Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

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jadelixx
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von jadelixx »

Saiber hat geschrieben: ...
Mir ist Dein Edit entgangen, daher nochmal ein Nachtrag.
Buerokratien brauchen immer einen Grund fuer ihre Daseinsberechtigung, ganz gleich in welches Gesellschaftssystem sie eingebettet sind. Auch in westlichen Demokratien gibt es "Vorgaenge/Projekte", die weder tranzparent sind, noch irgendwie demokratisch legitimiert sind.
Das ist meiner Meinung auch einer der Unzulaenglichkeiten in dem System, was Du Demokratie nennst. Menschen handeln in den seltensten Faellen idealistisch.
Schmuddelkram aufzudecken, gelingt manchmal durch freie Journalisten oder, noch besser, durch Blogger, aber auch natuerlich nur wenn die Geschichte das Risiko wert ist und sie es sich leisten koennen. Schade, das man Anonymitaet in westlichen Demokratien gegen immer mehr Buergerkontrolle eintauschen will. Aber es gib ja auch gute Gruende und viele Boesewichte auf der Welt.
Daher bemerkte ich der Kaese stinkt von 2 Seiten. Die Empoerung ist meiner Meinung nach kalkuliert und gewuenscht von beiden Seiten und wird auch gerne gepuscht. DAS ist der entscheidende Punkt. Wer bei der Geschichte nun "Recht" hat ist doch voellig nebensaechlich.
Im uebrigen finde ich es reichlich naiv, aufgrund von Zeitungsberichten irgendeine Position zu beziehen.
Meinetwegen nennt es Verschwoerungstheorie. Dann ist es eben eine.
Saiber hat geschrieben: ... , denn das Naechste wird auf Grund der Ausgaben vom Letzten bemessen.
Genau, Buerokratien funktionieren ueberall gleich, sag ich doch.
Saiber hat geschrieben:(ich weiss,…. Das ist fuer dich unvorstellbar und deshalb diese abenteuerliche Verschwoerungstheorie….)
Einerseits wirfst Du mir vor, ich haette zuviel Vorstellungskraft und wuerde Verschwoerungen herbei theoretisieren und andererseits meinst Du, ich koennte mir etwas nicht vorstellen? :roll:
Wie auch immer, Verschwoerungstheorien haben wenigstens Unterhaltungswert und sollten auch mal in die Debatte geworfen werden. Falls was dran ist, ist man vorgewarnt. Wenns nicht stimmt, umso besser 8)
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von ingo_001 »

bossel hat geschrieben:
ingo_001 hat geschrieben:Die Geschichte hat für mich zu viele Ungereimtheiten.
Ändert aber nichts daran, daß der Kerl ein Recht auf eine psychiatrische Untersuchung haben sollte.
Hatte ich ja auch vorher schon mal geschrieben.
happyfuture hat geschrieben:Ein "Gutachten" durch einen CN-Psycho mit Sicherheit! :lol: :lol:
bossel hat geschrieben: :mrgreen: Das wäre dann auch noch so eine Frage...
Da hätte man sich irgendwie auf einen unabhängigen Gutachter einigen müssen. Keine Ahnung, inwiefern das in China möglich ist.
Auch dazu hab ich was im Artikel-Thread geschrieben.
Kurz-Version: Auch das chin. Rechtssystem sieht eine solche Prüfung (bei Zweifelsfällen) vor. Letztere hat das Gericht wohl nicht gehabt ...

* äusländische Gutachter: DAS wäre wohl auch die chinesische Bevölkerung nicht akzeptabel. Da würde ich auch mutmaassen, dass da Recht nach zweierlei Maass gesprochen wird.
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von bossel »

ingo_001 hat geschrieben:* äusländische Gutachter: DAS wäre wohl auch die chinesische Bevölkerung nicht akzeptabel. Da würde ich auch mutmaassen, dass da Recht nach zweierlei Maass gesprochen wird.
Warum? Gerade bei psychologischen/psychiatrischen Gutachten brauchst Du jemanden, der mit dem "Patienten" auf Muttersprachenlevel kommunizieren kann. Die wenigsten chin. Psychos dürften dazu in der Lage sein, dies auf englisch zu tun.
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von ingo_001 »

Mit Logik wirst Du da aber nicht weiter kommen - dazu ist das Drumherum (Misstrauen speziell gegenüber englischsprachigen Gutachtern) m.E. zu groß ... und deren Befangenheit nicht wirklich auszuschliessen.
Da wird dann immer auf die leidvollen Erfahrungen, die man (China) in der Geschichte mit der Kolonialmacht GB (British Empire) gemacht hat, verwiesen.
Die Neutralität würde denen schlicht nicht abgenommen werden - Gleiches gilt ja wohl auch - gesetz den Fall, dass nochmal ein Brite des selben Vergehens bezichtigt würde - hätte wohl ein chinesischer Gutachter das Problem wegen Befangenheit (von britischer Seite) nicht akzeptiert zu werden.
Ne verfahrene Sache ...
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von RoyalTramp »

bossel hat geschrieben:Ändert aber nichts daran, daß der Kerl ein Recht auf eine psychiatrische Untersuchung haben sollte.
Ich fürchte, dass es so ein "Recht" auf eine psychiatrische Untersuchung in China nicht gibt. Das er deswegen ein Recht haben "sollte", scheint mir doch sehr "deutsch" bzw. westlich gedacht zu sein. Was es wohl in China gibt, ist, dass ein Gericht bei berechtigten Bedenken und Anzeichen ein solches Gutachten verlangen kann, aber ein "Recht" (welches demnach ein Angeklagter in Anspruch nehmen könnte) daraus abzuleiten...ist ein wenig...anmaßend?
bossel hat geschrieben:Da hätte man sich irgendwie auf einen unabhängigen Gutachter einigen müssen. Keine Ahnung, inwiefern das in China möglich ist.
Man könnte auch fragen, ob das im Westen möglich wäre? Mir scheint, dass chinesische Gutachter einem gewissen Generalverdacht der Parteinahme ausgesetzt werden, über den anscheinend westliche Gutachter erhaben sind. ;)

Nicht falsch verstehen: Deine Zweifel sind irgendwo berechtigt, aber ich zweifle auch an der Neutralität westlicher Gutachter. Es scheint z.B. bei uns geradezu en vogue zu sein, bei jedem Mist irgendein psychologisches Gutachten anfertigen zu lassen, damit auf jeden Fall jeder andere Schuld an irgendwas hat, nur nicht der Angeklagte. Und dann auch noch in Hinblick auf China...wo man dann die Möglichkeit hat, dem Land als "Gutmensch" ans Bein pinkeln zu können...da fällt doch das Gutachten dann gleich noch um einiges günstiger für den Angeklagten aus. ;)

Will heißen: Ein neueres psychologisches Gutachten im vorliegenden Fall hätte ich mir auch gewünscht, aber ich kann es akzeptieren, dass die chinesische Seite aufgrund der bereits vorhandenen psychologischen Gutachten keine Hinweise auf eine nachhaltige psychologische Beeinträchtigung beim Angeklagten erkannt haben will, die eine Herabsetzung des Strafmaßes gerechtfertigt hätte.

Dazu auch noch ein anderer interessanter Gedanke: Inwiefern wird in China eine "Bipolare Störung" als eine psychologische Erkrankung aufgefasst? Es ist zwar schön, wenn sie bei uns in Europa als Krankheit aufgefasst wird, aber kann man das auch von China verlangen? Ich vermute mal, dass für Chinesen eine "bipolare Störung" einfach nur eine Depression ist und damit nichts, was die Diagnose einer "psychologischen Erkrankung" rechtfertigen würde. Damit müssen wir dann wohl irgendwie klar kommen, wenn in China eine "bipolare Störung" nicht als Krankheit gesehen wird, wenn dem denn so sein sollte...
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von ingo_001 »

RoyalTramp hat geschrieben:Ich fürchte, dass es so ein "Recht" auf eine psychiatrische Untersuchung in China nicht gibt. Das er deswegen ein Recht haben "sollte", scheint mir doch sehr "deutsch" bzw. westlich gedacht zu sein. Was es wohl in China gibt, ist, dass ein Gericht bei berechtigten Bedenken und Anzeichen ein solches Gutachten verlangen kann, aber ein "Recht" (welches demnach ein Angeklagter in Anspruch nehmen könnte) daraus abzuleiten...ist ein wenig...anmaßend?
Doch, dieses Recht gibts auch in der chinesischen Justiz (s. Artikel-Thread).
Was dort allerdings als psychissche Krankheit "akzeptiert" wird, entzieht sich meiner Kenntnis.
Wäre ja auch widersinnig, wenn es vom Wohlwollen des Gerichts abhängt, ob ein Gutachten gemacht wird - wobei dieser Fall sicher kompliziert geworden wäre, denn sowohl chinesische als auch britische Gutachter wären von der jeweils anderen Seite als befangen abgelehnt worden.
Letztlich wäre das Todesurteil m.E. auch so vollstreckt worden.
Mein Standpunkt im vorliegenden Fall ist nach wie vor: Es sollte ein Exempel statuiert werden, um evtl. Nachahmern klar zu machen, dass das Ausspielen der im Westen so beliebten "Pscho-Karte" in China nicht zieht.
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von TaugeNix »

Mich interessiert chinesisches Strafrecht keinen Meter.. aber ich meine, irgendwann mal aufgeschnappt zu haben, dass die chinesische Justiz nur dann die "Schuldunfähigkeit" feststellt bzw. feststellen lässt, wenn es schon vor der Tat Hinweise bzw. Beweise in Form von Gutachten gab, die eine psychische Störung zu Tage brachten - um die "Trumpfkarte" zu erschweren..

Gruß,
TaugeNix^bitte keine Nachfrage nach Quellen :P
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von ingo_001 »

Wenn dem so wäre, dann wars das - denn Gutachten sind ja dies bezüglich nicht erstellt worden.
Hinweise, die die Familie auf eine evtl. vorliegende psychische Störung vorher schon gehabt haben will, würden also für die chin. Justiz nicht relevant sein.
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von RoyalTramp »

Das war die Begründung des Supreme Court:
Es sagte weiter, Beamte der britischen Botschaft in China und eine britische Organisation hatte eine psychiatrische Beurteilung Shaikhs vorgeschlagen, aber die Dokumente, die sie vorlegten, hätten eine psychische Störung nicht nachweisen können. Und auch die Mitglieder seiner Familie wiesen keine Geschichte psychischer Erkrankungen auf, so der SPC. Shaikh selbst hätte ebenfalls keine relevante Materialien vorgelegt, die auf eine psychische Erkrankung hinweisen. "Es gibt also keinen Grund für Zweifel am psychischen Zustandes Shaikhs", behauptete der SPC.
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von bossel »

RoyalTramp hat geschrieben:
Es sagte weiter, Beamte der britischen Botschaft in China und eine britische Organisation hatte eine psychiatrische Beurteilung Shaikhs vorgeschlagen, aber die Dokumente, die sie vorlegten, hätten eine psychische Störung nicht nachweisen können.
Das ist scharf: Weil es keine psychiatrische Untersuchung gab, die eine Störung nachwies, braucht man keine psychiatrische Untersuchung, um eine Störung nachzuweisen. :roll:

Aber im Angesichte dessen:
TaugeNix hat geschrieben:ich meine, irgendwann mal aufgeschnappt zu haben, dass die chinesische Justiz nur dann die "Schuldunfähigkeit" feststellt bzw. feststellen lässt, wenn es schon vor der Tat Hinweise bzw. Beweise in Form von Gutachten gab, die eine psychische Störung zu Tage brachten - um die "Trumpfkarte" zu erschweren..
klingt es dann auch wieder nicht so schwachsinnig, wie es ist.
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von Idarotreis »

die Gefahr in einen offenen Gulli-Deckel zufallen, ist in China 100x höher, als.................. :lol:
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Re: Unschuldig unter Verdacht des Drogenschmuggels geraten

Beitrag von Ni_hao »

Idarotreis hat geschrieben:die Gefahr in einen offenen Gulli-Deckel zufallen, ist in China 100x höher, als.................. :lol:
@ Idarotreis:
Danke, falls die Bemerkung sich auf den Titel des Threads bezieht :)
In puncto Lottogewinn fand ich diese Art Wahrscheinlichkeitsrechnung - hier im Vergleich mit der "Chance", vom Blitz getroffen zu werden - auch immer ganz einsichtig. Weshalb glückt mir diese Haltung bloß bei dem aktuellen Thema nicht ?! :roll:
Aber danke für den nützlichen Tipp. Ab sofort bin ich akrobasiklaustrophob :mrgreen:
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