Topas hat geschrieben:Zu Schwarzgelb sag ich nur Mahlzeit.
- Harz: Jeder als Mensch sollte gleiche Rechte haben. Und nicht einfach hinsichtlich irgendwelcher Leistungskriterien abgeurteilt werden. Bzgl Harz spreche ich aus eigener Erfahrung. Hätte ich schön brav mich an dem Willen des Sozialamts gehalten, wäre ich heute Fabrikarbeiter ohne Abschluss in irgendwo, und nicht Student. Und auch in meinem Praktikum ( vorraussetzung fürs Studium aber nun mal unbezahlt ) wurde die ersten drei,vier Monate so getan, als gäbs nicht, und es versucht, mich arbeiten zu schicken. In den Ämtern wird pauschal und unabhängig der Qualifikation erst mal jeder arbeiten geschickt. Dies fördert auf Dauer die Schere: Einkommensärmere Schichten, deren Harzrate höher ist, werden in Fabriken reingezwungen ohne Möglichkeit , sich beispielweise Fortzubilden ( um dass von der FDP doch hochgeprisene Humankapital zu schaffen ) Und von den Studiengebühren mal ganz abgesehen. Es gab vor ein paar Jahren tatsächlich die Forderungen einiger konservativer Politiker, die Gebühren auf 1000 Euro ( + die obligatorischen 200 Euro ) zu schrauben. Fakt ist: Es gibt ärmere und reichere Schichten. Die ärmeren Schichten haben oftmals nicht die finanziellen Mittel und Möglichkeiten aus ihrer ärmeren Schicht empor zu steigen. Und dies wird bei den Wahlparolen der neuen Regierung wohl auch so bleiben. Die ärmeren werden kaum überwindbare Hürden haben. Und die Reichen bleiben reich.
Ich glaube du verwechselst hier gleiche
Rechte mit gleichen
Möglichkeiten.
Es ist schön zu hören, dass du den Aufstieg geschafft hast. Das heißt aber nicht, dass es falsch ist,
Menschen nach Leistungskriterien zu bewerten, sondern schlichtweg, dass diese Leistungskriterien überprüftwerden sollten.
Warum jemand in eine Frabrik gezwungen wird, nur weil er aus einer einkommensschwachen Familie kommt, musst du erstmal erklären. Nach meinem Verständnis hat das Sozialamt/Arbeitsamt/Arbeitsagentur/Wasauchimmeramt nicht viel mit der Wahl der Universität zu tun.
Die Ärmeren haben auch ihre Chance, es geht halt nunmal nicht immer von null auf 100, das gibts nur im kapitalistischen Amerika.
Mein Urgroßvater war Friedhofswärter (hat Löcher gebuddelt), mein Großvater Elektriker (beschäftigt), mein Vater ist Polizeibeamter, und ich habe als erster meiner Familie Abitur gemacht und studiere nun.
Entscheident ist, das sich jede Generation gegenüber ihrer Vorgängergeneration besser stellen kann, und das ist in Deutschland nach wie vor der Fall.
Topas hat geschrieben:
Zu AKW: Schwart-Gelb ist der Wirtschaftstraum. Längere Laufzeiten, weniger Umweltauflagen, billigere Ausstosslizenzen.....alles um Wirtschaft uns Innovation zu fördern. Achso, wie war das mit dem Scheitern des Umweltgesetzbuches ?
Wirtschaft hin, Wirtschaft her. Wirtschaft und damit auch soziale Unterschiede sidn von Menschen gemacht. Geben müssen tun sie es nicht. Aber: Die Umwelt zu zerstören...für mehr Arbeitsplätze...bei stiegender Weltbevölkerung. irgendwann haben dann zwar alle Arbeit.....aber Marienkäfer und Äpfel ( ich meine natürlicher ) sind dann nur noch aus vergilbten Bilderbüchern bekannt. Arme Umwelt.
Der CO2 Ausstoß von Atomkraftwerken ist niedriger als der von Windkraftwerken, wenn man die Produktion mit einbezieht (und alles andere macht keinen Sinn)
Topas hat geschrieben:
Thema FDP: Wer ein bisschen die Geschichte der FDP nachliesst, der stellt fest, dass deren grösster Mitgiederrückgang 1982 war. Als die damalige Schmidtregierung aufgelösst wurde, und stattdessen mit Kohl regiert wurde. In der Folge verliessen viele linksliberale die FDP ( in den Grünen/SPD aufgegangen, oder eigene erfolglose neue Parteien ). Seit dem Zeitpunkt ist die FDP genauer gesagt rechtsliberal. Und somit stand sie immer näher der CDU anstatt der FDP.
Du meinst wohl ... anstatt der SPD
Topas hat geschrieben:
Thema Schwarzgelb: Wurde teilweise gewählt, um weiteren sozialen Kahlschlag zu verthindern. Dabei sind doch gerade die beiden Parteien dafür bekannt, eben dies zu machen. Passt irgendwie nicht....Liegt wohl an vielen Bauchgefühlwählern, die sich nicht mit politischen Inhalten auseinandersetzen, sondern frei nach aktueller und unkritischer betrachteter Stimmung wählen. Die werden auch diejenigen sein, die sich als erstes beschweren.
Also ich habe die FDP gewählt - und stehe dazu. Mit
sozialem Kahlschlag hatte meine Entscheidung gar nichts zu tun.
Wenn ich mir bspw. die Forderung der Linkspartei "1 Mio. mehr Beschäftige im öffentl. Dienst" ansehe; man kann es für
sozial halten, aber
effektiv ist es
sicher nicht.
Oder die SPD: 4 Mio neue Arbeitsplätze bis 2020!

Am besten noch durch saubere/erneuerbare Technologien. Und wenn die Chinesen dann auf einmal ihre Solarplatten zur Hälfte des deutschen Preises anbeiten, da ja nur weil
die ja vom Staat subventioniert werden
Soviel zu unkritischer Betrachtung...
Topas hat geschrieben:
Zum Abschluss: Aus meiner Sicht kann es nicht sein, dass wirtschaftliche Belange ( der Investition zu liebe ) über die menschlichen Bedürfnisse stehen. Jeder Mensch hat ein Leben, und es sollte dass Ziel der politik sein, jedem Menschen - egal welcher herkunft, Schicht oder was auch immer - ein angenehmes und unabhängiges leben zu führen. Wenn ich aber nun so tolle Ratschläge höre, wie das "Arbeit kein Spass machen soll", das "Erhöhung von Harz die Wirtschaft ausbremst", dass die doch ach so sichere "moderen deutsche AKWtechnologie nach Polen exportiert werden soll, um den grossen Knall Nr2 zu vermeiden", dass "500 Euro Studiengebühren nicht abschreckend wirken", dass "Sozialschmarotzer pauschal mit menschen gleichgesetzt werden, die unfreiwillig in einer solchen Situation stecken", dass "das Arbeitsamt abgeschafft werden soll, um alles zu dezentralisieren" ( bedeutet: Alle müssen zu ARGE, JOBCOM o.ä. vom Sozialamt eingerichtete Arbeitsvermittlung - FDP forderung ), frage ich mich ernsthaft, in was für einer Welt solche Menschen leben. Gerade diejenigen, die oben sitzen - vor allem aus dem konservativen Lager, haben meines erachtens den Sinn darüber verloren, wie sich solche Massnahmen auf den einzelnen auswirken. Solange Arme Menschen herumgescheucht werden, und zusätzlich auch noch gequält werden, indem zum Beispiel Harzsätze nicht erhöht werden, oder das Oberstufenbafög nicht eingeführt wird,( hätte mich auch beinhahe mein Studium gekostet ), darf sich unsereiner nicht wundern, wenn die Schere bleibt, und viele Jugendliche aus lauter Perspektivlosigkeit kriminell werden. Diese Entwicklung ist typisch für Zwei-Klassen-Gesellschaften.
Was ein Mensch aus seinem Leben macht, liegt letztlich an diesem selbst. Daher kann und darf es nicht Ziel der Politik sein, jedem Menschen ein angenehmes und unabhängiges Leben
zu führen (du meinst wohl
zu gewähren)
Zu Harz: Also ich halte es nach wie vor für bemerkenswert, das Menschen, die nicht arbeiten (wollen), überhaupt vom Staat Geld bekommen. Dass das dann nicht alle Jahre für einen Neuwagen reicht, ist was anderes.
Oberstufenbafög, klingt sinnvoll; jedoch werden wohl die wenigsten Jugendlichen kriminell, weil sie nicht studieren dürfen
