@ bossel :
Mit "irreparablen Folgen " schliesse ich auch den Mensch (mit seiner Gesundheit ) ein, da aus meiner Sicht auch er eigentlich Teil der Natur ist.
Zum Thema Störfall Jülich.
Mit 78 hast du Recht, auch mit der "offiziellen" Einstufung als C. Aber trotz dieser Einstufung hätte es fast geknallt, steht sogar selbst im Wiki :
http://de.wikipedia.org/wiki/AVR_%28J%C3%BClich%29" target="_blank
Bei uns in der Stadt ist dementsprechend ebenfalls viel diskutiert worden, und auch Stellungnahmen, bzw. Unterlagen dazu sind mir bekannt. Fakt ist, das zwar die Anlage abgebaut werden soll.....aber selbst dass ein logistisches problem darstellt, eben wegen dem konterminierten Boden ( und auch dem Wasser dort )
Ich bin der Überzeugung, dass Menschen sich oftmals viel zu selbst sicher sind, was die Einschätzung von potenziellen Risiken angeht. Begünstigt wirds ganze noch, wenn etwa Anreize gesetzt werden ( Profit etc ).
@ dev :
Ich finde, dass es grundsätzlich so sein sollte, dass die Menschen, die etwas in die Welt setzen, auch die Verantwortung dafür nehmen sollten. Sprich : Bei der Endlagerung sind eigentlich diejenigen, die die Unterschriften gesetzt haben, dafür Verantwortlich, diese Risiken zu minimieren. Nur :Verantwortlich ist anscheinend keiner, ein "sicheres" Endlager gibts auch nicht, und um das Zeug ins All zu schiessen.....a) will dafür keiner die Kosten übernehmen, b) was passiert, wenn die Rakete oder was auch immer explodiert ?
Punkt ist : Es ist hochgefährliches Zeug produziert worden, und Im Falle der Fälle kann für folgende Schäden keine Verantwortung übernommen werden.
Apropo :
devurandom hat geschrieben:Endlager ist ein Problem, ja, aber kein unloesbares Problem.
Derzeit gibts keine vernünftige Lösung. Laut obigem Satz hast du entweder eine, oder es ist ein Schuss ins Blaue
devurandom hat geschrieben:Die "Oeko"welle hat insbes. in D. teilweise absurde Dimensionen. Prenzlauer Berg hat z.B. die hoechste Bioladen-Dichte Europas. Gentechnik und Atomkraft sind hierzulande generel "boese". Kann wohl gut sein, dass durch verbesserte konventionelle Landwirtschaft irgednwann die gesamte Erdbevoelkerung ernaehrt werden kann, oder ein global vernetztes Energiesystem aus regenerativen Energiequellen den Bedarf ein stabile und skalierbare Energieversorgung ermoeglicht. Aber warum sollen wir nicht auf das vorhandenen zurueckgreifen und Gentechnik in der Landwirtschaft oder Atomtechnik bei der Energiegewinnung perfektionieren? Es kostet weniger und fuehrt auch aller Wahrscheinlichkeit nach schneller zum Ziel Es gibt ein passendes Chengyu dazu: 因噎废食, woertlich "Wegen Gefahr des Verschluckens aufs Essen verzichten".
Ich halte nichts von leeren Phrasen wie "mit der Natur im Einklang leben", fuer mich ist die menschliche Entwicklung eine Erfolgsgeschichte, wie der Mensch gegen Widrigkeiten der Natur ankaempft und natuerliche Barriere ueberwindet.
Gentechnik: Weisst du, die Menschen haben oftmals die Eigenart, mit entsprechende Macht "Gott" spielen zu wollen. Prinzipiel unterstütze ich auch neue Wege, um Krankheiten einzudämmen und andere Probleme zu lösen. Nun ist es aber bei genmanipulierten Pflanzen nun mal so, dass ( selbst bei einer vermeintlich "sicheren" Abstandszone von 200 Metern ) eine Austausch mit natürlichen Pflanzen stattfindet. Folge : Die genmanipulierten setzen sich im Zeitlauf ( wegen resistenteren u.ä. Eigenschaften ) immer mehr gegenüber den natürlichen durch, so dass es irgendwann keine natürlichen Pflanzen mehr geben wird. Von mir aus sollen sie sowas auf dem Mond anbauen, aber nicht hier. Und es gibt genügend Menschen den eine "natürliche" Natur Hundert mal lieber ist, als irgendwelcher Punsch, wobei gewisse Risiken nicht ausgeschlossen und gewisse Folgen nicht vorhergesehen werden können.
Der Fortschrittsglaube hört für mich da auf, wo Risiken eingegangen werden, die später nicht mehr Rückgängig zu machen sind. Fortschritt hin Fortschritt her.
devurandom hat geschrieben:"Wegen Gefahr des Verschluckens aufs Essen verzichten".
Unsere Risikobanker können den Spruch jetzt gut gebrauchen...
Weisst du, solche Sätze sind schnell gesagt. Es kommt sich aber immer drauf an, um was für ein Risiko es sich dreht. Wenn jemand Kapital investiert...in einer Neuerfindung, und dass geht in die Hose. Ok - für den einzelnen Menschen nicht so toll, aber ohne Nennenswerte und irreparable Auswirkung auf die Gesellschaft/Umwelt.
Explodiert aber die Erde....naja, danach gibts auf jeden Fall keine Risiken mehr. Ich verzichte gerne auf solche Risiken, wenns ums existenzielle geht. Nur die angesprochenen Themen - dort werden eben solche Risiken eingegangen. Und wie der Mensch nun mal ist, wird ein Tabubruch der nächste folgen. Folge : Es werden immer selbstsicherer, überheblicher, grössenwansinigere Aktionen gestartet. Und nicht nur ich möchte, das meine Nachkommen nicht in einer versauten und runtergekommenen Welt ihr Dasein fristen müssen. Sorry, aber es gibt viele Menschen nicht nur in Europa. Und wenn du denn schon soviel Wert drauf legst, dass die Menschen ein Recht auf Verfolgung ihrer Eigeninteressen um jeden Preis haben ( um gegen die angreifenden Natur zu kämpfen ), dann gehört zu diesem Recht auch die Meinung derjenigen, die sich gegen Atom, Genzeugs und sonstiges stellen. Ansonsten handelt es sich bei dem von dir erwähnten Recht lediglich darum, dass ein gewisser Teil Risiken eingehen darf, die dann alle anderen ausbaden müssen.
Und das gehört verhindert.