hmm, doch so viel resonanz! liegt wohl daran, dass ich a) so uninteressant schreibe und b) zuviel un c) ihr endlich froh wart mich loszusein
wollte zwar aus ulan bator schreiben, klappte aber zeitlich nicht. bin nun in peking angekommen, uebernachte im far eastern international youth hostel. sehr sauberer schuppen, sehr angenehm, nur bei den toiletten koennten sie etwas mehr machen. und hey, ich komme mit meinem chinesisch besser durch als ich dachte! naja, abends laesst die konzentration nach und ich habe nicht ein wort von dem verstanden, was mir die bedienung im lokal zu vermitteln versuchte. musste fuer meine jungs auch erstmal gleich den ganzen tag lang verhandeln.
so, was ist nun alles passiert:
seitdem ich euch geschrieben habe hat sich einiges getan.
erstmal: solltet ihr die absicht haben mal nach russland zu kommen, informiert euch ganz genau, was fuer formalitaeten zu erfuellen sind. in wirklichkeit scheint naemlich niemand ahnung zu haben! das visum stellt ja an und fuer sich bereits einen akt dar, ist auch scheiss teuer. sobald ihr dann in rusland seid, muesst ihr euch binnen 48 oder 72 stunden (habe da immer unterschiedliches gehoert) registrieren lassen, und das geht an sich nur dadurch, dass irgend eine offiziell anerkannte stelle (zB ein hotel) fuer euch buergt. wenn ihr in dem hotel uebernachtet dann muesste das problemlois gehen, wer aber so wie wir sich lieber in peterhof in einen total zugemuellten wald legen will muss das ueber ein reisebuero machen. die gehen dann zu einem hotel und regeln das. kostete uns 30 euro pro nase! so, damit dachten wir haetten wir alles erfuellt, was zu tun sei. also, ab in die transsib, nach irkutsk und dort 5 tage irgendwo in der wildnis gepennt, ohne irgend etwas boeses dabei zu denken.
tja, hier haetten wir uns laut unserem einen freund auch registrieren lassen muessen, sprich: zu so ziemlich jedem zeitpunkt muss man nachweisen koennen, wo man in russland war. transsibtickets weisen schon viel nach, aber wer soll uns bestaetigen, dass wir und auf alchon neben viel zu vielen anderen campern, zu diesem und jenem zeitpunkt befunden haben?
problem! zumindest bei der ausreise. was kann einem da passeiren? im prinzip kann man an der grenze dazu aufgefordert werden zum naechsten was auch immer amt zu gehen und dort eine strafe von umgerechnet 30 euro zu zahlen. und man riskiert dabei bis zu 3 werktage zu verlieren (also wenn man am freitag ausreisen wollte...). um solche probleme zu umgehen empfahl uns eben jener freund mit der transsib
grenzueberschreitend zu fahren, denn wozu hat man einen korrupten staat, wenn man nicht davon auch gebrauch machen kann? die ueberlegung war folgende:
in der bahn haben die grenze weniger zeit und koennen den gesamten zug nicht ewig lang aufhalten, besonders haben sie keine geduld sich mit auslaendern auseinanderzusetzen, die kein wort russisch koennen (und warum sollte sie selbst bitte schoen irgendeine andere sprache erlernen?). wohlgemerkt: der zug steht an der grenze sowieso ca. 7 stunden (russische und mongolische kontrollen).
in der bahn werden die grenzer auch selbst nicht kontrolliert und somit wird eine bestechung wesentlich erleichtert und besonders: man verliert vielleicht geld, aber keine zeit!
also fuhren wir erstmal mit der elektrischka nach sludianka (suedlicher punkt des baikal see), uebernachteten dort im bahnhof und fuhren verkatert am naechsten morgen mit der naechsten elektrischka nach ulan ude. dort angekommen kuemmerten wir uns sofort um bahntickets und bekammen fuer den naechsten tag coupekarten bis ulan bator. also noch eine nacht im bahnhof verbracht (in ulan ude gibt es eh nichts zu sehen). die karten im uebrigen fuerumgerechnet nicht ganz 50 euro! mit dem nahverkehr nach ulan bator waehren es vielleicht 15! geworden (irkutsk - ulan ude waren nicht mal 5 euro!)
tja, coupe klingt zwar gut, aber was ein spektakel...
der zug war von der mongolischen bahn und voller mongolen. klar. wer aber denkt, dass coupe so toll ist, der sei eines besseren belehrt. wir wollten in unser abteil... und konnten einfach nicht! es ging nicht! irgendso eine mongolische alte schachtel von einer haendlerin hatte das komplette abteil mit abwasserschlaeuchen vollgepackt, ich frage mich, wie sie selbst und ihre begleiterin die gesamte zugfahrt darin verbringen konnten.
alles frischeverpackte plastikrohrsets fuer waschbecken und so. nach einer dreiviertel stunde hatte sie das abteil soweit freigemacht, dass ich ca 10 mal 10 zentimeter platz auf meinem bett hatte. irgendwann hatte jegliche mongolische haendler im kompletten zug verstaut. in den lueftungsschaechten, unterm fussboden, in der decke... ueberall, an orten, auf die man gar nicht kommen wuerde, dass man da was verstecken kann. und wozu? um es vor dem zoll zu verstecken? fehlanzeige! der zoll kennt alle verstecke! somit packten die 2 stunden vor ankunft an der grenze wieder alles aus. was die ganze aktion nun sollte weiss ich echt nicht. evtl. einfach nur um das alles zu verstauen, so dass es nicht so stoert, aber warum haben sie das nicht frueher gemacht? fragen ueber fragen...
auf jeden fall waren die grenzer viel zu sehr damit beschaeftigt schmiergelder von den haendlern zu nehmen als dass sie noch lust gehabt haetten sich mit uns kleinen fischen abzugeben. prblemlos und ohne irgendwas zu zahlen gelangte der
ausreisestempel in unseren pass. ich habe mich selten ueber einen stempel so sehr gefreut.
weiter ging es nach ulan bator.
solltet ihr in die mongolei reisen wollt kan ich euch folgenden tipp geben:
es sprechen dort mehr leute englisch als in russland! probleme gibt es nicht! und wenn ihr gute informationen bekommen wollt, dann lernt franzoesisch! ca. 90% der touristen scheinen franzosen zu sein. meist sind es backpacker.
2 haben uns alle infos gegeben, die wir brauchten, sprich zum thema reiten.
wir sind letzenendes mit einem taxi (8 sehr unbequeme und holprige stunden) nach karakorum gefahren und haben uns dort bei "crowns cafe" mit pferden und einem fuehrer eingedeckt. dann sind wir eine woche geritten....
geil, aber an das nomadische essen konnte sich so keiner richtig gewoehnen. es gibt immer nur hammel, salztee, airak (gegorene stutenmilch) und aaruul (so eine art kaese).
"der groesste kulturschock ist der kulinarische." (zitat LeChef)
wuerde ich da nun mehr beschreiben (zum thema reiten) wuerde das sehr lang werden (romantische erzaehlungen brauchen eben laenge), somit lasse ich das.
auf jeden fall bin ich nun in peking und in 2 jahren hat sich in der tat viel geaendert. was mir bis jetzt am extremsten aufgefallen ist:
-wesentlich modernere autos (vor allem die taxis)
-mehr leute die recht gut englisch sprechen
-man wird als auslaender nicht angestarrt
-ich habe keine ahnung von chin. essgewohnheiten und von etiquette! (schande ueber mich)
so, ich muss morgen wieder fuehrer und uebersetzer spielen, ich haue mich also nun mal in die falle. (das far eastern int. youth hostel ist echt zu empfehlen)
gute nacht

LeChef