Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

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madmax
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Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von madmax »

Hallo Forumsgemeinde,

in Kürze treten ja die "Interim Measures for the Participation in Social Insurance of Foreigners Employed in China" in Kraft (oder sind sogar schon in Kraft?). http://blog.163.com/sh0628@126/blog/sta ... 114616666/

Klar gilt dies für Expats die dauerhaft in China angestellt sind. Aber bedeutet folgender Absatz auch, dass Mitarbeiter, die von ihrem europäischen Firmensitz immer wieder mal auf Dienstreise nach China geschickt werden, auch daran teilnehmen müssen? Also bei mir ist es so, dass ich meistens ein paar Wochen an unserem Firmensitz arbeite und dann wieder für ein paar Wochen in China. (über den Daumen bin ich 40 % der Zeit am Firmensitz, 60 % der Zeit in China). Es handelt sich aber ausdrücklich um Dienstreisen, bin nicht dauerhaft im Rep.-Office.

Foreigners concluding employment contract with foreign employers and dispatched to branches and representative offices registered in China (hereinafter referred to as Chinese Working Unit), shall participate in basic pension insurance for employees, basic medical insurance for employees, work injury insurance, unemployment insurance and maternity insurance. The insurance premiums shall be paid by the Chinese Working Units as well as the employees themselves pursuant to related regulations.

Hat da eventuell jemand Ahnung, ob hier auch Sozialversicherungspflicht entstehen würde.

LG
Max
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von VielUnterwegs »

Das kann dir noch keiner sagen, was da wann wie kommt. Einfach abwarten und Tee trinken. Laut manchen Artikeln in westlichen Zeitungen soll es am 15. Oktober losgehen. Davon merkt man aber hier in Peking noch nichts, zumindest nicht bei mir und den Expats die ich sonst so kenne. Sollte das wirklich kommen kotzen sicherlich einige, die schon fuer eine gescheite Krankenversicherung bezahlen und nun gezwungen werden sollen fuer diese zweifelhafte Chinesische Versorgung nochmal zu zahlen.

Momentan gibt es aber leider zu jedem Geruecht nochmal das entsprechende Gegengeruecht, usw.
Aremonus
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von Aremonus »

Wenn Du in Deutschland angemeldet bist und nie länger als drei Monate am Stück in China bleibst, bist Du eigentlich von dem ganzen Theater befreit.

Das "eigentlich" kommt daher, dass Gesetze in China meist nicht so viel zählen. In Deiner Situation würde ich einfach "so wie bisher" weitermachen, da Du kein Interesse an der Sozialversicherung hast und lieber bei einer richtigen Versicherung versichert bist.

Ich für meinen Teil habe es da schwerer - ich arbeite für eine Agentur des chinesischen Informationsministeriums. Die kümmert es nicht, dass ich in Europa lebe und Steuern bezahle - die ziehen mir einfach frisch und fröhlich einen Steuer- und Sozialversicheurngsbetrag von meinem Lohn ab. Hinzu kommt, dass dieser erst noch höher ist als das, was man als Expat normal bezahlen müsste - begründet mit fadenscheinigen Argumenten, dass meine Art von Arbeit (Dienstleistung) anders besteuert würde als andere Arbeit (z.B. in der Industrie).

Aber who cares? Am Ende ist es für mich nur ein Studentenjob und ein Nebeneinkommen. Und solange die unterm Strich ähnlich gut bezahlen wie europäische Unternehmen, lass ich derartiges Verhalten eben durchgehen...
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von Bert25 »

Würde ich genauso machen - ich denke auch, dass Du dabei keinen größeren Ärger bekommen wirst.
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von VielUnterwegs »

Aremonus hat geschrieben: Ich für meinen Teil habe es da schwerer - ich arbeite für eine Agentur des chinesischen Informationsministeriums. Die kümmert es nicht, dass ich in Europa lebe und Steuern bezahle - die ziehen mir einfach frisch und fröhlich einen Steuer- und Sozialversicheurngsbetrag von meinem Lohn ab. Hinzu kommt, dass dieser erst noch höher ist als das, was man als Expat normal bezahlen müsste - begründet mit fadenscheinigen Argumenten, dass meine Art von Arbeit (Dienstleistung) anders besteuert würde als andere Arbeit (z.B. in der Industrie).
Entweder haben die keine Lizenz zur Beschaeftigung von Auslaendern fuer dich verschwenden wollen oder dein HR zahlt sich, auf deine Kosten, einen kleinen "Bonus". :lol:
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von Aremonus »

Entweder haben die keine Lizenz zur Beschaeftigung von Auslaendern fuer dich verschwenden wollen oder dein HR zahlt sich, auf deine Kosten, einen kleinen "Bonus". :lol:
Weder noch - die haben einfach keinen anständigen Geschäftsprozess für die Beschäftigung von Ausländern. Und das als Regierungsbehörde...
Wenn sich das HR-Büro auf meine Kosten ein wenig bereichern würde, wäre mir das lieber als die jetzige Situation - denn dann hätte ich natürlich eine super starke position bei weiteren Lohnverhandlungen (beide haben ja das Interesse an einer Erhöhung)^^
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von madmax »

Lieben Dank für eure gestrigen Beiträge.
Ich habe heute Vormittag per Email noch eine Bestätigung von einem internationalen Steuerberatungsunternehmen begonnen.
Ich kopier mal das wesentliche:

(...) the new SIL are compulsory only to foreign nationals who are working in China. Technically speaking, if you do not have any of the below you can be excluded from the Social Insurance Law:
• Employment Permit for Foreigner;
• Certificate of Foreign Experts;
• Certificate of Permanent Foreign Correspondent.

Since you are employed at the headquarters in Austria, I would assume that you do not have any of the above? Also would I be right to also assume that your contract is with Austria, not the RO? (...)


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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von VielUnterwegs »

So, Ich, bzw. unsere Personalabteilung, hat nun eine belastbare Aussage von CIIC Beijing. In Peking sind Auslaender "ab November in der Sozialversicherung anzumelden". Die genauen Kosten und wie man seine Beitraege in Deutschland anstatt China zahlen kann schauen sie gerade. Zahlt man in China muss man wohl rund 12% bzw. maximal irgendwas um die 1100RMB abdruecken. Naja, ich habe eh schon ein recht konkretes Angebot fuer einen Wechsel in's Hauptquartier meines AG in den USA. Das wird dadurch natuerlich nochmals attraktiver.
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von VielUnterwegs »

Nun hier die genauen Zahlen fuer Peking.

Arbeitnehmeranteil:
Rentenversicherung: 8%
Krankenversicherung: 2%+3RMB
Arbeitslosenverischerung: 0.2%

Der "Lohnobergrenze" bei der Berechnung ist 12603RMB. Jeder "Standardauslaender" der diesen Betrag oder mehr verdient zahlt also 1288.51RMB ab November

Nun die Besonderheiten fuer Deutsche:
Deutsche werden nicht in die Krankenversicherung gezwungen, zahlen daher "nur" 1033.45RMB. Wer in Deutschland rentenversichert ist kann sich den Rentenbeitrag (1008.24RMB) auch sparen, die freiwillige Rentenversicherung gibt es in Deutschland ab 79.60€, also deutlich billiger und vermutlich auch nuetzlicher (ausser man will fuer immer in China bleiben). Dann blieben als "rausgeschmissenes Geld" also nur die 25.21RMB fuer die Arbeitslosenversicherung. Die kann man in Theorie auch in Deutschland bezahlen, aber ob die 3€ im Monat das Wert sind...



Hier fuer alle interessierten die Arbeitgeberanteile:
Rentenversicherung: 20%
Krankenversicherung: 10%
Arbeitslosenversicherung: 1%
"Workers compensation": 0.3%
Schwangerschaftsversicherung ("Maternity"): 0.8%
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von VielUnterwegs »

So, nun war es angeblich seit Oktober Pflicht und laut CIIC bzw. unserer Personalabteilung wurden wir alle ab 01.11 zwangsversichert. Mussten auch jede menge Passbilder abgeben und irgendwelche Formulare an den Start bringen. Habe also erwartet, dass auf meiner Gehaltsabrechnung nun Sozialversicherungskosten auftauchen und mir eben ~1000RMB weniger ueberwiessen werden. Nun habe ich aber eine Gehaltsabrechnung bekommen auf der gar nichts von Sozialversicherung steht. Auch die hoehe der Lohnueberweissung war unveraendert. Ich scheine also doch noch keine Sozialversicherung zu zahlen. Hat jemand aehnliche Erfahrungen gemacht? Wurde jemand schon angemeldet? Wurde es bei jemandem schon vom Lohn abgezogen? Das ist wirklich ein mehr als chaotischer Affentanz...
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von cookie2008 »

Wichtig vielleicht zu wissen:

Man kann weiterhin in D beantragen, Mitglied im deutschen Sozialversicherungsystem zu bleiben. Wenn man nachweist, dass man dort versichert ist und Beitraege zahlt, muss man meines Wissens gem. Sozialversicherungsabkommen NICHT in CN versichert werden. Oder kennt jemand gegenteiliges? Ich gehe davon aus, dass meine Firma samt Agentur gut recherchiert hat.
Aremonus hat geschrieben:Wenn Du in Deutschland angemeldet bist und nie länger als drei Monate am Stück in China bleibst, bist Du eigentlich von dem ganzen Theater befreit.
Leider glaube ich so nicht richtig, aber es koennte dennoch sein, da es nicht mir der Steuerflicht zusammen haengen muss.
Hier gibt es im Forum irgendwo einen Beitrag, der das mit der Steuerpflicht recht gut beschreibt. Wer sich mehr als 183 Tage in China aufhaelt, der ist in China Steuerpflichtig. Das ist in D nicht viel anders - wir erinnern uns an Boris Becker mit Wohnsitz in Monacco, aber gerichtlich festgestelltem steuerlichen Wohnsitz in Deutschland. ;-) Leider werden die 183 Tage offenbar nicht nach Tagen, sondern nach Monaten berechnet, d.h. max. 6 Monate. ein Monat zaehlt ab einem Tag Aufenthalt im Monat. Jedenfalls gibt es bei 60% Aufenthalt im Jahr in China keinen Zweifel einer Steuerpflicht. Evtl. lassen sich daraus auch noch Pflichten zur Arbeitserlaubnis und damit Sozialversicherungspflicht ableiten.

Und ja, nicht jeder in China fuehrt die Steuern aber, die er zahlen muesste. Aber das ist ja was anderes.
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von VielUnterwegs »

Foreigners are also expected to back-pay contributions from October, although many local tax bureaus have said they are still unsure how to collect the money.
http://www.reuters.com/article/2011/12/ ... O120111222

Na hoffentlich kriegen sie das vor Ende Januar nicht mehr gebacken, dann bin ich weg. Dann wuensche ich viel Erfolg beim Versuch mich zu Erreichen, damit ich da nachtraeglich einzahlen kann. :lol:
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von VielUnterwegs »

Schade, laut unserer Personalerin wird vom Januargehalt alles seit Oktober abgezogen, was sich dann gleich mal auf 5154RMB belaeuft, schoene Scheisse. Angeblich kann man mit einem "Antragsschreiben" das Geld zurueckfordern wenn man China verlaesst und die Personaler versuchen jetzt ein solches von unserem Dienstleister CIIC zu bekommen. Da bin ich ja mal gespannt... Hatte ja eigentlich vor mich da nicht drum zu kuemmern, da es jetzt aber ueber 500€ sind werde ich da hinterher sein um meine Kohle zurueckzufordern.

Ich bin ja mal gespannt, auf der einen Seite hat sich nur ein kleiner Bruchteil in Peking ueberhaupt angemeldet und bei dem wird jetzt rueckwirkend so richtig abkassiert. Die grosse Mehrheit die sich gar nicht angemeldet hat, ja, da bin ich mal gespannt...


Deckt sich mit dem was hier steht:
http://www.china-briefing.com/news/2012 ... rance.html
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Re: Neue Regelung zu Sozialversicherung für Expats?

Beitrag von VielUnterwegs »

Ich habe es ja nicht fuer moeglich gehalten, habe aber nun meine Sozialversicherungsbeitraege komplett zurueckbekommen. Unsere Personaler sind da gut am Ball geblieben. Naja, war auch eine vergleichsweise kleine Summe, nur ein paar Monatszahlungen, aber es ueberrascht mich schon. Bin gespannt, wie das laeuft, wenn da leute nach 3-4 Jahren gehen und groessere Betraege zur Rueckzahlung anstehen.

Die Rueckzahlung kann uebrigens nur auf ein RMB Konto in China erfolgen. Ist fuer mich kein Problem, da ich die Karte noch habe und hier ein Automat steht bei dem man mit einer Union Pay Karte USD abheben kann.
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