Sorry, Happy, aber von der grossen Flucht deutscher Betriebe ins Ausland ist sehr wenig zu spüren. Es gibt sowohl von Arbeitgeber-, von Gewerkschafts- und von diverser universitärer Seite mehrere umfangreiche Untersuchungen über ausländische Direktinvestitionen und Betriebsverlagerungen deutscher Unternehmen. Und die Ergebnisse gleichen sich und geben ein ziemlich eindeutiges Bild.happyfuture hat geschrieben:.. Guter Hinweis - daher auch die seit mehreren Jahren andauernde Flucht großer Betriebe, mit der Produktion ins östliche Ausland zu gehen, was sich der Kleinunternehmer bzw. Mittelständler nicht leisten kann ...
Danach ist der Wunsch, Lohnkosten zu sparen, deutlich häufiger eines der Motive für Verlagerungen als einfachere Kündigungsmöglichkeiten, die kaum eine Rolle spielen. Aber selbst dieses Motiv ist eines, das eher eine untergeordnete Rolle spielt. Der herausragende und alles andere übertreffende Grund für Betriebsgründungen im Ausland ist der Wunsch, den dortigen oder in der Region bestehenden Absatzmärkten näher zu sein. Solche Verlagerungen, die in der Regel nicht mit massivem Arbeitsplatzabbau am Ursprungsstandort verbunden sind, haben sich auch als die nachhaltigsten erwiesen.
Das Interessanteste ist, dass unter den Betriebsverlagerungen, die in den letzten Jahrzehnten gescheitert sind, die Verlagerungen auf Grund von Lohnkosten und Arbeits- und Arbeitsrechtsbedingungen weit führend sind. Ich kenne selbst einige Fälle gerade mittelständischer Firmen, die in Osteuropa, Lateinamerika und Fernost nach herben Verlusten die Segel gestrichen haben.
Im Rahmen der neoliberalen Globalisierung ist hier gewiss viel Mist gebaut worden. Aber von einer massiven Deindustrialisierung wie in den USA sind wir bislang verschont geblieben. Und das, obwohl die USA das Stammland des "hire and fire" sind.
Gruss, a^2


