NHR hat geschrieben:Man kann daran alerdings doch sehen, dass eine Bevölkerung durchaus mit einer Partei zufrieden sein kann. Solange die KPC also mehr oder weniger im Interesse der Bevölkerung handelt, sehe ich in zumindest in naher Zukunft keinen Grund dazu, das System zu ändern. Es gibt ja auch wie bei der japanischen LDP diverse politische Strömungen innerhalb der Partei, womit man gar nicht von einer Diktatur reden kann.
Anmerkung dazu:
Ich hatte vor einigen Jahren mit Chinesen (in China) u.a. auch über dieses Thema gesprochen und dabei sinngemäss Folgendes gesagt bekommen: Nach dem Tiananmen-Massaker (1989) hätten Bevölkerung und Regierung ein "stillschschweigendes Abkommen" geschlossen, wonach die Bevölkerung dieses dunkele Kapitel der jüngeren chinesischen Geschichte nicht offen kritisiert und sich auch nicht gegen das System als Solches stellt.
Im Gegenzug tut die Regierung Alles dafür den Lebensstandard kontinuierlich zu steigern und (bis auf politische) persönliche Freiheiten zu gewähren.
Nun kann ich natürlich nicht sagen, in wie weit diese Aussage stimmt.
Nehme ich aber die Zeitspanne von damals bis jetzt, scheinen die Gegebenheiten diese zu bestätigen.
NHR hat geschrieben:Ein sehr wichtiger Schritt wäre die Entwicklung zum Rechtsstaat und die Bekämpfung der Korruption.
M.E. ist das sogar
der wichtigste Schritt. Sollte der erfolgreich vollzogen werden, würde die chin. Regierung sogar noch ehrlichen Rückhalt in der Bevölkerung finden (und könnte die Propaganda-Karte getrost stecken lassen).
Da ist aber noch ein langer, steiniger Weg zu gehen.
NHR hat geschrieben:Dass eine Zentrale Regierung einer förderalistischen Regierungsform unterlegen ist, kann ich hingegen gar nicht nachvollziehen. Mir ist der Föderalismus in Deutschland ehrlich gesagt ein Graus.
Wenn ich nur an den Bildungsföderalismus denke, kriege ich das kalte Kotzen.
Da sind wir dann schon zwei, die das so sehen.
Gerade der genannte Punkt ist nun wirklich alles Andere, als eine positive Werbung/Bestandsaufnahme für den deutschen Föderalismus (wie er sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt/fest gefahren hat).
Sicher gibts auch positive Aspekte des Förderalismus - nur werden diese von den Negativen konterkariert.
NHR hat geschrieben:IMO kann sich Deutschland den Föderalismus leisten.
Nein, kann es eben aus o.g. Grund nicht.
Man dreht sich ewig im Kreis, tritt sich gegenseitig auf die Zehen, verteidigt auf Biegen und Brechen seine jeweiligen Pfründe ... und nimmt dabei wissentlich/vorsätzlich in Kauf Zeit und Finanzen sinnlos zu verplempern.