Sky Darmos hat geschrieben:Im Durchschnitt passen mehrere chinesische Sätze in einen deutschen Satz.
Im Schnitt könntest Du recht haben, aber wie gesagt, es kommt auf den Satz an.
Ich zähle so dass man auf einer Linie nicht zurückfahren kann. Man muss dann absetzen. Denke das ist eine recht eindeutige Zählweise.
Aber auch sehr willkürlich.
bossel hat geschrieben:3: Die Bedeutung(-sherkunft) ist auch bei chinesischen Schriftzeichen nur zu erkennen, wenn man die einzelnen Elemente bereits kennt; ganz ähnlich wie im Deutschen. Übrigens bilden Griechisch & Latein nicht die Grundlage für die Mehrzahl deutscher Wörter.
Ein deutsches Wort verrät mir doch vor sich aus nichts über seine Bedeutung. Ich meine hier nicht zusammengesetzte Wörter.
Genausowenig, wie das chinesische Wort.
Nicht nur zusammengesetzte Wörter haben mehrere Elemente.
Einzelne Schriftzeichen an sich sagen schon etwas über ihre Bedeutung aus wenn man sie daraufhin untersucht aus was sie zusammengesetzt sind.
Wie im Deutschen, Wortstamm + Affixe.
In Denken 想 ist Bild 相 und 心 Herz enthalten. Sagt aus: "Gedanken sind Bilder des Herzens."
Eselsbrücken sind natürlich was Schönes. Aber auch hier: funktionieren im Deutschen (oder - meiner Erfahrung nach - Englischen) genauso.
Genauso wie du die Bedeutung einer mathematischen Formel begreifen kannst ohne sie innerlich in Worte zu fassen, kannst du auch einen chinesischen Satz in Schriftform verstehen ohne ihn auszusprechen - nichteinmal gedanklich.
Ich bezweifle auch hier, daß es eminente Unterschiede zum Deutschen gibt. Die schriftliche Repräsentation des Gesprochenen ist in beiden Fällen symbolisch, eine Abstraktion. Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren, wenn Du mir entsprechende psycholinguistische Resourcen gibst.
Eine abfolge immer gleicher Buchstaben ist nicht so Kunstvoll wie die vielfältigen Zeichen der chinesischen Schrift.
Die Kunst eines Gedichts liegt nicht in der Schrift (oder Sprache) allein. Die schriftliche Anordnung kann genauso wichtig oder wichtiger sein. Ich denke mal, Du kannst deutschen Dichtern keine mangelnde Kunstfertigkeit vorwerfen, nur weil Ihr Wortschatz nicht auf Logographie basiert.
Die Buchstaben haben Querbeziehungen untereinander?
Du vergleichst mal wieder Äpfel mit Birnen. Die chinesische Schrift ist logographisch, die Zeichen stehen für Bedeutungselemente. Folglich mußt Du das auch mit den entsprechenden deutschen Bedeutungselementen vergleichen.
Warum nicht?
s.o.
Naja, mehr Sinn erhällt ein Satz nicht durch viel Grammatik sondern durch viele Wörter die in vielfältiger Beziehung untereinander stehen.
Die Beziehungen der Wörter zueinander sind Teil der Grammatik.
bossel hat geschrieben:11: Falsch. Kann man auch im Deutschen, macht nur kaum einer.
Deutsche zusammengesetze Wörter sind nicht mit den chinesischen Vergleichbar. Das Zusammensetzen modifiziert die Bedeutungen im Chinesischen Sehr stark. Was vorher vielleicht nur ein Adjektiv sein kann, kann in einem zusammengesetztes Wort plötzlich ein Substantiv sein. [...]
Vergleiche mal die Aussagenlosen Deutschen wörter mit chinesischen Wörtern.
Die Bedeutungsveränderung zusammengesetzter Wörter variiert in beiden Sprachen.
Was für "aussagelose" deutsche Wörter meinst Du?
Mir sind die chinesischen Symphatischer und ich konnte sie mir sofort merken weil ich alle Zeichen schon vorher kannte. Im Deutschen hätte mir das nichts genützt.
Fahrradfahren ergäbe für Dich keinen Sinn, auch wenn Du fahren & Fahrrad schon als eigenständige Wörter kanntest? Halte ich für zweifelhaft.
Im Deutschen sagen einem die einzelnen Silben, aus denen Wörter bestehen, aber meistens gar nichts.
Kommt drauf an, wie immer. Außerdem, wie gesagt, Du solltest Bedeutungseinheiten vergleichen, nicht einfach Silben oder Buchstaben (wobei Du anscheinend recht willkürlich zwischen beiden wechselst, ganz wie's gerade in Deine Argumentation paßt).
Inwiefern? Dass es anders klingt? Das erreicht man besser in dem man seine Gedanken durch einen reichen Wortschatz präziser ausdrückt.
Deutsch wird eigentlich als recht präzise Sprache angesehen, zum Teil wegen der Redundanz. Redundanz vermindert nämlich die Wahrscheinlichkeit von Mißverständnissen.
Aus meiner (rein subjektiven) Erfahrung mit Chinesen hier in Deutschland, sind Mißverständnisse zwischen ihnen häufiger als in vergleichbaren deutschen Gruppen.
Aber wie gut kann man systemfreie Lautkombinationen lernen?
Systemfrei? Inwiefern?
Naja, ein großer Kritikpunkt ist das auch nicht. Aber ich will ja keine Schwarz-Weiss-Sicht vermitteln und brauche daher auch genug Contra-Argumente.
Äh, gerade wenn Du auf Kontraargumente verzichtest, machst Du Dich der Schwarz-Weiß-Sicht schuldig.
Ich spreche von Wörtern nicht von einzelnen Lauten. Im deutschen ist es eben nicht so dass man 3000 (oder von mir aus 5000 bis 7000) Wörter lernt und damit alle anderen Bilden kann.
& wieder Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn schon, dann solltest Du die Zahl der bedeutungstragenden sprachlichen Elemente vergleichen.
Echt? Kannst du mir begründen warum man Computer schreibt und nicht Komputer? Mal abgesehen davon dass man Computer ganz anders schreibt als man es spricht.
Weil's ein Fremdwort ist.
Muss man denn hier nicht viel mehr lernen als im Chinesischen? (电脑 = dian-nao = electric brain = computer)
Wie wäre es mit "Rechner"?
Englische Vokabellisten lernen ist etwas sehr mühsames. Wenn man hingegen chinesische Vokabeln lernt, kann man sich viele Gedanken über die Zusammensetzung der Zeichen und Wörter machen. So merkt man es sich automatisch.
Wie merkst Du Dir die Töne?
Etwa spricht man das J in Jahr wie das Y in you. Das J in Jack spricht man Tzshak.
Sprich es ist alles durcheinander. Man muss bei jedem Wort neben der Aussprache auch die Schrift auswendig lernen obwohl das gar nicht nötig wäre.
Jahr ist deutsch, während Jack ein ausländischer Name ist. J in ursprünglich deutschen Wörtern ist /j/.