laogai hat geschrieben:
Ich habe nur mal reingelauscht und weder die Kommentare gelesen noch darüber recherchiert. Daher meine Frage: Woher weiß man denn wie sich die Chinesen vor einigen Jahrhunderten artikuliert haben?
Das frage ich mich allerdings auch...
laogai hat geschrieben:
Sollte
上古 wirklich stimmen sind alle Einwohner des damaligen Chinas ausgewandert und haben sämtliche Spuren ihrer Existenz inklusive der Sprache erfolgreich mitgenommen bzw. vernichtet.
Ich schätze mal, darum geht es nicht. Ich mag falsch liegen, aber ich bin mir sicher, dass es damals in China mindestens genauso große Dialektunterschiede gab, als früher. Deswegen vermute ich sehr stark, es geht um die Sprache, die bei Hofe gesprochen wurde. Und die war zu unterschiedlichen Zeiten wohl unterschiedlich.
Mein Hongkonger Bekannter hat mir mal erklärt, zur Zeit der Tang-Dynastie sei wahrscheinlich so etwas wie Kantonesisch die Sprache des Hofes gewesen; in der Song-Dynastie der Miannan-Dialekt (oder umgekehrt, ich erinnere mich nicht mehr genau).
Unabhängig davon, kann man sich wohl schon vorstellen, dass die Idiome sich verändert bzw. abgeschliffen und angeglichen haben. Ein Hinweis auf die Sprache des Nordens vor langer Zeit ist vielleicht auch der Hakka-Dialekt, weil die Hakka ja in früher Zeit Nordchina ausgewandert sind und ihre Sprache konserviert haben. Allerdings weiß ich nicht, inwieweit sie sie dann mit Elementen ihrer südchinesischen "Gastgeber" angereichert haben.
Ein anderer Hinweis zumindest für die Sprache der tonangebenden Schicht in China sind wohl die sino-koreanischen, -japanischen oder -vietnamesischen Wörter. Ich bin kein Sinologe und habe mich mit dem Thema auch nicht eingehend beschäftigt, aber auf den ersten Blick fällt auf, dass diese Lehnwörter auch eher aus südlichen Dialekten zu kommen scheinen...