Die Vorteile der chinesischen Sprache

Übersetzungen, Computerprobleme, Chinesische Zeichen, Studium in China, Sinologie usw.
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Grufti
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Beitrag von Grufti »

"Handy" soll ein "Germanizismus" wie "kindergarden" "Rucksack" oder "Butterbrot" ( im Russischen) sein ???? :shock: :shock: :shock:

Dann nenne mir bitte das DEUTSCHE Wort, auf dem dieses Wort basiert !!!

"Handy " ist ein pseudo-Englisches Wort, und nichts anderes...

Die gnadenlose Übernahme von Anglizismen sehe ich als Folge des totalen Zusammenbruchs Deutschlands im 2. Weltkrieg und dem damit verbundenen kulturellen Minderwertigkeitsgefühl der Deutschen.

Wenn der "peppige" Ausdruck und die "Kurzsilbigkeit" des Englischen der einzige Grund für die Anglisierung einer Sprache sein soll, weshalb schaltet dann z.b. Siemens nicht ALLE seine Anzeigen wie folgt:

Hier steht die Siemens AG am Pranger

Nur bei uns ist der kulturelle/nationale Selbsthass so verbreitet,
dass es zum guten Ton gehört, nicht seine eigene Muttersprache,
sondern Englisch als seine Lieblingssprache zu bezeichnen.
Und daher ist der Einfluss des Englischen neben aller
anderen Sprachvernachlässigung ihr ärgerlichster Aspekt.
Dass wir Deutschen (entgegen allen Behauptungen) damit auf der
Welt alleine dastehen, beweisen die Internetseiten der Firma Siemens,
deren Werbeabteilung sich vermutlich mit den Geschmäckern der
Gesellschaften auskennen dürfte:

Die Seiten sind länderbezogen in verschiedenen Sprachen aufzurufen:

Holland: Alles wat u maar wilt: Of u nu een telefoon ....

Italien: Tutto ciò che desiderate: che abbiate ....

Spanien: Todo lo que necesitas: Ya se hate de ....

Schweiz: Alles, was Ihr Herz begehrt: ...

Frankreich: Bienvenue: Cet espace est le ...

Deutschland: Everything you want: Ob Telefon, Computer oder ...
"

( http://home.debitel.net/user/thomgeist/seite2.htm )

(Sehr schade, daß da kein Link zur "realen" Website von Siemens gegeben war.... :roll: .)

In Frankreich wacht die Académie francaise" darüber, daß die französische Umgangsprache nicht --so wie die deutsche Sprache-- total vor die Hunde geht,. Diese Institution sorgt z.B.dafür, daß ein hoher Prozentsatz ( ich glaube , daß ein Minimum ca 70 %) der gesendeten Schlagern in französich gesendet werden muß. Außerdem sorgt sie für eine Menge von neuen Wortschöpfungen, die den sich ändernden technischen Gegebenheiten anpassen.

In Spanien ,Italien..oder in Holland sind anscheinend solche Institutionen nicht einmal notwendig, um die betreffende Landessprache einigermaßen von fremden Einflüssen zu schützen..

Ich sehe keine Chance, daß der Einfluß der anglo-amerikanischen Sprache zugunsten des Deutschen zurückgedrängt wird, denn dafür werden nie die für diese Entwicklung günstigen Bedingungen herrschen.

Oder glaubst Du, daß Deutschland in irgendeiner Zukunft einen Großteil der Welt beherrscht, und die Weltwirtschaft kontrolliert ????

Das Überleben einer Sprache hängt nun einmal in sehr starken Maße von der kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Macht des Landes ab, in dem diese betreffende Sprache verwendet wird...


@Kusti:


Speziell für Dich:

http://www.weikopf.de/Sprache/Englisch/ ... exion.html :wink:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
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bossel
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Re: Die Vorteile der chinesischen Sprache

Beitrag von bossel »

Sky Darmos hat geschrieben:Im Durchschnitt passen mehrere chinesische Sätze in einen deutschen Satz.
Im Schnitt könntest Du recht haben, aber wie gesagt, es kommt auf den Satz an.
Ich zähle so dass man auf einer Linie nicht zurückfahren kann. Man muss dann absetzen. Denke das ist eine recht eindeutige Zählweise.
Aber auch sehr willkürlich.
bossel hat geschrieben:3: Die Bedeutung(-sherkunft) ist auch bei chinesischen Schriftzeichen nur zu erkennen, wenn man die einzelnen Elemente bereits kennt; ganz ähnlich wie im Deutschen. Übrigens bilden Griechisch & Latein nicht die Grundlage für die Mehrzahl deutscher Wörter.
Ein deutsches Wort verrät mir doch vor sich aus nichts über seine Bedeutung. Ich meine hier nicht zusammengesetzte Wörter.

Genausowenig, wie das chinesische Wort.
Nicht nur zusammengesetzte Wörter haben mehrere Elemente.
Einzelne Schriftzeichen an sich sagen schon etwas über ihre Bedeutung aus wenn man sie daraufhin untersucht aus was sie zusammengesetzt sind.
Wie im Deutschen, Wortstamm + Affixe.
In Denken 想 ist Bild 相 und 心 Herz enthalten. Sagt aus: "Gedanken sind Bilder des Herzens."
Eselsbrücken sind natürlich was Schönes. Aber auch hier: funktionieren im Deutschen (oder - meiner Erfahrung nach - Englischen) genauso.
Genauso wie du die Bedeutung einer mathematischen Formel begreifen kannst ohne sie innerlich in Worte zu fassen, kannst du auch einen chinesischen Satz in Schriftform verstehen ohne ihn auszusprechen - nichteinmal gedanklich.
Ich bezweifle auch hier, daß es eminente Unterschiede zum Deutschen gibt. Die schriftliche Repräsentation des Gesprochenen ist in beiden Fällen symbolisch, eine Abstraktion. Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren, wenn Du mir entsprechende psycholinguistische Resourcen gibst.
Eine abfolge immer gleicher Buchstaben ist nicht so Kunstvoll wie die vielfältigen Zeichen der chinesischen Schrift.
Die Kunst eines Gedichts liegt nicht in der Schrift (oder Sprache) allein. Die schriftliche Anordnung kann genauso wichtig oder wichtiger sein. Ich denke mal, Du kannst deutschen Dichtern keine mangelnde Kunstfertigkeit vorwerfen, nur weil Ihr Wortschatz nicht auf Logographie basiert.
Die Buchstaben haben Querbeziehungen untereinander?
Du vergleichst mal wieder Äpfel mit Birnen. Die chinesische Schrift ist logographisch, die Zeichen stehen für Bedeutungselemente. Folglich mußt Du das auch mit den entsprechenden deutschen Bedeutungselementen vergleichen.
Warum nicht?
s.o.
Naja, mehr Sinn erhällt ein Satz nicht durch viel Grammatik sondern durch viele Wörter die in vielfältiger Beziehung untereinander stehen.
Die Beziehungen der Wörter zueinander sind Teil der Grammatik.
bossel hat geschrieben:11: Falsch. Kann man auch im Deutschen, macht nur kaum einer.
Deutsche zusammengesetze Wörter sind nicht mit den chinesischen Vergleichbar. Das Zusammensetzen modifiziert die Bedeutungen im Chinesischen Sehr stark. Was vorher vielleicht nur ein Adjektiv sein kann, kann in einem zusammengesetztes Wort plötzlich ein Substantiv sein. [...]
Vergleiche mal die Aussagenlosen Deutschen wörter mit chinesischen Wörtern.
Die Bedeutungsveränderung zusammengesetzter Wörter variiert in beiden Sprachen.
Was für "aussagelose" deutsche Wörter meinst Du?
Mir sind die chinesischen Symphatischer und ich konnte sie mir sofort merken weil ich alle Zeichen schon vorher kannte. Im Deutschen hätte mir das nichts genützt.
Fahrradfahren ergäbe für Dich keinen Sinn, auch wenn Du fahren & Fahrrad schon als eigenständige Wörter kanntest? Halte ich für zweifelhaft.
Im Deutschen sagen einem die einzelnen Silben, aus denen Wörter bestehen, aber meistens gar nichts.
Kommt drauf an, wie immer. Außerdem, wie gesagt, Du solltest Bedeutungseinheiten vergleichen, nicht einfach Silben oder Buchstaben (wobei Du anscheinend recht willkürlich zwischen beiden wechselst, ganz wie's gerade in Deine Argumentation paßt).
Inwiefern? Dass es anders klingt? Das erreicht man besser in dem man seine Gedanken durch einen reichen Wortschatz präziser ausdrückt.
Deutsch wird eigentlich als recht präzise Sprache angesehen, zum Teil wegen der Redundanz. Redundanz vermindert nämlich die Wahrscheinlichkeit von Mißverständnissen.
Aus meiner (rein subjektiven) Erfahrung mit Chinesen hier in Deutschland, sind Mißverständnisse zwischen ihnen häufiger als in vergleichbaren deutschen Gruppen.
Aber wie gut kann man systemfreie Lautkombinationen lernen?
Systemfrei? Inwiefern?
Naja, ein großer Kritikpunkt ist das auch nicht. Aber ich will ja keine Schwarz-Weiss-Sicht vermitteln und brauche daher auch genug Contra-Argumente.
Äh, gerade wenn Du auf Kontraargumente verzichtest, machst Du Dich der Schwarz-Weiß-Sicht schuldig.
Ich spreche von Wörtern nicht von einzelnen Lauten. Im deutschen ist es eben nicht so dass man 3000 (oder von mir aus 5000 bis 7000) Wörter lernt und damit alle anderen Bilden kann.
& wieder Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn schon, dann solltest Du die Zahl der bedeutungstragenden sprachlichen Elemente vergleichen.
Echt? Kannst du mir begründen warum man Computer schreibt und nicht Komputer? Mal abgesehen davon dass man Computer ganz anders schreibt als man es spricht.
Weil's ein Fremdwort ist.
Muss man denn hier nicht viel mehr lernen als im Chinesischen? (电脑 = dian-nao = electric brain = computer)
Wie wäre es mit "Rechner"?
Englische Vokabellisten lernen ist etwas sehr mühsames. Wenn man hingegen chinesische Vokabeln lernt, kann man sich viele Gedanken über die Zusammensetzung der Zeichen und Wörter machen. So merkt man es sich automatisch.
Wie merkst Du Dir die Töne?
Etwa spricht man das J in Jahr wie das Y in you. Das J in Jack spricht man Tzshak.
Sprich es ist alles durcheinander. Man muss bei jedem Wort neben der Aussprache auch die Schrift auswendig lernen obwohl das gar nicht nötig wäre.

Jahr ist deutsch, während Jack ein ausländischer Name ist. J in ursprünglich deutschen Wörtern ist /j/.
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bossel
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Beitrag von bossel »

Grufti hat geschrieben:"Handy" soll ein "Germanizismus" wie "kindergarden" "Rucksack" oder "Butterbrot" ( im Russischen) sein ???? :shock: :shock: :shock:
Dann nenne mir bitte das DEUTSCHE Wort, auf dem dieses Wort basiert !!!
Handy ist das deutsche Wort, Bellerophon hat recht. Irgendsoein Marketingexperte hat sich das wahrscheinlich einfallen lassen.
In Frankreich wacht die Académie francaise" darüber, daß die französische Umgangsprache nicht --so wie die deutsche Sprache-- total vor die Hunde geht,.
Die AF ist reine Geldverschwendung. Sprache entwickelt sich nun mal; & das auch & vor allem in Kontaktsituationen.
In Spanien ,Italien..oder in Holland sind anscheinend solche Institutionen nicht einmal notwendig, um die betreffende Landessprache einigermaßen von fremden Einflüssen zu schützen..
Schutz ist sowieso Schwachsinn. Außerdem bezweifle ich, daß in Holland wesentlich weniger Anglizismen im Umlauf sind als in Deutschland.
Oder glaubst Du, daß Deutschland in irgendeiner Zukunft einen Großteil der Welt beherrscht, und die Weltwirtschaft kontrolliert ????
Wozu auch?
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Beitrag von kusti »

@Grufti

Danke für die Link-Angabe. Aber es ist doch sehr schön ersichtlich, wie das Englische sich eben zurückentwickelt hat. Als die Sachsen nach Ingilandia strömten und sich dort mit den einheimischen Bauern vermischten, da ging die ursprüngliche Sprachkultur verloren und es fand eine Rückentwicklung statt zu einer Art von Kindersprache.
Kindersprache ist sehr schnell zu erlernen, und deshalb sehr praktisch, bringt aber auch einige Nachteile mit sich.

Ich meinen du behaupten falsch. Sein nicht gut. Du sehen nicht einfach Sprache Nachteil. Viel komplex Ausdruck nicht können machen. Du verstehen? Ich nicht du Meinung.
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Beitrag von Grufti »

@Bossel:

Ein Wort, das "deutschen "Ursprungs ist, sollte per Definition seinen Ursprung in der deutschen Sprache haben, und das hat das Wort "Handy" definitiv nicht...oder hast Du irgendwelche Belege, daß dem so ist ???
"Handy" ist -- von seinem Ursprung her gesehen--ebensowenig ein "deutsches" Wort wie "Portemonnaie"... ja nicht einmal ein asu einer anderen Sprache entlehntes Wort...sondern, ein Pseudo-Englisches Wort..... oder
gebe mir mal bitte noch ein Beispiel eines anderen vom Stamm her deutschen Wortes , das auch englisch ausgesprochen wird..



Ohhh ich vergaß..... "Handy" kann allerhöchstens aus dem Schwäbsichen kommen..... denn es ist die Abkürzung von "Henn die koi Schnur??" :lol: :lol: :lol:
Zitat:
"Oder glaubst Du, daß Deutschland in irgendeiner Zukunft einen Großteil der Welt beherrscht, und die Weltwirtschaft kontrolliert ????
"
Wozu auch?
Deine letzte "Einlassung" ist aus dem Zusammenhang gerissen, und zeigt mir, daß Du ganz offensichtlich nicht verstanden hattest, was ich mit diesem Beispiel schreiben wollte...

Im Übrigen sollten sich "die Deutschen " endlich einmal ein Beispiel an den Chinesen nehmen, und (wieder) "stolz" auf ihre eigene Kultur sein .. oder sich zumindest darauf zurückbesinnen, und sich nicht vom Anglo-amerikanischen "Kultur"imperialismus überrollen lassen....
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
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Beitrag von Sky Darmos »

kusti hat geschrieben:Kindersprache ist sehr schnell zu erlernen, und deshalb sehr praktisch, bringt aber auch einige Nachteile mit sich.
Dass die Grammatik einfach ist bedeutet nicht, dass keine vielfälltigen Differenzierungen möglich sind.
Eine Eigenschaft oder Sache für die es im Deutschen nur ein Wort gibt entspricht im Chinesischen oft mehreren Wörtern. Diese sind nicht einfach synonyme sondern haben underschiedliche feinere Differenzierungen.
Dem Wort Liebe z.B. entspricht im Chinesischen sowohl ai als auch aiqing, wobei aiqing für Liebe zwischen Mann und Frau steht.
Die Chinesen lassen lieber überflüssiges, sich aus dem zusammenhang ergebendes weg und konzentrieren sich dafür lieber stärker auf den Inhalt und die Differenzierungen.
kusti hat geschrieben:Du sehen nicht einfach Sprache Nachteil.
Du wollen sagen was? Ich denken du meinen "Du nicht sehen Sprache-(B.) (de 的) Nachteil (= Ich denke du siehst nicht den Nachteil der einfachen Sprache).
Wenn du schreiben "Du sehen nicht einfach Sprache Nachteil." bedeuten das in richtig Deutsch "Du siehst den Nachteil der nicht einfachen Sprache".
kusti hat geschrieben:Viel komplex Ausdruck nicht können machen.
Du haben nicht haben Eins-Stück Beispiel?
kusti hat geschrieben:Du verstehen?
Wenn du vergessen Fragepartikel, dann ich nicht können wissen ob du fragen ich. Du müssen schreiben:

"Du verstehen nicht verstehen" oder "Du verstehen *ma*"
kusti hat geschrieben:Ich nicht du Meinung.
"Ich nicht haben deine Meinung" würde der chinesischen Grammatik entsprechen (Du = 你 (ni) Dein = 你的 (ni-de)).

MfG, Sky.
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Beitrag von Grufti »

bossel hat geschrieben:

Handy ist das deutsche Wort, Bellerophon hat recht. Irgendsoein Marketingexperte hat sich das wahrscheinlich einfallen lassen.


Das Wort "HANDY" ist in seiner ursprünglichen Bedeutung ein durch und durch englisches Wort....


Lt "LEO.org" gibt es folgende Bedeutungen:


handy adj. anstellig
handy adj. bequem
handy adj. geschickt
handy adj. griffig
handy adj. handlich
handy adj. passend
handy adj. praktisch
handy adj. handsam regional



http://dict.leo.org/ende?lp=ende&p=/gQPU.&search=handy


Das Wort "handy" in der Bedeutung "Mobilfunkgerät" mag vielleicht in Deutschland zuerst in den Gebrauch gekommen sein, aber dieser Ursprung gem dieser Url http://www.u32.de/handy.html#skurilles auch nicht ganz so "wasserdicht"..
Ich glaube, mit der o.g. Url dürfte die Diskussion um das "Handy" abgeschlossen sein.. :roll:
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Beitrag von kusti »

Jetzt soll auf einmal wieder vorbei sein mit diskutieren. Grufti, du bist so KRASS.
Da du alles weisst, kannst du mir sicher noch einen Link angeben, wo ich endlich die chinesische Grammatik a bisle bessär studiern kan, geeeee. Dankä diir. Ich will nämlich einen Beweis gegen dich finden, damit ich dich ein-für-allemaaaaaal wiederlegen kann. Das wird mein grösster Triumpf werden.
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Beitrag von Bellerophon »

@ Kusti

1. Das Englische ist keine rein isolierende Sprache:

he, she, it das s muss mit; be was been;....

Keine europäische Sprache ist rein flektierend oder isolierend. Auch das deutsche hat isolierende Merkmale...

Nur weil eine Sprache isolierend ist, muss sie keineswegs simple sein:
Im Englischen kann eine Vielzahl verschiedener Zeitverhältnisse ausgedrückt werden, auch wenn man diese als Tourist, der eine Tasse Kaffee bestellen will, niemals brauchen wird.
Im Gegenzug könnte man sagen: Wer kann schon richtig deutsch?!


@ Grufti

Du hast wahrscheinlich Recht. Das Wort Handy belegt höchstens, dass die Deutschen die besseren Engländer sind.

Mit dem Weltkrieg hast du möglicherweise auch Recht. Allerdings kann ich bei mir kein Minderwertigkeitsgefühl entdecken und ich glaube, dass vor allem viele ältere Leute gerade deswegen ein Minderwertigkeitsgefühl haben, weil sie hilflos mitansehen müssen, wie ihre Sprache verhunzt wird.

Ich denke, dass der Einfluss des Englischen auch viel mit Mode und dem Provinzdenken der Deutschen zu tun hat. Das Deutsche hat aus sich heraus schon noch die Kraft, neue Begriffe zu bilden. Die Deutschen sind blos zu blöde dazu, diese Kraft zu nutzen. Selbst die Akademiker sind auf diesen Zug aufgesprungen.
einige Beispiele: oral tradition= mündliche Überlieferung, paper= Thesenpapier, overhead-projektor= Tageslichtprojektor.
Dass nur das Deutsche unter diesem Kultureinfluss steht, glaube ich nicht.

Es gibt aber auch gegenläufige Entwicklungen. (Verein zum Schutz der deutschen Sprache,z.B.)
Man denke mal an Rammstein, die haben sich das Klischee vom bösen Deutschen nützlich gemacht und verkaufen damit weltweit Millionen Platten. Eine Freundin von mir studiert in England und hat erzählt, dass es auch neue deutsche Modewörter im Englischen gibt und dass einige paranoide Engländer sich schon Sorgen um die Substanz der englischen Sprache machen.
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Beitrag von kusti »

Keine Sprache ist so erfinderisch wie das Deutsche.
Du kannst einfach neue Wortkreationen machen, welche niemand jemals gehört hat, ohne dass es falsch ist. Das ist genau die Art, wie man Sprache und Schrift benutzen sollte.
Wenn du ein chinesisches Zeichen abänderst, dann ist es schlichtweg nurnoch falsch und wird nicht mehr verstanden.

Ich sehe halt eben mehr die Nachteile, weil mich das mehr interessiert. Ich lerne gerade Chinesisch und finde es äusserst mühsam. Man muss es lernen wie eine Geheimsprache.
Ein schwerwiegender Nachteil kommt vorallem dann zum Vorschein, wenn man Haufenweise neue Wörter kreieren muss. Auch ist mir aufgefallen, dass ein Chinese sich nicht mehr ausdrücken kann, mit seinem Wissen von Sprache und Schrift, wenn es um zum Beispiel Literatur, Gedichte oder Wissenschaft geht. Und das ist äusserst sonderbar, und existiert im Westen in diesem Umfange nicht. Das hat nichts mit einem tieferen Bildungsstand zu tun, sondern vielmehr mit der Schrift und der Sprache. Und solche Tatsachen zu diskutieren finde ich interessant.
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Beitrag von Bellerophon »

@ kusti

"Keine Sprache ist so erfinderisch wie das Deutsche."

Wie viele Sprachen beherrscht du?


"Auch ist mir aufgefallen, dass ein Chinese sich nicht mehr ausdrücken kann, mit seinem Wissen von Sprache und Schrift, wenn es um zum Beispiel Literatur, Gedichte oder Wissenschaft geht."

Ich verstehe zwar nur ein ganzklitzekleinesbisschen kantonesisch, aber dieser Behauptung kann ich, auch ohne Vorkenntnisse, keinen Glauben schenken.
Literatur und Dichtung sind zu allererst nicht nur eine Kunst, sondern auch ein Handwerk, dessen Grundstrukturen man erlernen kann.
Wenn eine Sprache nicht die Möglichkeit hergibt, solche Sachverhalte zu reflektieren, können Dichtung und Literatur in dieser Sprache kaum weiterentwickelt werden und müssten zwangsläufig auf einem niedrigen Niveau verharren.
Und das willst du doch wohl nicht ernsthaft in Bezug auf das Chinesische behaupten, oder? Selbst Goethe würde sich im Grabe herumdrehen!
Die Reflexion über Stilistik, Metaphorik, Reimshemata, usw,... bedürfte allenfalls einiger neuer Vokabeln.

Im Übrigen finde ich es ebenfalls sehr interessant, mich über derlei Dinge zu unterhalten. Ich bin erstaunt, dass ich ein Forum gefunden habe, in dem man so differenziert über solche Dinge reden kann. In den meisten anderen Chinaforen, die ich bisher besucht habe, verkommen die Diskussionen, in denen eh immer nur über Politik geschwafelt wird, meistens zu Schlammschlachten. Solch ein Thema würde woanders nie aufkommen.
Ein dickes Lob für die Verantwortlichen!
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Beitrag von Grufti »

@Bellerophon:
Daß hier keine "Schlammschlacht " stattfindet, hat weniger mit dem Admin zu tun (sicher...er hat auch einige Male einen Ordner "geschlossen")...sondern das Publikum ist ein anderes... und ändert sich fortwährend... nicht nur "personenbezogen" ...

Diese "Schlammschlachten" hatten früher auch hier ( wenn auch vielleicht nicht so heftig wie in anderen Foren) stattgefunden...
Du brauchst nur mal die Themen im "Politik"-Ordner durchzusehen..... Stichwort "Tibet-Zerrbild"
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
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Beitrag von siedenderschnee »

kusti hat geschrieben:Wenn du ein chinesisches Zeichen abänderst, dann ist es schlichtweg nurnoch falsch und wird nicht mehr verstanden.
Wieso denn Schriftzeichen abaendern? Ihr wollt auch keine Buchstaben abaendern, oder?

Aber eine Abaenderung der Zusammensetzung der unterschiedlichen Zeichen ist durchaus moeglich.
人生不是一百米,而是马拉松。
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Beitrag von kusti »

siedenderschnee hat geschrieben:
kusti hat geschrieben:Wenn du ein chinesisches Zeichen abänderst, dann ist es schlichtweg nurnoch falsch und wird nicht mehr verstanden.
Wieso denn Schriftzeichen abaendern? Ihr wollt auch keine Buchstaben abaendern, oder?

Aber eine Abaenderung der Zusammensetzung der unterschiedlichen Zeichen ist durchaus moeglich.

Nein, die Buchstaben wollen wir nicht ändern, aber die Bedeutung der Begriffe ganz leicht, und da sehe ich so meine Mühe mit dem Chinesischen. Im Deutschen kannst du nicht nur neue adjektive erfinden, du kannst auch leicht geänderte Begriffe zeugen und sie in subtilen, neuen Zusammenhang setzen. Wie soll ich erklären, mir passt einfach nicht, dass im Chinesischen ein Begriff ein Begriff ist, und deshalb ein Symbol ein Symbol. Das engt mich einfach zu sehr in der Ausdrucksweise ein. Das ist so, als wollte man mit einem Vorschlaghammer eine Konservendose öffnen. Aber ich bin mir jetzt nicht sicher, ob du mir folgen kannst, weil ich es selbst nicht erklären kann. Im Deutschen ist ein Begriff nicht fest, sondern lässt sich durch unzählige Möglichkeiten verändern. Im Chinesischen ist der Begriff ein Symbol und deshalb ein für allemal fest und gegeben. Damit habe ich zurzeit noch so meine Mühe. Vielleicht ändert sich das im Laufe der Zeit, wenn ich sehe, dass über den Satzzusammenhang der Begriff ein wenig im Diffusen oder Subtilen verschwindet. Naja, ich weiss nicht so recht. Ich fühle mich einfach verdammt eingeschränkt. Die Ausdrucksweise scheint wie bei einem stotternden Motor zu funktionieren, habe ich den Eindruck.

@Bellerophon

Ich zum Beispiel habe hier vor ein paar Monaten den Hampelmann gespielt. Viele Forumsteilnehmer haben mir jetzt noch nicht verziehen. Seither aber lese ich regelmässig mit, weil das Durchschnittsalter der Forumsteilnehmer ausnahmsweise recht hoch ist und man den Leuten seine Meinung lässt. Das ist schön, aber ich denke dies wird nicht immer so bleiben. Sobald wieder jemand wie ich auf die Bühne kommt, dann ist der Friede dahin für ein Weilchen. Aber das ist halt so mit öffentlichen Foren. Es dürfen alle mitreden, und dementsprechend chaotisch geht es zu und her. Die Leute hier machen es übrigens richtig. Sie geben bei schlechten Posts gar keine Antwort. Ich selbst habe immer das Problem, dass ich mich nicht zurückhalten kann. Deshalb bin ich ab und zu froh, wenn man mir eine auf die Nuss geben kann. Ansonsten merke ich es leider nicht.

Du bist ein guter Poster und wirst dem Forum für lange Zeit erhalten bleiben. Dies merkt man jetzt schon. Die Leute hätten es gerne, wenn du deine Erfahrungen hier einbringen würdest. Aber ich denke das kannst du auch, auf jedenfall war das bis jetzt der Fall.
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Beitrag von devurandom »

kusti hat geschrieben:...dass ein Chinese sich nicht mehr ausdrücken kann, mit seinem Wissen von Sprache und Schrift, wenn es um zum Beispiel Literatur, Gedichte oder Wissenschaft geht.....
Das belegt höchstens, dass Du Dich nicht ausreichend informiert hast. Dieses "Phänomen", wie Du es beschreibst, liegt an der schlechten Gewohnheit der Chinesen, alles in Chinesische Zeichen umsetzen zu wollen. Ich kenne viele Beispiele, wo durchaus belesene Menschen zwar alle Werke von, sagen wir, Norman Mailer, gelesen (natürlich auf Chinesisch) haben, aber dennoch keine Ahnung davon haben, wie der Name des Authors auf Englisch geschrieben wird. Der jenige kann Dir wahrscheinlich auf Chinesisch ausführlich allgemeine Relativitätstheorie oder auch politische Lage auf der Balkan Insel erläutern. Mit Wörtern wie "Einstein" oder "Jugoslawien" kann er aber dennoch nichts anfangen, wenn er Englsich oder Deutsch sprechen muss, weil er sie nur unter 爱因斯坦 und 南斯拉夫 kennt. Die Chinesen sind ein äusserst literaturliebendes Volk. Der jährliche Umsatz von Büchern übertrifft auch relativ gesehen bei weitem den der Deutsche Buchmarkt. Auch westliche Literatur befindet sich massenweise auf der chinesischen Buchmarkt, Werke von so ziemlichen allen Authoren mit Namen und Rang werden ins Chinesische übersetzt. Also hüte Dich davor, solche Aussagen zu treffen, wie Du sie eben gemacht hast. Nur weil die Leute nicht verstanden haben, was Du gequaselt hast, heisst noch lange nicht, dass die Leute vom Thema nichts verstehen.
Ich persönlich halte Chinesisch für DIE Sprache der Dichtung. Was in einem chin. Gedicht für Emotionen, Farben, sprachliche Eleganz enthalten werden kann, ist mit einer lateinischen Sprache kaum zu erreichen.

Gruß
/dev/urandom
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