wuseltiger hat geschrieben:
Ja was jetzt, kann man die, nennen wir sie Vorurteile der Chinesen jetzt im "saloppen deutschen Sprachgebrauch" als Rassismus bezeichnen (wie im ersten Satz behauptet), oder kann man es nicht (wie im 2. Satz behauptet)? Das verwirrt mich jetzt ein wenig.
Im deutschen Sprachgebrauch ist es üblich, vieles als Rassismus zu bezeichnen, was per se eigentlich kein Rassismus ist. So eine schlampiger Umgang mit Begriffen ist aber weit verbreitet.
Anderes Beispiel: Als Agnostiker werden von den meisten, Menschen verstanden die nicht an Gott glauben bzw. an ihm zweifeln.
Das ist aber nicht richtig. Agnostiker vertreten die Ansicht, dass sie es nicht wissen. Etwas nicht zu wissen ist ungleich an etwas zu zweifeln.
http://de.wikipedia.org/wiki/Agnostizismus" target="_blank
Nein, Vorurteile der Chinesen kann man nicht als Rassismus bezeichnen. Vorurteile sind Vorurteile. Worauf diese Vorurteile begründen ist eine andere Sache. Meiner Meinung nach begründen sich diese in China bzw. bei der absoluten Mehrheit der Chinesen eindeutig nicht auf Rassismus.
Mir ist aber bewusst, dass man bei einem Diskurs nicht immer eine perfekte und eindeutige Sprache an den Tag legen kann und viele Begriffe automatisch schlampig verwendet. Man sollte aber zumindestens versuchen exakt zu sein.
wuseltiger hat geschrieben:
Wenn ich jedes mal eine Begriffsdefinition durchführen muss, bevor ich eine Untrhaltung mit einem Sinologiestudenten anfangen kann, dann lass ich es in Zukunft lieber bleiben. Der Unterschied zwischen "Sinozentrismus" und "Rassismus" erschließt sich mir nicht wirklich, würde ich als Deutscher behaupten, Deutsche sind anderen, ähm. Nationalitäten überlegen, käme hier mit Sicherheit sofort einer um die Ecke und würde mich rassistisch schimpfen.
Ich würde dich aufgrund dieser Aussage nicht als Rassist beschimpfen/bezeichnen. Sondern als Ethnozentrist.
z.B. diesen Herrn hier - ein Wirtschaftsprofessor der George Mason University
"The multiculturalists are right in saying that in a just society, people of all races and cultures should be equal in the eyes of the law. But their argument borders on idiocy when they argue that one culture cannot be judged superior to another and to do so is Eurocentrism. For them, different cultural values are morally equivalent. That's unbridled nonsense. Ask your multiculturalist friends: Is forcible female genital mutilation, as practiced in nearly 30 sub-Saharan African and Middle Eastern countries, a morally equivalent cultural value? Under Islamic law, in some countries, women adulterers face death by stoning, and thieves face the punishment of having their hand severed. Are these cultural values morally equivalent, superior or inferior to ours?
Western values are superior to all others. Why? The indispensable achievement of the West was the concept of individual rights. It's the idea that individuals have certain inalienable rights and individuals do not exist to serve government, but governments exist to protect these inalienable rights. It took until the 17th century for that idea to arrive on the scene and mostly through the works of English philosophers such as John Locke and David Hume."
http://www.freerepublic.com/focus/news/824066/posts" target="_blank
Denn würde ich aber zusätzlich auch als Idioten bzw. Selbstdarsteller betrachten. Besonders da er hier etwas auf einem extrem niedrigen Niveau als seine Gedanken darstellt, was im wissenschaftlichen Diskurs schon vor Jahrzehnten diskutiert wurde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturrelativismus" target="_blank
Und noch schlimmer, den Diskurs mit anderen Themen verknüpft die rein gar nichts damit zu tun haben z.B. hier: "they want to halt progress in the name of protecting the environment."
Da kenn ich Seminararbeiten aus dem ersten Semester im interkulturellen Bereich, die mehr Niveau aufweisen. Eigentlich alle.

Aber lassen wird den Deppen.
wuseltiger hat geschrieben:
Also du gestehst ein dass (viele?) Chinesen glauben, sie seien anderen Nationalitäten überlegen, da sie aber Nationalitäten meinen und nicht Rassen ist es kein Rassismus, sondern Nationalismus?? Hm, vielleicht mag das stimmen, der Effekt ist doch aber der selbe, man fühlt sich überlegen, weil man einer bestimmten Gruppe angehört.. In sofern finde ich das ist Haarspalterei...
Nö ist es überhaupt nicht. Hat auch weitreichende Auswirkungen ob es Rassismus ist oder Ethnozentrismus. Ein Rassismus ist meist mit einer absoluten Geringschätzung des Lebens der anderen Rasse verknüpft. Es ist ein natürlicher Selektionsprozess und zum Wohl der Menschheit, wenn die andere Rasse ausstirbt.
Ethozentrismus kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass mit Gewalt versucht wird die andere Gruppe kulturell zu assimilieren oder mit Gewalt alle anderen kulturelle Einflüsse zu bekämpfen bzw. die eigene Kultur zu schützen.
Es wird anderen Menschen aber die Möglichkeit gegeben als gleichwertig angesehen zu werden. Vorausgesehen, diese übernehmen die andere Sicht. Im Rassismus ist dies natürlich komplett ausgeschlossen.
"While Western values are superior to all others, one need not be a Westerner to hold Western values. A person can be Chinese, Japanese, Jewish, African or Arab and hold Western values."
Ja, im kleinen kann es die gleichen Auswirkungen haben.
Z.B. Reichskristallnacht und Lhasa Unruhen. Ist der Dalai Lama jetzt Hitler? Sind die Tibeter jetzt Braunhemden? Sollten die gleichen Lösungen angewendet werden wie bei Nazi Deutschland? z.B. einen Mehrfrontenkrieg? Die Bombardierung tibetischer Gebiete? Natürlich nicht!
Nein, die Ursachen sind ganz anders. Auch die Motivation der Tibeter ist anders. Es geht um Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus, wirtschaftliche Benachteiligung und politische Unterdrückung.
Aber nicht um einen "Rasse Gedanken", der den tibetischen Separatisten befiehlt, die Chinesen auszulöschen oder andersrum ein "Rasse Gedanke" der den Han befiehlt die Tibeter auszulöschen usw. Dann hätten wir nämlich einen echten Völkermord und keinen "kulturellen" (denn wir übrigens so auch nicht haben, aber das ist ein anderer Diskurs)
Bei unterschiedlichen Ursachen, sind meistens auch unterschiedliche Lösungsansätze notwendig.