Studieren in China - eine gute idee?

Alle Themen rund um Politik in der Volksrepublik China
Crocop
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Studieren in China - eine gute idee?

Beitrag von Crocop »

Moin,
ich studiere bwl und habe mich entschlossen, demnächst (demnächst kann auch heißen in 2,3 Jahren) ein Jahr im Ausland zu machen. In England usw. war ich schon, das nächste was sich anbietet ist, natürlich, china. Die Frage drängt sich mir jedoch auf, da ich politisch interessiert bin und daher ungefähr weiß, was im land abgeht, ob es überhaupt sicher und empfehlenswert ist, in china zu studieren. Was passiert beispielsweise, wenn man, warum auch immer, mit polizei o.Ä. aneinandergerät oder aus versehen / aus unwissenheit eine äußerung fallenlässt, die einen unfreiwilligen aufenthalt im knast (passender: im dortigen pendant zu konzentrationslagern) nach sich ziehen könnte :?: Lässt der staat die bürger weitestgehend in ruhe, oder ist china trotz wirtschaftlicher öffnung immer noch eine "Echte" diktatur? Hat jemand erfahrungen damit? Danke für jede antwort. :idea:
TaugeNix

Beitrag von TaugeNix »

Hey Crocop,
also: ich bin jetzt seit guten zwei MoNaten hier, und muss sagen:
Keine Propaganda, die meisten Menschen sehr aufgeschlossen und freundlich.
Klar, sie haben ihre indoktrinierte Meinung zu Taiwan/Japan/usw., aber wenn du das Thema Iinfach vermeidest, wirst du keine Probleme haben. Selbst wenn du mit ihnen darüber redest, meinst du, die gehen daNn zum Sicherheitsbüro und melden dich?

Uh, und noch eins: Ich will ja nicht unken, aber dein Bild von China ist jA recht negativ. Ich denke, wenn du wirklich EIN Jahr hier bleiben möchtest, dann muss es dir schon gefallen, denn China ist wirklich ANDERS (aber in meinen Augen toll).

Ahja, nochwas zur Polizei: hab mir heute nen Motorrad gekauft, ohne Nummernschilder, darf eigentlich gar nicht fahren, hab auch keinen Führerschein. Und? Niemanden interessiert es :D

Manchmal merkst du etwas von der Zensur, manche Dinge klappen nicht so, wie sie sollten, aber im übrigen ist dieses Land eigentlich sehr frei, zumindest für uns Ausländer.

Gruß,
TaugeNix^mit 100 durch Beijing
Hangover
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Beitrag von Hangover »

Kann mir das grad nicht verkneifen, aber vielleicht kommt sein Bild vom vielen "Red Corner" schaun zu stande... :p
meiyong
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Beitrag von meiyong »

Bin jetzt seit knapp 2 Wochen in Shanghai und bleib noch ein bisschen länger. Ist zumindest so geplant.

Die Propaganda läuft natürlich im Fernsehen, aber es kommt natürlich nicht nur Propaganda. Mein Chinesisch ist recht Mies und trotzdem kann ich darin Propaganda erkennen. Seite wie Wikipedia und manches andere ist gesperrt.

An meinem 1. Tag habe ich Ausländer kennengelernt, der mir mitgeteilt hat, dass du selbst als Ausländer einen ziemlich schlechten Stand hast wenn sie dich erstmal in ein Laogai oder sonst was eingebuchtet haben.

http://www.rescuecharles.org
Da gings um einen Amerikaner, der nach einem Pseudoprozess für Jahre eingesperrt wurde, die jetzt abgesessen hat und wieder zu Hause ist. Kein Plan ob die Seite noch existiert ich würde eh nicht draufkommen.

Wenn man im privaten Kreis mit Freunden usw. redet, dann sollte es auch kein Problem sein kritische Themen anzusprechen, ich würd mich allerdings nicht mit einem Plakat auf den Weg machen und irgenwelche kritischen Meinungen lautstark kundtun. Ich für meinen Teil spüre hier gerade in Bezug aufs Internet eine gewisse Einschränkung. Ansonsten ist Shanghai aber wohl eine der freisten Städte die hier überhaupt sind.

Aber wie gesagt ich merke auch im Gespräch mit Chinesen, das die ne ganz andere Sichtweise haben und damit meine ich nicht nur die die durch kulturelle Unterschiede kommt.

btw, ich finds trotzdem total faszinierend und kann von meinem Standpunkt nur sagen das es eine Erfahrung ist die ich mir nicht entgehen lassen würde. Hier erlebst du jeden Tag Abendteuer brauchst nur vor die Haustür gehen.
Crocop
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Beitrag von Crocop »

Hallo Taugenix und meiyong
danke für die antworten. Schon mal sehr aufschlussreich! tatsächlich ergibt sich mein wohl zu offensichtliches Misstrauen in die chinesische Öffnung, die tatsächlich in erster linie eine wirtschaftliche zu sein scheint, aus gesprächen und erf.-berichten von chinesischen mitschülern aus meinem Jahr in England (04). Die einen meinen zwar, es sei tatsächlich nur noch eine frage der zeit, bis die CPC und die diktatur den bach runtergehen, die andern (hauptsächlich aus hk) meinen aber, dass sich hu jintao immer noch erlauben kann was er will (tibet, falun gong, internet...) und die polizei, vor allem bei kritischen Äußerungen gg. die CCP, völlig unberechenbar wäre.
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Crocop
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Beitrag von Crocop »

Und noch was zu Japan:
:!: Selbst wenn, was sich nicht leugnen lässt, die CPC den Hass auf Japan schürt, um von sich selber abzulenken, lässt es sich nicht leugnen, dass die Japaner in übler Kriegsverbrechergeschichte selbst den Nazis in nichts nachstehen. Der Hass auf die Japaner ist natürlich trotzdem zwecklos, er bedarf aber wahrscheinlich keiner Ermutigung durch irgendwelche Propaganda.
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siedenderschnee
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Beitrag von siedenderschnee »

TaugeNix hat geschrieben:
Manchmal merkst du etwas von der Zensur, manche Dinge klappen nicht so, wie sie sollten, aber im übrigen ist dieses Land eigentlich sehr frei, zumindest für uns Ausländer.

Gruß,
TaugeNix^mit 100 durch Beijing
Ja sogar "freier" als in Deutschland. Mann kann z.B. im Internet andere Leute schimpfen und beleidigen, wenn es nicht um die KP geht, interessiert sich auch keiner.

Doch die KP oder die Politiker kann man auch schimpfen aber nicht in den offentlichen Medien. Die Medien sind naehmlich streng zensiert. Was man in China nicht machen darf hinsichtlich der Politik ist eine dauerhafte Feindseligkeit gegen die KP zu zeigen und sich systematisch fuer Demokratie oder den Sturz der KP einzusetzen.

Und darueber hinaus hat man als Auslaender in China schon viele Privilegien, wenn du dich nicht fuer Falungong einsetzen und auf den Tiananmenplatz zur Demonstration gehen wolltest, wuerdest du auch prinzipiell kein Problem mitn der Polizei kriegen.
人生不是一百米,而是马拉松。
Dennis (CDS)
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Beitrag von Dennis (CDS) »

siedenderschnee hat geschrieben:Was man in China nicht machen darf hinsichtlich der Politik ist eine dauerhafte Feindseligkeit gegen die KP zu zeigen und sich systematisch fuer Demokratie oder den Sturz der KP einzusetzen.

Und darueber hinaus hat man als Auslaender in China schon viele Privilegien, wenn du dich nicht fuer Falungong einsetzen und auf den Tiananmenplatz zur Demonstration gehen wolltest, wuerdest du auch prinzipiell kein Problem mitn der Polizei kriegen.
Na dann bin ich ja mal gespannt, was für "kleine" Einschränkungen in diesem Thread noch kommen, scheint ja alles ganz locker genommen zu werden.

Natürlich möchte ich nicht verneinen, dass meine Meinung über China durch mein Leben in Taiwan geprägt wird, obwohl ich dieses auch wieder differenzieren muss. In deutschen Medien glaube ich nämlich mehr Negatives über China zu finden als in taiwanischen.

Ich finde es aber bei solchen Diskussion doch immer wieder interessant, welche Einschränkungen für das Leben in China genannt, aber doch irgendwie leichtfertig hingenommen werden. Mag sein, dass diese für das alltägliche Leben nicht von all zu großer Bedeutung sind (...wer würde es schließlich heute nochmal wagen auf dem Tiananmenplatz zu demonstrieren wie 1989?).

Desweiteren war ich bis jetzt noch nie in China, würde ich also von daher über weitere Meinungen, vielleicht auch Belehrungen freuen, aber ich denke mal nicht, dass mir hier jemand erzählen möchte, China würde nicht von einer Elite regiert, deren vorrangiges Ziel der eigene Machterhalt ist und dafür sogar über Leichen geht.

Ich hoffe, eines Tages mal ohne diese Sichtweise nach China gehen zu können, bis es soweit ist würde es mir aber sehr schwer fallen in einem solchen Land wirklich sorgenfrei studieren oder arbeiten zu können.
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Beitrag von Crocop »

@ Dennis: Was tust du in Taiwan? Ich nehme an, Studium?

Im großen und ganzen bin ich deiner Meinung, dass die Elite, die regiert, über Leichen geht, und unbedingt an der Macht bleiben will. Die Frage ist nur, inwieweit diese Elite, wie du sie treffend bezeichnest, wirklich noch das tägliche Leben beeinflusst /beeinflussen will. Man erinnere sich nur daran, wie die letzten Jahre des Franco-Regimes oder der KPdsU-herrschaft in der s-union aussahen: faktisch ein totalitärer Staat, der seine Bürger aber weitestgehend in ruhe ließ.

Wie ist eigentlich das Leben in Taiwan? Gibt es dort ähnliche Probleme wie in Mainland-C (Ausbeutung, Arm-Reich-Schere o.Ä.)? Viele Chinesen behaupten auch, Taiwan sei jetzt chinesischer als china, weil viele Chinesen auf der Flucht vor den Roten Garden ihre Kultur dort hin mitgenommen haben, spürst du da etwas von?
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devurandom
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Beitrag von devurandom »

Dennis (CDS) hat geschrieben: Ich finde es aber bei solchen Diskussion doch immer wieder interessant, welche Einschränkungen für das Leben in China genannt, aber doch irgendwie leichtfertig hingenommen werden. Mag sein, dass diese für das alltägliche Leben nicht von all zu großer Bedeutung sind (...wer würde es schließlich heute nochmal wagen auf dem Tiananmenplatz zu demonstrieren wie 1989?).
Naja, ohne die KP und deren Diktatur auch ansatzweise verteidigen zu wollen. Hier zu lande leben die Bürger ja auch mit vielen, wenn nicht genau so vielen Einschränkungen. Der Unterschied dabei ist solche hierzulande raffinierter gemacht werden. Häufig stecken diese Einschränkungen unter technologischen Mänteln, sodass meisten "Ottonormale" sich entweder nicht interessieren, oder sie schlicht nicht verstehen können. Ein Beispiel ist z.B. das Projekt "Gläserne Bürger". Um die RFID Chips im Persos (schätzungsweise 100 Euro pro Perso) zu finanzieren, wird sogar geplant, die gespeicherten Informationen an die Wirtschaft zu verkaufen.... Gerade als technikvisierter und -interessierter Mensch sehe ich jeden Tag, wie Konzerne mit Unterstützung der Politik immer weiter in die Privatsphäre der Bürger eindringen. Datenschutz wird mit Füßen getreten. Webseiten werden im Namen der "Jugendschutz" oder "Gegen Neonazisitische Gedankengut" gesperrt und umgeleitet. Völlig sinnlose Copyrightgesetze werden verabschiedet, die allein zum Ziel haben, die Rechte der Verbraucher zu beschneiden. Konzernen werden Rechte und Macht zugesprochen, die bisher in den Händen der Staatsmacht lagen....usw. usw. Im Bundestaggebäude befinden sich zahlreiche Büros von Lobbyverbänden, die jeweils ihre legal bezahlte Abgeordneter im Rücken haben und entsprechend die Politik und Gesetzgebung steuern können. Dikatur durch Parteikader oder Dikatur durch Konzerne, ich sehe da ehrlich gesagt keinen großen Unterschied.....

My 2 Cents
Gruß
/dev/urandom
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Beitrag von Dennis (CDS) »

Crocop hat geschrieben:@ Dennis: Was tust du in Taiwan? Ich nehme an, Studium?

Im großen und ganzen bin ich deiner Meinung, dass die Elite, die regiert, über Leichen geht, und unbedingt an der Macht bleiben will. Die Frage ist nur, inwieweit diese Elite, wie du sie treffend bezeichnest, wirklich noch das tägliche Leben beeinflusst /beeinflussen will. Man erinnere sich nur daran, wie die letzten Jahre des Franco-Regimes oder der KPdsU-herrschaft in der s-union aussahen: faktisch ein totalitärer Staat, der seine Bürger aber weitestgehend in ruhe ließ.

Wie ist eigentlich das Leben in Taiwan? Gibt es dort ähnliche Probleme wie in Mainland-C (Ausbeutung, Arm-Reich-Schere o.Ä.)? Viele Chinesen behaupten auch, Taiwan sei jetzt chinesischer als china, weil viele Chinesen auf der Flucht vor den Roten Garden ihre Kultur dort hin mitgenommen haben, spürst du da etwas von?
Ich lebe seit knapp zwei Jahren in Taiwan, studiere und arbeite hier und werde gegen Ende des Jahres auch hier heiraten.

Über den tatsächlichen Einfluss der herrschenden Elite auf den Alltag kann ich mir ja auch nur insofern ein Bild machen, als wie ich es aus den Medien oder Berichten von (deutschen) Freunden in China entnehmen kann. Die Teil-Zensierung des Internets würde ich aber in diesem Sinne schon als solchen Eingriff in den Alltag verstehen. Ich möchte aber nochmals alle mit weitergehenen Erfahrungen dazu aufrufen uns entsprechende Hinweise zu geben. Im Vergleich zur Sowjetunion möchte ich aber ehrlich gesagt nicht wissen, was passiert, sollte die KP zur Ansicht gelangen, dass es mit ihrem Machtstreben zu Ende geht....eine Szenario könnte dann nämlich die gewaltsame Einverleibung Taiwans sein, andere Staatenlenker machen es ja ab und zu vor, wie man durch Kriege von innenpolitschen Problemen ablenkt.

Um über Taiwan zu sprechen. Auch hier gibt es (wie in allen Industrieländern) eine Schere zwischen Arm und Reich, die aber bei weitem nicht so ausgeprägt ist wie in China. Auch hier werden, gerade Arbeitskräfte aus Ländern wie den Phillippinen, Indonesien usw. weit unter Normallöhnen bezahlt. Dies sind wirtschaftliche Probleme, die die Regierung zuweilen auch nicht gerade mit vollem Einsatz bekämpft und damit auch sehr kritikwürdig ist. Aber, die Bürger werden nicht so sehr durch den Staat zu einer Meinung erzogen (...was meinst du wie oft hier gegen irgendwas demonstriert wird, vorzugsweise gegen die Regierung) als es in China der Fall zu sein scheint, noch werden angeblich schädliche Webseiten oder Dienste gesperrt und Berichte im Fernsehen über China kann ich auch sehen (...anders herum ja nur durch vorherige Duldung der Zensoren und nur bei Pro-China Inhalten). Ich hatte hier in Taiwan noch nie das Gefühl in meiner freien Meinung irgendwie eingeschränkt worden zu sein und selbst über die Taiwanfrage konnte ich hier schon oft genug kontrovers diskutieren, was ich mit einem Chinesen noch nie wirklich geschafft habe.

@devurandom
"Dikatur durch Parteikader oder Dikatur durch Konzerne, ich sehe da ehrlich gesagt keinen großen Unterschied..... "

Muss ich es denn deswegen mit einem Schulterzucken akzeptieren und mein Hirn ausschalten und gar nicht mehr diskutieren, egal ob in Deutschland, China, Taiwan oder sonstwo auf der Welt? Das wäre dann wohl wirklich der Anfang vom Ende....
Crocop
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Beitrag von Crocop »

Dikatur durch Parteikader oder Dikatur durch Konzerne, ich sehe da ehrlich gesagt keinen großen Unterschied.....
Das scheint mir doch etwas übertrieben. Es gibt schließlcih immer noch freie Medien in Deutschland, deren Interesse es war und immer bleiben wird, so etwas, wenn möglich noch mit viel staub, aufzuwirbeln und die Politiker anzuprangern. Außerdem: Auch ich bin dafür, dass seiten wie heil-hitler.de gesperrt werden, weil sie wirklich nicht ins internet, sondern ins klo gehören. Hierzu kann man sagen, dass es wirklich eine sperre zum schutz vor abstoßenden inhalten ist.


selbst über die Taiwanfrage konnte ich hier schon oft genug kontrovers diskutieren, was ich mit einem Chinesen noch nie wirklich geschafft habe.
Wie wahrscheinlich ist denn wirklich eine militäroperation gegen Taiwan? (schöner euphemismus, "Taiwanfrage" :mrgreen: Das Heer der Chinesen ist zwar unvorstellbar groß, aber (das bringt der kommunismus mit sich) technisch pfeift es aus dem letzten loch. Soweit ich mir anmaße, dies beurteilen zu können (trotz allem sind wir ja außenstehende) hat die chinesische Armee militärisch keine Chance gegen die USA, die wohl tatsächlich zur stelle wären, wenn man sie braucht. (Nein, ich bin KEIN Befürworter des Irak-Kriegs. Aber es hat auch gerechte und konstruktive Militäreinsätze der Amis gegeben, etwa in der Geschichte meines Landes.) Und wenn Hu Jintao und GWB aneinandergeraten, glaube ich, wars das mit unserer welt...
Ich hatte hier in Taiwan noch nie das Gefühl in meiner freien Meinung irgendwie eingeschränkt worden zu sein
Herrscht nicht die KP formell über Taiwan? Da doch niemand Taiwan als Land anerkennen will (bis auf den Vatikan, die müssen aus wirtschaftliche Gründe keine Rücksicht nehmen und handeln hier, meiner Meinung nach, absolut richtig) ist die Regierung unter Chen shiu bian doch eigentlich ebenfalls nicht anerkannt... :?:
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devurandom
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Beitrag von devurandom »

Crocop hat geschrieben:
Dikatur durch Parteikader oder Dikatur durch Konzerne, ich sehe da ehrlich gesagt keinen großen Unterschied.....
Das scheint mir doch etwas übertrieben. Es gibt schließlcih immer noch freie Medien in Deutschland, deren Interesse es war und immer bleiben wird, so etwas, wenn möglich noch mit viel staub, aufzuwirbeln und die Politiker anzuprangern.
Freie Medien ist gut. Frage ist aber, in wessen und welchen Sinnen sie "frei" sind, wie die "Bild" Trommel für gewisse Partei rührt und wie effektiv das ist, ist ja allgemein bekannt. Die Funktionen dieser Zeitung erfüllt in allen Aspekten die eines Propoganda Minesteiriums. (wahlweise auch "ministry of silly walks" :-D). Soviel zu "freien" Medien. Zeitungen und Rundfunk (auch die öfis) verfolgen finanzielle Interessen. Das ist der entscheidende Punkt, warum sie niemals so "frei" sind, wie viele gerne glauben möchten..
Außerdem: Auch ich bin dafür, dass seiten wie heil-hitler.de gesperrt werden, weil sie wirklich nicht ins internet, sondern ins klo gehören. Hierzu kann man sagen, dass es wirklich eine sperre zum schutz vor abstoßenden inhalten ist.
Bin kein Deutscher, hab Rechtsextremismus auch schon zu spüren bekommen. Dennoch bin ich dafür, dass solche Sperrungen nicht seitens Justitz vorgenommen werden dürfen. Es geht hier nicht um den Einzelfall, sondern um die Konsequenz. Wer definiert denn, was "rechtsradikal" ist? Letztendlich einzelne Richter (auch sei es Bundesrichter). Letztendlich ist die Möglichkeit der Zensur eine "Lücke", die gut und gerne ausgenutzt werden können. Es haben schon oft genug (auch in der deutschen Geschichte) Beispiele gegeben, wo solche "gut gemeinte" Ausnahmenreglungen zum Kippen von kompletten Gesetzten führten. Wenn Meinungsfreiheit, dann konsequent. Auch wenn Nazis widerlich sind, muss denen auch Platformen zum Sprechen gewährt werden. Wenn wir letztendlich dasselbe Rechte geniessen wollen......

Gruß
/dev/urandom
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Beitrag von Chinalover »

[quote="devurandom]Außerdem: Auch ich bin dafür, dass seiten wie heil-hitler.de gesperrt werden, weil sie wirklich nicht ins internet, sondern ins klo gehören. Hierzu kann man sagen, dass es wirklich eine sperre zum schutz vor abstoßenden inhalten ist.
Bin kein Deutscher, hab Rechtsextremismus auch schon zu spüren bekommen. Dennoch bin ich dafür, dass solche Sperrungen nicht seitens Justitz vorgenommen werden dürfen. Es geht hier nicht um den Einzelfall, sondern um die Konsequenz. Wer definiert denn, was "rechtsradikal" ist? Letztendlich einzelne Richter (auch sei es Bundesrichter). Letztendlich ist die Möglichkeit der Zensur eine "Lücke", die gut und gerne ausgenutzt werden können. Es haben schon oft genug (auch in der deutschen Geschichte) Beispiele gegeben, wo solche "gut gemeinte" Ausnahmenreglungen zum Kippen von kompletten Gesetzten führten. Wenn Meinungsfreiheit, dann konsequent. Auch wenn Nazis widerlich sind, muss denen auch Platformen zum Sprechen gewährt werden. Wenn wir letztendlich dasselbe Rechte geniessen wollen......

Gruß
/dev/urandom[/quote]


Wo ziehst du die persönliche Grenze zwischen Individualfreiheit und Kollektivfreiheit? Irgendwo muss man doch auch das Kollektiv zum Zug kommen lassen. Da sehe ich zusehr den eigenen Willen. Muss es nicht ein Gleichgewicht sein?
Wenn du nicht Deutscher bist, dann hast du auch nicht das Empfinden für die deutsche Vergangenheit. Bist du Chinese? Auch dann verstehe ich deine Aussage nicht ganz.
....................................................................
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Beitrag von devurandom »

Chinalover hat geschrieben:Wo ziehst du die persönliche Grenze zwischen Individualfreiheit und Kollektivfreiheit? Irgendwo muss man doch auch das Kollektiv zum Zug kommen lassen. Da sehe ich zusehr den eigenen Willen. Muss es nicht ein Gleichgewicht sein?
Diese Theorie von "Individualismus" und "Kollektivität" erinnert mich an meine Schulzeit, genauer gesagt der "Politik" Unterricht. Mit genau diesem Theorieschema gerechtfertigt die KP, warum in China nun keine direkte Deomonkratie herrscht. Übrigens herrschte AFAIK hier zu Lande durchaus eine kollektive Meinung im Jahr 1933, die dann auch alle anderen in die Illegalität getrieben hat.....
Wenn du nicht Deutscher bist, dann hast du auch nicht das Empfinden für die deutsche Vergangenheit. Bist du Chinese? Auch dann verstehe ich deine Aussage nicht ganz.
Bin waschecht 100% made in China, garantiert kein Plagiat. :-D Ich kann in der Tat den Selbshass von manchen Deutschen nicht nachvollziehen, genau so wenig kann ich aber auch den Ultranationalismus vieler Chinesen nicht nachvollziehen. Warum Du nun meine Aussage nicht verstehst, kann ich auch nicht ganz nachvollziehen... ;-) :-D

Gruß
/dev/urandom
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