomie solltest Du aber hinter Dir haben. Wenn nicht, solltest Du Dein Vorhaben besser noch mal gründlichst überdenken. Das Geschlecht wird aus dem Pass in den Fragebogen eingetragen und wenn dann das Passing im "nackerten Outfit" oben herum nicht "male" ist, bekommst Du sicher trotzdem Dein Gesundheitszeugnis, aber dann weiß auch Deine noch unwissende Begleitung Bescheid, womit für Dein Outing ""gesorgt"" ist. Was eben auch passieren kann, wenn Du Dich bei Deinem Chef nicht outest. Insofern würde ich mich lieber gleich outen und mich schlimmsten Falls gleich wieder nach Hause schicken lassen, wenn der Chef so gar nicht mit Dir umgehen kann. Das ist besser, als bei der Untersuchung auf zu fliegen. Aber Du hattest ja die Mastektomie? Gerne per PN, wenn Du das hier nicht öffentlich machen willst.
Ich weiß jetzt nicht, wo Deine Grenze zur gefühlten Diskrimierung liegt. Wenn ein transidenter Mensch von Diskrimierung spricht, läuten bei mir die Alarmglocken, denn viele - besonders TS-Frauen - bieten genug Angriffsfläche, um es im sozialen Umfeld nicht ganz einfach zu haben und fühlen sich schon bei leichtem Gegenwind gleich diskrimiert. Das will ich Dir jetzt keines wegs auch unterstellen, aber Du sagst, dass Du seit 2009 in der Hormontherapie bist. Ihr Männer habt es doch viel einfacher ein authentisches Äußeres zu erreichen. Ich meine ihr habt Bartwuchs, bekommt eine tiefere Stimme. Alles Eigenschaften, die unsereins nur umständlich los werden kann. Wenn Du mit "speziellem Körper" eine kleine, schmale Gestalt meinst, bist Du in China doch genau richtig.Someone hat geschrieben: Wie sehr muss ich in China wegen meines "speziellen" Körpers mit Diskriminierung auf der Arbeit und im Alltag rechnen?
Was müsstest Du denn tun, damit Du auffällst?
Ich meine, solange Du Deine Vergangenheit niemandem auf die Nase bindest, brauchst Du doch an Diskrimierung gar nicht zu denken. Hüben wie drüben kann man anecken, wenn die Leute über einen Bescheid wissen. Wenn Dir sowas in Deutschland widerfahren ist, kann ich Deine Sorge verstehen, würde das aber nicht auf China übertragen wollen. Dort geht es wesentlich entspannter zu. Eine Bekannte lebt und arbeitet seit 15 Jahren komplett geoutet und integriert in China. Ihre Hormone bezieht sie von einem Psychologen, der sich in der Thematik auskennt.
Klar, man wird hinter Dir her tuscheln und vielleicht auch kichern und Du wirst es erst sehr persönlich nehmen, aber Du wirst schnell erkennen, dass sie nicht nur Dich so "aufdringlich" betrachten, sondern jeden anderen Ausländer genau so. In Pudongs Süden und später auf dem Land habe ich in Ecken gewohnt, wo es weit und breit keine anderen Ausländer gab. Als ich neu im Viertel war, sind manche wie angewurzelt stehen geblieben, als hätten sie ein Gespenst gesehen, Kleinkinder haben angefangen zu heulen - ich war tief verletzt, fühlte mich entlarvt, denn so Sch...e sehe ich nun auch wieder nicht aus. Als ich sie dann besser verstehen konnte, entpuppte sich ihr tuscheln als Erstaunen. Solch eine Papp- äh Langnase sehen sie nicht oft. Ich bin gewiss kein Kleiderschrank, aber recht groß. Einige hat das fasziniert, andere waren von meinen grau mellierten Haaren angetan. So what!
Someone hat geschrieben: Auf einer internationalen LGBT-Seite las ich, dass Transsexuellen seitens der chinesischen Polizei zu gern Prostitution unterstellt wird und man teilweise mit fragwürdigen Indizien (z.B. durch den Besitz eines Kondoms) in Haft gehalten wird. Könnte mir das auch passieren?
Du bist ein Mann und wenn das deutlich erkennbar ist, wird man Dir kaum Prostitution unterstellen.
Das Horrorszenario von dieser "LGBT-Panik-und-gottchen-wir werden-diskriminiert-Seite" kann jeden überall treffen, egal ob Männlein oder Weiblein, wenn Sie entsprechend auffällig werden. Das ist kein ""Privileg"" transidentischer Menschen. In Anbetracht der Tatsache, dass Prostitution zwar verboten ist, aber jeder weiß, was in den "Friseurläden" mit der roten Beleuchtung abgeht, würde ich mir keinen Kopp darüber machen, dass man Dir Prostitution unterstellen könnte.
Someone hat geschrieben: Und wenn ja: Käme ich dann in einen Männer- oder Frauengefängnis - sofern es diese Unterteilung in China gibt?
Ulkig, genau die gleichen ""Sorgen"" hat so manche Transfrau auch.
Bitte, Someone, mach Dich nicht selbst verrückt.
LG
Anne
Re: Fragen zum Alltag, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, et
Bei einer englischsprachigen Indikation hatte ich eigentlich daran gedacht, meinen Endokrinologen um eine "andere" Diagnose zu bitten, z.B. eine Fehlfunktion der Hypophyse, durch welche die Medikamenteneinnahme ebenfalls gerechtfertigt wäre. Daher wäre dann - eigentlich? - mein Chromosomensatz egal, da es nur darum ginge, an mein Hormonpräparat zu kommen, das in dieser Form auch von biologischen Männern bei bestimmten Krankheitsbildern genommen wird. Allgemein bevorzuge ich aber eh die Mitnahme meiner Medikamente aus Deutschland, auch wenn diese etwas Platz im Koffer wegnehmen werdenAventurin hat geschrieben: Nur wenn Du Deine Medis selbst mitbringst, kommst Du um ein Outing herum. Warum?
Auch wenn Du eine englischsprachige Indikation vor legst, würdest Du, so sie denn anerkannt wird, schon sprachlich bedingt eine Begleitung brauchen und spätestens dann muss Dein Arbeitgeber über Deinen wahren Chromosensatz Bescheid wissen.
Die chinesische Studentin, mit der ich kursbedingt öfter zusammen sitze, meinte, sie komme aus Xi'An und hätte dort auch einige Freunde, die sie mir vorstellen könnte. Evtl. sollte ich sie dann bitten, dass sie mit mir zur Untersuchung in China geht - oder einer ihrer Freunde, die meines Wissens nach nicht in der betreffenden Sprachschule arbeiten.Aventurin hat geschrieben:Wenn er kein Problem mit Dir hat, kann er Dich bei der Medi-Beschaffung begleiten. Mich hat meine Chefin (Chinesin) begleitet, weil ich mich bei der Belegschaft nicht outen wollte. Das wäre auch für Dich der Idealfall, denn für die körperliche Untersuchung, um die Du meiner Erfahrung nach nicht herum kommst, kann Dir Dein Chef auch einen nicht involvierten Mitarbeiter zur Seite stellen. Wenn Du jemanden kennst, der keine Verbindung zum Arbeitgeber hat, erübrigt sich das natürlich alles.
Eine Mastektomie konnte und kann ich nicht bis zum Abflug durchführen lassen, wie es aussieht, da ja auch für die Nachbehandlung gesorgt werden muss. Dementsprechend bin ich anatomisch gerade irgendwas zwischen männlich (Statur, Stimme, Behaarung, Fettverteilung, etc) und weiblich (primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale). Wenn ich "nur" evtl. das Hemd heben müsste, wäre es dann z.B. angeraten, etwas von starker Gynäkomastie zu erzählen oder könnte das zu weiteren Problemen führen?Aventurin hat geschrieben:Nun doch etwas Horror.
Die Mastektomie solltest Du aber hinter Dir haben. Wenn nicht, solltest Du Dein Vorhaben besser noch mal gründlichst überdenken. Das Geschlecht wird aus dem Pass in den Fragebogen eingetragen und wenn dann das Passing im "nackerten Outfit" oben herum nicht "male" ist, bekommst Du sicher trotzdem Dein Gesundheitszeugnis, aber dann weiß auch Deine noch unwissende Begleitung Bescheid, womit für Dein Outing ""gesorgt"" ist. Was eben auch passieren kann, wenn Du Dich bei Deinem Chef nicht outest. Insofern würde ich mich lieber gleich outen und mich schlimmsten Falls gleich wieder nach Hause schicken lassen, wenn der Chef so gar nicht mit Dir umgehen kann. Das ist besser, als bei der Untersuchung auf zu fliegen. Aber Du hattest ja die Mastektomie?
Muss ich mich vom Chef oder einem anderen Mitarbeiter dorthin begleiten lassen oder kann ich damit z.b. auch diese Mitstudentin bzw. eine ihrer Vertrauten beauftragen? Durch die bisherigen Beiträge habe ich mittlerweile dazu tendiert, meinem Chef in spe nicht vorher zu sagen, was mit mir los ist, da es mich verdammt schnell wieder aus dem Praktikum kicken könnte ... andererseits möchte ich im Zweifelsfall auch nicht "hintenrum" geoutet werden, da die Gerüchteküche gerne heftiger brodelt als es die Wirklichkeit hergibt.
An sich lebe ich in Deutschland "stealth", wenn ich möchte, da man mir meine Transsexualität weder ansieht noch anhört - jedoch schweige ich hier auch nicht zu diesem Thema, sondern versuche in Sachen FzM-Transsexualität etwas aufzuklären, da die meisten damit bisher gar nichts zu tun hatten und leider zumeist die medialen Zerrbilder von Transfrauen (Valencia Vintage und Konsorten) damit assoziieren. Ob ich mich in China trauen würde, darüber genauso offen zu sprechen, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht, würde es aber wohl des lieben Friedens (und meines Praktikumsplatzes) willen eher vermeiden.
@no1gizmo:
Was meinst du damit genau? Eine Freundin meinte schon, dass ich u.a. meine Hepatitis-Impfung auffrischen lassen sollte, weil bei ihr schon Fleisch mit grünem Rand auf dem Teller gelandet sei und dass es in chinesischen Wohnverhältnissen "in Ordnung" sei, wenn man zwischen Fensterrahmen und Wand locker die Hand durchstecken könne ... oder meinst du etwas anderes?no1gizmo hat geschrieben:In China ist nicht so viel mit Sauberkeit, Hygiene und Ordnung wie in Japan. Mag sein, dass du da schon eine Vorstellung hast, aber stimm dich drauf ein, weil das bei vielen zum besonders starken Kulturschock führt.
Re: Fragen zum Alltag, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, et
ich bin zwar nicht no1gizmo, aber ich kann dazu folgendes sagen: China ist nun mal nicht so reich und macht in vieler Hinsicht einen ziemlich "südländischen" Eindruck.Someone hat geschrieben: @no1gizmo:Was meinst du damit genau? Eine Freundin meinte schon, dass ich u.a. meine Hepatitis-Impfung auffrischen lassen sollte, weil bei ihr schon Fleisch mit grünem Rand auf dem Teller gelandet sei und dass es in chinesischen Wohnverhältnissen "in Ordnung" sei, wenn man zwischen Fensterrahmen und Wand locker die Hand durchstecken könne ... oder meinst du etwas anderes?no1gizmo hat geschrieben:In China ist nicht so viel mit Sauberkeit, Hygiene und Ordnung wie in Japan. Mag sein, dass du da schon eine Vorstellung hast, aber stimm dich drauf ein, weil das bei vielen zum besonders starken Kulturschock führt.
Das Leben spielt sich oft auf der Straße ab, auch diverse berufliche Tätigkeiten, Lebensmittel werden halt großenteils auf dem Markt gekauft (möglichst frisch bzw. lebendig) und nicht in einem sterilen Supermarkt, die Leute haben oft nicht das Geld für Renovierungen und Verschönerungen an ihren Häusern, und bei sanitären Installationen (und überhaupt bei der Ausstattung von Häusern) wird oft mal fünfe gerade sein gelassen.
Ein Punkt sind auch öffentliche Toiletten... Ich will hier nicht schlecht über China reden, aber öffentliche Toiletten sind fast immer schmuddelig, wenn man deutsche Kriterien anlegt (OK, die meisten sind Hock-Klos, da ist es nicht so schlimm).
Bei dem Essen in Imbissbuden muss man tatsächlich ein bisschen vorsichtig sein. Es ist zwar preiswert und lecker, aber die hygienischen Bedingungen ist oft nicht so berauschend. Obwohl ich mir nie einen ernsthaften Infekt davon geholt habe...
Betreffs "Ordnung"... der Straßenverkehr ist in China sehr chaotisch, wenn man deutsche Verhältnisse zu Grunde legt. Wobei es sich nach meinem Empfinden in den letzten paar Jahren gebessert hat (oder habe ich mich nur daran gewöhnt?
Re: Fragen zum Alltag, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, et
Aventurin hat geschrieben:Das Geschlecht wird aus dem Pass in den Fragebogen eingetragen und wenn dann das Passing im "nackerten Outfit" oben herum nicht "male" ist, bekommst Du sicher trotzdem Dein Gesundheitszeugnis, aber dann weiß auch Deine noch unwissende Begleitung Bescheid, womit für Dein Outing ""gesorgt"" ist.
Hierbei geht es vor allem um das EKG. Aber mal im Ernst, das ganze Prozedere bekommt man auch ohne Begleitung hin. Um in einen Becher zu pinkeln, ein wenig Blut da zu lassen und noch die eine oder andere weitere Untersuchung mitmachen zu müssen, braucht man wirklich keinen Übersetzer. Wenn eine Begleitung mitkommt, dann vielleicht für die Anmeldung. Deshalb muss die doch noch lange nicht mit in die Untersuchungsräume - denn es gibt, im Gegensatz zu einem Notfall, eigentlich nichts zu übersetzen. Die Untersuchung ist eher eine Massenabfertigung, die Ärzte haben gar keine Zeit für lange Unterhaltungen.Someone hat geschrieben:Wenn ich "nur" evtl. das Hemd heben müsste, wäre es dann z.B. angeraten, etwas von starker Gynäkomastie zu erzählen oder könnte das zu weiteren Problemen führen?
Re: Fragen zum Alltag, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, et
Ich irre mich gerne, aber ich bezweifele, dass Deine Indikation in China anerkannt wird. Für Furz und Feuerstein braucht man beglaubigte xfach gestempelte Papiere. Ausserdem sind Englischkenntnisse selbst bei Ärzten nicht unbedingt immer zu erwarten. Ich habe nach meinem Verkehrsunfall diverse VKH von innen gesehen und war sehr überrascht, dass niemand lösungsorientiertes Englisch sprach. Dazu kam noch ein gutes Stück Unsicherheit. Jede Diagnose wurde mit x Ärzten besprochen und lange darüber diskutiert, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Das ist der Kehrseite, des Ausländerbonuns. Man will keinen Fehlen machen. Das kann bei Dir ja ganz anders laufen. Deshalb ist der Versuch mit der deutschen Indikation einen Versuch wert.Someone hat geschrieben: Bei einer englischsprachigen Indikation hatte ich eigentlich daran gedacht, meinen Endokrinologen um eine "andere" Diagnose zu bitten, z.B. eine Fehlfunktion der Hypophyse, durch welche die Medikamenteneinnahme ebenfalls gerechtfertigt wäre. Daher wäre dann - eigentlich? - mein Chromosomensatz egal, da es nur darum ginge, an mein Hormonpräparat zu kommen, das in dieser Form auch von biologischen Männern bei bestimmten Krankheitsbildern genommen wird. Allgemein bevorzuge ich aber eh die Mitnahme meiner Medikamente aus Deutschland, auch wenn diese etwas Platz im Koffer wegnehmen werdenBzw. im Handgepäck.
Gynäkomastie kann das Zauberwort sein und ich würde es bei aufkommenden Fragen auf jeden Fall ins Spiel bringen. Viele Chinesen sind sehr direkt. Wenn sich der Doc unsicher ist, könnte die Frage auftauchen, ob Du eine Frau bist. "Natürlich nicht, wie kommen sie darauf? Ich leide an Gynäkomastie ...." Die Frage ist halt, wie gut Du den Begriff Deiner Begleitung erklären kannst, damit sie auch treffsicher beim Doc ankommt. Wie schon gesagt - erwarte nicht, dass Du Dich auf flüssigem Englisch mit ihm unterhalten kannst.Someone hat geschrieben: Eine Mastektomie konnte und kann ich nicht bis zum Abflug durchführen lassen, wie es aussieht, da ja auch für die Nachbehandlung gesorgt werden muss. Dementsprechend bin ich anatomisch gerade irgendwas zwischen männlich (Statur, Stimme, Behaarung, Fettverteilung, etc) und weiblich (primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale). Wenn ich "nur" evtl. das Hemd heben müsste, wäre es dann z.B. angeraten, etwas von starker Gynäkomastie zu erzählen oder könnte das zu weiteren Problemen führen?
Eine User sagte, dass er beim Röntgen die Klamotten anbehalten konnte. Ich hatte ein bisschen Pech und musste mich bis auf den Slip ausziehen, weil der Oberkörper nicht geröntgt sondern durchleuchtet wurde. Sollte der Doc erst im Moment, des Hemdlüftens ins Zweifeln kommen, glaube ich nicht, dass er in Deinem Slip nachsehen will. Sein Auftrag lautet Oberkörper innewend zu untersuchen und wenn er da nichts auffälliges findet, ist ihm der Rest egal. Soll er doch denken, was er will. Meine Lunge ist durch TB in der Kindheit mit Narben übersäht und trotzdem gab es keinerlei Probleme.
Nein, wenn Du Chinesich sprichst, kannst Du in China so gut wie alles alleine erledigen. Mit "Vertrauten" ist das überall eine wackelige Sache. Wenn Deine Mitstudentin Bescheid weiß - oder auch nicht - , versuche sie mit zu nehmen. Eine Frau dabei zu haben, wenn es Stress geben könnte, ist immer gut.Someone hat geschrieben: Muss ich mich vom Chef oder einem anderen Mitarbeiter dorthin begleiten lassen oder kann ich damit z.b. auch diese Mitstudentin bzw. eine ihrer Vertrauten beauftragen? Durch die bisherigen Beiträge habe ich mittlerweile dazu tendiert, meinem Chef in spe nicht vorher zu sagen, was mit mir los ist, da es mich verdammt schnell wieder aus dem Praktikum kicken könnte ... andererseits möchte ich im Zweifelsfall auch nicht "hintenrum" geoutet werden, da die Gerüchteküche gerne heftiger brodelt als es die Wirklichkeit hergibt.
Weil:
<Schublade auf>
Die chinesischen Frauen, die ich so kennen gelernt und in der Produktion erlebt habe, sind einfach pfiffiger, redegewandter und temperamentvoller, als Männer.
<Schublade zu>
Ich würde das Thema vermeiden. Ist doch in Deutschland schon schwer genug jemanden überhaupt erstmal für diese Thematik zu interssieren, oder? Wenn Du die Untersuchung ungeoutet überstehst - davon gehe ich aus - gibt es keinen Grund am Ende doch noch Dein Praktikum zu riskieren. Es sei denn Du liebst den Tanz auf dem VulkanSomeone hat geschrieben: ....
Ob ich mich in China trauen würde, darüber genauso offen zu sprechen, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht, würde es aber wohl des lieben Friedens (und meines Praktikumsplatzes) willen eher vermeiden.
Nimm mir meine saloppe Art bitte nicht übel. ich will nur versuchen Dich soweit von Deinen Sorgen herunter zu bringen, damit Du mit freiem Kopf in China aufschl.. nee - ankommen kannst und die Entspanntheit vom ersten Tag geniessen kannst. Ich würde was drum geben wieder dort hin zurück kehren zu können. Vergiss nicht, Du bist in erster Linie ein Mensch - ob Man oder Frau, Transx oder nicht ist piep egal!
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