Integrationspolitik im Deutschland

Forum für Chinesen und Deutsche, die sich über deutsche Sitten und Eigenarten austauschen möchten.
robbe
Old China Hand
Old China Hand
Beiträge: 871
Registriert: 25.10.2008, 19:47

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von robbe »

Yingxiong hat geschrieben: Die anderen werden gezwungen? Aber "ich" lasse mich nicht zwingen? Dann ist eine Integration unmöglich, weil "ich" eine Integration nicht zulasse. Dann kann "ich" aber den anderen nicht ankreiden, dass sie sich nicht integrieren wollen.
Ich sag es mal so: Wieso soll sich jemand an Neuzuzügler anpassen, wenn er nicht dafür verantwortlich ist bzw. es gar nicht will, dass es zur Einwanderung kam/kommt? Daher das Wort "Zwang". Man wird "gewzungen" sich selbst an Neuzuzügler anzupassen obwohl man gar nicht selbst beschlossen hat, dass man das möchte. Daher kann dies zu einem Problem führen.
Oder anders: Ich möchte mich nur "anpassen", wenn es mir passt, aber nicht, weil ich muss, da irgendjemand mit anderen Vorstellungen beschlossen hat der Gesellschaft beizutreten (ohne mich zu fragen).
Nicht falsch verstehen: Nur weil ich in der Ich-Form geschrieben habe, habe ich nicht generell was gegen Ausländer oder andere kulturelle Einflüssen. Finde ich eher sehr interessant.
Benutzeravatar
Yingxiong
Titan
Titan
Beiträge: 7252
Registriert: 12.11.2006, 17:50
Wohnort: Schweiz, Oberfranken, Beijing
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Yingxiong »

Da hast du etwas falsch verstanden!

Es geht nicht darum, dass "ich" mich an die Neuzuzügler anpassen muss, sondern dass auch ich bereit bin, auf die Neuzuzügler zuzugehen.

In meinem Wohnblock lebt seit ein paar Jahren auch ein Ehepaar aus Syrien. Kaum ein Nachbar hat Kontakt mit ihnen (gesucht). Aber hinter dem Rücken wird über sie gelästert. Auch wenn es irgendetwas zu kritisieren gibt, geht es über die Hausverwaltung.

Ich habe von Anfang an versucht, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Mittlerweile unterstützen wir uns gegenseitig. Gelegentlich kommt er mit zum Tischtennis. Er bringt uns mal Lebensmittel mit, die wir sonst viel teurer bezahlen müssten, dafür helfe ich ihm bei Behördenkorrespondenz.

Dadurch erleichtere ich ihm die Integration in die hiesige Gesellschaft.
R.I.P. Little Yingxiong Engelskind 05.01.2013

Die Erinnerung ist das Fenster durch das wir Dich sehen können, wann immer wir wollen...

Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden - ich hab die Zeit noch nicht gefunden!
Benutzeravatar
happyfuture
Titan
Titan
Beiträge: 5524
Registriert: 11.02.2009, 17:18
Wohnort: 上海(CHN), Bali (IDN), HKG
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von happyfuture »

Yingxiong hat geschrieben:Dadurch erleichtere ich ihm die Integration in die hiesige Gesellschaft.
du bist ein richtig Guter! :mrgreen:
Benutzeravatar
Yingxiong
Titan
Titan
Beiträge: 7252
Registriert: 12.11.2006, 17:50
Wohnort: Schweiz, Oberfranken, Beijing
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Yingxiong »

Bildlich ausgedrückt:

Wenn wir jemandem permanent den Rücken zudrehen, dann kann er für die Integration tun, was er will. Er wird es nicht schaffen können, sich zu integrieren - weil wir es nicht zulassen.

Also müssen auch wir für die Integration bereit sein.
R.I.P. Little Yingxiong Engelskind 05.01.2013

Die Erinnerung ist das Fenster durch das wir Dich sehen können, wann immer wir wollen...

Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden - ich hab die Zeit noch nicht gefunden!
robbe
Old China Hand
Old China Hand
Beiträge: 871
Registriert: 25.10.2008, 19:47

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von robbe »

Yingxiong hat geschrieben:Da hast du etwas falsch verstanden!
Das habe ich tatsächlich :D
Yingxiong hat geschrieben:Es geht nicht darum, dass "ich" mich an die Neuzuzügler anpassen muss, sondern dass auch ich bereit bin, auf die Neuzuzügler zuzugehen..
Da stimme ich dir zu.

Ist ja auch irgendwie was ganz normales und hat nichts mit der Staatsangehörigkeit zu tun.
Benutzeravatar
AngelofMoon
Old China Hand
Old China Hand
Beiträge: 908
Registriert: 22.05.2011, 12:29

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von AngelofMoon »

Integrations Politik!

Das was die Politik vor Jahren versäumt hat wird jetzt dafür um so extremer nachgeholt auch auf Kosten und zum Nachteil der eigenen Bevölkerung.
Nicht das dieses nur Deutschland betrifft andere Länder sind da auch nicht besser.
Was mich aber am meisten stört ist das man die Leute oft über einen Kamm schert.
Die Medien leisten oft dann auch Ihren Beitrag dazu, da negative Nachrichten sich besser verkaufen und die Einschaltquoten erhöht.
Irgend wann wird dann wieder die Bevölkerung im gleichen Chor singen wie vor 78 Jahren, ich hoffe das ich diesen Tag nicht erleben werde und wenn doch sage ich Deutschland Good By.
Einige Binationale Ehepartner können hier bestimmt einige Beispiele bringen wo Ihre Ehe dann sowohl von Freunden als auch von Verwanten schlecht geredet wird oder die Leute mit dem Ehepaar nichts mehr zu tun haben wollen.
Wo fängt Integration an und wo hört sie auf?
Konfuzius sprach: “Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass die Menschen Dich nicht kennen, sondern darüber, dass Du sie nicht kennst.”
romeo
Old China Hand
Old China Hand
Beiträge: 760
Registriert: 16.06.2006, 18:42

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von romeo »

Ich glaube nicht, daß die Deutschen bei einem Migrantenanteil von inzw. 20% grundsätzlich ausländerfeindlich eingestellt sind. Wir haben auch kein Problem mit der Einwanderung an sich, sondern wir haben fast ausschließlich Probleme mit Einwanderern und deren Nachkommen aus islamischen Ländern. Das gilt nicht nur für Dtl., sondern auch für sämtliche andere Länder, die eine nennenswerte Zuwanderung aus diesem Kulturkreis aufweisen. Die Integration ist auch grundsätzlich Pflicht für einen Einwanderer und nicht umgekehrt. Wer die Gesellschaft oder das Land in das er einwandert grundsätzlich ablehnt und ihr feindlich gegenüber steht, hat hier nichts verloren. Das gilt auch für seine Kinder. Andernfalls wird aufgrund des zunehmenden Anteils an der Bevölkerung langfristig die soziale, politische und wirtschaftl. Stabilität des landes gefährdet.
Benutzeravatar
Yingxiong
Titan
Titan
Beiträge: 7252
Registriert: 12.11.2006, 17:50
Wohnort: Schweiz, Oberfranken, Beijing
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Yingxiong »

Gerade dann ist es wichtig, dass ich auf sie zugehe und ihnen die Integration erleichtere.
R.I.P. Little Yingxiong Engelskind 05.01.2013

Die Erinnerung ist das Fenster durch das wir Dich sehen können, wann immer wir wollen...

Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden - ich hab die Zeit noch nicht gefunden!
romeo
Old China Hand
Old China Hand
Beiträge: 760
Registriert: 16.06.2006, 18:42

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von romeo »

Yingxiong hat geschrieben:Gerade dann ist es wichtig, dass ich auf sie zugehe und ihnen die Integration erleichtere.

Falsch. Man kann niemanden integrieren, der das nicht will. Wer dieser Gesellschaft und unserer Lebensweise feindlich gegenüber eingestellt ist, hat weder Respekt verdient, noch muß der betreffende im Land geduldet werden.
earleyalgorithmus
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 143
Registriert: 20.06.2009, 23:20

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von earleyalgorithmus »

Ich bin grundsätzlich gegen Masseneinwanderung in Deutschland bzw. Europa. Nach dem Studium habe ich auch vor mir, nach jahrelangen Arbeitserfahrungen in Deutschland dann wieder heimatzukehren.

Die Intergration bekommt nur eine leichte Bedeutung in Deutschland. Meine Meinung nach soll ein einzubürgern Versuchender mindestens Werke von Goethe und Schiller durchlesen und einen Diplomabschlussprüfung entsprechenden Test erst bestehen, bevor er einbürgert. Das heisst in der Tat Integration.

"Mann aus China", du verwechselst Integrationsunwillige mit Integrationsunfähigen. Die Anhänger der Steinzeitreligion sind nicht nur Problem von Deutschland, sie verursachen auch Probleme in China. Viellecht wander ich nach Japan, wo der letzte Ort ohne diese Religion ist.
Benutzeravatar
no1gizmo
VIP
VIP
Beiträge: 2710
Registriert: 19.11.2005, 19:10
Wohnort: Berlin

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von no1gizmo »

Ausländer != Ausländer.

Die meisten Ausländergruppen (Vöker, Nationen) aus Europa/Amerika/Asien fallen hier gar nicht auf, weil die sich a) durch kulturelle Nähe sehr leicht anpassen (z. B. Franzosen) oder b) aus kulturellen Gründen sehr unauffällig verhalten (z. B. Vietnamesen).

Türken/Araber fallen hier eben auf, nicht (nur) wegen ihrer Hautfarbe, sondern wegen ihre kulturell geprägten Verhaltensweisen.

Entweder man duldet hier Parallelgesellschaften oder reduziert den Ausländeranteil eben.

In Japan z. B. sind Japaner öffentlich immer freundlich und zuvorkommend gegenüber Ausländern. In Japan gibt es aber auch keinen hohen (sichtbaren) Ausländeranteil, keine Ausländerkriminalität, keine Sozialleistungen für Ausländer. Ähnlich ist es in China, wo Ausländer eben nur Wissen und/oder Geld ins Land bringen - klar hat da niemand was gegen Ausländer.
Bernhard hat geschrieben: Wenn Deutsche in solch prekären Verhältnissen wohnen müssten, wären viele davon auch nicht andres. In manchen Städten in Ostdeutschland (ich habe das von Berlin-Neukölln gehört) sind es Deutsche, die am Rande der Gesellschaft sind und sich entsprechend benehmen.
Ähm nöö. Also Neuköln, da bin ich regelmäßig und problematisch sind da Türken/Araber. Macht man immer einen Bogen rum, besonders bei U-Bahnhöfen.

Deutsche sind eher im Stadtteil Lichtenberg problematisch, aber weit weniger auffällig, als es Türken/Araber sind.

Meine chin. Freundin hat sich noch nie über aggressive Deutsche beschwert, Türken/Araber sind bei ihr aber unten durch.
我是德国人,欧洲人和地球人

Blog über Leben und Arbeit in China- und Japan
Benutzeravatar
Attila
Old China Hand
Old China Hand
Beiträge: 968
Registriert: 03.05.2007, 19:11
Wohnort: Bayern

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Attila »

Yingxiong hat geschrieben:Bildlich ausgedrückt:

Wenn wir jemandem permanent den Rücken zudrehen, dann kann er für die Integration tun, was er will. Er wird es nicht schaffen können, sich zu integrieren - weil wir es nicht zulassen.

Also müssen auch wir für die Integration bereit sein.
DANKE! :D

Ich wollte hier schon viel schreiben, aber Yingxiong hat mir kurz und knapp die Arbeit abgenommen.

Integration ist eben ein zweiseitiger Prozess - würde es einseitig gemeint sein redeten wir von Assimilation.

Daher reicht es nicht das 'die Politik' etwas beschließen und machen soll. Integration heisst auch das jeder Deutsche sich engagiert Neubürgern zu helfen.

Vielleicht sollten wir mehr von Ausländerfreundlichkeit und was das bedeutet reden - weniger von Ausländerfeindlichkeit
"Hallo Leute da bin ich wieder! War nur mal ein paar tausend Jährchen weg, was habt ihr denn inzwischen so... ACH DU SCHEISSE!!!" - Gott

Got Pork?
Bernhard
VIP
VIP
Beiträge: 2459
Registriert: 17.01.2009, 23:34

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Bernhard »

earleyalgorithmus hat geschrieben: Die Intergration bekommt nur eine leichte Bedeutung in Deutschland. Meine Meinung nach soll ein einzubürgern Versuchender mindestens Werke von Goethe und Schiller durchlesen und einen Diplomabschlussprüfung entsprechenden Test erst bestehen, bevor er einbürgert. Das heisst in der Tat Integration.
Na ja, mal langsam... Welcher Deutscher hat Werke von Goethe und Schiller durchgelesen? Ich auch nur die, die ich auf der Schule lesen musste (und das waren nicht viele). Wie viele Deutsche haben ein Uni-Diplom oder entsprechendes? Ich nicht. Soll ich dann meine Staatsbürgerschaft zurückgeben?

Ich denke, ein Land ist berechtigt, seine Zuwanderer auszuwählen, auch nach Qualifikation. Aber solche Anforderungen werden dann gestellt, weil es dem Land nützt. Mit Integration hat das primär nichts zu tun.
earleyalgorithmus hat geschrieben: "Mann aus China", du verwechselst Integrationsunwillige mit Integrationsunfähigen. Die Anhänger der Steinzeitreligion sind nicht nur Problem von Deutschland, sie verursachen auch Probleme in China. Viellecht wander ich nach Japan, wo der letzte Ort ohne diese Religion ist.
Es hilft nichts, den Islam hier zum Sündenbock zu machen. Viele Türken leben hier unauffällig und schaden niemandem. Das Problematische ist vielmehr die Ignoranz gegenüber der neuen Heimat oder einfach eine persönliche Bequemlichkeit oder Liederlichkeit. Viele Russlanddeutsche ("Deutsche") sind in dieser Hinsicht auch nicht anders.
Benutzeravatar
DangsSheep
Forumexperte
Forumexperte
Beiträge: 312
Registriert: 12.02.2009, 12:07
Wohnort: NRW

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von DangsSheep »

Nennen wir das Kind doch beim Namen, wirklich große Probleme gibt es (fast) nur mit Migrantenströmen aus Islamisch geprägten Ländern, mal ganz unabhängig davon wer dafür schuld ist. Alle Migranten unter einen Hut zu schieben löst keine Probleme....
Bernhard
VIP
VIP
Beiträge: 2459
Registriert: 17.01.2009, 23:34

Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Bernhard »

DangsSheep hat geschrieben:Nennen wir das Kind doch beim Namen, wirklich große Probleme gibt es (fast) nur mit Migrantenströmen aus Islamisch geprägten Ländern, mal ganz unabhängig davon wer dafür schuld ist. Alle Migranten unter einen Hut zu schieben löst keine Probleme....
würd ich so pauschal nicht sagen.

Bestimmt kommen viele problematische Einwanderergruppen aus islamischen Ländern. Aber nicht alle. Wie gesagt, die Russlanddeutschen (die außer einem deutschen Namen nichts Deutsches mehr an sich haben) stehen mancherorts den Einwanderern aus Nahost in nicht viel nach. Und manche Leute sagen solches auch über Leute aus dem Balkan (wobei ich das von den Gastarbeitern aus Jugoslawien, die ich kenne, nicht bestätigen kann).
Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast