Obama trifft den Dalailam

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aquadraht
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von aquadraht »

Weise hat geschrieben:..
Irgendwie scheinst Du aber nicht nur in der DDR nix mitgekriegt zu haben.
Bisher hat sich seit gottweisswann so ziemlich jeder US-Präsident mit dem Dalai Lama ablichten lassen. Der Dalai Lama hat jahrzehntelang mehrere hunderttausend US-$ pro Jahr für seine persönliche Haushaltung aus der CIA-Schatulle erhalten (er hat das lange geleugnet, was nicht seine einzige und nicht seine grösste Lüge ist und war). Seit 1989 ist der DL Medienstar und Obama kann es sich innenpolitisch schlecht leisten, sich nicht mit dem Kasper zu zeigen.

Insofern nehme ich die Kritik aus Beijing auch nicht so ernst, die wissen das nämlich auch. Sie warten halt darauf, dass der DL endlich mal etwas Positives für die Tibeter tut und sich in seine nächste Inkarnation verabschiedet. Sie müssen diese Kritik natürlich üben, um denen, die mit Chinas tibetisch bewohnten Gebieten geopolitische Spielchen treiben wollen, zu zeigen, wo der Hammer hängt. Und das ist ihnen schon ernst - und damit haben sie auch recht.

Sicher ist in China nicht alles toll, und auch nicht in Tibet. Tatsächlich geniessen die Tibeter heute mehr Religionsfreiheit als je zuvor in ihrer Geschichte. Sie können (was die Mehrheit tut, die Landbevölkerung dabei erheblich intensiver als die der Städte), den tibetischen Buddhismus praktizieren, aber auch den Islam, die Bönreligion oder auch keine Religion, ohne dass ihnen dafür die Nase abgeschnitten oder die Zunge herausgerissen wird wie zu den Regierungszeiten des guten Dalai Lama. Von Lebensstandard und Lebenserwartung reden wir mal gar nicht.

Eine Frage: Warst Du schon mal in Tibet?

Gruss, a^2
Aremonus
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von Aremonus »

Ich halte es für vertretbar, wenn sich Politiker mit religiösen Führern treffen - denn auch Religionen sind Stakeholder und für viele Leute wichtig. Was ich jedoch nicht in Ordnung finde, ist, dass die USA den Dalailama als "Vertreter der Rechte Tibets" bezeichnen.
Aber was könnte schon geschen? Dass China die USA boykottiert? Und die USA dann gezwungenermassen in ein "braveres" Land (mit schwächerer Regierung) auslagern? Das sind bloss mal wieder kindische Grossmachtsspielchen... und das Traurige ist, dass beide Seiten mitspielen. Würde China den Dalailama ignorieren und nie mehr über ihn schimpfen, hätte er keinen Einfluss mehr. Aber er ist ein bequemer alter Sündenbock...
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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incues
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von incues »

Was haben die USA und ein Drogensüchtiger gemeinsam?
Beide sind extrem abhängig.
Und was unterscheidet Sie?
Lediglich die Art wie sie sich Ihre "Drogen" beschaffen...
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ingo_001
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von ingo_001 »

Weise hat geschrieben:Und ich weiß wovon ich rede. Ich komme aus der ehem. DDR und bin somit vorbelastet.
Dann wird Dir sicher auch noch bekannt sein, dass die "Wandel durch Annährung"-Politik, die damals von der SPD/FDP Koalition am Beginn der 1970er Jahre (trotz anfänglischer Verteufelung durch die CDU/CSU) später auch von der CDU/FDP Koalition unter Helmut Kohl vortgesetzt wurde.
* Der 960 Mio. DM Kredit, der der DDR damals von der Kohl-Regierung gewährt wurde, wurde initiiert von .... FJS - ja genau Dem.

Soviel zum Thema Druck auf die DDR - die hatte sich trotz Wsstkredite allein das eigene Grab geschaufelt.
China ist da überhaupt nicht mit der damaligen DDR zu vergleichen.

Und was Merkels Rückrat betrift:
Ich habe selten (Korrektur: Nie) so eine wachsweiche "Wischi.Waschi-Kanzlerin" gesehen. Ihre klare "Sowohl-als-auch"-Politik hat m.E. nichts wirklich Konkretes zustande gebracht - weder innen- noch aussenpolitisch.

Um wieder die Kurve zu kriegen: Auch in Bezug auf China kann die Divise nur lauten:
Wandel (wenn überhaupt) nur durch Annährung.
Und Gespräche auf gleicher Augenhöhe - und nicht vom Hohen Ross herab.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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MannAusChina
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von MannAusChina »

Weise hat geschrieben: Aber was mich interessieren würde... wie sehen dies die Chinesen die in einem demokratischen Land leben?
Sehr selten hinterlasse ich Spur in diesem Forum, weil als einen ruhigen Beobachter fuelle ich mich wohler. Da du ausdruecklich nach meine Meinung gefragt hast, wuerde ich auch gern was dazu sagen. :D Es ist mir schon bewusst, dass mein Deutsch noch nicht einwandfrei ist. Ich wuerde mich freuen, wenn ihr mich korrigieren koenntet.
Ich bin in China aufgewachsen und mittelerweile schon seit 9 Jahre in Deutschland. Ich gehe davon aus, dass ich deine Bedingung genau entspreche. Ich schaetze die Demokratie in Deutschland sehr ab und ich wuensche mir, dass meine Landleute eines Tages Demokratie auch geniessen koennen. Aber eins muss ich dir begreiflich machen: Tibet, genau so wie Xinjiang und Taiwan war, ist ein Teil von China und sie werden auch IMMER so bleiben. Es hat mit KPC oder Demokrtie ueberhaupt nichts zu tun.
Das untimative Ziel aller vergangenen (und auch kuenftigen) chinisischen Herrschaften ist, dass China zu vereinigen. Die Idee der Vereinigung ganz China ist in unserer Seele und unserem Blut fest verankert. Wer das schaft, wird als Held fuer IMMER geehrt. Deswegen muss jede chinische Regierung, demokratisch oder diktatorisch, kummunistisch oder kapitalistisch, eisern daran halten! Ausserdem muss ich mal fragen, was ist daran falsch, einen theokratischen Diktator wie DL abzuschafen?
Bin schon 16 Jahre permanent in Deutschland. Vielleicht klinge ich daher manchmal etwas überzogen, aber ich kann meine Toleranzgrenze für Double B nicht mehr weiter erhöhen. Bitte um Nachsicht.
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Topas
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von Topas »

MannAusChina hat geschrieben:Aber eins muss ich dir begreiflich machen: Tibet, genau so wie Xinjiang und Taiwan war, ist ein Teil von China und sie werden auch IMMER so bleiben. Es hat mit KPC oder Demokrtie ueberhaupt nichts zu tun.
Das untimative Ziel aller vergangenen (und auch kuenftigen) chinisischen Herrschaften ist, dass China zu vereinigen. Die Idee der Vereinigung ganz China ist in unserer Seele und unserem Blut fest verankert. Wer das schaft, wird als Held fuer IMMER geehrt. Deswegen muss jede chinische Regierung, demokratisch oder diktatorisch, kummunistisch oder kapitalistisch, eisern daran halten! Ausserdem muss ich mal fragen, was ist daran falsch, einen theokratischen Diktator wie DL abzuschafen?
Das ist eine sehr nationalistische Sichtweise! Nationalismus kann sehr böse Ausprägungen annehmen, siehe Nazis mit ihrem "vereinigten Vaterland". Jetzt stelle dir mal vor, eine solche Haltung würde Deutschland annehmen? Danzig, Königsberg, Östereich und Südtirol sowieso, Luxemburg auch.....je nach Auslegung der Definition alles "deutsche Gebiete". Wir könnten jetzt auch anfangen mit : "Danzig wird IMMER ein Teil Deutschlands bleiben".

Erst mal werden wir dadruch ziemlich unbeliebt, provozieren Krach und die Bevölkerung in den betreffenden Gebieten darfs letztendlich ausbaden ( im negativen Sinne ).

Die Aussage "IMMER" hört sich nach verletzten Nationalstolz an.
Aber sollten wir in der heutigen Zeit nicht die Reife besitzen, jedem Menschen selbstbestimmungsrechte zu gewähren?. Jedem Menschen die Freiheit zu lassen - Argumentation hin oder her. Vergangenheit ist Vergangenheit. Deutschland fängt auch nicht mehr mit sowas an. Du forderst Demokratie. Zur Demokratie gehört auch, dass die Tibeter demokratisch sich für die Eigenständigkeit entscheiden können. Wenn nicht - dann wird China IMMER eine Diktatur bleiben. Und leider finde ich, dass viele Chinesen aus Nationastolz heraus meinen, das Recht zu haben ( woher auch immer ) über andere Menschen zu bestimmen. Eine ähnliche Argumentation haben die Europäer bei der imperialistischen Kolonialisierung Afrikas angewandt.

Wir sind ALLE Menschen mit GLEICHEN Rechten. So sollte es im Idealfall sein. Die Tibeter und Uiguren und andere haben diese Rechte nicht. Und dass ist nicht Freiheit.

Bitte denke mal über Grenzen hinweg. Die Mongolen könnten jetzt auch sagen : " Die innere Mongalei wird ewig unser Land sein" Wozu führt dass ? Dazu, dass es noch mehr Leid gibt als es sein muss. Zu Krieg und Tod. Und dass auch Machtpolitischen Interessen. Dass finde ich traurig. Von mir aus soll sich Deutschland in 20 Einzelstaaten splitten. Solange es frei entschieden wurde, habe ich kein Problem damit.

Und dazu gehört die Freiheit der Tibeter, sich für eine Theokratie zu entscheiden, genau wie die Han die Freiheit haben, sich für eine andere Staatsform zu entscheiden. Parolen wie "Immer" und "Eisernes Blut" - Sorry, aber dass ist Polemik, die es zum Glück hier in Europa in der Ausprägung fast ausgerottet wurde. Die Nazis und Kaisers , die haben früher soetwas gebracht. Folge : Ständig Kriege, Kolonialismus, Zwei Klassengesellschaft..... Krönung : Erster und Zweiter Weltkrieg. Und ich glaube, dass diese beiden Kriege und der kalte Krieg danach haben erst dazu geführt, dass Europa heute sehr friedlich und stabil ist. Die Folgen eines solchen Nationalismus , dass viele Leid, die vielen Toten usw.....die Erfahrung hat gesessen. China ist zwar auch besetzt worden...aber die Schauplätze ( Nationalsimus , Faschismus etc ) sind woanders gewesen.

Ich hoffe für dich, dass du von diesem Denken in Grenzen und Nationalismus wegkommst. Ansonsten unterstützt du Ungerechtigkeiten in dieser Welt.
Topas grüsst recht herzlich WHSAP
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ingo_001
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von ingo_001 »

Hab im Moment leider nicht dei Zeit, um detailiert auf Deinen Vergleich zu antworten.
Deshalb hier nur die Kurz-Version: Dieser Vergleich kann so nicht gezogen werden, weil Du da Äpfel mit Birnen vergleichst.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von aquadraht »

Topas hat geschrieben:..
Topas, nun sei bitte mal realistisch.

Es gibt ein einziges Gebiet in China, wo ethnische Tibeter die ethnische Mehrheit bilden, das ist nicht überraschenderweise das Autonome Gebiet Tibet 西藏自治区 mit 2,8 Millionen Einwohnern, davon 2,6 Millionen ethnischen Tibetern. Ausserdem leben in China weitere ca. 2,8 Millionen ethnische Tibeter, oder auch 3-3,2 Millionen, wenn man Qiang und andere den Tibetern eng verwandte Minderheiten einschliesst, in der VR China, in Gebieten, in denen gut 30 Millionen Menschen anderer Ethnien, darunter ca. die Hälfte Han, seit Generationen leben. Ethnische Tibeter leben seit 15 Jahrhunderten in vielen Provinzen in China als Minderheiten, in Qinghai, Gansu, der Mongolei, Yunnan und Xinjiang, und bis nach Shaanxi und Hebei.

Das heisst in aller Schlichtheit: Es gibt keine ethnisch-nationalistische Lösung in Form eines tibetischen Nationalstaats ohne massenhafte Umsiedlungen und Vertreibungen von Tibetern und anderen Bevölkerungsgruppen.

Die Separatisten in Dharamsala fordern ein "Gross-Tibet" (Bod Chen), das nach Aussagen auf der Homepage der Kasper-"Regierung" der Pfaffen und Ex-Adligen 2,5 Millionen qkm gross ist, etwa 27% des Territoriums der VR China ausmacht mit ca. 28 Millionen Einwohnern, davon ca. 5,5 Millionen ethnischen Tibetern (nicht einmal auf diesem Gebiet leben alle Tibeter in China). Vertreter der "Exilregierung" haben mehrfach bekundet, dass Nichttibeter aus diesem Gebiet zu verschwinden hätten, der Dalai Lama hat das "grossmütig" abgeschwächt, sie könnten auch tibetisch lernen und die tibetische Kultur annehmen. Diese Leute sind nicht normal im Kopf und nicht ernst zu nehmen.

Die Siedlungsgebiete der Tibeter gehören seit mindestens 8 Jahrhunderten zu China, und die chinesische und die tibetische Kultur sind seit 15 Jahrhunderten eng verflochten. Die tibetische Ökonomie hat ebenso lange nur in enger Verflechtung mit China funktioniert (das war schon in der Yarlung-Dynastie so, als die Tibeter die Pferdezüchter Chinas waren). Es gibt keinen vernünftigen Grund für eine Separation Tibets von China. Es gibt viele Gründe für eine Erhaltung und Weiterentwicklung der eigenständigen tibetischen Kultur, da rennt man auch im heutigen China offene Türen ein.

Für den Westen ist Tibet seit 120 Jahren nur ein Hebel, China anzugreifen und zu schwächen, das begann mit der Aggression Younghusbands. In China ist das unvergessen, und übrigens haben das (und die dabei verübten Brutalitäten und Plünderungen) auch nicht alle Tibeter so vergessen wie die Vasallen des Westens in Dharamsala. In Tibet gibt es auch die Auffassung, dass die Entfremdung zwischen Tibet und China ihren Ursprung in der gewissen Gleichgültigkeit hatte, mit der das Kaiserreich die Vergewaltigung Tibets durch die Briten Ende des 19. Jahrhunderts hingenommen hat. Insofern wird das Engagement der chinesischen Regierung in Tibet sehr wohl wahrgenommen, und keinesfalls generell negativ.

Insofern ist das alles ein wenig komplexer als die üblichen Sprechblasen.

Gruss, a^2

Edit: Falsche Flächenangabe korrigiert
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von aquadraht »

MannAusChina hat geschrieben:Es ist mir schon bewusst, dass mein Deutsch noch nicht einwandfrei ist. Ich wuerde mich freuen, wenn ihr mich korrigieren koenntet.
Na, ich wünschte, mein Chinesisch wäre annähernd vergleichbar :oops: Ich habe aber mal versucht, zu korrigieren.

Gruss, a^2
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von MannAusChina »

@Topas
Was ist Freiheit? Was macht man, wenn Wunschen von verschiedenen Gruppen zu Konflikt fuehrt und jede will seine Freiheit verteidigen?Es gibt Tibeter, die Tibet von China trennen moechten, aber es gibt viel Han Chinesen, die seit Generationen in Tibet gelebt haben, die das nicht moechten. Wen wirdest du Recht geben?
Wenn du die chinisische Geschichte kennst, dann willst du sehen, dass China sich in Frieden weiterentwicklte, nachdem China vereinigt wurde und andauernd unter Kriege litt, wenn China gesplittet wurde.
Europa ist ungefaehr so gross wie China, aber hat sich in 50 Laender gegliedert. Aus meiner Sicht ist das genau der Grund, warum beide Weltkriege ausschliesslich in Europa angefangen wurden.
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von Grufti »

MannAusChina hat geschrieben: Europa ist ungefaehr so gross wie China, aber hat sich in 50 Laender gegliedert. Aus meiner Sicht ist das genau der Grund, warum beide Weltkriege ausschliesslich in Europa angefangen wurden.

Lieber MannAusChina

Zähle doch mal nach, welche Staaten in Europa des Jahres 1914 wirklich existierten...

Ich komme maximal auf die Hälfte der 50 Staaten.. aber inklusive Andorra, Monaco, San Marino , Liechtenstein..usw.
Der WW I ist nicht enstanden,weil es zuviel existierende Staaten gab, sondern aus dem extremen Nationalismus der großen und kleinen Staaten.
Schon der Vielvölkerstaat K.U.K Österreich.Ungarn ( eine Art China der damaligen Zeit !) war ein Pulverfaß ohne Gleichen und der österreichische Thronfolger wurde genau aus dem Grunde des Nationalismus eines kleinen Staates (Serbien) getötet, was in Verbindung mit den Gegensätzen der imperialistischen Mächten GB, F , RU, D den WWI ausgelöst hatte.

WWII ist auch nicht deswegen entstanden weil es "zuviele " europäische Staaten gegeben hatte, sondern weil in D ein größenwahnsinniger Postkartenmaler aus Braunau am Inn den Nerv der Deutschen getroffen hatte, die sich als Opfer der Siegermächte des WWI gefühlt hatten.
Diese Deine These ist Nonsense ...!
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von aquadraht »

Grufti hat geschrieben:...
Grufti, ich finde, Du machst es Dir auch zu einfach.
Wenn ich versuche, aus einer historischen Vogelperspektive auf die Welt zu blicken, dann waren die grossen multinationalen und multiethnischen Imperien aus der Perspektive einer longue duree im Sinne von Levi-Strauss die Erfolgsmodelle. Die ethnisch-nationalen Konzepte waren da stets die Eintagsfliegen, kurzlebig, allerdings im Unterschied zu den Fliegen blutig und mörderisch.

Selbst aus dem Völkermord der Spanier und Briten in Amerika sind neue multiethnische Staaten entstanden. Alle Versuche, die Stämme für sich und auf ihrem Territorium zu halten, haben zu Reibereien, wo nicht Massenmord geführt.

So gesehen, hatte das alte China schon das vernünftige Entwicklungsmodell. Wie viele Ethnien hat denn China im Lauf seiner Jahrtausende ausgerottet? Und wie viele hat "die westliche Zivilisation" am Leben gelassen? Da gibt es schon gewisse Unterschiede.

Gruss, a^2
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Grufti
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von Grufti »

Topas hat geschrieben: Bitte denke mal über Grenzen hinweg. Die Mongolen könnten jetzt auch sagen : " Die innere Mongalei wird ewig unser Land sein"

Die Mongolei in den Grenzen von 1259 :!:

oder Deutschland in den Grenzen von 800 in Verbindung mit Ausdehnung des kgr. Preußens und der k.& k Doppelmonarchie vor Beginn des WWI

Mir würde schon ein Bayern in den Grenzen von 975 inkl, aller ehemaligen wittelsbachischen Gebiete (Holland,Seeland,Friesland, Hennegau Jülich-Kleve-Berg, Brandenburg + Erzbistum Köln (Clemens-August !) reichen :mrgreen:
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von beowulf »

Das ist eine sehr nationalistische Sichtweise!
Meinetwegen nenne es Nationalismus. Ist es vielleicht sogar. Meiner Meinung nach ist Nationalismus für ein Schwellen- und drittes Welt Land, was China in Teilen noch ist, eine unverzichtbare Tugend. Oder anders ausgedrückt, diese "Großzügigkeit" und "Antinationalistische" Einstellung kann sich nur ein Wohlstandsbürger in seinem gesicherten Umfeld in den "westlichen" Staaten leisten. Wenn sich nämlich die nicht Westlichen Staaten keinen Nationalismus leisten, landen sie sehr schnell auf den Tablett gerade der Staaten die Nationalismus nach aussen hin als antiquiert betrachten, in der Realität beinhart ihre eigenen Interessen global durchsetzen.
Die Aussage "IMMER" hört sich nach verletzten Nationalstolz an.
Wenn nicht die Unabhängigkeit von fast der Hälfte des chinesischen Staatsgebietes lauthals gefordert und unterstützt werden würden - gerade oft von den Anti-Nationalistischen Wohlstandbürgern, die hier interessanterweise keinen Widerspruch sehen, den Nationalismus der diversen kleinen Völker hier zu fordern - gäbe es auch keinen Grund das "IMMER" zu betonen.
Kleines geschichtliche Anmerkung. In der Hochzeit des Imperialismus und auch während des Kolonialismus, war es eine weitverbreitete Taktik Minderheiten zu nutzen um sich in dem auszubeutenden Gebiet politisch und militärische Vorteile zu sichern. Ich weiß, dass haben viele vergessen. :wink:

Aber sollten wir in der heutigen Zeit nicht die Reife besitzen, jedem Menschen selbstbestimmungsrechte zu gewähren?. Jedem Menschen die Freiheit zu lassen - Argumentation hin oder her.
Wohlstandsbürger Zitat der nicht bedroht wird. Interessanterweise wird diese Argumentation schnell zur Seite geschoben, wenn es um die eigenen Interessen geht. Nach dem Selbstbestimmungsrecht der Afghanen fragt kein Deutscher.

"Zur Demokratie gehört auch, dass die Tibeter demokratisch sich für die Eigenständigkeit entscheiden können. "
Das ist nicht Demokratie, sondern Nationalismus im kleinen. Zumindest sehe ich das so, da in demokratischen Ländern diversen Unabhängigkeitsgruppen schnell ein Riegel vorgeschoben wird. Siehe Basken, Iren, Hawaianer, "Native Americans" usw. Ich persönlich bin für "Unabhängigkeit" - die es ja in Wirklichkeit gar nicht gibt, nur im absoluten Notfall, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind. Sonst sind wir früher oder später bei der Kleinstaaterei. Die Tibeter sind z.B. gar keine Homogene Masse. Da gibt es unterschiedliche Gruppen, religiöse Sekten, Sprachen - ja sogar gar Völker. Und wie jeder der die tibetische Geschichte kennt, weiß das es da von Mord und kleinen Kriegen und Überfällen nur so wimmelt.
Wir sind ALLE Menschen mit GLEICHEN Rechten. So sollte es im Idealfall sein. Die Tibeter und Uiguren und andere haben diese Rechte nicht. Und dass ist nicht Freiheit.
Tibeter, Uiguren etc. sind alle Chinesen. Sie sollen alle mit den Han, den Hui oder den Mongolen zusammenleben und ihre Bürgerrechte einfordern. Eigenstaatlichkeit ist für mich kein Bürgerrecht und hat nichts mit "Freiheit" zu tun. Nordkorea hat einen eigenen Staat und kann nicht gerade als Frei bezeichnet werden. Nur Nebenbei "Freiheit" ist ein dermassen schwammiger und ideologisch aufgeblasener Begriff. Können wir bitte konkreter werden? I know they hate us, because of our freedom :lol:

Bitte denke mal über Grenzen hinweg. Die Mongolen könnten jetzt auch sagen : " Die innere Mongalei wird ewig unser Land sein"
Viele Mongolen sagen das. Nur wollen die die meisten Mongolen der inneren Mongolei lieber bei China bleiben. Hat einerseits historische Gründe - freiwillige Entscheidung, andererseits wirtschaftliche Gründe. Und darum geht es meistens wirklich. Auch im Tibet oder Xinjiang Konflikt. Die "unabhängige" Mongolei geht es wirtschaftlich anscheinend sogar jetzt noch schlechter als im Kommunismus. Ausserdem hat der mongolische Nationalismus - da ex Sowjetischer Satellit und noch immer dem russischen Einfluss ausgesetzt* - keinen Unterstützer. Russland verbietet sich hier jegliche Bildung eines Pulverfasses.

Topas ich halte dich für einen intelligenten Forum User - Also lass bitte diese dummen ideologisch verklärten Phrasen und die noch dümmeren Nazivergleiche. Hier lesen auch mündige Leser mit, die nicht gelangweilt werden wollen. Es muss ja kein hochintellektueller akademischer Diskurs sein - ist mein Posting ja auch nicht. Das ist eher frisch und frech von der Leber weg. Aber schreib bitte deine eigenen Gedanken und nicht das was man in der Presse sowieso ständig (und oft besser) lesen kann.

* ist übrigens ein weiterer Punkt. Die kleinen, ach so freien Staaten landen immer im Kielwasser der Großen Mächte - wie du siehst "Freiheit" ist auch hier wieder relativ. Deswegen ist Deutschland ja auch relativ Kleinlaut bei amerikanischen Verbrechen. Ja ja ich weiß, zusammen mit Hollywood wurde über Guantanmo gejammert, dass der Krieg im Irak ein Verstoß gegen das Völkerrecht ist, traut sich trotzdem kein deutscher Politiker offen sagen und vor allem Konsequenzen zu fordern
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Re: Obama trifft den Dalailam

Beitrag von Grufti »

aquadraht hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben:...
Grufti, ich finde, Du machst es Dir auch zu einfach.
Ich sehe eigentlich keinen Widerspruch zu Deiner Meinung....

Lt Deinem Posting wäre Ö-U eigentlich ein Staat mit großer Zukunft gewesen... ist aber nicht zuletzt am Nationalismus der einzelnen Reichsvölker gescheitert
Hätten die Ösis jeglichen Widerstand gegen ihr Regime gnadenlos niedermachen sollen, wie es in Beijing 1989 geschehen ist ??

Wir schreiben hier von zwei grundverschiedenen Mentalitäten, das was für China richtig sein mag, war in Europa undenkbar...
schon aus dem einen Grund, weil die Bevölkerungsverhältnisse komplett anders sind...
In China besteht die Bevölkerung aus weit über 95 % Han-Chinesen, während es in Europa keine Nation gibt, die in einem ähnlich großén Gebiet auf einen annähernd gleichen %satz der Gesamtbevölkerung Europas kommt. Dadurch hatte der Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Nationen die bekannten Ausmaße angenommen, der letztendlich zur Eroberung der restlichen Welt und der Dezimierung anderer Völker geführt hatten.
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