Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

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88--Guiyang--88
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von 88--Guiyang--88 »

aquadraht hat geschrieben:ein prollender Beleidiger wie bossel hat Narrenfreiheit (was mich auch nicht stört, kann man ja ignorieren). Allgemein gilt wortgleiches Crossposten über Foren als schlechter Stil. Manche Admins löschen solche Postings allein deswegen.
Komisch mein Zitat und Antwort "ein prollender Beleidiger wie aqudraht hat Narrenfreiheit" wurde zensiert obwohl ich das gleiche geschrieben habe wie er incl. Reihskiegsflaggenbanner-Hochhalter.
Aremonus
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Aremonus »

Ich denke, die chinesische Regierung geht mit der ganzen Affäre durchaus intelligent um - das Problem ist eher, dass viele Leute die Interessen der Regierung missverstehen.
Natürlich, wenn die Regierung China international einen möglichst guten Ruf erarbeiten wollte, wäre ihre Verhaltensweise ineffizient, da sie ja derzeit wie an trotzendes Kind reagiert. Aber was ist, wenn das garnicht die Absicht der Regierung ist?
Ich vermute, dass die Regierung auf Konvrontationskurs geht, um ein "wir armen gegen den Rest der Welt" Gefühl in China zu verbreiten - das schafft zusammenhalt in der Bevölkerung, gibt ein Gemeinschaftsgefühl und somit der Regierung Macht. Würde sie stattdessen versuchen, den internationalen Ruf des Landes zu verbessern, würde die Bevölkerung immer mehr von aussen beeinflusst, da die Kultur im Westen dann massgeblich für "gut" und "böse" wäre. Somit würde die Regierung Macht im Inland verlieren.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
romeo
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von romeo »

Meine Holde hat letztens zu mir gesagt, daß Liu in Ch. u.a. deshalb recht unbeliebt ist weil er gesagt habe soll, daß es für Ch. besser gewesen wäre, wenn es noch den Status eine Kolonie Europas haben würde. Für die nationalistischen Chinesen ist dies natürlich ein ungeheurer Affront. Allerdings weiß ich jetzt nicht, ob dieses sinngemäße Zitat auch wirklich stimmt oder ob es nur ein Gerücht ist, um ihn zu diskreditieren.
88--Guiyang--88
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von 88--Guiyang--88 »

Auf Wikipeidia gab es vor der Preisverleihung noch eine Rubrik "Criticism", diese wurde dann aber zensiert, man kann die entspr. Texte noch in der Historie finden. Dort wurden auch nachweisbare Quellen genannt. Kritische Ergaenzungen der Wikipedia Liu betreffend werden nicht mehr erlaubt, das schoene Bild des geheiligten und von allem rein und schon fast heilig gesprochenen Lius soll nicht beschaedigt werden...
Criticism: Changed to reflect a neutral POV
Der absolute Hohn fuer Wikipedia, das zeigt wie "neutral" selbst das ach so gelobte freie Internet "ohne Zensur" ist.
Ich glaube die Welt wuerde aufwachen wenn sie sehen und frei darueber berichtet wuerde was fuer ein Hetzer, unterwuerfiger und Anbiederer der USA Liu in Wirklichkeit ist.
Xian
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Re: Ai Weiwei: "Der Wandel kann jeden Moment kommen"

Beitrag von Xian »

Bernhard hat geschrieben: Aber was er in diesem Interview gesagt hat, finde ich teilweise gar nicht so schlecht. Zwar finde ich sein Herabwürdigen der chinesischen Regierung nicht angemessen. Aber der Rest seiner Worte ist mindestens eine legitime Sichtweise.
Hey Bernhard,
hm was zum Beispiel hätte er denn würdigendes über die Chinesische Regierung sagen können ?

Liebe Grüße,
Xian
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Xian »

Aremonus hat geschrieben:Ich denke, die chinesische Regierung geht mit der ganzen Affäre durchaus intelligent um - das Problem ist eher, dass viele Leute die Interessen der Regierung missverstehen.
Natürlich, wenn die Regierung China international einen möglichst guten Ruf erarbeiten wollte, wäre ihre Verhaltensweise ineffizient, da sie ja derzeit wie an trotzendes Kind reagiert. Aber was ist, wenn das garnicht die Absicht der Regierung ist?
Ich vermute, dass die Regierung auf Konvrontationskurs geht, um ein "wir armen gegen den Rest der Welt" Gefühl in China zu verbreiten - das schafft zusammenhalt in der Bevölkerung, gibt ein Gemeinschaftsgefühl und somit der Regierung Macht. Würde sie stattdessen versuchen, den internationalen Ruf des Landes zu verbessern, würde die Bevölkerung immer mehr von aussen beeinflusst, da die Kultur im Westen dann massgeblich für "gut" und "böse" wäre. Somit würde die Regierung Macht im Inland verlieren.
Dann hätten sie es ausgeschlachtet.Entweder wird total zensiert, oder das Thema wird angegriffen und ausgeschlachtet. Siehe zb. die Kampagne gegen Korruption, wo man bei Xinhua dann lesen konnte das sie über 10000 Beamte aus Ämtern entfernt, verurteilt usw.. haben wollen.
Klug war das ganze nicht zeigt auch auf was für eine Lage im Land ist, wenn man den Fall Liu unter den Tisch hat kehren müssen.
Meine Holde hat letztens zu mir gesagt, daß Liu in Ch. u.a. deshalb recht unbeliebt ist weil er gesagt habe soll, daß es für Ch. besser gewesen wäre, wenn es noch den Status eine Kolonie Europas haben würde. Für die nationalistischen Chinesen ist dies natürlich ein ungeheurer Affront. Allerdings weiß ich jetzt nicht, ob dieses sinngemäße Zitat auch wirklich stimmt oder ob es nur ein Gerücht ist, um ihn zu diskreditieren.
Wurde falsch wiedergegeben. War vor nicht all zu lang hier im Forum auch. Wenn ich mich Recht entsinne ging es um einen Vergleich was passieren müßte damit China sich verändert. Als Vergleich nahm er das China 300 Jahre vom Westen kolonalisiert werden müßte, hat aber selbst angefügt das das unrealistisch ist.


Liebe Grüße,
Xian
aquadraht
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von aquadraht »

Aremonus hat geschrieben:Ich denke, die chinesische Regierung geht mit der ganzen Affäre durchaus intelligent um - ... Würde sie stattdessen versuchen, den internationalen Ruf des Landes zu verbessern, würde die Bevölkerung immer mehr von aussen beeinflusst, da die Kultur im Westen dann massgeblich für "gut" und "böse" wäre. Somit würde die Regierung Macht im Inland verlieren.
Sicher hat sie auch eingefädelt, dass Liu den Preis kriegt, damit sie vor der westlichen Öffentlichkeit schlecht dasteht und die Bevölkerung sich hinter sie stellt :mrgreen:

Nee im Ernst, man kann es auch übertreiben. Ich finde im Übrigen zwar nicht, dass die chinesische Regierung übermässig geschickt agiert. Aber andererseits, wenn sie gar nicht reagiert hätte, hätte man ihr Totschweigen vorgeworfen. Die westlichen Regierungen und Medien, ebenso wie das norwegische Parlament, das die "unabhängige" Kommission bestimmt, wollten Streit, in dieser Sache wie in anderen, wie ein quengelndes Kind. Hätte die Reaktion nicht gereicht, wäre weitergequengelt worden, und wenn reagiert wird, gibt es das Waah-Gebrüll. Eins ist klar: an Verbesserungen in China und für die Menschen dort liegt denen so wenig wie dem Liu.

a^2
Xian
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Xian »

aquadraht hat geschrieben:

Nee im Ernst, man kann es auch übertreiben. Ich finde im Übrigen zwar nicht, dass die chinesische Regierung übermässig geschickt agiert. Aber andererseits, wenn sie gar nicht reagiert hätte, hätte man ihr Totschweigen vorgeworfen. Die westlichen Regierungen und Medien, ebenso wie das norwegische Parlament, das die "unabhängige" Kommission bestimmt, wollten Streit, in dieser Sache wie in anderen, wie ein quengelndes Kind. Hätte die Reaktion nicht gereicht, wäre weitergequengelt worden, und wenn reagiert wird, gibt es das Waah-Gebrüll. Eins ist klar: an Verbesserungen in China und für die Menschen dort liegt denen so wenig wie dem Liu.

a^2
Die Norweger sind die letzen die Streitigkeiten mit ihrem Zukünftigen Handelspartner haben wollen. Sollte man mal drüber nachdenken.


Liebe Grüße,
Xian
aquadraht
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von aquadraht »

Xian hat geschrieben:Die Norweger sind die letzen die Streitigkeiten mit ihrem Zukünftigen Handelspartner haben wollen. Sollte man mal drüber nachdenken.

Klar, ist Ihnen nur so passiert, sie konnten nicht anders.

a^2
Bernhard
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Re: Ai Weiwei: "Der Wandel kann jeden Moment kommen"

Beitrag von Bernhard »

Xian hat geschrieben:
Bernhard hat geschrieben: Aber was er in diesem Interview gesagt hat, finde ich teilweise gar nicht so schlecht. Zwar finde ich sein Herabwürdigen der chinesischen Regierung nicht angemessen. Aber der Rest seiner Worte ist mindestens eine legitime Sichtweise.
Hey Bernhard,
hm was zum Beispiel hätte er denn würdigendes über die Chinesische Regierung sagen können ?

Liebe Grüße,
Xian
Ich will jetzt nicht Ai Weiwei irgend etwas in den Mund legen, aber du willst doch nicht behaupten, dass die chinesische Regierung nur böse, niederträchtig und inkompetent ist.
Bernhard
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Bernhard »

Xian hat geschrieben: Dann hätten sie es ausgeschlachtet.Entweder wird total zensiert, oder das Thema wird angegriffen und ausgeschlachtet. Siehe zb. die Kampagne gegen Korruption, wo man bei Xinhua dann lesen konnte das sie über 10000 Beamte aus Ämtern entfernt, verurteilt usw.. haben wollen.
Klug war das ganze nicht zeigt auch auf was für eine Lage im Land ist, wenn man den Fall Liu unter den Tisch hat kehren müssen.
Das ist nicht gesagt. Es gibt verschiedene Varianten und Abstufungen, diese Dinge handzuhaben. Und ich wage zu behaupten: Ganz egal, wie die chinesische Regierung reagiert hätte, ihre Gegner hätten immer einen Grund gefunden, sie zu verurteilen.
Xian hat geschrieben: Wurde falsch wiedergegeben. War vor nicht all zu lang hier im Forum auch. Wenn ich mich Recht entsinne ging es um einen Vergleich was passieren müßte damit China sich verändert. Als Vergleich nahm er das China 300 Jahre vom Westen kolonalisiert werden müßte, hat aber selbst angefügt das das unrealistisch ist.
Na ja, schön. Das unterscheidet sich ja nicht sonderlich von dem, was Aremonus gesagt hat.
Und es ist klar, dass so etwas auf wenig Gegenliebe stößt. So ein Sich-Anbiedern an den Westen ist nun mal extrem einseitig und für Chinesen potentiell bedrohlich.
Es wäre das gleiche, wenn ein Deutscher sagte, Deutschland müsse 100 Jahre von China kolonisiert werden, damit die Deutschen endlich Friedlichkeit, Respekt vor dem Alter und den Vorfahren sowie einen Sinn für Nachhaltigkeit lernen. Würde hier auch nicht gut kommen...
beowulf
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von beowulf »

88--Guiyang--88 hat geschrieben:Auf Wikipeidia gab es vor der Preisverleihung noch eine Rubrik "Criticism", diese wurde dann aber zensiert, man kann die entspr. Texte noch in der Historie finden. Dort wurden auch nachweisbare Quellen genannt. Kritische Ergaenzungen der Wikipedia Liu betreffend werden nicht mehr erlaubt, das schoene Bild des geheiligten und von allem rein und schon fast heilig gesprochenen Lius soll nicht beschaedigt werden...
Criticism: Changed to reflect a neutral POV
Der absolute Hohn fuer Wikipedia, das zeigt wie "neutral" selbst das ach so gelobte freie Internet "ohne Zensur" ist.
Ich glaube die Welt wuerde aufwachen wenn sie sehen und frei darueber berichtet wuerde was fuer ein Hetzer, unterwuerfiger und Anbiederer der USA Liu in Wirklichkeit ist.
Jetzt ist der deutsche Wikipedia Artikel noch grotesker - Ein drittel des Artikels beschäftigt sich mit der Abrechnung von Strittmatter und Spengler, warum die deutschen Sinologen nicht in orgastische Zuckungen verfallen, wenn sie den Namen Liu Xiaobo hören.

Daweil ist die Situation der deutschen Sinologen leicht nachzuvollziehen - Es sind Wissenschaftler und keine Journalisten oder Demokratieaktivisten. Wenn man sie nach ihrer Meinung fragt, gibt es auch eine Antwort darauf. Nur gibt es selten bis gar keine Anfragen an Sinologen. Warum? Weil Sinologen über Expertenwissen verfügen und der wissenschaftlichen Verpflichtung unterliegen, sachlich zu bleiben und möglichst objektiv die komplexe Realität darzustellen. Das interessiert aber in den Mainstream Medien keine Sau. Wenn schon Sinologen befragt werden, dann höchstens solche die hauptberuflich Demokratieaktivisten für irgendeine Organisation oder als Journalisten tätig sind und das Gewünschte liefern.

So einfach ist es und man braucht keine Verschwörungstheorien, dass die alle gekauft sind oder verkappte Kommunisten.
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Laogai
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Laogai »

beowulf hat geschrieben:Daweil ist die Situation der deutschen Sinologen leicht nachzuvollziehen - Es sind Wissenschaftler und keine Journalisten oder Demokratieaktivisten. Wenn man sie nach ihrer Meinung fragt, gibt es auch eine Antwort darauf. Nur gibt es selten bis gar keine Anfragen an Sinologen. Warum? Weil Sinologen über Expertenwissen verfügen und der wissenschaftlichen Verpflichtung unterliegen, sachlich zu bleiben und möglichst objektiv die komplexe Realität darzustellen.
Hüstel, hüstel, hier werden Sinologen in den Rang "Halbgötter in Gelb" gehoben :shock:

Sinologen sind Menschen aus Fleisch und Blut. Sie haben eine eigene Meinung und vertreten diese meist auch knallhart. Genau wie alle anderen Exemplare der gleichen Gattung. Also humanoid.
Sinologen (wann ist man eigentlich ein solcher?) verfügen nicht per se über "Expertenwissen" und unterliegen schon gar nicht der "wissenschaftlichen Verpflichtung" (was ist das genau?).
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von ingo_001 »

Hab leider kein In-die-Hände-Klatsch-Smilie, das hast Du Dir mit der Aussage nämlich verdient.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Aremonus »

Sicher hat sie auch eingefädelt, dass Liu den Preis kriegt, damit sie vor der westlichen Öffentlichkeit schlecht dasteht und die Bevölkerung sich hinter sie stellt :mrgreen:

Nee im Ernst, man kann es auch übertreiben. Ich finde im Übrigen zwar nicht, dass die chinesische Regierung übermässig geschickt agiert. Aber andererseits, wenn sie gar nicht reagiert hätte, hätte man ihr Totschweigen vorgeworfen. Die westlichen Regierungen und Medien, ebenso wie das norwegische Parlament, das die "unabhängige" Kommission bestimmt, wollten Streit, in dieser Sache wie in anderen, wie ein quengelndes Kind. Hätte die Reaktion nicht gereicht, wäre weitergequengelt worden, und wenn reagiert wird, gibt es das Waah-Gebrüll. Eins ist klar: an Verbesserungen in China und für die Menschen dort liegt denen so wenig wie dem Liu.
Ich habe nicht gesagt, dass die chinesische Regierung die norwegischen Wissenschaftler dafür bezahlt hat, Liu den Preis zu verleihen. Aber sie hat eben versucht, das beste aus der Situation zu machen und irgendwie davon zu profitieren - und das gelang ihr auch. Wie hätte sie dann Deiner Meinung nach reagieren sollen?

Warum hast Du das Gefühl, dass die Regierungen im Westen Einfluss auf das Nobelpreiskomitee nahmen? Der Hase läuft doch ganz anders: wir haben hier im Westen eine individualistisch-liberale Kultur, in der das Wohl des Einzelnen im Zentrum steht. China ist jedoch noch immer ein kollektivistischer Staat, ähnlich wie Europa noch vor knapp 100 Jahren - und entsprechend ähnlich ist auch die Situation und Argumentation der chinesischen Regierung.
Da müssen die Regierungen keinen Einfluss ausüben, damit China kritisiert wird - Individualisten fürchten sich vor dem Gedanken, dienen zu müssen.

Meiner Meinung nach stammt Liu Xiaobos Argumentation, dass China kolonialisiert sein müsste, daher, dass er an eine kulturelle Anpassung glaubt und Hongkong als Beispiel nimmt. Er hat sich aber zugegebenermassen ziemlich dämlich ausgedrückt - er sollte doch die Situation der chinesischen Mehrheit kennen und wissen, wie das verstanden wird.

Ohne jetzt Sinologen diskreditieren zu wollen... aber wären sie die richtigen Experten für die Thematik? Hier wäre doch eher ein Feld für Politikwissenschaftler, Historiker und Soziologen?

Mit was genau beschäftigt sich eigentlich die Sinologie? Befasst sie sich nicht eher mit der chinesischen Sprache? Welche Erkenntnisphilosophie liegt ihr zu Grunde? Strukturalismus?
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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