Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

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corneta
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von corneta »

hifi hat geschrieben:Kündigungsschutz lockern = mehr Arbeitsplätze
Man müsste also zuerst die Möglichkeit schaffen, dass die Leute einfach rausgeschmissen werden können, dann würden viel mehr Leute wieder eingestellt. Jo, mit Sicherhiet.
Nicht so ganz. Man würde als Arbeitgeber (über 10 Beschäftigte) aber wesentlich schneller jemanden einstellen, wenn man wüsste, dass man im Ernstfall auch wieder kündigen kann. Vor allem Ältere werden nicht eingestellt, weil die quasi unkündbar sind. Man kann heute auch niemanden wegen offensichtlicher Blödheit und Faulheit entlassen, sondern man ist gezwungen, ihn wegen betrieblicher Gründe anzugeben, sonst verklagt er dich und du musst dem Depp zur Belohnung auch noch eine Abfindung zahlen.
Ich sagen nicht, dass ich amerikanische Verhältnisse möchte, allerdings wäre ich dafür, dass man Fehlgriffe auch wieder los wird, ohne dass man drauf zahlt. Die großen Firmen (aktuelles Beispiel ist Schlecker) haben heute schon die Möglichkeit, Teile ihrer Belegschaft an die Luft zu setzen, da brauchen sie die FDP nicht. Für Betriebe mit 10 bis 100 Mitarbeiter wäre eine Änderung aber durchaus im Sinne aller. Die Leiharbeit würde zurück gehen und ich denke auch, dass man anstatt 3x400 € Kräfte ein Vollzeitmitarbeiter die Chance geben würde.
Nur zur Info, ich bin auch angestellt und weiß deshalb, dass die Unfähigkeit der "unkündbaren Deppen" immer von der restlichen Belegschaft ausgebügelt werden muss. Da werden die sozialen Gesetzte zum Boomerang, und es leiden die, die eigentlich geschützt werden sollen.
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OlafSt
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von OlafSt »

Ich lese hier immer wieder, die FDP wäre die Partei, die die Reichen immer reicher machen würde.

Kann mir jemand die Stelle im Parteiprogramm der FDP zeigen ?
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von Liberator »

hifi hat geschrieben:Sehr gut gesagt. Es ist alles rechtens. Der Staat hat versagt, weil sie zu lasch kontrolliert bzw. gesetzliche Schlupfloch für die Managers und Bankern geboten hat.
Damit hast du auch recht, das ist aber nicht, was ich gesagt habe.
Die FED hat eine falsche Geldpolitik betrieben, mit lascher Kontrolle oder Schupflöchern hat das wenig zu tun.
Ebensowenig der Fall Freddie Mac und Fannie Mae.
Btw. hat gerade der deutsche Staat auch selbst als Banker versagt, wenn man sich nur die Fälle der Landesbanken und der IKB ansieht.
OlafSt hat geschrieben:Ich lese hier immer wieder, die FDP wäre die Partei, die die Reichen immer reicher machen würde.

Kann mir jemand die Stelle im Parteiprogramm der FDP zeigen ?
Sowieso eine total unnötige Diskussion; die Reichen werden generell sowieso immer reicher, wenn nicht in Deutschland, dann halt anderswo. Der einzige Weg das zu verhindern wäre, sie mit dem Rücken an die Wand zu stellen oder die kommunistische Weltrevolution durchzuführen. Oder vielleicht ein kleiner Atomkrieg.
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von devurandom »

corneta hat geschrieben:
hifi hat geschrieben:Kündigungsschutz lockern = mehr Arbeitsplätze
Man müsste also zuerst die Möglichkeit schaffen, dass die Leute einfach rausgeschmissen werden können, dann würden viel mehr Leute wieder eingestellt. Jo, mit Sicherhiet.
Nicht so ganz. Man würde als Arbeitgeber (über 10 Beschäftigte) aber wesentlich schneller jemanden einstellen, wenn man wüsste, dass man im Ernstfall auch wieder kündigen kann. Vor allem Ältere werden nicht eingestellt, weil die quasi unkündbar sind. Man kann heute auch niemanden wegen offensichtlicher Blödheit und Faulheit entlassen, sondern man ist gezwungen, ihn wegen betrieblicher Gründe anzugeben, sonst verklagt er dich und du musst dem Depp zur Belohnung auch noch eine Abfindung zahlen.
Ich sagen nicht, dass ich amerikanische Verhältnisse möchte, allerdings wäre ich dafür, dass man Fehlgriffe auch wieder los wird, ohne dass man drauf zahlt. Die großen Firmen (aktuelles Beispiel ist Schlecker) haben heute schon die Möglichkeit, Teile ihrer Belegschaft an die Luft zu setzen, da brauchen sie die FDP nicht. Für Betriebe mit 10 bis 100 Mitarbeiter wäre eine Änderung aber durchaus im Sinne aller. Die Leiharbeit würde zurück gehen und ich denke auch, dass man anstatt 3x400 € Kräfte ein Vollzeitmitarbeiter die Chance geben würde.
Nur zur Info, ich bin auch angestellt und weiß deshalb, dass die Unfähigkeit der "unkündbaren Deppen" immer von der restlichen Belegschaft ausgebügelt werden muss. Da werden die sozialen Gesetzte zum Boomerang, und es leiden die, die eigentlich geschützt werden sollen.
Zu was betonierter Kuendigungsschutz fuehren kann, kann man in Frankreich gut beobachten. Bei 25% Jugendarbeitslosigkeit und weiteren 25% "Dauerpraktikanten" kann man sicherlich die Arbeitgeber aktiven Umgang des Arbeitsrechts vorwerfen. Andererseits fragt man sich doch schon mal, was die franzoeische Unternehmen besonders "boshaft" beim Thema Einstellung Berufsanfaenger macht, so dass die Beschaeftigungsquote der franz. Jugendlichen weiter unter dem europaeischen Durchschnitt liegt und was passiert waere, wenn die verhassten Arbeitsrechtreform durchgekommen waere.

Gruss
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von Topas »

Zu Schwarzgelb sag ich nur Mahlzeit.

Wie einige Vorposter schon erwähnten, Der grosse katzenjammer wird noch kommen. Einige Anmerkungen :

- Harz: Jeder als Mensch sollte gleiche Rechte haben. Und nicht einfach hinsichtlich irgendwelcher Leistungskriterien abgeurteilt werden. Bzgl Harz spreche ich aus eigener Erfahrung. Hätte ich schön brav mich an dem Willen des Sozialamts gehalten, wäre ich heute Fabrikarbeiter ohne Abschluss in irgendwo, und nicht Student. Und auch in meinem Praktikum ( vorraussetzung fürs Studium aber nun mal unbezahlt ) wurde die ersten drei,vier Monate so getan, als gäbs nicht, und es versucht, mich arbeiten zu schicken. In den Ämtern wird pauschal und unabhängig der Qualifikation erst mal jeder arbeiten geschickt. Dies fördert auf Dauer die Schere: Einkommensärmere Schichten, deren Harzrate höher ist, werden in Fabriken reingezwungen ohne Möglichkeit , sich beispielweise Fortzubilden ( um dass von der FDP doch hochgeprisene Humankapital zu schaffen ) Und von den Studiengebühren mal ganz abgesehen. Es gab vor ein paar Jahren tatsächlich die Forderungen einiger konservativer Politiker, die Gebühren auf 1000 Euro ( + die obligatorischen 200 Euro ) zu schrauben. Fakt ist: Es gibt ärmere und reichere Schichten. Die ärmeren Schichten haben oftmals nicht die finanziellen Mittel und Möglichkeiten aus ihrer ärmeren Schicht empor zu steigen. Und dies wird bei den Wahlparolen der neuen Regierung wohl auch so bleiben. Die ärmeren werden kaum überwindbare Hürden haben. Und die Reichen bleiben reich.

Zu AKW: Schwart-Gelb ist der Wirtschaftstraum. Längere Laufzeiten, weniger Umweltauflagen, billigere Ausstosslizenzen.....alles um Wirtschaft uns Innovation zu fördern. Achso, wie war das mit dem Scheitern des Umweltgesetzbuches ?
Wirtschaft hin, Wirtschaft her. Wirtschaft und damit auch soziale Unterschiede sidn von Menschen gemacht. Geben müssen tun sie es nicht. Aber: Die Umwelt zu zerstören...für mehr Arbeitsplätze...bei stiegender Weltbevölkerung. irgendwann haben dann zwar alle Arbeit.....aber Marienkäfer und Äpfel ( ich meine natürlicher ) sind dann nur noch aus vergilbten Bilderbüchern bekannt. Arme Umwelt.

Thema FDP: Wer ein bisschen die Geschichte der FDP nachliesst, der stellt fest, dass deren grösster Mitgiederrückgang 1982 war. Als die damalige Schmidtregierung aufgelösst wurde, und stattdessen mit Kohl regiert wurde. In der Folge verliessen viele linksliberale die FDP ( in den Grünen/SPD aufgegangen, oder eigene erfolglose neue Parteien ). Seit dem Zeitpunkt ist die FDP genauer gesagt rechtsliberal. Und somit stand sie immer näher der CDU anstatt der FDP.

Thema Schwarzgelb: Wurde teilweise gewählt, um weiteren sozialen Kahlschlag zu verthindern. Dabei sind doch gerade die beiden Parteien dafür bekannt, eben dies zu machen. Passt irgendwie nicht....Liegt wohl an vielen Bauchgefühlwählern, die sich nicht mit politischen Inhalten auseinandersetzen, sondern frei nach aktueller und unkritischer betrachteter Stimmung wählen. Die werden auch diejenigen sein, die sich als erstes beschweren.

Zum Abschluss: Aus meiner Sicht kann es nicht sein, dass wirtschaftliche Belange ( der Investition zu liebe ) über die menschlichen Bedürfnisse stehen. Jeder Mensch hat ein Leben, und es sollte dass Ziel der politik sein, jedem Menschen - egal welcher herkunft, Schicht oder was auch immer - ein angenehmes und unabhängiges leben zu führen. Wenn ich aber nun so tolle Ratschläge höre, wie das "Arbeit kein Spass machen soll", das "Erhöhung von Harz die Wirtschaft ausbremst", dass die doch ach so sichere "moderen deutsche AKWtechnologie nach Polen exportiert werden soll, um den grossen Knall Nr2 zu vermeiden", dass "500 Euro Studiengebühren nicht abschreckend wirken", dass "Sozialschmarotzer pauschal mit menschen gleichgesetzt werden, die unfreiwillig in einer solchen Situation stecken", dass "das Arbeitsamt abgeschafft werden soll, um alles zu dezentralisieren" ( bedeutet: Alle müssen zu ARGE, JOBCOM o.ä. vom Sozialamt eingerichtete Arbeitsvermittlung - FDP forderung ), frage ich mich ernsthaft, in was für einer Welt solche Menschen leben. Gerade diejenigen, die oben sitzen - vor allem aus dem konservativen Lager, haben meines erachtens den Sinn darüber verloren, wie sich solche Massnahmen auf den einzelnen auswirken. Solange Arme Menschen herumgescheucht werden, und zusätzlich auch noch gequält werden, indem zum Beispiel Harzsätze nicht erhöht werden, oder das Oberstufenbafög nicht eingeführt wird,( hätte mich auch beinhahe mein Studium gekostet ), darf sich unsereiner nicht wundern, wenn die Schere bleibt, und viele Jugendliche aus lauter Perspektivlosigkeit kriminell werden. Diese Entwicklung ist typisch für Zwei-Klassen-Gesellschaften.

Leider müssen erst viele Menschen selbst in eine solche Situation reinrutschen, um nachvollziehen zu können, dass es bei der behördlichen Zermürbung die dann einsetzt, vielen zu bunt wird, und diese dann ihr Leben nicht mehr geregelt kriegen. Der Mensch, und damit meine ich jeden Menschen, soll im Vordergrund stehen. Die Aufgabe der Politik soll es sein, jedem Menschen ein angemessenes Leben führen zu können. Und keins, wo behördliche Willkür mit Zwangskürzungen des Harzes folgen. Das Problem ist nicht der Mensch an sich, sondern vielmehr unser Wirtschaftssystem. Derzeit ist es so, dass menschliche Bedürfnisse eingeschränkt, gekürzt und sonst was werden, damit es der wirtschaft gut geht. Sollte en nicht eigentlich andersherum lauten: Der wirtschaft sollen Grenzen gesetzt werden, damit es den Menschen gut geht ?
Topas grüsst recht herzlich WHSAP
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von Asien-Seminare »

Die der beiden "Volksparteien" überdrüssigen Deutschen hatten diesmal nur die Wahl zwischen einer unternehmer- und einer arbeitnehmer-orientierten Regierung. Die Mehrheit hat sich (wohl angesichts der Weltwirtschaftskrise) für mehr selbst erwirtschaftetes Geld entschieden. Das muss in dieser Lage kein Fehler gewesen sein.
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von bossel »

hifi hat geschrieben: die Partei als Retter in der Not bejubelt wird, die die totale liberalisierung des freien Marktes propagiert.
Tun sie das? Selbst wenn, wie gesagt, das dt. System ist sozialdemokratisch. Da könnten sie propagieren, soviel sie wollen. Bis die FDP genug Stimmen hat, um die Verfassung zu ändern, können wir lange warten.
Die Privatisierungen von Post und Bahn sind auch alle super Erfolgsgeschichten, die damals los ging und uns heute viele Freude bereitet.
Welche Privatisierung? Was da abgeht, hat mir Privatisierung nicht viel zu tun.
Damals fängt auch die massive Verbrüderung/Verzahnung zwischen Politik und Wirtschaft an.
Ich denke nicht, daß der Wirtschaftseinfluß bei Schmidt wesentlich geringer war, als später bei Kohl.
Wenn das so wäre, wozu müsste man noch wählen?
Eben. :mrgreen: Ich glaube, ich habe schon irgendwo erwähnt, daß ich Nichtwähler bin.

... erklärtes Ziel...
...haben sie selbst festgelegt...
Problem erkannt: Du glaubst anscheinend, was Politiker erzählen. Großer Fehler!


hifi hat geschrieben:dass nach FDP nur für die Reichen noch mehr Steuer erlassen sollte.
Ist das so? IIRC sollte das gesamte Steuersystem radikal vereinfacht werden. Davon würden nicht nur "die Reichen" (Wer ist das?) profitieren (wenn's so käme). Im Augenblick ist es doch so, daß va Spitzenverdiener oft wesentlich mehr absetzen können, als Leute mit mittlerem Einkommen. Eine tatsächliche Vereinfachung würde auch das verändern.



Topas hat geschrieben:ZJeder als Mensch sollte gleiche Rechte haben. Und nicht einfach hinsichtlich irgendwelcher Leistungskriterien abgeurteilt werden.
Kommt doch immer drauf an, wie man "gleiche Rechte" definiert.
Seit dem Zeitpunkt ist die FDP genauer gesagt rechtsliberal. Und somit stand sie immer näher der CDU anstatt der FDP.
Selbst wenn das so wäre (Hast Du die Studentenzuwanderung vergessen?), ist da immer noch die Machtgeilheit. An die Macht zu kommen, ist wichtiger als Parteiprogramme.
Jeder Mensch hat ein Leben, und es sollte dass Ziel der politik sein, jedem Menschen - egal welcher herkunft, Schicht oder was auch immer - ein angenehmes und unabhängiges leben zu führen.
Das Recht auf ein angenehmes Leben? :mrgreen:
Die Aufgabe der Politik soll es sein, jedem Menschen ein angemessenes Leben führen zu können.
Aha, jetzt ist es nur noch das Recht auf ein "angemessenes Leben". Was ist denn angemessen?
Der wirtschaft sollen Grenzen gesetzt werden, damit es den Menschen gut geht ?
Willst Du damit sagen, daß es in D eine freie Wirtschaft gibt? Ist mir noch nicht aufgefallen.


PS: Übrigens gab es durchaus schon Systeme in D, wo alle Menschen gleichgemacht wurden (bis auf die paar Gleicheren). Das letzte nannte sich DDR, IIRC.
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von Liberator »

Topas hat geschrieben:Zu Schwarzgelb sag ich nur Mahlzeit.

- Harz: Jeder als Mensch sollte gleiche Rechte haben. Und nicht einfach hinsichtlich irgendwelcher Leistungskriterien abgeurteilt werden. Bzgl Harz spreche ich aus eigener Erfahrung. Hätte ich schön brav mich an dem Willen des Sozialamts gehalten, wäre ich heute Fabrikarbeiter ohne Abschluss in irgendwo, und nicht Student. Und auch in meinem Praktikum ( vorraussetzung fürs Studium aber nun mal unbezahlt ) wurde die ersten drei,vier Monate so getan, als gäbs nicht, und es versucht, mich arbeiten zu schicken. In den Ämtern wird pauschal und unabhängig der Qualifikation erst mal jeder arbeiten geschickt. Dies fördert auf Dauer die Schere: Einkommensärmere Schichten, deren Harzrate höher ist, werden in Fabriken reingezwungen ohne Möglichkeit , sich beispielweise Fortzubilden ( um dass von der FDP doch hochgeprisene Humankapital zu schaffen ) Und von den Studiengebühren mal ganz abgesehen. Es gab vor ein paar Jahren tatsächlich die Forderungen einiger konservativer Politiker, die Gebühren auf 1000 Euro ( + die obligatorischen 200 Euro ) zu schrauben. Fakt ist: Es gibt ärmere und reichere Schichten. Die ärmeren Schichten haben oftmals nicht die finanziellen Mittel und Möglichkeiten aus ihrer ärmeren Schicht empor zu steigen. Und dies wird bei den Wahlparolen der neuen Regierung wohl auch so bleiben. Die ärmeren werden kaum überwindbare Hürden haben. Und die Reichen bleiben reich.
Ich glaube du verwechselst hier gleiche Rechte mit gleichen Möglichkeiten.

Es ist schön zu hören, dass du den Aufstieg geschafft hast. Das heißt aber nicht, dass es falsch ist, Menschen nach Leistungskriterien zu bewerten, sondern schlichtweg, dass diese Leistungskriterien überprüftwerden sollten.
Warum jemand in eine Frabrik gezwungen wird, nur weil er aus einer einkommensschwachen Familie kommt, musst du erstmal erklären. Nach meinem Verständnis hat das Sozialamt/Arbeitsamt/Arbeitsagentur/Wasauchimmeramt nicht viel mit der Wahl der Universität zu tun.

Die Ärmeren haben auch ihre Chance, es geht halt nunmal nicht immer von null auf 100, das gibts nur im kapitalistischen Amerika.
Mein Urgroßvater war Friedhofswärter (hat Löcher gebuddelt), mein Großvater Elektriker (beschäftigt), mein Vater ist Polizeibeamter, und ich habe als erster meiner Familie Abitur gemacht und studiere nun.
Entscheident ist, das sich jede Generation gegenüber ihrer Vorgängergeneration besser stellen kann, und das ist in Deutschland nach wie vor der Fall.
Topas hat geschrieben: Zu AKW: Schwart-Gelb ist der Wirtschaftstraum. Längere Laufzeiten, weniger Umweltauflagen, billigere Ausstosslizenzen.....alles um Wirtschaft uns Innovation zu fördern. Achso, wie war das mit dem Scheitern des Umweltgesetzbuches ?
Wirtschaft hin, Wirtschaft her. Wirtschaft und damit auch soziale Unterschiede sidn von Menschen gemacht. Geben müssen tun sie es nicht. Aber: Die Umwelt zu zerstören...für mehr Arbeitsplätze...bei stiegender Weltbevölkerung. irgendwann haben dann zwar alle Arbeit.....aber Marienkäfer und Äpfel ( ich meine natürlicher ) sind dann nur noch aus vergilbten Bilderbüchern bekannt. Arme Umwelt.
Der CO2 Ausstoß von Atomkraftwerken ist niedriger als der von Windkraftwerken, wenn man die Produktion mit einbezieht (und alles andere macht keinen Sinn)
Topas hat geschrieben: Thema FDP: Wer ein bisschen die Geschichte der FDP nachliesst, der stellt fest, dass deren grösster Mitgiederrückgang 1982 war. Als die damalige Schmidtregierung aufgelösst wurde, und stattdessen mit Kohl regiert wurde. In der Folge verliessen viele linksliberale die FDP ( in den Grünen/SPD aufgegangen, oder eigene erfolglose neue Parteien ). Seit dem Zeitpunkt ist die FDP genauer gesagt rechtsliberal. Und somit stand sie immer näher der CDU anstatt der FDP.
Du meinst wohl ... anstatt der SPD
Topas hat geschrieben: Thema Schwarzgelb: Wurde teilweise gewählt, um weiteren sozialen Kahlschlag zu verthindern. Dabei sind doch gerade die beiden Parteien dafür bekannt, eben dies zu machen. Passt irgendwie nicht....Liegt wohl an vielen Bauchgefühlwählern, die sich nicht mit politischen Inhalten auseinandersetzen, sondern frei nach aktueller und unkritischer betrachteter Stimmung wählen. Die werden auch diejenigen sein, die sich als erstes beschweren.
Also ich habe die FDP gewählt - und stehe dazu. Mit sozialem Kahlschlag hatte meine Entscheidung gar nichts zu tun.
Wenn ich mir bspw. die Forderung der Linkspartei "1 Mio. mehr Beschäftige im öffentl. Dienst" ansehe; man kann es für sozial halten, aber effektiv ist es sicher nicht.
Oder die SPD: 4 Mio neue Arbeitsplätze bis 2020! :lol: Am besten noch durch saubere/erneuerbare Technologien. Und wenn die Chinesen dann auf einmal ihre Solarplatten zur Hälfte des deutschen Preises anbeiten, da ja nur weil die ja vom Staat subventioniert werden :roll:
Soviel zu unkritischer Betrachtung...
Topas hat geschrieben: Zum Abschluss: Aus meiner Sicht kann es nicht sein, dass wirtschaftliche Belange ( der Investition zu liebe ) über die menschlichen Bedürfnisse stehen. Jeder Mensch hat ein Leben, und es sollte dass Ziel der politik sein, jedem Menschen - egal welcher herkunft, Schicht oder was auch immer - ein angenehmes und unabhängiges leben zu führen. Wenn ich aber nun so tolle Ratschläge höre, wie das "Arbeit kein Spass machen soll", das "Erhöhung von Harz die Wirtschaft ausbremst", dass die doch ach so sichere "moderen deutsche AKWtechnologie nach Polen exportiert werden soll, um den grossen Knall Nr2 zu vermeiden", dass "500 Euro Studiengebühren nicht abschreckend wirken", dass "Sozialschmarotzer pauschal mit menschen gleichgesetzt werden, die unfreiwillig in einer solchen Situation stecken", dass "das Arbeitsamt abgeschafft werden soll, um alles zu dezentralisieren" ( bedeutet: Alle müssen zu ARGE, JOBCOM o.ä. vom Sozialamt eingerichtete Arbeitsvermittlung - FDP forderung ), frage ich mich ernsthaft, in was für einer Welt solche Menschen leben. Gerade diejenigen, die oben sitzen - vor allem aus dem konservativen Lager, haben meines erachtens den Sinn darüber verloren, wie sich solche Massnahmen auf den einzelnen auswirken. Solange Arme Menschen herumgescheucht werden, und zusätzlich auch noch gequält werden, indem zum Beispiel Harzsätze nicht erhöht werden, oder das Oberstufenbafög nicht eingeführt wird,( hätte mich auch beinhahe mein Studium gekostet ), darf sich unsereiner nicht wundern, wenn die Schere bleibt, und viele Jugendliche aus lauter Perspektivlosigkeit kriminell werden. Diese Entwicklung ist typisch für Zwei-Klassen-Gesellschaften.
Was ein Mensch aus seinem Leben macht, liegt letztlich an diesem selbst. Daher kann und darf es nicht Ziel der Politik sein, jedem Menschen ein angenehmes und unabhängiges Leben zu führen (du meinst wohl zu gewähren)
Zu Harz: Also ich halte es nach wie vor für bemerkenswert, das Menschen, die nicht arbeiten (wollen), überhaupt vom Staat Geld bekommen. Dass das dann nicht alle Jahre für einen Neuwagen reicht, ist was anderes.

Oberstufenbafög, klingt sinnvoll; jedoch werden wohl die wenigsten Jugendlichen kriminell, weil sie nicht studieren dürfen :roll:
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von robbe »

Da hier so oft über wirtschaftliche Belange kritisiert werden, dass diese mehr Wert als soziale haben.
Nur mal so: Die Wirtschaft trägt nunmal den Sozialstaat und nicht andersrum. Ist die Wirtschaft schwächer kann sie nicht mehr so viel tragen. Ist doch ganz einfach zu verstehen.

Ich glaube manche haben hier (nicht nur hier, überall in Deutschland) die Vorstellung, einmal Wohlstand immer Wohlstand, als hätte Deutschland ein Patent für Wohlstand und man müsse einfach nur so weiter machen wie bisher. Ist halt ziemlich blöd gelaufen, dass sich der Staat vor vielen Jahren mit vorhandenen Geldern sich "alles" leisten wollte und es nun nicht mehr so gut läuft. Etwas kurzsichtig. Aber das ist nicht mal mein Vorwurf, der Vorwurf lautet, dass zu viele Leute denken, dass, wenn es damals gut lief auch heute gut laufen muss. Aber niemand kann/will verstehen , dass eben auch mal gekürzt werden muss, wenn es nicht mehr so gut läuft.

Ich habe FDP gewählt und zwar auch mit dem Hintergedanken, dass es nun vielleicht etwas "unsozialer" werden könnte. Das war/ist für mich allerdings die vernünftigste Alternative, gefiel mir immer noch besser als mit den Vorstellungen anderer Parteien weiterzuträumen. War für mich das kleinere Übel.
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von no1gizmo »

100 Punkte @robbe und viele Teilpunkte an bossel von mir :wink:
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von ingo_001 »

robbe hat geschrieben:Da hier so oft über wirtschaftliche Belange kritisiert werden, dass diese mehr Wert als soziale haben.
Nur mal so: Die Wirtschaft trägt nunmal den Sozialstaat und nicht andersrum. Ist die Wirtschaft schwächer kann sie nicht mehr so viel tragen. Ist doch ganz einfach zu verstehen.
Nee, dat glaub ich jetzt nich, dass das ernst gemeint ist.
Dass die Wirtschaft so schwach ist ... wie wars denn vor 13 Monaten?
Deutschland war Exportweltmeister (oder 2. nach China).
Was wurde denn aus dem erwirtschafteten Geld?
Das ist doch eher ins Ausland transferiert worden - in die Sozial-Systeme fliessen schon seit Jahren immer weniger Mittel aus Unternehmensseite. Als Beispiel sei hier nur die ad acta gelegte 50:50 Finanzierung der KVs genannt.
Und obwohl ich kein Freund der LINKEN bin, denke ich, dass ihr Ansatz der Besteuerung nach der Wertschöpfung durchaus vernünftiger und auch fairer ist, als das bisherige Besteuerungssystem.
Und dass im Grundgesetz auch steht, dass Eigentum verpflichtet scheint man mancherorts geflissentlich zu verdrängen oder als alten Zopf zu betrachten, der abgeschnitten gehört.
Erst die Subventionen und sonstige steuerliche Vergünstigungen hier abgreifen - und dann das Heil in der Standortflucht zu suchen ...
Und das gleiche Spiel dann woanders noch mal abzuziehen ...
Nur weil auf kurzfristige Aktiengewinne gegeiert wird ...
Das hat mit der Realwirtschaft nicht mehr viel zu tun.
Wenn man sich hier unternehmenstechnisch verzieht, sollten alle gewährten Subventionen an den Staat zurückerstattet werden.
Jeder BAFÖG-ler hat das ja auch zu tun.
Logisch ist diese Beforzugung der Unternehmen nicht nachzuvollziehen.
Fakt ist doch: Die Mittelschicht der Bevölkerung schrumpft - und das nicht, weil diese in Richtung der "Upper class" aufsteigt ... das Gegenteil ist der fall.
Die wenigen, die Geld im Überfluss haben, bekomen hingegen mehr.
Das sich DAS gerade jetzt ändern wird ist illusorisch.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von robbe »

Die deutsche Wirtschaft besteht aber nicht nur aus Großunternehmen, die Supergewinne am Aktienmarkt erziehlen.
Und les meinen Beitrag ganz zu Ende. Ich finde, dass man im Laufe der Zeit sehr viel an Sozialleistungen aufgebaut hat, die zu dieser Zeit finanzierbar waren, aber heute nicht mehr. Das Verhältnis stimmt nicht mehr.
Und ob man die Mittelschicht wieder stärkt, indem man höhere Sozialleistung verteilt, bezweifel ich.
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von ingo_001 »

Ok, dann ergänze ich noch:
Nicht nur die Mittelschicht ist immer weiter im Schwinden Richtung Süden begriffen - Gleiches trifft auch auf den Mittelstand zu.
Dass die Banken - obwohl sie es können und SOLLEN den mittelständischen Betrieben (die sich fast zur Gänze eben NICHT durch die Aktienmärkte mit Kapital versorgen), diese verwähren - ist m.E. nicht hinnehmbar.
Dabei ist es ja gerade der Mittelstand, der eben nicht nach kurzfristigen Gewinnen schielt, sondern eher den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg sucht.

Dazu wieder das Stichwort: Besteuerung nach der Wertschöpfung.
Das wäre (wie gesagt) LOGISCH und auch FAIR.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von robbe »

Nun gut mit den ganzen Steuern kenn ich mich nicht gut aus, muss ich jetzt mal zugeben. Aber die FDP möchte doch den Mittelstand stärken und das sag ich jetzt nicht, weil die die das bei jeder Gelegenheit gesagt haben :> Für mich sind sie aber die beste Alternative in dieser Hinsicht. Und den Banken machen lassen was sie wollen, will die FDP/CDU doch auch nicht.
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Re: Schwarz-Gelb: Positiv oder negativ für Deutschland ?

Beitrag von ingo_001 »

robbe hat geschrieben:Und den Banken machen lassen was sie wollen, will die FDP/CDU doch auch nicht.
Dein Wort in die zuständigen Ohren ...
Ich hab da leider die Befürchtung, dass das (zumindest von der FDP) nur Lippenbekenntnisse sind.
Nicht dass die SPD zwischen 1998 - 2005 da viel anders gewesen wäre.
Nur denke ich, dass sich diese Entwicklung jetzt unter schwarz/gelb beschleunigen wird.
Da kann man nur hoffen, dass Angie dafür sorgt, dass da wenigstens noch ein gewisses soziales Korrektiv als Grenze für gar zu FDP-liches gesetzt sein wird.
Dafür sprechen ja schon einige Indizien.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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