Sarrazin lobt China

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quant
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Sarrazin lobt China

Beitrag von quant »

Sarrazin kanns nich lassen, Schlagzeilen zu schlagen, (diesmal bloß positivere).

siehe: http://web.de/magazine/beruf/bildung/12 ... #.A1000107
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ingo_001
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Re: Sarrazin lobt China

Beitrag von ingo_001 »

Es konnte dafür ja nur besagtes Buch als Grund in Frage kommen - hatte da also richtig vermutet.
Und im da gleich mal ne Beurteilung abzugeben: So Unrecht hat die Autorin des Buches (was einzelne Aussagen angeht) m.E. nicht.
Wobei sie meistens übers Ziel hinusschiesst.
Ich hatte es ja in anderen Threads schon mal gesagt: Auch für meinen Geschmack sind unsere Schulen/Lehrer heute nicht (mehr) fähig/in der Lage, dafür zu sorgen, dass Wissen auch zu vermitteln, was in den Lehrplänen vorgegeben ist (die Qualität einzelner Lehrpläne ist da ein anderes Thema).
Und das fängt schon bei den sog. Soft skills an: Wenn der Lehrer noch nicht mal in der Lagge ist, dafür zu sorgen, dass die Klasse als Gesamtes dem Unterricht folgen kann, dann stimmt eindeutig was nicht.
Ich bin weit davon entfernt hier das chin Schulsystem zu bewerben - aber zu meiner Schulzeit wurde darauf geachtet, dass die Schüler (die weshalb auch immer) den Unterricht stellenweise unmöglich machen wollten, dies nicht (in dem Maass wie heute) tun konnten.
Und genau dieses konsequente Vermitteln der Soft skills, was heute in vielen Elternhäusern nicht nehr erfolgt, muss in den Grundschulen statt finden.
Da das aber leider nicht (mehr) erfolgt, braucht man sich nicht über die Situation an den weiter führenden Schulen zu wunden, die ja so beklagt werden.
Das Leben besteht eben nicht (wies die Werbung vor gaukelt) nur aus Party und "ich kann machen, was ich will". Und genau dieser Umstand muss (wieder) vermittelt werden.

Aber mit Essensentzug, dem Verbrennen von Stofftieren oder gar nen Verbot auf Toilette zu gehen, hat sich die Autorin auch disqualifiziert.
Zwischen dem "Du-Du-Kuschel-Kurs" hier und ihrer Methode ist eine breite Mitte, die genug Pla für andere Vorgehensweisen lässt.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
Bernhard
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Re: Sarrazin lobt China

Beitrag von Bernhard »

was soll ich sagen... eine Ganztagsschule mit Freizeitangeboten und einer geregelten Hausaufgabenbetreuung gibt es in vielen Ländern. Da braucht man nicht bis nach China gehen. Und in vielen Fällen ist das wirklich besser, vor allem wenn beide Elternteile arbeiten und die Kinder sonst sich selbst überlassen wären.

Aber das ist nichts "spezifisch Chinesisches". Spezifisch chinesisch (oder asiatisch, nicht nur chinesisch) ist dieser enorme Druck, der enorme Konkurrenzkampf und das Vollstopfen mit Wissen, das u.U. gar nix bringt.

Dabei geht es mir explizit nicht um diese ziemlich fruchtlose Diskussion "Faktenwissen vs. Kreativität". Vielmehr sollte man Kinder nicht zu funktionierenden Maschinen machen und sie schon in frühester Kindheit "verheizen". Wissen ist zwar sehr wichtig, aber es ist nicht alles. So wie bei einem Erwachsenen ein guter Job zwar wichtig ist, aber nicht alles.

Abgesehen davon, zweifle ich noch immer stark, dass das Wissen, dass in Asien in die Kinder hineingestopft wird, in jedem Fall nützlich ist. Denn dann müssten alle asiatischen Hochschulabgänger ja wandelnde Lexika und geistige Überflieger sein. Nach meiner Wahrnehmung sind sie aber auch nicht anders als die Leute hier...

Übrigens: Diese Thema hatten wir in einem anderen Thread schon. Aber dieses Mal finde ich es ausnahmsweise gut, dass er nochmal eröffnet wurde ;-)
Aremonus
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Re: Sarrazin lobt China

Beitrag von Aremonus »

"Vor die Wahl gestellt, dass ein Kind zuhause vor dem Fernseher verblödet, finde ich es besser, dass die Kinder eine verpflichtende Ganztagsschule haben, mit einem geregelten Freizeitangebot und einer Hausaufgabenbetreuung".
Dies kann ich so unterschreiben.
Das Beste wäre schon, wenn die Eltern sich um die Kinder kümmern, sie erziehen und fördern. Viele Life-Style-Mütter gehen aber lieber morgens arbeiten und Nachmittags mit den Freundinnen einkaufen, während des Kind zu sich selbst schauen muss.
Daher ist eine Ganztagesschule die zweitbeste Lösung.

Die Schule muss aber nicht "Ganztages-Pauken" bedeuten - denkbar wäre, einfach Sport-Nachmittage, Game-Nachmittage und Kurse zu veranstalten.
An meine Schule war es so, dass wir dann einmal einfach ein Computer-Game programmiert haben - war ziemlich cool (wenn gleich die Grafik schlecht war) und für viele eine wertvollere Erfahrung als 40 zusätzliche Stunden Matheunterricht - auch bezüglich beruflicher Qualifikationen. Natürlich erscheint dies nicht in der PISA-Studie - erhöht aber das akademische Potential, die Breite des Wissens und gibt einem nützliche Fähigkeiten; und FASZINIERT die Kinder.
Der Kurs war freiwillig: man konnte anstelle dessen auch Sportkurse machen oder Wandern gehen oder einen Song schreiben und aufnehmen u.ä.
Für mich eine viel positivere Erfahrung als alleine zu Hause zu sitzen.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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