Feilschen

Hier können Benutzer Fragen rund um die Themen Verhalten in China, angemessene Geschenke und die chinesische Etikette stellen und diskutieren.
YElektra
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Feilschen

Beitrag von YElektra »

Heute im Chinesischunterricht habe ich mit meinem beschränkten Wortschatz das Feilschen ausprobiert. Da ich in absehbarer Zeit nach China gehen werde nimmt es mich wunder, wie das dort tatsächlich so abläuft. Ich weiss, man kann die einzelnen Regionen überhaupt nicht vergleichen, aber für mich ist das im Moment noch Jacke wie Hose... (Werde ich jetzt gelyncht?) :oops:

Wieviel Prozent tiefer setzt man üblicherweise an und was sind so die Argumente, die man selbst bringt und die die Verkäufer dagegen halten?
robbe
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Re: Feilschen

Beitrag von robbe »

Preis nennen, den zu bezahlen willst. Dann sagt der Verkäufer irgendwas höheres, dann gehst du weiter und winkst ab. Wenn du Glück hast sagt er dann "ok ok". Und du bezahlst dein Preis. Klappt natürlich nicht immer, geht aber schnell.
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rasputin
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Re: Feilschen

Beitrag von rasputin »

dem ist eigentlich nix hinzuzufügen. du brauchst auch nicht mal wirklich gut chinesisch zu sprechen um zu feilschen, einfach die zahlen (bzw die eine zahl, die dann auch gleich der preis ist, den du bereits bist zu zahlen) solltest du beherrschen.

die krux dabei: wie zum teufel weiss man, wieveil man bezahlen soll? bzw was ein "guter " preis ist. was kostet ein paar sportschuhe, ein t-shirt, eine jacke? kein mensch weiss dass. da nützt es auch nix, einen local zu fragen, da kriegst du auch soviele antworten, wie du personen fragst. ich hab dann irgendwann einfach eine bandbreite für alle produket fesgelegt: also zb für schuhe nicht mehr als 80, shirts 30, pullis und co 80-100 etc....was immer du halt für vernünftig hältst. dann ziehst du los, zeigst auf das objekt deiner begierde, nennst den preis, wenn der händler bzw die händlerin nicht will, weiterziehen. wenns auch nach 3-4 versuchen nicht klappt, preis erhöhen. die obgenannten preise funktionieren aber meistenst (und es ginge bestimmt noch günstiger, aber wegen 5 rmb 10 minuten zu verhandeln find ich dämlich weil: time is money!

da klau ich lieber bei kfc strohhalme und mach daraus ein kunstwerkt dass ich dann - völlig überteuert - in hong kong an den meistbietenden australier verschachere! mauschel mauschel!
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Laogai
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Re: Feilschen

Beitrag von Laogai »

YElektra hat geschrieben:[...] und was sind so die Argumente, die man selbst bringt und die die Verkäufer dagegen halten?
"Wenn du meinen Preis nicht akzeptierst kaufe/verkaufe ich das Teil eben nicht!" :wink:

Auf chinesischen Märkten geht es selten zu wie auf einem orientalischen Basar. Da müssen nicht viele Argumente ausgetauscht werden. Der Verkäufer nennt einen Preis, du lachst ihn aus und nennst deinen Preis. Dann lacht dich der Verkäufer aus und nennt einen neuen Preis. Nun bist du wieder dran mit Lachen und Preis nennen. Und irgendwann trifft man sich dann. Manchmal bei 5%, manchmal bei 90% dessen, was ganz zu Anfang verlangt wurde.
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Bernhard
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Re: Feilschen

Beitrag von Bernhard »

wobei das für mich immer ziemlich undurchsichtig war, wann man handeln konnte und wann nicht.

Auf dem Obstmarkt ist es mir passiert, dass sie mir eine Banane gratis draufgelegt haben. Wahrscheinlich, weil sie sonst das Gefühl gehabt hätten, mich über den Tisch gezogen zu haben.
Andererseits gab es Fälle, wo ich handeln wollte, der Verkäufer es aber kategorisch ausgeschlossen hat...
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Re: Feilschen

Beitrag von punisher2008 »

laogai hat geschrieben: Auf chinesischen Märkten geht es selten zu wie auf einem orientalischen Basar. Da müssen nicht viele Argumente ausgetauscht werden.
Kommt drauf an. Auf Märkten wird eher nicht gehandelt, in vielen Läden aber schon, vor allem da wo Frauen Kleider und Schuhe kaufen. Neulich war ich mit meinen Nichten Kleidung kaufen, und wenn die ältere einen Preis bestimmt, bleibt es dabei, da wird nicht gefeilscht oder verhandelt. Es ist für mich immer wahnsinnig amüsant da zuzusehen, wie die Verkäufer immer mehr mit dem Preis runtergehen und schließlich fast immer nachgeben, meist mit viel Gejammer, aber auch Bewunderung. Die erleben selten eine 15-jährige, die so eiskalt handelt und unnachgiebig ist. Wenn sie sagen 70Y sagt meine Nichte 20, wenn es nicht passt geht sie, spätestens 2 oder 3 Läden weiter wird sie zurückgerufen, die 20Y akzeptiert. Den Verkäufern hilft es auch gar nichts dass ein Laowai dabei ist, bei uns ist nicht mit abzocken. :lol:
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Torte
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Re: Feilschen

Beitrag von Torte »

Wenn es um Lebensmittelkauf geht ist handeln eher nicht so angesagt. Manchmal sind ein paar Mao ok, wenn der Preis z.B. 15,2 RMB ist kannst du 15 sagen und meistens gehen die Haendler da mit.

Bei allem moeglichen anderen ist es am besten den Preis so niedrig wie moeglich anzusetzen (niedriger als fuer was du es kaufen wuerdest natuerlich) und dann sich hochzuhandeln, aehnlich wie laogai schon geschildert hat.
Wenn du den Gegenstand nicht unbedingt haben musst und du es nur fuer einen absolut niedrigen Preis kaufen wuerdest mach es lieber wie robbe vorgeschlagen hat. Klappt manchmal.
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Luntan
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Re: Feilschen

Beitrag von Luntan »

Jeder Händler entscheidet selber ob er überhaupt handeln will, aber Fragen kostet nichts 8)

Man kann beim Preis am Anfang gar nie tief genug anfangen zu handeln da mit dem Preis raufgehen nie ein Problem ist :?

Gleiches gilt mit dem weglaufen: Zurück kann man immer wieder, manchmal mehrmals :mrgreen:

Das ganze einfach sportlich sehen und nicht wie bei einer perönlichen Beleidigung reagieren wenn ein Händler es eben erst einmal mit einem hohen Preis versucht. Ich sage dann jeweils so Sprüche wie: "Willst mir gleich den ganzen Laden verkaufen?" oder "Dafür bekomme ich ein Auto und keine Hose" :mrgreen:
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Re: Feilschen

Beitrag von asiaxxxpat »

Wenn es wo Du bist viel Wettbewerb gibt, dann ist das ganz einfach.

Erst nach dem Preis des Objekts Deiner Begierde fragen, sagen wir einmal bei einem Paar Schuhen: 200 RMB. Du sagst dem Haendler zu teuer und gehst weiter. Er rennt Dir hinterher und schreit Dir dann nach 150, 100, 90, 80 und gibt dann auf. Dann auf in den naechsten Laden und nach dem Preis fuer die Schuhe fragen und egal was der Haendler sagt 50 anbieten und aus dem Laden sofort wieder herausgehen. Sollte der Haendler Dir dann folgen und sagen ok, dann zahlst Du wahrscheinlich immer noch zu viel. Wenn Du Lust hast kannst Du die gleiche Prozedur dann in einem anderen Laden noch einmal mit 40 versuchen.

So lange Du die Zahlen kannst, ist hier die Sprache ziemlich egal...
báitù
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Re: Feilschen

Beitrag von báitù »

Was bedeutet feilschen wollen bzw. müssen? Richtig, dass man selber keine Vorstellung hat, was einem eine bestimmte Sache Wert ist!
Die Nachfrage sollte das Angebot bestimmen, nicht umgekehrt! :)
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YElektra
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Re: Feilschen

Beitrag von YElektra »

Als Schweizerin bin ich mir natürlich überhaupt nicht gewohnt zu feilschen. Ich befürchte, dass ich einfach anstandslos den genannten Preis zahle, weil ich wirklich keine Ahnung habe, was angebracht wäre und für mich immernoch alles sehr billig ist.

Ich werde es aber mal mit euren Tipps probieren. :) Bin gerne froh um weitere Ideen.
YElektra
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Re: Feilschen

Beitrag von YElektra »

:oops: Ich nehme ein "gerne" zurück
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Re: Feilschen

Beitrag von Laogai »

YElektra hat geschrieben:Bin gerne froh um weitere Ideen.
Hier ist eine weitere Idee: Versuche in der Landeswährung zu "denken". Rechne nicht ständig von RMB nach Franken um!
Was kostet dein Hotel, was hast du das letzte mal für das letzte Mahl ausgegeben und wie sehr hat man dich bei der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt beschissen?

Das dauert vielleicht ein paar Tage, aber das ist der Preis, den man fürs Reisen bezahlen muss.
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Geist

Re: Feilschen

Beitrag von Geist »

Beim feilschen musst Du in erster Linie viel Ausdauer und Hartnäckigkeit (wenn das mal nicht identisch ist) zu Tage bringen. I. d. R. nennen mir die Verkäufer schon von sich aus einen Preis wenn ich mir einen Artikel interessiert anschaue. Tun sie dies nicht und es ist auch kein Preisschild oder dergleichen angebracht dann gehe ich leicht unter den Preis den ich für angemessen halten würde. Hat bisher immer wunderbar geklappt und falls der Verkäufer mit dem Preis nach oben ging, dann nur soviel das ich damit noch Leben konnte. Früher oder später wirst Du bei dem riesen Warenangebot hinsichtlich Qualität, Straßenhändler oder Laden, Beschaffung der Ware, etc., ein Gefühl entwickeln was preislich angemessen ist - das geht recht fix. Wenn Du zu Beginn noch einen native dabei hast, geht das noch schneller. Häufig hast Du auch Verkäufer die auf stur stellen und die Ware dann nicht mehr verkaufen wollen bzw. nicht für den Preis. Aber auch die werden weich und rufen Dich früher oder später zurück. :wink:

Ich war in Beijing einmal innerhalb einer Stunde dreimal in einem Laden der Koffer verkauft hat, da meiner kaputt ging und ich entsprechend die Einkaufspassage (so gut wie jeder Laden hatte Koffer und Taschen) abgegrast habe um einen neuen zu kaufen. Dreimal weil ich schlecht darin bin eine Wahl zu treffen, meine Begleitung immer wieder irgendwelche Vor- und Nachteile gesehen hat und vergleichen wollte (Chinesen sind da kleinlich) und es auch keine miserable Qualität sein sollte. Beim dritten mal hat der Verkäufer gesagt "wenn sie noch einmal wiederkommmen, verkaufe ich ihnen gar nichts mehr", was m. E. n. rotzfrech war, ergo haben wir ebenso frech gekonntert mit der Bemerkung "Schade, dann kaufen wir den Koffer eben woanders", denn wir hatten tatsächlich vorgehabt diesen zu kaufen. Wir gingen also an den gegenüberliegenden Stand und keine 2 Minuten vergingen und der Verkäufer kam aus dem Laden gestürmt und bot uns den Koffer zu einem günstigeren Preis an wie gedacht.:mrgreen:

Gruß
Geist

P.S. Mit einem passenden Schwiedermutterlächeln gibt's i. d. R. noch ein paar yuan günstiger. :wink:
P.P.S. Nicht andauernd nur in der (heimischen) Landeswährung rechnen, auch umrechnen nach RMB. EDIT: Laogai war schneller...
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happyfuture
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Re: Feilschen

Beitrag von happyfuture »

Torte hat geschrieben:Wenn es um Lebensmittelkauf geht ist handeln eher nicht so angesagt. Manchmal sind ein paar Mao ok, wenn der Preis z.B. 15,2 RMB ist kannst du 15 sagen und meistens gehen die Haendler da mit.
na ja, beim Milchkauf im Supermarkt handele ich meist 3 Packungen zum Preis von 2 raus, wobei dies bislang IMMER bei reinen CN-Märkten, nicht jedoch bei Carrefour funktioniert hat.

Meine Erfahrung ist, je länger Du Dich in China aufhältst und vor allem in RMB denkst, um so eher ist auch dein CN-Gegenüber bereit, auf einen für beide Seiten fairen Deal einzugehen. Wie auch in anderen für den gemeinen Mitteleuropäer exotischen Ländern haben Chinesen ein gutes Gespür dafür, wo sie ein paar Maos mehr rausholen können. Dazu gehören auch ungeeichte Gewichte oder Messbecher auf dem Markt zu Gunsten des Verkäufers.

Leider gibt es immer mehr Aliens, die so gut wie nie handeln oder beispielsweise das Wechselgeld von der Taxifahrt nicht zurückverlangen. So fällt mir insbesondere in Shanghai auf (gestern Nacht wieder passiert!), dass Taxifahrer schon gar keine Anstalten mehr machen, Wechselgeld rauszugeben. Finde ich nicht gut, kann jedoch dieses "Vorteilsverhalten" irgendwo verstehen ...
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