Scheidungsrate und Verwestlichung

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
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kusti
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Scheidungsrate und Verwestlichung

Beitrag von kusti » 16.05.2006, 13:31

Ich bekomme immer von allen Seiten zu hören, dass man in China zur Treue hält.

Andererseits lese ich aber, dass die Scheidungsraten bald einmal westliches Niveau erreichen.

Kann mir jemand sagen, wie es damit in der Stadt aussieht, auf dem Land, in welchen Zusammenhang es zu stehen kommt in bezug auf den Gesichtsverlust, wie stark isoliert Ehepaare heutzutage von ihren Familien leben, etc.?

Vieles ergibt für mich keinen Sinn. Einerseits wird ausgesagt, dass Scheidungen nicht üblich seien. Andererseits ist man scheinbar mit langen Schritten daran, selbst den Westen in den Schatten zu stellen, wenn es um sowas geht.

Wie steht es denn nun wirklich? Kann die Familie Scheidungen verhindern? Oder sind die Ehepaare weitestgehend selbständig sogar in bezug auf eine Trennung?

Danke für eure Tipps. Für manch einen sind das sehr wertvolle Informationen.
:wink:

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Beitrag von fankeqian » 16.05.2006, 16:55

zu spät!
http://www.chinadaily.com.cn/china/2006 ... 567679.htm
(misslungene) scheidung auf chinesisch
FKQ
ein paar fotos zum angucken

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Beitrag von fankeqian » 16.05.2006, 17:11

hier findest du ein paar interessante zahlen:
http://www.chinadaily.com.cn/english/do ... 520497.htm

und hier noch ein paar links aus China Daily aus der letzten zeit:, die zeigen, dass es in China nichts gibt, was es sonst auch nicht gibt und dass auch hier die chinesen den westen mit meilenstiefeln einholen:
http://www.chinadaily.com.cn/english/do ... 529229.htm
http://www.chinadaily.com.cn/china/2006 ... 554632.htm
http://www.chinadaily.com.cn/china/2006 ... 561324.htm
http://www.chinadaily.com.cn/china/2006 ... 558616.htm
http://www.chinadaily.com.cn/china/2006 ... 549098.htm

FKQ
ein paar fotos zum angucken

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Beitrag von kusti » 16.05.2006, 18:43

Vielen Dank Fankeqian

Was mir so gleich aufgefallen ist, bei deinen Link, ist folgendes. Und das ist doch sehr, sehr erstaunlich.
Das Bild, welches ansonsten vermittelt wird, ist wohl nicht mehr ganz korrekt, zumindest in der Stadt nicht.

Vielmehr würde ich mal alles so interpretieren:

1.) Die Frau ist der Herr im Haus.
2.) Die Scheidung gibt meistens die Frau ein.
3.) Scheidung wird sogar eingereicht, wenn der Ehemann entweder ein Geschäft nicht kriegt, oder wenn er seinen Job verliert.
4.) Einmal mehr der Hinweis, dass die jungen Chinesinnen eigentlich für die Ehe gar nicht taugen, weil sie durch die 1-Kind-Politik von den Eltern und Grosseltern vollkommen verzogen und verwöhnt wurden. Wenn der Ehemann nicht spurt, dann wird die Scheidung eingereicht. Erpressung pur.

Ich würde mal sagen, das spricht Bände. Ein Kollege hat mir das gleiche, aber unter etwas geänderten Parametern erzählt.
Wer jetzt noch immer an die anschmiegsame Schmusekatze glaubt, der muss wohl langsam umdenken lernen.

Aber mich würde nebstdem noch interessieren, wie es denn auf dem Lande ausschaut, wo die Politik, die Wirtschaft und das Geld die jungen Chinesinnen noch nicht korrumpiert hat.

Das Thema ist sehr, sehr interessant. Und da ich besonders hier noch ein Grünschnabel bin, gleichzeitig aber schon über viel Erfahrung verfügen sollte, bleibe ich dem Thema treu und walze es jetzt einfach mal genüsslich aus. Ich will der Wahrheit auf den Grund gehen. Dafür werde ich wieder einmal alle falschen Masken herunterreissen, bedingungslos. Ich hoffe ihr helft mir hier ein wenig mit euren eigenen Erfahrungen.
8)

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Personality clashes have been cited as the main cause for marriage dissolutions in the city, Xu said. Fewer couples are willing to continue poor-quality marriages, especially when Chinese society has become more open and tolerant to divorcees.

About 70 per cent of divorces in the country were initiated by women, Xu revealed.

Other main reasons listed include extra-marital affairs, which have become a serious issue in cities like Shanghai and Guangzhou.

Economic disputes arising from factors such as failing businesses and being laid off by companies also triggered many divorces, according to Xu, who has extensively studied the divorce issue.

In some matchmaking gatherings in Shanghai, young people meet for only 8 minutes to find a potential partner.

Xu also believes that many of those belonging to the one-child generation are spoiled by their parents and grandparents and are less prepared for married life.
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Beitrag von Grufti » 16.05.2006, 22:26

@kusti:

recht lange war Deine "Forumsabstinenz" wohl nicht !!


:lol: :lol: :lol: :lol: :lol:


Ja jajajajaj immer diese Drogensüchtigen! :lol: :lol: :lol:




das ist mein Schnapszahlen-Posting 1111


gröööööööhhhhl !!! :lol: :lol: :lol: :lol:
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Beitrag von Grufti » 16.05.2006, 23:41

Aber mich würde nebstdem noch interessieren, wie es denn auf dem Lande ausschaut, wo die Politik, die Wirtschaft und das Geld die jungen Chinesinnen noch nicht korrumpiert hat.

Kusti.. "Auf dem Lande" sieht es doch genauso aus: Wenn ein Mann nichts besitzt, kann er nicht heiraten..
Im Übrigen sind die "Mädels vom Lande" doch das "Rohmaterial" für die Billig-Fabriken in Shenzhen..

Ich habe übrigens gerade einen Bericht über die Minderheit der "Moso" gesehen ( kam heute früh um 2:15 Uhr in der Sendung "mein ausland: China - Helden des Alltags")

Die "Moso" haben eine matriarchalische Gesellschaft, d.h,. "Besitz" haben nur die frauen..und die Männer gehen zu den Frauen , die ihnen gefallen ...und wenn die Frau von dem einem Mann genug hat, nimmt sie scih einen andeen..und der Mann geht zu einer anderen Frau..... das ist die sogenannte "Besuchsehe"..... :wink: :oops:
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Beitrag von kusti » 17.05.2006, 05:49

Du bist ja der Experte. Ich habe ja von Blasen und Tuten keine Ahnung. Ich werde ja immer nur durch Erfahrungen schlau.

Stimmt das wirklich mit dem Zustand Stadt-Land. Ist dort auch schon tote Hose? Wird man selbst dort nurnoch als Stück Material behandelt?

Nebstdem möchte ich jetzt die Preisfrage stellen: Wie schafft man es, dennoch eine gutherzige, aufgeschlossene und moderne Chinesin kennenzulernen, ohne dass man dabei gleich Gefahr läuft sich an Leib und Leben zu ruinieren.
Verdammt, kann das denn so schwierig sein?

Gibt es Minderheiten, welche eine andere Tradition haben. D.h., gibt es Minderheiten in China, wo der Mann noch als Partner betrachtet wird, genau so wie im Westen zum Beispiel?

Ist Taiwan dann doch die 'bessere Lösung'? Weil die Frauen dort ganz einfach geistig gebildeter sind?

Wie schützt man sich in Deutschland vor einer bereits zum voraus als 'schwierig' zu betrachtenden Ehe?

Aber nebstdem: Was ist mit den alten Werten von Fleiss, Toleranz, Gleichberechtigung, Ehrlichkeit, Offenheit, etc.? Gibt es das in China gar nicht mehr, sind diese Werte mit der Kulturrevolution und dem Materialismus davongeweht worden?

Ich gebe noch immer nicht auf. Glaube noch immer daran, dass meine zukünftige Frau eine Chinesin sein könnte. Aber das Umfeld und die Bedingungen werden mit zum Zuwachs an Informationen immer schlechter. Es ist einfach alles anders als jemals angenommen.

Mir graut vorallem davor, dass eine Scheidung kann gezielt als Druckmittel eingesetzt werden. Dies kann bis zur Erpressung ausgenutzt werden. Und scheinbar ist das ja, gemäss Statistik in China, durchaus gang und gäbe. Wie gehen denn die modernen Chinesen(männlich) mit sowas um? Sind die anders als die Westler und lassen die einfach alles über sich ergehen?

Gibt es eine Möglichkeit, über die Familie ein wenig Druck auf die Ehefrau auszuüben, damit sie es nicht gar zu bunt treibt. Gemäss meiner Erfahrung ist der Druck der Familie und der Verwandtschaft das einzige Mittel, um eine mögliche Frau bei der Stange zu halten, damit man nicht gleich erpresst werden kann. Der soziale Druck, und der Gesichtsverlust, sind eine sehr, sehr wichtige Komponente. Und scheinbar sind nur hierdurch die Leute zu einigermassen normalem, sprich partnerschaftlichem Verhalten bereit. Demnach, sollte man also sowieso zuerst die Familie, und vorallem die Grosseltern kennenlernen, bevor man eine Chinesin heiratet? Und sollte man allezeit auch Kontakt pflegen zu ihren Verwandten, damit man im Notfall einfach Druck aufsetzen kann, wenn sie es zu bunt treibt?
Das klingt jetzt zwar alles verrückt, aber scheinbar sind das die einzigen Sicherungsmechanismen, wie man grösseres Unglück zum vornherein ausschliessen kann.

Wer kann mir dabei helfen? Vielleicht mal wieder einen Tipp von einem richtigen chinesischen Staatsbürger. Danke.

_____________

Gestern hatten wir eine Delegation Chinesen in der Gemeinde. Die haben sich alles gaaaaaaanz genau angeschaut. Ich weiss aber nicht, ob sie irgendwann alles kaufen wollen, oder ob sich nur mal gerade 'per Zufall' die Aktenköfferchen mit sich herumgetragen haben. Vermutlich aber waren die Kaufverträge schon 'griffbereit'. Sie hätten nurnoch ein paar Verkäufer finden müssen. Aber es gab keine.

TaugeNix

Beitrag von TaugeNix » 17.05.2006, 07:08

kusti hat geschrieben:
Nebstdem möchte ich jetzt die Preisfrage stellen: Wie schafft man es, dennoch eine gutherzige, aufgeschlossene und moderne Chinesin kennenzulernen, ohne dass man dabei gleich Gefahr läuft sich an Leib und Leben zu ruinieren.
Verdammt, kann das denn so schwierig sein?
Nein. Aber (und jetzt kommt es): China ist im Moment ein Land der kompletten Gegensätze. Es gibt Menschen, die sind selbst für europäische Maßstäbe unglaublich reich, und Menschen, die gerade so überleben - wenn überhaupt. Nun sehen viele Mädels ihr Chance auf ein besseres Leben bei ersteren, kann man es ihnen verdenken?

Aber dieses "Phänomen" gibt es ja nicht nur in China. Auch in Deutschland gibt es Frauen, die sich in dieser Form (ja, so muss ich es einfach nennen!) prostituieren.

Trotzdem: es gibt hier eine Menge Mädels und junger Frauen, die deutlich mehr verdienen als arme Studenten, wie meiner einer. Und sie interessieren sich trotzdem für diese, aus dem gleichen Grund wie überall auf der Welt auch - man kann sich auch in "arme" Menschen verknallen (Uff, Gott sei dank!) :D
kusti hat geschrieben:
Gibt es Minderheiten, welche eine andere Tradition haben. D.h., gibt es Minderheiten in China, wo der Mann noch als Partner betrachtet wird, genau so wie im Westen zum Beispiel?
Irgendwie habe ich das Gefühl, bei dir ist einiges in Unordnung geraten.
Es gibt überall auf der Welt Frauen (und natürlich auch Männer!), die sich "aushalten" lassen, die es auf einen REICHEN Partner abgesehen haben.
Das das in ärmeren Länder extremer erscheint, ist in meinen Augen aber nur verständlich. Jedoch: ich wurde hier schon sehr oft von den Mädels (!!) eingeladen, auch wenn ich darauf bestand zu zahlen, zumindest die Hälfte.. Und auch wenn ich ihnen versuchte zu erklären, dass das in Deutschland mehr oder weniger ein Affront darstellt, die Frau zahlen zu lassen, gab es bei diesen Dickschädeln kein Durchkommen :D
kusti hat geschrieben: Ist Taiwan dann doch die 'bessere Lösung'? Weil die Frauen dort ganz einfach geistig gebildeter sind?
Falsch. Siehe vorhergegangene Statements.
Okay, ich war nie auf Taiwan, aber wie gesagt: es ist überall das gleiche.
kusti hat geschrieben: Wie schützt man sich in Deutschland vor einer bereits zum voraus als 'schwierig' zu betrachtenden Ehe?
Genauso, wie du dich vor einer Ehe mit einer raffgierigen Deutschen schützt: nicht heiraten! :P
kusti hat geschrieben: Aber nebstdem: Was ist mit den alten Werten von Fleiss, Toleranz, Gleichberechtigung, Ehrlichkeit, Offenheit, etc.? Gibt es das in China gar nicht mehr, sind diese Werte mit der Kulturrevolution und dem Materialismus davongeweht worden?
Nein, ich habe gerade gestern erst wieder ein Loblied auf die Chinesen gesungen. Ich habe mich in keinem Land so ehrlich behandelt gefühlt, wie hier. Faulheit? Nun, nenn es einfach so: Würden die so effizient wie Deutsche arbeiten, hätten sie ein großes Arbeitslosen-Problem ;)
kusti hat geschrieben: Ich gebe noch immer nicht auf. Glaube noch immer daran, dass meine zukünftige Frau eine Chinesin sein könnte. Aber das Umfeld und die Bedingungen werden mit zum Zuwachs an Informationen immer schlechter. Es ist einfach alles anders als jemals angenommen.
Viel Glück, aber fixier dich doch nicht so darauf..
Außerdem: Wie hast du es dir denn vorgestellt?
Eine, die immer nur alles abnickt? Eine, die ständig nur Ja und Amen sagt? Eine, die dir gehorcht? Komm schon, vielleicht solltest du deine Ansichten lieber mal überprüfen.. Dieses Bild der Asiatinen regt mich schon seit langer Zeit auf, nicht erst, nachdem ich mit einer zusammen war. So eine Beziehung ist doch langweilig, wenn du immer recht hast, oder?
kusti hat geschrieben: Mir graut vorallem davor, dass eine Scheidung kann gezielt als Druckmittel eingesetzt werden. Dies kann bis zur Erpressung ausgenutzt werden. Und scheinbar ist das ja, gemäss Statistik in China, durchaus gang und gäbe. Wie gehen denn die modernen Chinesen(männlich) mit sowas um? Sind die anders als die Westler und lassen die einfach alles über sich ergehen?
Was denn, Erpressung? Ich kenne mich leider (noch) nicht im Chinesischen Scheidungsrecht aus (werde ich wohl auch nie, FamilienR ist sowas von stinkelangweilig), aber du siehst hier hin und wieder irgendwelche Typen um die Mitte 50 mit Frauen um die 20 und Kind. Tjoa, ich denke, da sind Scheidungen einfach vorprogrammiert, aber ich will hier niemanden angreifen. Doch ich denke, mit 20 habe ich einfach andere Vorstellungen vom Leben, als mit 50, oder?
Und "erpressbar" machst du dich ja auch nur, wenn du dich in einer Ehe bindest, ohne die Frau wirklich zu kennen. Würdest du sie richtig kennen, wüsstest du, was sie liebt - dich oder dein (vermeintliches) Geld!
kusti hat geschrieben: Gibt es eine Möglichkeit, über die Familie ein wenig Druck auf die Ehefrau auszuüben, damit sie es nicht gar zu bunt treibt. Gemäss meiner Erfahrung ist der Druck der Familie und der Verwandtschaft das einzige Mittel, um eine mögliche Frau bei der Stange zu halten, damit man nicht gleich erpresst werden kann.
"Bei der Stange zu halten" ... Also, entweder habe ich eine andere Ansicht einer Ehe, oder ich will niemals heiraten!


Fazit:
kusti, überdenke bidde ganz dringend und tiefgründig
a) deine Motivation, eine Asiatin, insbesondere Chinesin zu heiraten
b) deine Motivation, überhaupt eine Ehe einzugehen
c) deine Ansicht über Asiatinnen im Allgemeinen

Sorry, aber deine Fragen lassen in mir das Bild entstehen, als ob du neben dem unzweifelhaft attraktiven Aussehen vieler Asiatinen einfach nur jemanden suchst, bei dem du keine Angst hast, jemals ein Widerwort zu hören oder gar im Streit verlassen zu werden.

Gruß,
TaugeNix^der sich manchmal nur wundern kann

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Beitrag von kusti » 17.05.2006, 10:05

Danke für die vielen Informationen. Werde abends nochmals auf die vielen Hinweise eingehen.

Was ich mir zurzeit für eine Frage stelle ist: Wie findet man wirklich einen Zugang? Einen Zugang, wie wir in uns im Westen vorstellen, mit 100%iger Vertrauensbasis, 100%iger Offenheit und Ehrlichkeit.

Ich fühle mich nicht ernst genommen. Wenn man im Westen nur auf diejenigen Fragen antwortet, welche einem genehm sind, dann ist das für uns nicht ein Beweis von Vertrauen. Somit wissen wir nie, was Sache ist. Die Kommunikation ist auch nicht, was wir uns gewohnt sind. Etc.

Als Westler denkt man automatisch an Möglichkeiten herum, welche einem erlauben, diese fehlende Sicherheit im Vertrauen durch andere Massnahmen herbeizuführen. Andererseits befürchtet man auch, dass man dauernd nur alles falsch machen könnte, respektive dass man die Schuld dafür bei sich selber sucht.

Es ist ein undankbares Thema. Irgendwie scheint es einfach nicht diese Lösung zu geben, welche wir uns gewohnt sind.

Deshalb die Frage an alle, wie denn die Chinesen das selber handhaben. Haben die einfach kleinere Ansprüche? Oder wie gehen die damit um? Wenn es dann zum Eklat kommt, müssen sie doch auch ihren Preis zahlen. Versucht man dort den Eklat nicht zum vornherein zu verhindern, durch vertrauensbildende Massnahmen oder irgend einer zusätzlichen Sicherheit im Hintergrund, z.B. durch Kennenlernen des Clan-Oberhauptes, wer auch immer das sei, und deshalb der Akzeptanz durch die 'Sippe'? Und inwiefern ist das heute noch so, da der Invidivualismus auch dort fortschreitet?

Irgendwie, und das ist meine Erfahrung, kriege ich einfach nicht den Draht hin. Es ist wie verhext. Das Brückenbauen ist sooooo verdammt schwierig. Ich mache dauernd Kompromisse. Der Effekt ist nur, dass ich mit Haut und Haaren gefressen werde. Was mache ich falsch?
:roll: :roll: :roll:

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Beitrag von kusti » 17.05.2006, 12:21

Habe hier noch etwas interessantes gefunden.
http://www.chinatoday.com.cn/chinaheute/203/eheaa.htm

Also ich stehe den alten Pflichten in einer Ehe nach wie vor positiv gegenüber. Ich finde es nicht verwerflich, dass man den Ehepartner zum Beispiel nicht nur als Partner anerkennt, sondern ihm auch eine Wertschätzung gibt, welche darüber hinaus geht.
Wenn ich den Text unten lese, dann denke ich, es sei richtig so. Das hat mit Unterwerfung nicht viel zu tun. Das alte kann doch durchaus sinnvoll mit dem neuen verbunden werden.
_________________________________________________

Hinsichtlich der ehelichen Moral befürwortete man in der alten Zeit Chinas die drei weiblichen Gehorsamspflichten (gegenüber dem Vater vor der Ehe, gegenüber dem Mann in der Ehe und gegenüber dem Sohn nach dem Tod des Mannes) und die vier weiblichen Tugenden (Sittsamkeit, geziemende Sprache, richtiges Betragen und Fleiß). Jetzt sind die Frauen nicht mehr Anhängsel und Werkzeuge der Männer und immer mehr selbständig. Sie wollen die Qualität der Ehe und die Zuneigung der Ehepartner. Man hält die Aufrechterhaltung der Ehe ohne Liebe nicht mehr für moralisch und zeigt sich gegenüber einer außerehelichen Affäre aus Liebe tolerant und sympathisiert sogar damit. Die traditionelle Keuschheit hat, obwohl sie in gewissem Maße zu kritisieren und abzulehnen ist, auch noch einen großen Einfluss auf die Männer und wirkt dann auf die Frauen zurück.
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Weiss eigentlich jemand, ob es in China schon sowas wie 'Guetertrennung' gibt? Auf dem Internet habe ich nichts gefunden.

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Beitrag von Grufti » 17.05.2006, 12:52

Stimmt das wirklich mit dem Zustand Stadt-Land. Ist dort auch schon tote Hose? Wird man selbst dort nurnoch als Stück Material behandelt

Kusti, es gab vor einiger Zeit eine TV Sendung in Arte, der das Heiratsproblem in China behandelt hatte ( Wanted - Chinagirl) ..oder so ähnlich...

In dieser Sendung wurde über die "Zustände" "auf dem Land" berichtet .
Natürlich sind da auch nur einige Fälle und Charakteristika ...und nicht die Gesamtheit behandelt worden...

JEDE Frau ( und auch übrigens jeder MANN ) ist von einander verschieden (bis sie verschieden sind.., denn dann sind sie ALLE gleich !!!)

..

Meine jetzige Frau stammt aus Beijing Stadt ( vom Heping Li Bei San Huan), ist aberr ganz verschieden von meiner ersten Frau, die aus einer taiwanesischen Kreishauptstadt stammt...


Bei Menschen kannst Du nicht schreiben "1 + 1 = 2" da kann es auch mal 1,5 oder 2,2 sein... sorry ich habe jetzt wenig Zeit, ich hoffe, Du weißt , was ich meine..
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
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Beitrag von kusti » 17.05.2006, 13:55

Ein Kollege von mir hat mir mal gesagt es gäbe 500 Millionen Chinesinnen in China.

Ich weiss heute noch nicht, was er damit gemeint hat.

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Beitrag von kusti » 17.05.2006, 18:47

Wenn jemand ein wenig Bescheid weiss über die Gesetzgebung in China, dann soll er mich doch bitte darüber aufklären, ob dort sowas wie eine deutsche oder schweizerische Gütertrennung existiert, also etwas in der gleichen Art.

Die Gütertrennung wurde ja deshalb ins Leben gerufen, um die Scheidungs-Ungerechtigkeit irgendwie in den Griff zu bekommen. Bei uns in der Schweiz zum Beispiel kommt es auch heute noch regelmässig vor, dass z.B. Südamerikanerinnen einen Schweizer heiraten, sich dann bewusst verkrachen und die Scheidung einreichen. Sie bekommen hierdurch nicht nur ihren Erbschaftsteil zugestanden, sondern wenn sie es geschickt anstellen, auch noch Schmerzensgeld. Und teilweise wird der Mann sogar noch strafrechtlich verfolgt, weil eine Klage wegen Misshandlung eingegangen ist, natürlich von seiner Ehefrau. Geschichten, welche in Zürich zum Alltag gehören.

Um gegen diesen Missbrauch vorzubeugen wurde die Gütertrennung in's Leben gerufen. Es ist also nichts als eine gerechte Sache, wenn der eine Teil wenig bis gar nichts in die Ehe mitbringt, oder sich abzeichnet, dass die Scheidung ein Ungleichgewicht herbeiführen könnte.

In China muss es doch auch schon sowas geben. Da bin ich mir fast sicher. Wenn also jemand davon etwas weiss, dann soll er es mich doch wissen lassen. Ich möchte diesbezüglich nun einfach mal endlich Bescheid wissen.
Auf dem Internet ist leider nichts davon vermerkt.
Vielen Dank im voraus. 8)

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Beitrag von kusti » 17.05.2006, 19:02

@Taugenix

Ich bin schon deiner Meinung.
Nur ist die Sache nicht wirklich so einfach, wie du es hinstellst.

Wie willst du aus einem Wust von Gründen dir ein Bild machen können über eine Person, wenn du die prozentualen Anteile nicht erkennen kannst? Liebe, Geld, Macht, Prestige, Absicherung, Familie, Sozialversicherungen. Was hat wo welchen Anteil, wenn es ganz klar eine Mischung aus alledem ist?

Selbst beim hinterst-letzten ist es eine Mischung aus alledem. Da muss man sich nichts vormachen, sonst lügt er. Das Materielle hat IMMER auch einen Stellenwert(Ausser vielleicht bei mir).
Natürlich wäre es einfach, wenn man darüber Klarheit schaffen könnte, aber leider ist die Kommunikationsfähigkeit nicht derart, dass dies möglich wäre. Und man kann ja die Kommunikationsfähigkeit nicht über eine Ehe entscheiden lassen, oder? Das ist doch genau der springende Punkt. Deshalb existieren ja alle diese Probleme.

Für dich ist die Sache mega-klar. Schön, wenn ich das auch aussagen könnte. Dann wäre es leicht. Es ist aber leider hochkomplex, ja es wird immer komplexer, oder eben verzwackter. Am Ende wirft man dann einfach noch den Bettel hin und gibt auf, weil man alles probiert hat und es nicht fruchtete.

Deshalb frage ich ja, wie die chinesischen Männer damit umgehen, wenn sie es überhaupt tun. Vielleicht gibt mir das eine mögliche Antwort darauf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich einfach dauernd über den Tisch ziehen lassen, durch gezielte und bewusste Informationspolitik, durch taktuelle Manöver und andere Schein-Kriegszustände.

Aber da müsste ich wohl eher die Antwort eines Chinesen erhalten, welcher da wirklich Erfahrung hat. Du, Taugenix, bist, glaube ich, noch nicht wirklich unter der Haube gewesen. (Bist ja noch Student, geistig frei, ja fast vogelfrei. Danke aber trotzdem für deinen Hinweis.) :?:

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Beitrag von LeChef » 17.05.2006, 19:03

jetzt bin ich aber echt neugierig: warum willst du denn unbedingt eine chinesin heiraten? warum tut es nicht auch eine schweizerin oder eine afroamerikanerin?
also ich träume ja immer noch von einer süßen französin oder italienerin oder eine francophile deutsche, aber gegen asiatinnen hätte ich auch nichts....wobei zuerst soll es eine schweizerin werden (des passes wegen :mrgreen: ) von der ich mich dann trenne und eine richtige frau zum eheweib nehme ;-)
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