Sowohl als auch: 满族姓名趣谈.Bernhard hat geschrieben:Hatten sie dann wirklich mandschurisch-sprachige Namen, oder chinesische Namen, die unter Mandschuren besonders verbreitet waren?
100. Jahrestag der Chinesischen Nation
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
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Huangming
Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
"Hatten sie dann wirklich mandschurisch-sprachige Namen, die unter Mandschuren besonders verbreitet waren"Bernhard hat geschrieben:interessant.Huangming hat geschrieben: ... und änderten daher mehrheitlich ihre Nachnamen in han-chinesische Nachnamen, um nicht als Mandschu erkannt zu werden.
Hatten sie dann wirklich mandschurisch-sprachige Namen, oder chinesische Namen, die unter Mandschuren besonders verbreitet waren? Denn soweit ich weiß, war die mandschurische Sprache schon Mitte des 19. Jhds. so gut wie ausgestorben...
Ja.zum Beispiel Tunggiya, oder auf chinesisch Tongjia (佟佳).Nach der Revolution änderten die Tunggiya ihre Nachnamen in den han-chinesischen Namen Tong (佟).
Zum Beispiel Guwalgiya, oder auf Chinesisch Guaerjia(瓜尔佳).Nach der Revolution benannten die Guwalgiya ihre Nachnamen in den han-chinesischen Nachnamen Guan (关) oder andere han-chinesische Namen um.
Zum Beispiel Magiya, oder auf Chinesisch Majia(马佳), nach der Revolution wurde der Name in den chinesischen Namen Ma umbenannt.
Zum Beispiel Fuca, ode auf Chinesisch Fucha(富察), nach der Revolution wurde der Name meist in den chinesischen Namen Fu (富) umbenannt.
Selbst viele Mitglieder der Kaisersippe Aisin Gioro änderten ihre Nachnamen in den chinesischen Namen Jin(金).
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
Etwas OT, aber könnte es sein, dass du hier nation mit native verwechselst?Grufti hat geschrieben:Da haben es ja die Eingeborenen Nordamerikas noch besser...sie werden zumindest im englischen als "nation" anerkannt...
Ganz davon abgesehen, dass es ihnen seit dem Besuch des Weißen Mannes nie rosig ergangen ist, egal wie sie "anerkannt" (bzw. eher aberkannt) wurden.
Ok, ich höre schon auf, das soll das Thema hier nicht sein
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
e.g."Glossary of Indian Nations" uvam.laogai hat geschrieben:Etwas OT, aber könnte es sein, dass du hier nation mit native verwechselst?Grufti hat geschrieben:Da haben es ja die Eingeborenen Nordamerikas noch besser...sie werden zumindest im englischen als "nation" anerkannt...
Ganz davon abgesehen, dass es ihnen seit dem Besuch des Weißen Mannes nie rosig ergangen ist, egal wie sie "anerkannt" (bzw. eher aberkannt) wurden.
Ok, ich höre schon auf, das soll das Thema hier nicht sein
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Huangming
Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
Tibet ist schon eine komplizierte Sache.In China heißt es offiziell ja immer, dass Tibet schon seit jeher, genau gesagt seit der Yuan-Dynastie (13.Jh), ein Teil Chinas sei.Das Problem ist nur, dass die Yuan-Dynastie keine chinesische Dynastie war, sonder eine mongolische.Das Reich der Yuan hieß offiziell auf Mongolisch ja:Dai Ön Yeke Mongghul Ulus, was soviel bedeutet wie "Das Großmongolische Reich der Großen Yuan".Dieses Großmongolische Reich der Großen Yuan betrachtete sich als Rechtsnachfolger des Mongolischen Weltreiches.Tibet und China waren also Teil eines Mongolenreiches.VielUnterwegs hat geschrieben:Na dann hoffen alle feiernden Gegner der Fremdherrschaft sicher auch, dass die Fremdherrschaften in Tibet, der inneren Mongolei, über die Uiguren, usw. bald zu Ende sind und man dort ebenfalls bald feiern kann.Saiber hat geschrieben:Weil die Republik 100 Jahre alt wird soll es unmoeglich sein, auf seine "5000 Jaehrige" Geschichte stolz zu sein?VielUnterwegs hat geschrieben:Wie kann eine Nation die so Stolz auf ihre 5000 jährige Geschichte ist, in ein paar Tagen 100 Jahre alt werden?
Man feiert insbesondere diesen Tag, sowohl auf dem Festland als auch auf Taiwan und ueberall wo Chinesen sich aufhalten, weil es das Ende der Fremdherrschaft der Manchu und der Kaiserdynastien einlaeutete. Die Geburt einer "neuen" Nation.
Bernhard, messerscharf analysiert, super Denkanstoss!
In diesem Mongolenreich wurden alle Bewohner in vier Rassenkasten unterteilt.Zu der ersten kaste gehörten freilich die Mongolen selber.Zu der zweithöchsten zählten die sogenannten Semu.Die Semu waren unter anderem Araber, Europäer und auch Tibeter. Zu der dritten Kaste zählten die Nordchinesen, also die Bewohner des Jin Reiches.Und in der letzten Kaste waren die Han-Chinesen des zuletzt unterworfenen Song Reiches.Tibeter gehörten also im Yuan Reich einer höheren Kaste an als die Han-Chinesen..Und die Yuan Kaiser waren sowieso gläubige Buddhisten tibetischer Konfession.Die tibetischen Lamas haben den Mongolen bei der Eroberung des han-chinesischen Song Reiches sogar aktiv mitgeholfen.Ein Lama hat nach der Eroberung des Song Reiches an die hundert Gräber der han-chinesischen Kaiser und Fürsten ausgegraben und aus dem Schädel des Song Kaisers Lizong ein Trinkgefäß für den tibetischen Vizekönig Chögyel Phagpa gemacht.Die Tibeter erschienen den damaligen Han-Chinesen eher als mit Mongolen verbündete Eroberer.
Die chinesische Regierung versucht aber, das Mongolische Reich der Yuan als ein chinesisches Reich hinzustellen, um die Zugehörigkeit Tibets zu China historisch zu begründen.
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
Der Titel "Dalai Lama" wurde Sönam Gyatsha vom Mongolen-Fürsten Altan Khan verliehen, da er ihm geholfen hatte, "nachzuweisen", daß Altan Khan eine Reinkarnation des Dschinghis Khan ist, und ihm sowohl außen- als auch innenpolitisch eine machtvolle Unterstützung gegeben hatte.Huangming hat geschrieben: Tibet ist schon eine komplizierte Sache.In China heißt es offiziell ja immer, dass Tibet schon seit jeher, genau gesagt seit der Yuan-Dynastie (13.Jh), ein Teil Chinas sei.Das Problem ist nur, dass die Yuan-Dynastie keine chinesische Dynastie war, sonder eine mongolische.Das Reich der Yuan hieß offiziell auf Mongolisch ja:Dai Ön Yeke Mongghul Ulus, was soviel bedeutet wie "Das Großmongolische Reich der Großen Yuan".Dieses Großmongolische Reich der Großen Yuan betrachtete sich als Rechtsnachfolger des Mongolischen Weltreiches.Tibet und China waren also Teil eines Mongolenreiches.
In diesem Mongolenreich wurden alle Bewohner in vier Rassenkasten unterteilt.Zu der ersten kaste gehörten freilich die Mongolen selber.Zu der zweithöchsten zählten die sogenannten Semu.Die Semu waren unter anderem Araber, Europäer und auch Tibeter. Zu der dritten Kaste zählten die Nordchinesen, also die Bewohner des Jin Reiches.Und in der letzten Kaste waren die Han-Chinesen des zuletzt unterworfenen Song Reiches.Tibeter gehörten also im Yuan Reich einer höheren Kaste an als die Han-Chinesen..Und die Yuan Kaiser waren sowieso gläubige Buddhisten tibetischer Konfession.Die tibetischen Lamas haben den Mongolen bei der Eroberung des han-chinesischen Song Reiches sogar aktiv mitgeholfen.Ein Lama hat nach der Eroberung des Song Reiches an die hundert Gräber der han-chinesischen Kaiser und Fürsten ausgegraben und aus dem Schädel des Song Kaisers Lizong ein Trinkgefäß für den tibetischen Vizekönig Chögyel Phagpa gemacht.Die Tibeter erschienen den damaligen Han-Chinesen eher als mit Mongolen verbündete Eroberer.
Die chinesische Regierung versucht aber, das Mongolische Reich der Yuan als ein chinesisches Reich hinzustellen, um die Zugehörigkeit Tibets zu China historisch zu begründen.
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
Tut er nicht, Stichwort: Cherokee Nation. Die haben deutlich mehr Autonomierechte als jede Minderheit in China.laogai hat geschrieben:Etwas OT, aber könnte es sein, dass du hier nation mit native verwechselst?Grufti hat geschrieben:Da haben es ja die Eingeborenen Nordamerikas noch besser...sie werden zumindest im englischen als "nation" anerkannt...
Ganz davon abgesehen, dass es ihnen seit dem Besuch des Weißen Mannes nie rosig ergangen ist, egal wie sie "anerkannt" (bzw. eher aberkannt) wurden.
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
VielUnterwegs hat geschrieben:Tut er nicht, Stichwort: Cherokee Nation. Die haben deutlich mehr Autonomierechte als jede Minderheit in China.laogai hat geschrieben:Etwas OT, aber könnte es sein, dass du hier nation mit native verwechselst?Grufti hat geschrieben:Da haben es ja die Eingeborenen Nordamerikas noch besser...sie werden zumindest im englischen als "nation" anerkannt...
Ganz davon abgesehen, dass es ihnen seit dem Besuch des Weißen Mannes nie rosig ergangen ist, egal wie sie "anerkannt" (bzw. eher aberkannt) wurden.
Ok, ich höre schon auf, das soll das Thema hier nicht sein
Genau an die "Cherokee Nation" hatte ich gedacht..allerdings mit dem Umweg über den Song "Indian reservation" von Don Fardon. In meinem ursprünglichen Posting hatte ich vergessen, daß ich mehr an die Bezeichnung "nation" gemeint hatte .... Analog zu "shaoshu minzhu "( "nationale Minderheiten") in China (um wieder auf den "Chinabezug"
Eigentlich wollte ich Huangming durch diese Bemerkung zu einem Statement dazu provozieren..
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
Nachdem man das ganze Volk ausgemerzt und eliminiert hatte?VielUnterwegs hat geschrieben:Tut er nicht, Stichwort: Cherokee Nation. Die haben deutlich mehr Autonomierechte als jede Minderheit in China.
Echtes Wissen ist, wenn Du das, was Du weisst, als Wissen erkennst, und das, was Du nicht weisst, als Nichtwissen akzeptierst.
Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
@Huangming
Erst einmal vielen Dank für die Erklärung mit den Namen!
Wenn man Chinesen die Sache so ähnlich darlegt wie du (so detailliert und fundiert kann ich es natürlich nicht), dann kommt sofort der Einwurf: "Aber die Yuan-Dynastie war eine chinesische Dynastie!"
Unabhängig davon, ob die Yuan-Dynastie als "chinesisch" (im Sinne von "zu China gehörig", nicht in kultureller Hinsicht) zu betrachten ist, könnte man natürlich argumentieren: Die Mongolen haben (genauso wie später die Mandschuren) China ihrem Reich einverleibt und sind mit ihm verschmolzen. Und wenn in diesem von ihnen geschaffenen Reich dann eine andere Volksgruppe (in diesem Fall die Han) die Macht übernimmt, dann ist das für die Mongolen persönliches Pech, ändert aber völkerrechtlich nichts an ihrer Zugehörigkeit zu diesem Reich. Folglich wäre der Anspruch Chinas auf Tibet (und auch die äußere Mongolei!) legitim.
Da kann man allerdings dagegen halten (ohne dass ich jetzt jemandem zu nahe treten will):
Einige Chinesen (vor allem die "Patrioten") haben oft so eine Einstellung von wegen "Eroberungskriege? Nein! Sowas machen nur Barbaren, wie z.B. diese Gweilos. Chinesen hingegen sind zivilisiert!". Aber wenn China erobertes Land "geerbt" hat, dann betrachten sie den Anspruch Chinas als völlig legitim, und wehe jedem, der daran erinnert, dass diese Gebiete einmal unabhängig waren...
Erst einmal vielen Dank für die Erklärung mit den Namen!
was ihnen auch gut gelingt.Huangming hat geschrieben: Die chinesische Regierung versucht aber, das Mongolische Reich der Yuan als ein chinesisches Reich hinzustellen, um die Zugehörigkeit Tibets zu China historisch zu begründen.
Wenn man Chinesen die Sache so ähnlich darlegt wie du (so detailliert und fundiert kann ich es natürlich nicht), dann kommt sofort der Einwurf: "Aber die Yuan-Dynastie war eine chinesische Dynastie!"
Unabhängig davon, ob die Yuan-Dynastie als "chinesisch" (im Sinne von "zu China gehörig", nicht in kultureller Hinsicht) zu betrachten ist, könnte man natürlich argumentieren: Die Mongolen haben (genauso wie später die Mandschuren) China ihrem Reich einverleibt und sind mit ihm verschmolzen. Und wenn in diesem von ihnen geschaffenen Reich dann eine andere Volksgruppe (in diesem Fall die Han) die Macht übernimmt, dann ist das für die Mongolen persönliches Pech, ändert aber völkerrechtlich nichts an ihrer Zugehörigkeit zu diesem Reich. Folglich wäre der Anspruch Chinas auf Tibet (und auch die äußere Mongolei!) legitim.
Da kann man allerdings dagegen halten (ohne dass ich jetzt jemandem zu nahe treten will):
Einige Chinesen (vor allem die "Patrioten") haben oft so eine Einstellung von wegen "Eroberungskriege? Nein! Sowas machen nur Barbaren, wie z.B. diese Gweilos. Chinesen hingegen sind zivilisiert!". Aber wenn China erobertes Land "geerbt" hat, dann betrachten sie den Anspruch Chinas als völlig legitim, und wehe jedem, der daran erinnert, dass diese Gebiete einmal unabhängig waren...
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Huangming
Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
Ich weiss.Die chinesische Geschichte wird von der chinesischen Regierung ziemlich verdreht dargestellt.Das Mongolische Reich Yuan und das Mandschu Reich der Qing werden als chinesische Kaiserreiche dargestellt.Eroberungskriege der Mongolen oder der Mandschu werden als Bürgerkrieg innerhalb der chinesischen Nation interpretiert.Viele Chinesen tendenzieren daher, die historischen Ereignisse mit heutiger chinesischer Begrifflichkeit und Weltanschauung zu betrachten.Das absurde an dieser Sichtweise ist ja, dass vor 700 Jahren die Han-Chinesen die Eroberungsfeldzüge der Mongolen ganz sicher nicht als "Bürgerkrieg unter ihresgleichen" gesehen haben.Die Mongolen haben da die Chinesen auch ganz bestimmt nicht als ihre Landsleute empfunden.Sonst hätten sie ja nicht dieses rassistische Kastensystem eingeführt.Heute sind chinesische Mongolen und Han-Chinesen natürlich de jure Teil des chinesischen Staatsvolkes und der chinesischen Nation.Aber damals gab es diese Begriffe der chinesischen Nation nicht mal!Bernhard hat geschrieben:@Huangming
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was ihnen auch gut gelingt.Huangming hat geschrieben: Die chinesische Regierung versucht aber, das Mongolische Reich der Yuan als ein chinesisches Reich hinzustellen, um die Zugehörigkeit Tibets zu China historisch zu begründen.
Wenn man Chinesen die Sache so ähnlich darlegt wie du (so detailliert und fundiert kann ich es natürlich nicht), dann kommt sofort der Einwurf: "Aber die Yuan-Dynastie war eine chinesische Dynastie!"
Unabhängig davon, ob die Yuan-Dynastie als "chinesisch" (im Sinne von "zu China gehörig", nicht in kultureller Hinsicht) zu betrachten ist, könnte man natürlich argumentieren: Die Mongolen haben (genauso wie später die Mandschuren) China ihrem Reich einverleibt und sind mit ihm verschmolzen. Und wenn in diesem von ihnen geschaffenen Reich dann eine andere Volksgruppe (in diesem Fall die Han) die Macht übernimmt, dann ist das für die Mongolen persönliches Pech, ändert aber völkerrechtlich nichts an ihrer Zugehörigkeit zu diesem Reich. Folglich wäre der Anspruch Chinas auf Tibet (und auch die äußere Mongolei!) legitim.
Da kann man allerdings dagegen halten (ohne dass ich jetzt jemandem zu nahe treten will):
Einige Chinesen (vor allem die "Patrioten") haben oft so eine Einstellung von wegen "Eroberungskriege? Nein! Sowas machen nur Barbaren, wie z.B. diese Gweilos. Chinesen hingegen sind zivilisiert!". Aber wenn China erobertes Land "geerbt" hat, dann betrachten sie den Anspruch Chinas als völlig legitim, und wehe jedem, der daran erinnert, dass diese Gebiete einmal unabhängig waren...
Ein Resultat dieser absurden Sichtweise ist, dass der Dschingis Khan von vielen Chinesen als ein "Chinesischer Held" empfunden wird, obwohl der Dschingis Khan zahllose Han-chinesen töten ließ und insbesondere die han-chinesische Bevölkerung Nodchinas aufgrund seines Vernichtungskrieges stark dezimiert wurde.Es hat sogar zur Empörung in der mongolischen Bevölkerung geführt, als der chinesische Botschafter in der Mongolischen Republik Dschingis Khan auch für China beansprucht hatte.
Dass Han-Chinesen selber keine Eroberungsfeldzüge führten, ist auch historisch nicht haltbar.Die Han-Chinesen stammen ursprünglich aus der zentralchinesischen Ebene.Von dort aus eroberten sie nach und nach fast ganz Ostasien und haben ganze Völker vertrieben.Die Miao zum Beispiel wurden von den Han-Chinesen von Zentralchina nach tiefsten Süden Chinas vertrieben, von der fruchbaren Ebene in die unwirtlichen Berggebiete.Ihnen wurde fast sämtliches fruchbares Land genommen. So ist es auch mit fast allen Vorfahren der heutigen chinesischen Minderheiten Südchinas geschehen, wenn man sich deren Geschichte anschaut.Der Kaiser Wudi, von den Chinesen gepriesen als einer der größten kaiser Chinas, hat gleich die ganze Bevölkerung des unterworfenen Staates Minyue der Viet-Völker umsiedeln lassen, um Platz für han-chinesische Einwanderer zu schaffen.Selbst in der letzten han-chinesischen Ming-Dynastie wurden Dörfer der Miao und anderer Minderheiten noch ständig von Han-Chinesen niedergebrannt, die ganze Bevölkerung versklavt.Man muss bloss die Erzählungen gewisser han-chinesischer Gelehrter wie Wang Yangming lesen, die sich damit rühmten, zahlreiche Köpfe der Barbaren im Süden abgeschlagen zu haben.In der Tang-Dynastie erstreckte sich das Reich der Han-Chinesen nach Westen bis nach Persien, nach Osten bis nach Korea, nach Süden bis nach Vietnam und nach Norden bis nach Sibirien.Ohne Eroberungsfeldzüge wäre das ja unmöglich gewesen.
Aber es stimmt insofern, dass han-Chinesische Reiche tatsächlich die Steppenvölker nie dauerhaft beherrschen konnten.Da Nomadenvölker ständig weiterzogen, hatten han-chinesische Armeen immense Logistikprobleme zu bewältigen.In der Tat hatten viele han-chinesische Reiche schlicht kein Interesse daran, sich Steppengebiete einzuverleiben, weil man da schlecht Landwirtschaft betreiben konnte und deshalb die Kosten der Besetzung den steuerlichen Einnahmen bei weitem überstiegen. Das meiste von Chinesen bekannte fruchtbare Land in Ostasien wurde ja bereits unterworfen und von Han-Chinesen besiedelt.
Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
Sowohl von der die auf Taiwan sitzt als auch von der in BeijingIch weiss.Die chinesische Geschichte wird von der chinesischen Regierung ziemlich verdreht dargestellt.
Das Mongolische Reich Yuan und das Mandschu Reich der Qing werden als chinesische Kaiserreiche dargestellt.
Ja - stimmt ja auch. Mandat des Himmels übernommen. Sowohl Kublai Khan (explizit gemacht) als auch die Mandschuren Kaiser. Die diversen Kaiser des heiligen römischen Reiches waren ja auch keine Italiener.
Die Interpretation habe ich noch nie gehört.Eroberungskriege der Mongolen oder der Mandschu werden als Bürgerkrieg innerhalb der chinesischen Nation interpretiert.
Nö, im Westen wird tendiert die historischen Ereignisse aus heutiger Begrifflichkeit und Weltanschauung zu betrachten --> Nationalstaat (möglichst Ethnisch rein)Viele Chinesen tendenzieren daher, die historischen Ereignisse mit heutiger chinesischer Begrifflichkeit und Weltanschauung zu betrachten.
China war aber ein Kaiserreich und aus diesem Kaiserreich ist eine Republik entstanden, die aus dem vorigen Kaiserreich ihre Forderungen ableitete (kein Unterschied zu Europa, z.B. Deutschland). Und diese Republik hat sich nach dem Bürgerkrieg geteilt, in eine Volksrepublik und in einen "Fortbestand" der alten Republik. Kennen wir auch wieder aus der deutschen Geschichte.
Das mit den Bürgerkrieg hab ich noch nie gehört. Aber dem durchschnittlichen Bauer war es egal ob der Kaiser "mongolisch", "mandschurisch" oder "han (ein eher neuer Begriff)" war. Ähnlich wie in europäischen König u. Kaiserreichen es keinen aus der breiten Masse gekratzt hat. Ich sag da nur Richard Löwenherz - der nicht einmal "englisch" gesprochen hat und am liebsten in seiner "Heimat" Nordfrankreich war.Das absurde an dieser Sichtweise ist ja, dass vor 700 Jahren die Han-Chinesen die Eroberungsfeldzüge der Mongolen ganz sicher nicht als "Bürgerkrieg unter ihresgleichen" gesehen haben.
Was sind "Chinesen"? Chinese ist kein ethnischer Begriff. Wird nur bei uns fälschlicherweise als ethnischer Begriff geführt.Die Mongolen haben da die Chinesen auch ganz bestimmt nicht als ihre Landsleute empfunden.
Jo mei - wie beim alten Richard Löwenherz - haha (Anmerkung den Begriff chinesische Nation gab es nicht - aber es gab sehr wohl ein chinesisches Kaiserreich. Damals wurde aber primär nach Dynastie benannt. Aber sogar der Begriff Zhongguo ist uralt. Noch ein Argument - Marco Polo war (wenn er dort war) in China beim chinesischen Kaiser und nicht in der Mongolei, beim mongolischen KaiserSonst hätten sie ja nicht dieses rassistische Kastensystem eingeführt. Heute sind chinesische Mongolen und Han-Chinesen natürlich de jure Teil des chinesischen Staatsvolkes und der chinesischen Nation.Aber damals gab es diese Begriffe der chinesischen Nation nicht mal!
Ein Resultat dieser absurden Sichtweise ist, dass der Dschingis Khan von vielen Chinesen als ein "Chinesischer Held" empfunden wird, obwohl der Dschingis Khan zahllose Han-chinesen töten ließ und insbesondere die han-chinesische Bevölkerung Nodchinas aufgrund seines Vernichtungskrieges stark dezimiert wurde.
Ja, natürlich. Weil jetzt in der Mongolei auch nationalistisch gedacht wird. Erinnere mich an die Diskussion bezüglich Mozart. Da war ja in Österreich auch ein Aufschrei, als die Deutschen diesen als einen der 100 wichtigsten Deutschen aufgezählt haben. Daweil weiß doch jeder, dass Mozart und Beethoven Österreicher waren und Hitler ein DeutscherEs hat sogar zur Empörung in der mongolischen Bevölkerung geführt, als der chinesische Botschafter in der Mongolischen Republik Dschingis Khan auch für China beansprucht hatte.
Richtig - da stimm ich dir zu.Dass Han-Chinesen selber keine Eroberungsfeldzüge führten, ist auch historisch nicht haltbar.
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
Dieses Staatsgebilde hieß doch --wie Huangming richtig schrieb:beowulf hat geschrieben:Das Mongolische Reich Yuan und das Mandschu Reich der Qing werden als chinesische Kaiserreiche dargestellt.
Ja - stimmt ja auch. Mandat des Himmels übernommen. Sowohl Kublai Khan (explizit gemacht) als auch die Mandschuren Kaiser. Die diversen Kaiser des heiligen römischen Reiches waren ja auch keine Italiener.![]()
Huangming hat geschrieben:Das heilige Römische Reich Deutscher Nation hieß offiziell auf Latein:"Sacrum Romanum Imperium Nationis Germanicæ ".
In der deutschen Geschichte war das der Staufer "Frederico Secondo" von Silizien.... ähhh Sizilienbeowulf hat geschrieben:Das mit den Bürgerkrieg hab ich noch nie gehört. Aber dem durchschnittlichen Bauer war es egal ob der Kaiser "mongolisch", "mandschurisch" oder "han (ein eher neuer Begriff)" war. Ähnlich wie in europäischen König u. Kaiserreichen es keinen aus der breiten Masse gekratzt hat. Ich sag da nur Richard Löwenherz - der nicht einmal "englisch" gesprochen hat und am liebsten in seiner "Heimat" Nordfrankreich war.Das absurde an dieser Sichtweise ist ja, dass vor 700 Jahren die Han-Chinesen die Eroberungsfeldzüge der Mongolen ganz sicher nicht als "Bürgerkrieg unter ihresgleichen" gesehen haben.
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
Wenn man da an die vielen chinesischen User und ihre nationalistischen und Han-chuavinistischen Hasspostings im Verlauf der letzten 5- 6 Forumsjahre denkt, könnte man aufgrund seiner Ansichten über chinesische Geschichte zur Meinung gelangen, daß Huangming kein Chinese ist... 
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Re: 100. Jahrestag der Chinesischen Nation
aber Herr beowulf ist als einziger ideologie- und propagandafrei, oder wie?beowulf hat geschrieben:Sowohl von der die auf Taiwan sitzt als auch von der in BeijingIch weiss.Die chinesische Geschichte wird von der chinesischen Regierung ziemlich verdreht dargestellt.Und wie bei uns die chinesische Geschichte abgehandelt wird, ist ja auch nur Propaganda. Siehe zum Beispiel diesen aktuellen Artikel: http://derstandard.at/1317019739233/KP- ... olutionaer
Dass es damals keine "Italiener" gab, muss nicht weiter diskutiert werden, wie du richtig dargelegt hast. Aber abgesehen davon: Welche Kaiser stammten aus italienischen Adelsgeschlechtern? Ich kann mich an keinen erinnern. Deswegen verstehe ich deinen Einwand nicht.beowulf hat geschrieben: Ja - stimmt ja auch. Mandat des Himmels übernommen. Sowohl Kublai Khan (explizit gemacht) als auch die Mandschuren Kaiser. Die diversen Kaiser des heiligen römischen Reiches waren ja auch keine Italiener.![]()
Darauf, dass Kublai Khan das "Mandat des Himmels" von niemandem (außer vom "Himmel selbst") übertragen bekommen hat, sondern es sich selbst zugesprochen hat, gehe ich nicht weiter ein.
Jedoch möchte ich doch kritisch hinterfragen, warum die Chinesen (bzw. die chinesische Geschichtsschreibung) so darauf beharren, dass die Yuan- (resp. die Qing-) Dynastie eine chinesische war. Doch wohl, weil China daraus heutzutage einige Gebietsansprüche ableiten kann. Wie ich vorher einmal dargelegt habe: China ist natürlich "zivilisiert" und fällt nicht über andere Länder her; aber wenn ihm die Beute anderer zufällt, hat es "selbstverständlich" einen legitimen Anspruch darauf, der auch mit Zähnen und Klauen verteidigt wird.
Daher rühren dann wohl auch Aussagen wie "früher ging China von Korea bis Kiew", die ich von Chinesen tatsächlich schon gehört habe.
Was willst du genau sagen? Was du schreibst, ist genau das, was Huangming geschrieben hat. Die modernen chinesischen Begrifflichkeiten sind zufällig dieselben wie die westlichen (Nation, Staat, Republik, etc.).beowulf hat geschrieben:Nö, im Westen wird tendiert die historischen Ereignisse aus heutiger Begrifflichkeit und Weltanschauung zu betrachten --> Nationalstaat (möglichst Ethnisch rein)Viele Chinesen tendenzieren daher, die historischen Ereignisse mit heutiger chinesischer Begrifflichkeit und Weltanschauung zu betrachten.
Sorry wenn ich das so sagen muss, aber anscheinend liest du gar nicht richtig, was die Leute schreiben, sondern suchst nur nach einer Möglichkeit, loszuheulen, dass deine eigene Kultur und deine eigenen Landsleute mal wieder Unrecht haben.
Hier widersprichst du dir selbst. Erst legst du dar, dass das "kaiserlichen" China etwas ganz anderes gewesen sei als unsere modernen Begriffe von Volk und Staat und deswegen eben nicht mit modernen Begrifflichkeiten belegt werden könne.beowulf hat geschrieben: China war aber ein Kaiserreich und aus diesem Kaiserreich ist eine Republik entstanden, die aus dem vorigen Kaiserreich ihre Forderungen ableitete (kein Unterschied zu Europa, z.B. Deutschland). Und diese Republik hat sich nach dem Bürgerkrieg geteilt, in eine Volksrepublik und in einen "Fortbestand" der alten Republik. Kennen wir auch wieder aus der deutschen Geschichte.
Und dann behauptest du, der Übergang des Kaiserreichs zur Republik sei analog zu Deutschland verlaufen. Das Deutsche Reich von 1871 war aber ein Nationalstaat, wie er im Bilderbuch steht.
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