ijontichy hat geschrieben:* Komplexere Wirtschaftsbeziehungen beruhen auf Vertrauen - aber Vertrauen als Grundlage von (Geschaefts)beziehungen ist immer noch kaum moeglich; die Zerstoerung vieler Grundwerte durch die Kulturrevolution wirft weiterhin ihre langen Schatten;
Das sehe ich falsch. Gerade die Beziehungen und Wirtschaftsbeziehungen basieren stark auf den Netzwerkeln (beschreibt man networking so auf deutsch?) zueinander. Die Grundlage sind jedoch hier Personen und Kontakte und es höhrt nicht nach nach der Arbeit auf. Gerade im KMU Bereich sind sie sehr wichtig und etwas was von Ausländer häuig unterschätzt oder falsch (z.B. als Korruption) verstanden wird.
* Staatliche und halbstaatliche Unternehmen, oder Konglomerate von Sproesslingen aus politischen Dynastien, kontrollieren zunehmend alle Schluesselsektoren (ob Immobillien, Telekom, oder High-Tech); die Zeit der echten Unternehmer scheint vorrueber;
Früher war alles staatlich, der Trend geht davon weg. Da jedoch Familien aus solchen Kreis über viel Geld, Wissen und Kontakte verfügen haben sie hohen Einfluss. Hier ist auch nicht zuvergessen das gewisse Bereiche (Schlüsselsektor) per Gesetz immer in staatlicher Hand bleiben.
* Die im "Westen" trainierten Chinesen sind "Fremde im eigenen Land", und (noch?) sehr weit entfernt von den Stellhebeln der Macht; die Faeden werden gezogen von KP-Kindern der zweiten und dritten Generation, meist noch mit Narben der Kulturrevolution im Lebenslauf;
Gerade die reicheren lassen ihr Kind im Ausland studieren als "investition". Wenn sie zurückkommen haben sie sich zwar geänder sind aber nicht fremd. Auf wirtschaftlicher Ebene ist es für sie meist leichter einen guten Beruf zu finden ABER nur im Westen studiert zu haben ist kein Freischein für den späteren Erfolg.
Die Welt-Finanz-und-Wirtschaftskrise wurde mit einem massiven Stimulus-Paket der Zentralregierung "ueberwunden". Viele der Gelder sind aber, durch ausschliessliche Kreditvergabe an grosse staatliche Unternehmen, fehlgeleitet worden -- entweder oekonomisch fehlgeleitet (unnoetige Kapazitaeten, Autobahnen ins Nichts) oder auch kriminell fehlgeleitet (private Immobilienspekulationen); die oft beschworene "bessere" Art des Stimulus - durch hoehere "Investitionen" in Bildung, Gesundheit und eine soziale Grundabsicherung - wird nicht kommen, da so die derzeitigen Nutzniesser liebgewonnene Kontrolle und Macht verlieren koennten;
-->nach Angaben der People's Bank of China (Zentralbank) beliefen sich die neuen Kredite an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in den ersten neun Monaten des 2009 auf 3,08 Billionen Yuan (451 Milliarden US-Dollar). Dies ist ein Anteil von 45% der 6,83 Billionen Yuan an vergebenen Krediten in den ersten 9 Monaten! Die KMUs trugen zu 60% des BIP in 2008 bei, zu 50% der Steuereinnahmen und zu 80% der Arbeitsplätze in städtischen Gebieten
Da es in China immer noch viele staatliche Unternehmen gibt fließt natürlich auch dahin Geld, es wäre seltsam sie auszunehmen. Im Gegensatz zu vielen westlichen Ländern wurde jedoch viel Geld in die KMU investiert.
Die Mittelschicht hat auch schon Federn lassen müssen, etwa bei den diversen Börsenkrächen. Die chinesischen Börsen sind ein unglaublicher Zockerzirkus. Die Verlierer ziehen schonmal vor die Hütten betrügerischer Broker und machen Rabbatz, das ist es aber.
China ist auch Weltmeister des Glücksspiels. Das zum Teil bewusst solch hohe Risiken in Kauf genommen werden ist aber glaub ich nicht vielen Bewußt.