Nein, eben nicht. Der Euro "verfällt" nicht gegenüber dem Yuan - der Wechselkurs wird ja von der PBOC selber festgelegt. Und was der Euro gegenüber dem Yen oder dem Dollar macht, ist für China von eher sekundärer bedeutung.Das die Chinesen demnach ein grosses Interesse daran haben, diesen Haufen nicht verfallen zu lassen, versteht sich von selbst.
Zudem können die paar Milliarden, welche China in die EU pumpen kann, nicht wirklich die Billionengeschäfte auf den internationalen Finanzmärkten beeinflussen.
Ökonomisch ist die ganze Aktion bedeutungslos. Auch andere Länder haben EU-Assets gekauft - beispielsweise die Schweiz (in einem Ausmass, das teilweise jenes von China sogar überstieg); aber die Schweiz interessiert keinen, da bei ihr klar ist, dass die SNB nur geldpolitische Absichten verfolgt und die Euros auch wieder verkaufen kann.
Die Milliarden, die die SNB in der EU verlocht hat, wurden nur in der Schweiz wahrgenommen und ausführlich kritisiert.
Politisch hingegen konnten die Chinesen so eine Message ausgeben: "Schau mal Europa, wir glauben an Dich! Vertrau' Du doch auch uns! Und schau mal Amerika, wozu eine Überschuldung führen kann - willst Du das wirklich auch?" Das Land konnte so seine "Soft Power" erhöhen, was schon länger ein strategisches Ziel ist (wichtige wissenschaftler in der CAPS des Staatsrats wurden ja von Nye, der den Begriff geprägt hat, ausgebildet).
Aber ich möchte mich hier eigentlich auf die ökonomische Perspektive beschränken.
Jup, that's it. Aber China hat während der Krise eher weniger Assets gekauft, da der Handelsüberschuss kurzfristig zurück ging. Mit den bereits gekauften Devisen hat es aber in zu billig eingepreiste Papiere investiert.Die taktischen Aufkaeufe fremdlaendischer Devisen nutzt natuerlich vor allem auch dazu, den RMB billig zu halten.
Eigentlich nur die US-Regierung zu einem namhaften Teil (deckt fast 8 Prozent der Schulden derselben). China handelt aber an den internationalen Finanzmärkten und sellt somit ein weiterer Player dar. Natürlich investiert die PBOC aber nur in AAA-Assets mit tiefem Beta und das sind nunmal vornehmlich Regierungsbonds.China finanziert weltweit die Regierungen.
Wie gesagt... das ganze wird in den Medien etwas zu übertrieben dargestellt.
Genau. Die Regierung verhindert aber den Anstieg der Gehälter ganz einfach durch die Geldpolitik - ist der Yuan wenig wert, sind chinesische Arbeiter billig. Innerhalb Chinas sind sowieso keine plötzliche landesweite Änderungen zu befürchten - mit 1,3 Milliarden Menschen dauert das."China hat sein Humankapital an den Westen verkauft!"
Föderalismus heisst nicht, dass die Zentralregierung keine Macht hat oder schwach ist - sondern dass sie schlank ist und nur die wichtigsten Aufgaben selbst übernimmt - siehe Schweiz, Deutschland, USA.Ich vertrete im Gegenteil die Auffassung, dass der Foederalismus endlich ein Ende finden muss.
Das Gegenteil ist Zentralismus, wie er in China, Nordkorea oder Frankreich anzutreffen ist.
Das Problem in der EU war, dass die Dinge nicht klar festgelegt worden sind. Man setzt zwar auf Föderalismus und gab Brüssel nur wenige Kompetenzen, aber übertrug die Verantwortung für viele (zentralistische) Belangen zur EU. Egal welches System gewählt wird - die Regierung braucht die Kompetenzen, um die ihr zugewiesene Verantwortung wahrnehmen zu können. Im vorliegenden Fall müsste sie also in der Lage sein, säumige Staaten zu sanktionieren.
Ich persönlich bin auch für einen europäischen Staat, aber eben für einen, in dem die Verantwortungen klar festgelegt sind und in dem am Ende die Bürger das Wort haben - nicht irgendwelche Altpolitiker.
Wie dem auch sei, dieses Thema unterliegt streng normativen Urteilen und düfte unseren Kontinent noch ein paar weitere Jahrzehnte beschäftigen. Ich beschäftige mich daher lieber mit der Ökonomik, da weiss man was man hat

